Festspiel-Kammerkonzerte im Rokoko-Ambiente

Die Musiker des Bayerischen Staatsorchesters spielen selbst ausgewählte Programme

Auch in diesem Jahr finden in Deutschlands wohl berühmtesten Rokoko-Theater, dem Cuvilliés-Theater, wieder fünf Kammerkonzerte von und mit Musikern des Bayerischen Staatsorchesters statt. Als Höhepunkt der kammermusikalischen Saison hören Sie hier alt bekannte Ensembles, genauso wie ganz neue Zusammenstellungen. So tritt das Schumann-Quartett, das schon seit 1994 zusammen musiziert, ebenso auf, wie das neu gegründete Praetorius-Quartett oder die Kontrabassisten des Staatsorchesters. Es erwarten Sie fünf Abende mit Musik von Henri Deuparc bis Metallica, umrahmt vom Prunk des Rokoko.

Gerold Huber und Quartett

Gerold Huber (Foto: Gunar Streu)
Gerold Huber (Foto: Gunar Streu)

Man kennt ihn als Liedpianisten an der Seite von Sängerinnen wie Diana Damrau, Christiane Karg und Mojca Erdmann, vor allem natürlich als langjährigen Klavierpartner von Christian Gerhaher. Aber Gerold Huber ist auch ein veritabler Solopianist und Kammermusiker. Beide Aspekte seiner künstlerischen Tätigkeit vereint er nun mit Musikerinnen und Musikern des Bayerischen Staatsorchesters. In Franz Schuberts großen Quintett mit den berühmten Variationen auf das Thema eines Liedes, das sogenannte „Forellenquintett“. Im ersten Teil des Konzerts erklingen Mozarts bahnbrechendes g-Moll-Klavierquartett und Dvořáks Amerikanisches Streichquartett, in dem er seine Erlebnisse in der „Neuen Welt“ zum Klingen bringt.

Violine Katharina Lindenbaum-Schwarz, Markus Kern
Viola Adrian Mustea
Violoncello Benedikt Don Strohmeier
Kontrabass Alexandra Hengstebeck
Klavier Gerold Huber

Samstag, 30. Juni 2018, 20.00 Uhr  » Karten
Cuvilliés-Theater

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Das Schumann Quartett

Schumann Quartett
Schumann Quartett

Haydns Streichquartett op. 50 Nr. 4 ist das einzige in einer Molltonart von den sechs dem preußischen König Friedrich Wilhelm II. gewidmeten und daher auch „preußische“ genannten Streichquartetten, ein exemplarisches Werk vom Erfinder der Gattung Streichquartett, raffiniert kontrapunktisch und bestrickend schlicht zugleich. Béla Bartóks sechstes und letztes Streichquartett ist ein tiefbewegender, düsterer Kommentar zu der damaligen Zeit: Er schrieb es unmittelbar bevor er Europa mitten im Zweiten Weltkrieg verließ und nach Amerika emigrierte – ein aufrüttelndes Dokument dieses feinsinnigen, humanistischen Komponisten. Vervollständigt wird das Programm durch den überquellenden Melodienreichtum von Borodins zweitem Streichquartett Notturno, einem der schönsten Kammermusikstücke des 19. Jahrhunderts.

Violine Barbara Burgdorf
Violine Traudi Pauer
Viola Stephan Finkentey
Violoncello Oliver Göske

Mittwoch, 11. Juli 2018, 20.00 Uhr » Karten
Cuvilliés Theater

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Die Kontrabassisten des Bayerischen Staatsorchesters

Die Kontrabassisten des Bayerischen Staatsorchesters

Sonst wirken sie in der Tiefe des Klangraums, oft verborgen im Dunkel des Orchestergrabens. Nun formieren sie sich zu einem Ensemble mit Seltenheitswert: Die elf Kontrabässe des Bayerischen Staatsorchesters spielen erstmals gemeinsam ein eigenes Programm (verstärkt durch ihren blechernen Schwippschwager, eine energische Tuba), und werden zeigen, in welch lichte Höhen sich das größte der Streichinstrumente aufschwingen kann. Vom Programm wird einstweilen nur verraten, dass es an Vielseitigkeit kaum zu überbieten ist. Wer mehr wissen will, kommt ins Cuvilliés-Theater.

Kontrabass Thomas Jauch, Florian Gmelin, Alexander Rilling, Alexandra Hengstebeck, Reinhard Schmid, Thorsten Lawrenz, Thomas Herbst, Andreas Riepl, Wieland Bachmann, Alexander Önce
Moderation und Tuba Andreas Martin Hofmeir

Sonntag, 15. Juli 2018, 20.00 Uhr  » Karten    
Cuvilliés-Theater 

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Streichquintette von Mozart und Bruckner

Markus Wolf, So-Soung Kim, Stephan Finkentey, Emanuel Graf

Anton Bruckner hat – neben seinen monumentalen Symphonien und den großen Chorwerken – nur ein vollgültiges Kammermusikwerk geschrieben: das Streichquintett F-Dur, zwischen der 5. und 6. Symphonie komponiert und selbst von wahrhaft symphonischen Ausmaßen. Das zunächst auch wegen dieser Dimension als „unkammermusikalisch“ angesehene Stück kam erst später auch beim Publikum zu seinem verdienten Erfolg. Im 4. Festspiel-Kammerkonzert wird es flankiert von einem zweiten bedeutenden Streichquintett. Mozarts g-Moll-Quintett ist, der Tonart entsprechend, von einem großen emotionalen Spektrum gezeichnet und scheut auch vor düsteren, tief schwarzen Tönen nicht zurück: man könnte von einer Meditation über den Tod sprechen.

Violine Markus Wolf
Violine So-Young Kim
Viola Stephan Finkentey
Viola Clemens Gordon
Violoncello Emanuel Graf

Dienstag, 17. Juli 2018,  20.00 Uhr » Karten
Cuvilliés-Theater

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Angela Brower und das Praetorius Quartett

Angela Brower

Das Konzert für Violine, Streichquartett und Klavier ist Chaussons bedeutendstes Kammermusikstück und ein Unikum in der Konzertliteratur: Der Solopart des Stücks – der Violine anvertraut – wird nicht von einem Orchester, sondern einem Klavierquintett begleitet. Maurice Ravels Sonate für Violine und Violoncello (aus der in diesem Konzert die ersten beiden Sätze erklingen) „markiert einen entscheidenden Wendepunkt, den Ravel selbst erkannte. Harmonische Strenge und wachsendes Interesse an linearer Bewegung kehren periodisch wieder, das gleiche gilt für die Verwendung der Bitonalität.“ (A. Orenstein) Außerdem singt Angela Brower Chansons von Henri Duparc und Ernest Chausson.

Gesang Angela Brower
Violine David Schultheiß
Violine Ginshi Saito
Violine Guido Gärtner
Viola Adrian Mustea
Violoncello Yves Savary
Klavier Sophie Raynaud

Samstag, 28. Juli 2018, 20.00 Uhr  » Karten
Cuvilliés-Theater

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