Infos

Als „Akademien“ wurden schon im 18. und 19. Jahrhundert (oft privat organisierte) Konzerte bezeichnet. Der Münchner Verein „Musikalische Akademie e.V.“ wurde 1811 aus der Mitte des damaligen Hofopernorchesters gegründet. Die Musiker wollten in München endlich eine professionelle Konzertreihe etablieren. Tatsächlich war es die erste symphonische Konzertreihe in dieser Stadt. Mittlerweile sind unter dem Dach dieses Vereins nicht nur die Symphoniekonzerte, sprich die Akademiekonzerte des Bayerischen Staatsorchesters gebündelt, sondern auch viele Aktivitäten, die man landläufig eher als „akademisch“ auffasst: das Jugendorchester ATTACCA beispielsweise oder die Orchesterakademie zur Ausbildung von Instrumentalisten am Beginn ihres Berufslebens. Auch die Organisation von Tourneen wie dieser obliegt dem Verein der Musikalischen Akademie.

Montag, 19. März 2018
20.00 Uhr
Nationaltheater

Dauer: 20.00 – ca. 22.15 Uhr, eine Pause

Konzerteinführung: 19.15 Uhr

Preise G

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Besetzung

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko

Solist I
Julia Fischer
Solist II
Daniel Müller-Schott
  • Bayerisches Staatsorchester
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Programm

Johannes Brahms

Konzert für Violine und Violoncello a-Moll op. 102

Peter I. Tschaikowsky
Manfred-Symphonie op. 58

 

„Im besten Fall atmen Julia und ich im gleichen Takt“

Musik ist die Königin der Künste – und vielleicht auch der Kommunikation?
Ein Gespräch zwischen der Geigerin Julia Fischer und dem Cellisten Daniel Müller-Schott, die mit dem Bayerischen Staatsorchester und Kirill Petrenko Brahms’ Doppelkonzert spielen.

Interview: Tobias Haberl

 

 

MAX JOSEPH Spüren Sie, wenn Sie mit einem anderen Menschen Musik machen, wie es ihm geht?
JULIA FISCHER Natürlich.
MJ Können Sie das genauer erklären?
JF Nein.
DANIEL MÜLLER-SCHOTT Es ist schwer zu beschreiben, es hat mit Energie zu tun.
MJ Wie weit geht das? Spürt man eher schlechte Laune oder auch existenzielle Probleme?
DMS Man spürt alles, weil man als Musiker so geschult ist, feinste und hinterste Winkel auszuloten.
In der Musik geht es ja in letzter Konsequenz darum, hinter die Noten und hinter den Text zu schauen, um Momente der Wahrhaftigkeit zu entdecken, unweigerlich blickt man dabei auch hinter die Fassade eines Menschen.
JF Ich habe mal nach dem Tschaikowsky-Violinkonzert die Sarabande von Bach als Zugabe gespielt. Nachher kam der Fagottist des Orchesters zu mir, mit dem ich noch nie zuvor gesprochen hatte, und fragte: „Sag mal, geht´s dir gut? Das klang so unglaublich traurig.“ Er lag richtig.
MJ Woran konnte er das erkennen?
JF Vielleicht ist es für jemanden, der nicht Musik macht, schwer nachvollziehbar, aber wenn Daniel auf der
Bühne ein Thema spielt, ist das für mich, als würde er sprechen. Nehmen Sie einen ganz trivialen Satz
wie „Es geht mir gut“. Verbal kann man so einen Satz auf Dutzende verschiedene Arten sagen, euphorisch, ironisch, schelmisch, melancholisch. Und wenn Daniel Cello spielt, erklärt er mir auf  emotionaler Ebene, wie es ihm geht. Ich muss mich gar nicht anstrengen, das zu dechiffrieren, es geht automatisch.
MJ Sind Sie auf der Bühne eher verletzlich oder im Gegenteil besonders geschützt, durch die Musik oder auch die Distanz zum Publikum?
DMS Es wechselt. Manchmal fühle ich mich komplett ungeschützt, beispielsweise wenn es mir gesundheitlich nicht gut geht, und doch muss ich meine Seele offenlegen, obwohl ich mich am liebsten
verkriechen würde. Ironischerweise kann gerade dann ein wunderbares Konzert entstehen, weil eine Spannung da ist, ein Kontrast aus Nicht-Wollen, aber Müssen. An anderen Tagen gehe ich auf die Bühne und möchte alles teilen, was ich in mir fühle. Ich bin ganz offen und frei, und Sie ahnen es, auch dann kann ein tolles Konzert entstehen, nur eben ein anderes.
JF Ich versuche inzwischen konsequent zu vermeiden, mit Leuten zu musizieren, die ich nicht mag. Ich
glaube, man kann musikalische und menschliche Sympathie nicht wirklich trennen, ich kann es zumindest
nicht. Es funktioniert einfach nicht, seine Seele zu öffnen und gleichzeitig neben jemandem zu stehen, den
man nicht leiden kann.
MJ Sie stehen beide seit Jahren als Solisten auf den wichtigsten Bühnen der Welt. Was bedeutet es Ihnen, wenn Sie – wie bei Brahms‘ Doppelkonzert – zu zweit im Rampenlicht stehen: eine schöne Abwechslung oder mehr?
DMS Definitiv mehr. Wir sind seit 20 Jahren gut befreundet, dadurch entsteht ein ganz anderes Musizieren, weil wir auf gemeinsame Erfahrungen zurückgreifen können. Das ist schöner und reizvoller
als mit jemandem zu spielen, den man weniger gut kennt.
JF  I ch g laube, w ir h aben d ieses Stück vor 15 Jahren das erste Mal gespielt, seitdem ist interpretatorisch viel passiert, wir haben diskutiert, überlegt, manches verändert, haben es mit verschiedenen Dirigenten und Orchestern gespielt, das Werk wächst außerhalb der Bühne
mit uns mit. Das zu erleben, empfinde ich als großes Privileg.
MJ Ist es heilsam, bildet es vielleicht sogar den Charakter, wenn man hin und wieder nicht allein im Mittelpunkt steht?
DMS Auf jeden Fall. Wir machen ja beide viel Kammermusik, da lernt man zuzuhören und sich zurückzunehmen, denn ohne geht es nicht. Das ist übrigens auch bei einem Solokonzert wichtig: dass
man mit jedem Orchestermusiker, der gerade ein Thema spielt, kommuniziert. Diese Sensibilität
muss man schulen und schärfen: An welchen Stellen muss ich zuhören, an welchen muss ich erzählen,
an welchen muss ich vorangehen, an welchen mich zurücknehmen?
MJ Gehen Sie dann bei Brahms‘ Doppelkonzert schon mit einer weniger narzisstischen Haltung auf die Bühne?
DMS Ich glaube nicht. Wir haben ohnehin beide eine gesunde Grundhaltung, weil wir immer die Musik ins Zentrum stellen. Wir empfinden uns als Advokaten des Komponisten.
JF Insofern ist Brahms‘ Doppelkonzert die Königsdisziplin, weil wir gleichberechtigte Solisten sind. Zwischen uns muss klar sein: Wann führen wir gemeinsam, wann streiten wir, wann unterstützen wir den anderen? Und dann müssen wir das alles noch aufs Orchester transportieren. Man könnte von einer Vollendung aller möglichen Disziplinen sprechen, von einem Spiegel des Lebens und ja, natürlich ist das charakterbildend, denn all diese Fähigkeiten machen den Menschen aus.
DMS Es entsteht eine unglaubliche Mischung aus Konzentration und Freiheit. Man bereitet sich wochenlang auf diesen Moment vor und dann, sobald er da ist, spürt man die Bereitschaft loszulassen,
Dinge auszuprobieren, spontan zu sein. Im besten Fall atmen Julia und ich im gleichen Takt, jeder antizipiert, wie der jeweils andere diese Stelle, die gleich kommt, spielen wird ...
JF ... und kann schon darauf reagieren, bevor der andere sie überhaupt gespielt hat.
MJ Kann es nicht auch gefährlich sein, wenn man mit einem Freund auf der Bühne steht? Im Leben geht man gerade mit den Menschen, die einem am nächsten stehen, oft nachlässig um.
JF Dafür sind wir zu professionell.
DMS Und zu kritisch. Wir sagen uns sehr direkt, was wir von einer Sache halten.
JF Und der andere nimmt die Kritik auch an. Also das war wirklich nie ein Thema zwischen uns.
MJ Wenn Sie als Geigerin und Cellist zusammen auf der Bühne stehen, wenn Sie aufeinander reagieren, teils zusammen die gleichen Noten spielen – empfinden Sie das als Gespräch?
JF Es ist schöner und intensiver als ein Gespräch. Zusammen Musik machen, das ist zu hundert Prozent
emotional.
MJ Sie meinen: ohne Umweg über die Sprache?
JF Es gibt diesen Satz, dass man in der Musik nicht lügen kann. Er stimmt. Man kann, ja muss sich musikalisch auf einer wahrhaftigeren Ebene unterhalten, weil es nicht möglich ist, sich zu verstellen, drum
herum zu reden oder eine Maske aufzuziehen. Würde man es tun, könnte die Musik sich nicht mehr
transportieren. Man kann nicht anders als direkt, offen und ehrlich sein, übrigens trifft das auch auf ein echtes Gespräch zu, es gibt nur sehr wenige davon. Wenn ich mit fremden Musikern spiele, habe ich oft
nach der ersten Probe das Gefühl, dass wir uns seit Jahren kennen. Das liegt daran, dass Musik direkte Kommunikation ermöglicht.
MJ Wie schützen Sie sich auf der Bühne vor Verletzungen?
JF Naja, gar nicht eben. Wenn man in einer Beziehung immer kontrolliert bleibt, klappt es auch nicht.
Man muss bereit sein, sich verletzen zu lassen und darauf vertrauen, dass es nicht passiert.
DMS Wenn ich spüre, dass ein Musiker in einer schwierigen Lebenssituation steckt, kann ich, auch wenn ich ihn nicht so mag, über meinen Schatten springen und versuchen, einen Schritt auf ihn zuzugehen. Das macht Musik ja so mächtig. Sie kann bewirken, dass man für zwei Stunden zusammenfindet und auf einer gemeinsamen Ebene miteinander kommuniziert.
JF Du versuchst wirklich jedem die Hand zu reichen, egal wie aussichtslos die Lage ist, ich gebe früher auf
und bin da strenger.
MJ Wie intensiv spüren Sie Verwundung des Komponisten?
JF Das Faszinierendste an Musik ist für mich, dass die Zeit ausgeschaltet wird und es einen Moment gibt,
in dem der Komponist lebendig wird und ich mit ihm sprechen kann. Ich habe das Gefühl, dass ich diesen
Menschen kenne, obwohl er seit 100 Jahren tot ist. Das ist der Unterschied zwischen Kunst und Unterhaltung, deswegen bleibt sie über Jahrhunderte lebendig, während Unterhaltung ganz kurz sehr populär ist und dann vergessen wird.
DMS Und an diesem Vorgang kann jeder teilhaben, das ist doch wunderbar.
MJ Gibt es einen Komponisten, bei dem diese Verbindung besonders stark ist?
JF Schostakowitsch zum Beispiel.
DMS Oder auch Schubert. Bei Brahms ist es ein bisschen komplizierter, weil er sehr streng mit
sich war und die Musik eine ganz eigenwillige Architektur hat. Trotzdem gibt es Momente von
unglaublicher Schönheit, die mich zu Tränen rühren.
MJ Wie schaffen Sie es, auf eine Bühne hinauszutreten und ein Konzert vor 2.000 Menschen zu spielen, wenn Sie verzweifelt sind? Weil Sie vielleicht Probleme in der Beziehung haben oder ein naher Mensch verstorben ist?
DMS Genau in solchen Situationen tröstet mich die Musik, weil man mit etwas Göttlichem, Spirituellem
in Verbindung treten kann. Ich weiß, das klingt pathetisch, und doch empfinde ich es so, man erreicht einen inneren Zustand, ein Bewusstsein, das ich im Alltag in dieser Form nicht finden kann.
JF Es erfordert schon Disziplin, man muss ja erst mal wohin reisen, vielleicht umsteigen, in ein Hotel einchecken, proben und so weiter, aber sobald man auf der Bühne steht und spielt, ist das ein Trost, ja, so empfinde ich es auch.MJ Und wenn man dann eine besonders heitere oder überschwängliche Musik spielen soll?
DMS Darüber denke ich nicht nach. Ich bin einfach nur fokussiert und versuche, mir meinen Weg heraus aus dem dunklen inneren Tunnel zu bahnen. Wenn man es schafft, sich von der Kraft der Musik tragen zu lassen, fühlt man sich unendlich viel stärker danach. Musik kann eine unglaubliche Lebenshilfe sein.
MJ Wie verletzlich sind eigentlich Ihre Instrumente?
JF Wie meinen Sie das?
MJ Es gibt inzwischen Akupunktur für Geigen.
JF Okay, das ist ein Thema für dich, Daniel.
MJ Weil Sie eher ein pragmatisches Verhältnis zu Ihrer Geige haben?
JF Ja.
MJ Aber Sie haben doch mal gesagt, dass Sie gern mit Ihrer Geige verheiratet sind und keine Affären mit anderen nötig haben.
JF Oje, das hängt mir immer noch nach.
DMS Naja, du liebst deine Geige schon sehr, Julia.
JF Okay, ich liebe sie, aber ich horche nicht jeden Tag nach, wie es ihr geht.
DMS Ich mache das schon. Für mich ist das Cello wie ein Familienmitglied.
JF Stimmt, ich bin im Jahr so oft beim Geigenbauer wie du beim Cellobauer in einem Monat.
DMS Das stimmt wohl, ich war tatsächlich erst gestern wieder da. Mich fasziniert dieser unglaubliche
Facettenreichtum, den ein Instrument haben kann. Ich habe mein Cello seit elf Jahren, und es ist heute ein völlig anderes Instrument als damals. Es ist fast 300 Jahre alt und jeder, der es gespielt hat, hat seinen Charakter, sein Gefühl und seine Lebenskraft in dieses Holz einfließen lassen. Jeder hat es geprägt und
beeinflusst und verändert. Und jetzt liegt es an mir, meine Spuren zu hinterlassen.
MJ Das klingt nach einem metaphysischen, fast mystischen Vorgang.
JF Das ist nicht metaphysisch, sondern eine Tatsache. Holz ist ein lebendiges Material, deswegen klingen
alte Instrumente, die viele Erfahrungen gemacht haben, anders als neue, die diese Erfahrungen nicht gemacht haben. Ich spüre sofort, wenn jemand anderes meine Geige gespielt hat, und wenn es nur
drei Töne sind. Ich weiß noch, wie ich mal von der Schule nach Hause kam, meine Geige nahm und nach
fünf Sekunden merkte, da stimmt was nicht. Ich war erst zwölf Jahre alt, aber es stimmte: Ein Kollege meiner Mutter war zu Besuch gewesen und hatte sie kurz ausprobiert.
MJ Sie haben im Gegensatz zu fast allen Geigerinnen und Geigern keinen Geigerfleck am Hals. Warum?
JF Ach, das liegt an meiner Haut, da habe ich einfach Glück gehabt, ich spiele auch sehr unverkrampft, sehr locker.
MJ Gehören Ihnen Ihre Instrumente eigentlich?
DMS Ja, ich wollte mich nie auf eine Stiftung verlassen, die von heute auf morgen sagen kann: „So, das war´s, vielen Dank, das Cello geht an jemand anderen.“ Ich kenne Musiker, die das erlebt haben und vollkommen verzweifelt waren.
MJ Eine teure Angelegenheit, wenn man weiß, wie astronomisch hoch die Summen für alte Instrumente sein können.
JF Wir haben beide unsere Honorare der ersten Jahre gespart und standen dann vor der Entscheidung:
Instrument oder Haus. Wir haben uns beide für das Instrument entschieden.
MJ Wie viele Konzerte spielen Sie im Jahr?
JF Seitdem ich Mutter bin, ungefähr 50.
DMS Bei mir sind es zwischen 80 und 100.
MJ Auch Sportler und Unternehmensberater sind viel unterwegs, aber kaum jemand hat diesen Reisestress und muss sofort vor fremden Menschen seine Seele auf den Tisch legen. Wie gehen Sie damit um?
DMS Das beste Rezept gegen Jetlag ist, wenn man sofort nach dem Flug in den Konzertsaal fährt und anfängt zu proben. Gleich loslegen, nicht zu viel nachdenken.

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Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem dortigen Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich sehr rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra National de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York und 2005 an der Oper Frankfurt. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa (Inszenierung: Barbara Frey). In Frankfurt interpretierte er Pfitzners Palestrina (Inszenierung: Harry Kupfer) und Puccinis Tosca (Inszenierung: Andreas Kriegenburg). Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.


Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehaben wird. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne SchattenLa clemenza di TitoDie Soldaten, Lucia di LammermoorLulu, Die Meistersinger von Nürnberg, Lady Macbeth von Mzensk und Tannhäuser geleitet, im Januar 2016 erarbeitete er die Uraufführung von Miroslav Srnkas South Pole.

 

Kirill Petrenko wurde im Juni 2015 zum zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt; diese Position wird er im Herbst 2019 antreten. In der Spielzeit 2017/18 leitet Kirill Petrenko die Neuinszenierungen von Il trittico und Parisfal. Außerdem dirigiert er die Wiederaufnahme von Der Rosenkavalier, drei komplette Ring-Zyklen, sowie drei Akademiekonzerte.

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