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„Was folgt …“ – Vortrag und Konzert: „Verbrechen, Strafe und ihre Folgen“

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Vortrag
Prof. Dr. Hans-Jörg Albrecht
Direktor am Max-Planck-Institutfür ausländisches und internationales Strafrecht, Freiburg

Saxophon Hugo Siegmeth

Laute Axel Wolf

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ZUM VORTRAG

Strafrechtliche Sanktionen verfügen über ein einzigartiges Potenzial. Sie fügen Schmerzen zu, sind Ausdruck des Gewaltmonopols des Staates und dienen als Regulativ in der Moralökonomie von Gesellschaften. Strafen enthalten Botschaften an Täter, Opfer und Gesellschaft, die Werte und Zugehörigkeit betreffen. Strafen antworten auf durch Verbrechen ausgelöste Gefühle der Angst, der Wut, der Unsicherheit und Forderungen nach Vergeltung und Sicherheit. Strafen können allerdings nicht nur soziale Beruhigung und Befriedung, sondern auch unerwünschte Folgen nach sich ziehen, wenn sie als unverhältnismäßig oder ungerecht wahrgenommen werden, wenn sie ein Übermaß an Stigmatisierung und sozialem Ausschluss mit sich bringen oder in Gefängnissen ein Umfeld anbieten, in dem kriminelle Karrieren oder Radikalisierung Nahrung finden. In Europa lassen sich die Probleme der Herstellung einer Balance zwischen erwünschten und unerwünschten Folgen in Debatten darüber beobachten, ob lebenslange Freiheitsstrafe tatsächlich lebenslang sein darf, unter welchen Bedingungen Sicherheitsüberlegungen eine dauerhafte Unterbringung in Sicherungsverwahrung oder Psychiatrie rechtfertigen und inwieweit Alternativen wie Geldstrafe, gemeinnützige Arbeit oder elektronische Kontrolle das Gefängnis ersetzen sollen.

 

Hans-Jörg Albrecht, Professor Dr. Dr. h.c. Dr. h.c., geboren 1950, ist seit 1997 Direktor des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg. Sein Studium der Rechtswissenschaften absolvierte er in Tübingen und Freiburg, Promotion und Habilitation folgten in Freiburg. Seit 1992 lehrt er an den Universitäten Konstanz und Dresden. Seine Forschungsschwerpunkte sind besondere Ermittlungsmaßnahmen, das Jugendstrafrecht, strafrechtliche Sanktionen und Strafzumessung sowie Fragestellungen zu organisierter Kriminalität und zum internationalen Terrorismus.

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