Infos

Montag, 29. Juni 2020
19.30 Uhr
Nationaltheater

Preise K

Diese Vorstellung wird im Rahmen von Staatsoper.TV live im Internet übertragen.

zur Stücknavigation

Besetzung

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko

Solist
Jonas Kaufmann
  • Bayerisches Staatsorchester

Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters

zur Stücknavigation

Mehr dazu

Die Reihe der Montagskonzerte – und damit auch die Spielzeit 2019/20 – endet mit einem Abend unter der musikalischen Leitung von Kirill Petrenko, mit dem Bayerischen Staatsorchester und seiner Orchesterakademie sowie Jonas Kaufmann als Solisten. Der Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper dirigiert ein beziehungsreiches Programm mit vier Werken, die entweder für eine Kammerensemble-Besetzung eingerichtet oder aber, selbst als Anverwandlung von älteren Stücken und Stilen, dezidiert für ein Kammerorchester geschrieben wurden.

Arnold Schönbergs Kammersymphonie ist – in des Komponisten eigenen Worten – ein Wendepunkt seines Schaffens und gleichzeitig ein Höhepunkt seiner ersten Stilperiode; gespielt wird es von der Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters. In seinem neoklassizistischen Pulcinella-Ballett setzt sich Igor Strawinsky die Maske der Commedia dell’arte auf, die er bisweilen mit angeschärften Klängen schelmisch lüpft; die Orchestrierung von Gustav Mahlers liebesschmerzgesättigten Liedern eines fahrenden Gesellen hat Schönberg für eine Aufführung mit Kammerensemble verdichtet; und Richard Strauss lässt in seiner farbenfrohen Schauspielmusik zu Hugo von Hofmannsthals Bearbeitung von Molières und Jean-Baptiste Lullys satirischer Ballettkomödie Le bourgeois gentilhomme (Der Bürger als Edelmann) die Welt der französischen Klassik wieder aufleben und zitiert neben der Musik von Lully auch Komponisten anderer Epochen, darunter Richard Wagner und nicht zuletzt sich selbst.

Arnold Schönberg
Kammersymphonie Nr. 1 op. 9 für 15 Soloinstrumente
     Langsam – Sehr rasch – Sehr langsam – Schwungvoll – Hauptzeitmaß

Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters
Einstudierung Allan Bergius

Igor Strawinsky
Suite aus dem Ballett Pulcinella für Orchester
     1. Sinfonia (Ouvertüre)
     2. Serenata
     3. Scherzino. Allegro. Andantino
     4. Tarantella
     5. Toccata
     6. Gavotta con due Variazioni
     7. Vivo
     8. Minuetto. Finale

Gustav Mahler
Lieder eines fahrenden Gesellen Nr. 1 - 4
(in der Bearbeitung von Arnold Schönberg)
     1. Wenn mein Schatz Hochzeit macht
     2. Ging heut' Morgen übers Feld
     3. Ich hab' ein glühend Messer
     4. Die zwei blauen Augen von meinem Schatz

Richard Strauss
Orchestersuite aus der Musik zum Bürger als Edelmann des Molière Op.60
     1. Ouvertüre zum I. Aufzug (Jourdain - der Bürger)
     2. Menuett
     3. Der Fechtmeister
     4. Auftritt und Tanz der Schneider
     5. Das Menuett des Lully
     6. Courante
     7. Auftritt des Cleonte, nach Lully (Entry of Cléonte, after Lully)
     8. Vorspiel zum II. Aufzug (Intermezzo, Dorantes und Dorimene - Graf und Marquise)
     9. Das Diner, Tafelmusik und Tanz des Küchenjungen

Jonas Kaufmann, Tenor
Kirill Petrenko, Musikalische Leitung

Bayerisches Staatsorchester

 

zur Stücknavigation

Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem Omsker Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra national de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa. In Frankfurt interpretierte er Mussorgskys Chowanschtschina, Pfitzners Palestrina und Puccinis Tosca. Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.

Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehatte. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne Schatten, La clemenza di Tito, Die Soldaten, Lucia di Lammermoor, Lulu, Die Meistersinger von Nürnberg, Lady Macbeth von Mzensk, Tannhäuser, Il trittico, Parsifal, Otello, Salome und Die tote Stadt geleitet und im Repertoire unter anderem Richard Wagners Der Ring des Nibelungen. Im Januar 2016 erarbeitete Kirill Petrenko die Uraufführung von Miroslav Srnkas South Pole.

Seit 2019 ist Kirill Petrenko Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. In der Spielzeit 2020-2021 leitet er zur Eröffnung der Münchner Opernfestspiele Richard Wagners Tristan und Isolde, die Wiederaufnahmen von Salome und Die Meistersinger von Nürnberg sowie das 4. Akademiekonzert. (Stand: 2020)

zur Stücknavigation