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Als „Akademien“ wurden schon im 18. und 19. Jahrhundert (oft privat organisierte) Konzerte bezeichnet. Der Münchner Verein „Musikalische Akademie e.V.“ wurde 1811 aus der Mitte des damaligen Hofopernorchesters gegründet. Die Musiker wollten in München endlich eine professionelle Konzertreihe etablieren. Tatsächlich war es die erste symphonische Konzertreihe in dieser Stadt. Mittlerweile sind unter dem Dach dieses Vereins nicht nur die Symphoniekonzerte, sprich die Akademiekonzerte des Bayerischen Staatsorchesters gebündelt, sondern auch viele Aktivitäten, die man landläufig eher als „akademisch“ auffasst: das Jugendorchester ATTACCA beispielsweise oder die Orchesterakademie zur Ausbildung von Instrumentalisten am Beginn ihres Berufslebens. Auch die Organisation von Tourneen wie dieser obliegt dem Verein der Musikalischen Akademie.

Dienstag, 21. November 2017
20.00 Uhr
Nationaltheater

Dauer: 20.00 – ca. 22.00 Uhr, eine Pause

Konzerteinführung: 19.15 Uhr · Junges Publikum

Preise E, € 53 /46 /40 /- /- /- /8 /5

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Besetzung

Musikalische Leitung
Cristian Măcelaru

Solist
Francesco Piemontesi
  • Bayerisches Staatsorchester
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Programm

Zoltán Kodály

Konzert für Orchester

Franz Liszt
Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur

Belá Bartók
Der holzgeschnitzte Prinz op. 13
Große Suite

 

Von außen betrachtet erscheint es so, als würden manche Künstler wie aus dem Nichts in die Prominenz katapultiert: die sprichwörtlichen Senkrechtstarter. Bei Musikern geht das meist über das „Einspringen“ für einen berühmten Kollegen – von Null auf Hundert, ab ins kalte Wasser, und auf einmal steht man im Rampenlicht. Für Cristian Măcelaru war dieser Moment gekommen, als er 2012 beim Chicago Symphony Orchestra eine Konzertserie für Pierre Boulez übernahm. In Europa kannten zu diesem Zeitpunkt wohl kaum mehr als eine Handvoll Insider seinen Namen. Immerhin, die Geigerin Anne-Sophie Mutter hat ihn schon bald darauf nachdrücklich als „Hochbegabten“ empfohlen. Und dort, wo der aus Rumänien stammende und mit 17 Jahren in die USA übergesiedelte Dirigent vorwiegend tätig war und auch noch ist, in Miami, Houston und Philadelphia, da hat sich sein Weg schon länger abgezeichnet. Als Geiger war er Konzertmeister in mehreren Orchestern, das Rüstzeug zum Dirigieren hat er in Meisterkursen bei David Zinman, Rafael Frühbeck de Burgos, Oliver Knussen und Stefan Asbury erworben. Nun zählt er mit Mitte 30 zu den größten Talenten seiner Zunft. Mit dem phänomenalen Schweizer Pianisten Francesco Piemontesi (auch er schon weit mehr als ein Geheimtipp) gestaltet Cristian Măcelaru ein Programm, das aus dem ungarischen Kulturraum heraus die europäische Idee zu Klang werden lässt: Drei Komponisten – Zoltán Kodály, Franz Liszt und Béla Bartók –, die aus der Musik verschiedener Volksgruppen ihrer Heimat eine neue, nationenübergreifende Kunst geschaffen haben. Béla Bartók hat es seinem Freund Octavio Beu gegenüber so ausgedrückt: „Meine eigentliche Idee aber, deren ich – seit ich mich als Komponist gefunden habe – vollkommen bewusst bin, ist – die Verbrüderung der Völker, eine Verbrüderung trotz allem Krieg und Hader. Dieser Idee versuche ich – soweit es meine Kräfte gestatten – in meiner Musik zu dienen.“

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Biografien

Cristian Măcelaru war Konzertmeister des Miami Symphony Orchestra und Geiger im Houston Symphony Orchestra, bevor er 2010 mit Puccinis Madama Butterfly an der Houston Grand Opera sein Operndebüt als Dirigent feierte. Bei den Musikfestivals in Tanglewood und Aspen besuchte er Meisterkurse u. a. bei David Zinman, Rafael Frühbeck de Burgos, Oliver Knussen und Stefan Asbury. 2011 wurde er Assistant Conductor des Philadelphia Orchestra, ein Jahr später dessen Associate Conductor; seit 2013 leitet er dort als ständiger Gastdirigent eine eigene Abonnementreihe. Aufmerksamkeit erregte er 2012, als er beim Chicago Symphony Orchestra für Pierre Boulez einsprang. Er steht am Pult vieler renommierter amerikanischer Orchester, darunter das Los Angeles Philharmonic Orchestra, das National Symphony Orchestra in Washington und das New York Philharmonic Orchestra. Auch bei dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Rotterdams Philharmonisch Orkest, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, der Staatskapelle Dresden und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks gastierte er bereits. 2015 debütierte er mit dem Danish National Symphony Orchestra und Anne-Sophie Mutter in der New Yorker Carnegie Hall. Seit Beginn seiner Karriere engagiert er sich außerdem für die Ausbildung des künstlerischen Nachwuchses. Er wurde 2012 mit dem Sir Georg Solti Emerging Conductor Award und 2014 mit dem Sir Georg Solti Conducting Award geehrt. (Stand: 2017)

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