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Komische Oper in drei Akten (fünf Bildern)

Komponist Benjamin Britten · Libretto nach einer Novelle von Guy de Maupassant, frei gestaltet von Eric Crozier
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln | Neuproduktion

Freitag, 11. Juli 2003
19.00 Uhr – 22.00 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 3 Stunden · 1 Pause zwischen 1. Akt und 2. + 3. Akt (ca. 19.55 - 20.15 Uhr)

Premiere am 05. April 2016

  • Ausstattungspartner der Bayerischen Staatsoper

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Besetzung

Musikalische Leitung
Marcello Viotti
Inszenierung
Robert Carsen
Bühne
Richard Hudson
Kostüme
Richard Hudson
Licht
Wolfgang Göbbel
Chöre
Andrés Máspero

Lord Enrico Ashton
Paolo Gavanelli
Lucia Ashton
Edita Gruberova
Sir Edgardo di Ravenswood
Marcelo Alvarez
Lord Arturo Buklaw
Francesco Petrozzi
Raimondo Bide-the-Bent
Roberto Scandiuzzi
Alisa
Helena Jungwirth
Normanno
Manolito Mario Franz
  • Bayerisches Staatsorchester

Opernstudio der Bayerischen Staatsoper

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Medien

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Erster Akt

Der Verfall der Sitten grassiert in Loxford – das meinen zumindest Lady Billows und ihre Haushälterin Florence. Um dem entgegenzuwirken, hat Lady Billows die Schulrektorin Miss Wordsworth, den Pfarrer Mr. Gedge, den Polizeichef Mr. Budd und den Bürgermeister Mr. Upfold zu einer Besprechung zu sich rufen lassen. Gemeinsam mit den Honoratioren möchte sie die lang vergessene Wahl der Maikönigin wieder aufleben lassen, die der Gemeinde als Vorbild für Anstand und Tugend diene. Doch stellt sich schnell heraus, dass keine der jungen Damen den strengen Ansprüchen der Lady und Florence genügen. Da schlägt der Polizeichef vor, anstelle einer Maikönigin den braven Albert Herring zu küren, der gewissenhaft im Gemüseladen seiner Mutter arbeite. Nachdem der Pfarrer den Vorschlag bekräftigt und betont, dass es einzig auf die moralische Unbescholtenheit ankomme, wird auch Lady Billows überzeugt.
Emmy, Cis und Harry spielen und stören Albert bei seiner Arbeit. In einem unbeobachteten Moment stecken die drei einige Äpfel ein, werden aber vom Metzgereigehilfen Sid erwischt und verjagt. Sid genießt es, den schwer schuftenden Albert zu ärgern, der noch immer unter dem Pantoffel seiner Mutter steht. Als Sids heimliche Freundin Nancy sich mit diesem verabreden will, ist der Gemüsejunge schnell vergessen.
Für Albert und seine Mutter völlig überraschend kündigt Florence den Besuch von Lady Billows samt ihrem Gefolge an. Stolz verkünden Lady Billows und die Honoratioren die Wahl Alberts zum Maikönig. Obwohl dieser mehr als widerwillig die Entscheidung der Wahl zur Kenntnis nimmt und den Preis ablehnen will, drängt ihn seine Mutter zur Annahme – nicht zuletzt aufgrund des Preisgeldes von 25 Pfund.

Zweiter Akt

Am Tag des Maifestes bereitet Nancy das Mahl für die Festtafel vor, während Florence ungeduldig und mit allerlei Kleinkram beschäftigt mit ihr auf Sid wartet, der sich verspätet. Sid erzählt Nancy vom Gottesdienst, in dem Albert recht missmutig dreingeschaut habe, während der Pfarrer über Moral predigte. Zudem plant er, Albert einen Streich zu spielen, indem er dessen Limonade mit Rum versetzt.
Miss Wordsworth probt mit den Kindern das Lied, das sie eigens für die Feierlichkeit komponiert hat. Als der Gottesdienst endet, muss sie die Probe abbrechen, da die Gäste jeden Moment eintreffen können. Nancy und Sid mischen schnell den Alkohol in Alberts Becher.
Die Honoratioren halten ihre Lobreden auf die vorbildhafte Unbescholtenheit Albert Herrings. Als dieser jedoch zu einer Danksagung genötigt wird, versagen seine Nerven vollends. Er ruft noch schnell ein dreifaches Hoch auf Lady Billows aus und trinkt seine gepanschte Limonade. Gegeneinen plötzlichen Schluckauf Alberts verabreicht ihm Sid schließlich noch mehr Alkohol.
Fröhlich, doch vollkommen betrunken erreicht Albert später am Abend den Laden seiner Mutter, die noch eine Verwandte besuchen gegangen ist. In ihm klingen noch die Eindrücke des Festes nach. Da entdeckt er Nancy und Sid, die sich heimlich treffen. Während sie sich zu einem nächtlichen Stelldichein verabreden, muss Albert mitanhören, dass Sid in ihm, dem angeblichen Musterknaben nur eine Witzfigur sieht. Daraufhin beschließt Albert, einen Münzwurf entscheiden zu lassen, ob er sein Leben noch heute Nacht ändern solle oder nicht. Der Münzwurf ist eindeutig. Ohne ein klares Ziel macht er sich auf und davon. Seine Mutter wähnt ihren guten Jungen jedoch schon im Bett.

Dritter Akt

Der ganze Ort ist in heller Aufregung: Albert wird vermisst. Selbst Nancy macht Sid in ihrer Sorge um Albert große Vorwürfe. Während die Gemeinde einschließlich Lady Billows der aufgelösten Mrs. Herring beisteht, kommt der Polizeiinspektor mit einem Suchtrupp wieder. Man hat Alberts Maikranz zerdrückt und schmutzig am Straßenrand gefunden. Daraufhin sind alle der festen Überzeugung, dass Albert bei einem Unfall ums Leben gekommen sein muss. Während sie den Tod des Jungen beklagen, kehrt dieser unversehens von seiner Tour zurück. Verlottert und verdreckt eröffnet Albert den Versammelten, dass er mit einem gestohlenen Fahrrad in den Nachbarort gefahren ist, um mithilfe seines Preisgeldes das gesamte Sündenregister durchzuprobieren. Empört wenden sich Mrs. Herring und alle Honoratioren von ihrem Maikönig ab.
Nur die drei Kinder sowie Nancy, Sid und Albert sind froh, dass das Spektakel um den Maikönig ein Ende hat.

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Biografien

Robert Carsen, geboren in Kanada, absolvierte eine Ausbildung als Schauspieler an der York University in Toronto und an der Bristol Old Vic Theatre School. Sein Debüt als Regisseur gab er an der Glyndebourne Festival Opera, es folgten zahlreiche Inszenierungen für das Sprech- und Musiktheater. Als Opernregisseur arbeitete er u. a. für die Opéra national de Paris, das Teatro alla Scala in Mailand, die Metropolitan Opera in New York, das Royal Opera House Covent Garden in London, die Wiener Staatsoper, die Oper Köln, die Nederlandse Opera Amsterdam, Opéra national du Rhin in Straßburg, das Teatro La Fenice in Venedig, das Opernhaus Zürich, das Bolschoi Theater in Moskau, das Maggio Musicale Fiorentino sowie für die Festspiele von Aix-en-Provence und Salzburg. Von der französischen Regierung wurde er zum Chevalier des Arts et des Lettres ernannt. (Stand: 2017)

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