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Tragédie-opéra in drei Akten (1767 / 1776, Pariser Fassung)

Komponist Christoph Willibald Gluck · Libretto von Marius-François-Louis Gand Lebland, Bailli Du Roullet nach Ranieri de’ Calzabigi
In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln | Neuproduktion

Münchner Opernfestspiele
Donnerstag, 18. Juli 2019
19.00 Uhr – 22.00 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 3 Stunden · 1. + 2. Akt (ca. 19.00 - 20.45 Uhr) · Pause (ca. 20.45 - 21.20 Uhr) · 3. Akt (ca. 21.20 - 22.00 Uhr)

Einführung: 18.00 Uhr · Junges Publikum

Freier Verkauf

Premiere am 26. Mai 2019

#BSOalceste

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Besetzung

Musikalische Leitung
Antonello Manacorda
Regie, Choreographie
Sidi Larbi Cherkaoui
Regie Mitarbeit
Marcos Darbyshire
Choreographische Assistenz
Václav Kuneš
Bühne
Henrik Ahr
Kostüme
Jan-Jan Van Essche
Licht
Michael Bauer
Chor
Sören Eckhoff
Dramaturgie
Benedikt Stampfli

Admète
Charles Castronovo
Alceste
Dorothea Röschmann
Ein Oberpriester des Apollon
Michael Nagy
Évandre
Manuel Günther
Ein Waffenherold
Sean Michael Plumb
Hercule
Michael Nagy
Coryphée(s)
Noa Beinart, Anna El-Khashem, Frederic Jost, Caspar Singh
Apollon
Sean Michael Plumb
Das Orakel
Callum Thorpe
Ein Gott der Unterwelt
Callum Thorpe
Tänzerinnen
Nicola Leahey, Josepha „Princess“ Madoki, Acacia Schachte, Qing Wang, Ema Yuasa
Tänzer
Shawn Fitzgerald Ahern, Kazutomi “Tsuki” Kozuki, Morgan Lugo, Robert "Robbie" Moore, Mohamed Toukabri, Jonas Vandekerckhove, Pol Van den Broek, Patrick Williams "Twoface" Seebacher
Ballett
Tänzer der Compagnie Eastman, Antwerpen
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper

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Die Titelfigur in Christoph Willibald Glucks Oper Alceste zeigt eine fast übermenschliche Willenskraft: Um das Leben ihres Mannes zu retten, opfert sich Alceste selbst. Dass Gluck seinen Zeitgenossen nicht nur in den Themen, die er in seinen Opern verarbeitet, voraus war, sondern auch in der musikalischen Gestaltung, zeigen die kompositorischen Reformierungen in seinen dramatischen Werken: Die Rezitative der Sänger werden nicht mehr nur vom Cembalo, sondern auch von Streichern begleitet. Farbiger und instrumental abwechslungsreicher wird so eine neue Verbindung zwischen Musik und Text geschaffen. Im Burgtheater in Wien, wo die Uraufführung stattfand, wurde das Werk auf Italienisch gesungen. Als er es 1776 für Paris umarbeitete, wechselte er nicht nur die Sprache, sondern gestaltete etliche Szenen neu und legte den Fokus auf die Geschichte des Herrscherpaars. Sidi Larbi Cherkaoui, der bei den Münchner Opernfestspielen 2016 Rameaus Les Indes galantes inszeniert hat, setzt in seiner Interpretation einen Schwerpunkt auf die Verbindung von Tanz und Gesang: „Wenn ich Opernsänger singen sehe, fühle ich, dass sie tanzen.“

 

Erster Akt
Das Volk trauert um seinen König Admète: Der geliebte Herrscher liegt im Sterben. Ein Waffenherold verkündet, dass ihn keine menschliche Kunst mehr retten könne. Évandre, ein Vertrauter des Königs, meldet die Ankunft der Königin Alceste mit ihren Kindern. Sie ruft die Wohltaten des Herrschers für sein Volk und seine Familie in Erinnerung. Nun fürchtet sie um die Zukunft der Kinder und des ganzen Landes. Sie fleht die Götter um Beistand an. Mit Opfergaben will sie um deren Gunst und Gnade bitten. Der Oberpriester des Apollon beschwört die Götter, dem trauernden Volk seinen Herrscher wiederzugeben, als ihn eine göttliche Präsenz durchfährt. Das Orakel spricht: Admète wird noch am selben Tage sterben, es sei denn, jemand anderer wäre bereit, anstelle des Königs in den Tod zu gehen. Es herrscht Schweigen. Als der Oberpriester fragt, wer bereit sei, sich für den König zu opfern, flieht die Menge entsetzt. Alceste bleibt zurück und fasst den Entschluss, für ihren Gemahl zu sterben. Den Dienst, den aus Freundschaft und Dankbarkeit niemand zu erweisen bereit ist, kann nur die Liebe leisten. Der Oberpriester verkündet, dass Alceste bereits in der Unterwelt erwartet werde. Für einen Moment beklagt sie das Schicksal ihrer Kinder. Von ihrer Liebe bestärkt appelliert sie dann an die Götter, die Weissagung zu erfüllen, und weiht sich dem Tod.

Zweiter Akt
Im Volk bricht Jubel aus. Wie durch ein Wunder ist Admète dem Tod entronnen. Die versammelten Untertanen preisen ihren Herrscher und loben die Götter für ihre Güte. Der König kommt herbei und empfängt die Huldigungen der Menge. Trunken vor Freude kann er die Umstände nicht begreifen. Évandre eröffnet ihm den Ausspruch des Orakels und beschreibt, wie sich ein unbekannter Held für ihn geopfert habe. Admète schaudert über die Grausamkeit der Götter, doch die Freude des Volks überwältigt ihn. Unter Jubel und Glückwünschen treffen Admète und Alceste sich wieder. Doch Alceste kann ihren Kummer vor ihrem Gatten nicht verbergen. Während er auf sie eindringt, enthüllt sie zögerlich, was noch niemand weiß: Die Heldin, die ihr Leben für den König hingegeben hat, ist sie selbst. Das Volk nimmt das neue Leid des Königs mit Entsetzen auf. Admète wirft Alceste vor, mit ihrem Selbstopfer ihre Liebe zu ihm zu verraten. Lieber wolle er selbst sterben, als ohne Alceste leben zu müssen. Ihrem Gatten zum Trotz bekräftigt Alceste ihre Entscheidung: Für Admètes Leben ist sie bereit zu sterben.

Dritter Akt
Während Évandre die aussichtslose Lage beweint, erscheint Hercule, um nach langer Wanderschaft bei seinem Freund Admète einzukehren. Évandre berichtet Hercule von dem schweren Schicksal des Königspaars: Alceste wird sterben und Admète ihren Tod nicht überleben. Der Halbgott erklärt sich sogleich bereit, die beiden zu retten. In der Zwischenzeit haben Alceste und Admète den Eingang zur Unterwelt erreicht. Jeder der beiden beharrt darauf, anstelle des anderen sterben zu wollen. Alceste mahnt an die Verantwortung des Königs gegenüber seinem Volk und seinen Kindern. Admète beteuert, sein Schmerz sei zu groß, und er könne nicht ertragen, dass man ihm ihren Tod vorwerfe. Schließlich melden sich die Götter der Unterwelt zu Wort: Einer der beiden muss sterben, Alceste soll bestimmen, wer. Sie erklärt sich dazu bereit. Unterdessen trifft Hercule ein. Er vertreibt die Götter der Unterwelt und holt Alceste ins Leben zurück. Da erscheint Apollon selbst und rühmt den Heldenmut Hercules; das Königspaar soll leben. Die wiedervereinte Familie huldigt Apollon, und das Volk jubelt.

Florian Holzapfel

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Biografien

Antonello Manacorda ist seit 2010 Chefdirigent der Kammerakademie Potsdam und war von 2011 bis 2018 in gleicher Position beim Het Gelders Orkest in Arnhem engagiert. Er dirigierte u. a. das hr-Sinfonieorchester, das BBC Philharmonic Orchestra, das Sydney Symphony Orchestra, das Orchestra della Svizzera Italiana, die Hamburger Symphoniker, die Staatskapelle Weimar, das Orchestre National du Capitole de Toulouse und das Gothenburg Symphony Orchestra. Zudem war er zu Gast bei den Festivals in Aldeburgh und Glyndebourne. Von 2003 bis 2006 war er künstlerischer Leiter der Kammermusik bei der Académie Européenne de Musique du Festival d’Aix en Provence. Gastengagements führten ihn u. a. an die Oper Frankfurt, das Théâtre La Monnaie, das Royal Opera House in Covent Garden, die Wiener Staatsoper und die Komische Oper Berlin. Er war langjähriger Konzertmeister und Gründungsmitglied des Mahler Chamber Orchestras.

 

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