Infos

Dramma di ambiente storico in vier Bildern

Komponist Umberto Giordano · Libretto von Luigi Illica
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Sonntag, 12. März 2017
19.00 Uhr – 21.40 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 40 Minuten · 1 Pause zwischen 1. + 2. Bild und 3. + 4. Bild (ca. 20.00 - 20.35 Uhr)

Freier Verkauf · Serie 44

Premiere am 12. März 2017

Die Premiere wird live auf BR-KLASSIK übertragen.

30 Minuten vor Vorstellungsbeginn live aus dem Foyer des Nationaltheaters:
Foyer, die Sendung zur Neuproduktion mit Gesprächen und Reportagen.

Download Besetzungszettel (PDF)
  • sponsored by

zur Stücknavigation

Termine & Karten

zur Stücknavigation

Besetzung

Musikalische Leitung
Omer Meir Wellber
Regie
Philipp Stölzl
Regiemitarbeit
Philipp M. Krenn
Bühne
Heike Vollmer, Philipp Stölzl
Kostüme
Anke Winckler
Licht
Michael Bauer
Dramaturgie
Benedikt Stampfli
Chor
Stellario Fagone

Andrea Chénier
Jonas Kaufmann
Carlo Gérard
Luca Salsi
Maddalena di Coigny
Anja Harteros
Bersi, Mulattin
J'Nai Bridges
Gräfin von Coigny
Doris Soffel
Madelon
Elena Zilio
Roucher
Andrea Borghini
Pierre Fléville
Nathaniel Webster
Fouquier-Tinville
Christian Rieger
Mathieu
Tim Kuypers
Der Abate
Ulrich Reß
Incroyable
Kevin Conners
Haushofmeister
Anatoli Sivko
Schmidt
Anatoli Sivko
Dumas
Kristof Klorek
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper

Besetzung für alle Termine

zur Stücknavigation

Mediathek

zur Stücknavigation

Mehr dazu

Das Revolutionstribunal hat Andrea Chénier zum Tode verurteilt, niemand kann sein Schicksal abwenden. Kurz vor der Hinrichtung bekommt Chénier Besuch von seiner Geliebten Maddalena, die sich entschieden hat, an der Seite des Poeten zu sterben. „Unser Tod ist der Triumph der Liebe“, versprechen sich die Liebenden mit ihren letzten Worten.
Die Französische Revolution, die zu Beginn vom Volk gefordert wird, entpuppt sich nach 1789 als eine Maschine des Terrors: Spione des Regimes verfolgen die Bürger, Schauprozesse dienen als Abschreckung und die Guillotine sorgt für die Vollstreckung der Urteile. Obschon der gesuchte Chénier aus Paris fliehen könnte, entscheidet er sich dagegen. Er will wissen, wer sich hinter den Briefen verbirgt, die ihm heimlich zugestellt werden. Hier, im Schatten der Schreckensherrschaft triumphiert die Liebe: Chénier und Maddalena finden sich, schwören sich ewige Liebe und sind sich treu bis zum letzten gemeinsamen Atemzug.

 

Die Handlung
1. Bild, in der Provinz im Schloss der Gräfin Coigny, 1789

Im Schloss der Coigny wird das sich zuspitzende Missverhältnis zwischen dem Adel und dem Dritten Stand bei den Vorbereitungen zu einem pompösen Fest deutlich: Der Diener Gérard ist angesichts des dekadenten Überflusses einerseits sowie seines greisen Vaters, der trotz Gebrechlichkeit und Schwäche arbeiten muss, andererseits, davon überzeugt, dass das Ende der Adelsherrschaft gekommen ist. Die anwesenden Gäste tauschen sich über die sich andeutenden gesellschaftlichen Umbrüche aus und werden anschließend durch den Vortrag von Schäferlyrik abgelenkt und erheitert. Auf dem Fest verweigert der junge Dichter Andrea Chénier zunächst, spontan ein Gedicht vorzutragen, was ihm als Unhöflichkeit ausgelegt wird. Angestachelt von Maddalena, der Tochter der Gräfin Coigny, hält Chénier schließlich ein als Gedicht getarntes Plädoyer für die von den Aristokraten zynisch verspottete Liebe und übt Kritik an der Erbarmungslosigkeit des Adels den unteren sozialen Ständen gegenüber. Die Anwesenden übergehen Chénier, woraufhin der Dichter das Fest verlässt. Lediglich zwei Personen stimmen ihm zu: Maddalena, die ihre Begeisterung Chénier gegenüber ausspricht, und Gérard, der das Geschehen im Hintergrund beobachtet hat. Letzterer platzt im Anschluss zusammen mit Bettlern und armen Leuten in die Feierlichkeiten, um den Adligen das von ihnen verursachte Leid vor Augen zu führen. Angewidert von dem Anblick des Elends schickt die Gräfin die Menge sofort wieder aus dem Haus und entlässt Gérard, damit das Fest ungestört fortgesetzt werdenkann.

2. Bild, Straße in Paris, 1794
In der Überwachung der Öffentlichkeit durch Robbespierres Spione zeigt sich deutlich die Misere der schlimmsten Monate der Französischen Revolution. Maddalenas Dienerin, die Mulattin Bersi, gerät an einen spionierenden Incroyable, der in ihr die Vertraute der von ihm gesuchten Maddalena erkennt und sie als verdächtige Person registriert. Chénier, der von der Richtung, die die Revolution eingeschlagen hat, enttäuscht ist, wird ebenfalls polizeilich gesucht und daher von seinem Freund Roucher dazu gedrängt, aus Paris zu fliehen. Der Dichter zögert jedoch, da eine innere Stimme ihm sagt, dass er endlich das erste Mal in der Realität Liebe erfahren könne: Eine Unbekannte hat ihm nämlich einen Brief geschrieben und er ist entschlossen, sie zu treffen. Bei der Begegnung mit der geheimnisvollen Frau offenbart sich diese als die hilfesuchende Maddalena. Sie berichtet Chénier von ihrer prekären Situation: Während der Revolution wurde ihre gesamte Familie ermordet und deren Schloss niedergebrannt. Besitzlos und als Adlige nach wie vor besonders gefährdet wendet sich Maddalena an den Dichter. Ihre Schutzlosigkeit spornt Chénier zu grenzenloser Hilfsbereitschaft an und entfacht in ihm das Feuer der Leidenschaft. Maddalena und Chénier schwören sich Liebe bis in den Tod. Plötzlich erscheint Gérard, der während der Revolution zum Vertrauten Robespierres wurde und vom Incroyable Maddalenas Aufenthaltsort erfahren hat. Seit seiner Zeit als Diener auf dem Schloss Coigny liebt er die junge Frau und hat die Spione darauf angesetzt, sie zu finden. Der Versuch Gérards, sich nun seiner ehemaligen Herrin zu bemächtigen, wird von Chénier vereitelt. Es kommt zum Duell zwischen den beiden Männern. Der verwundete Gérard erkennt seinen Bezwinger und fordert ihn auf zu fliehen. Den hinzueilenden Wachen verschweigt Gérard, dass es sich bei dem flüchtenden Mann um den gesuchten Chénier handelt.

3. Bild, vor dem Wohlfahrtsausschuss des Revolutionstribunals, 1794
Nach einem Appell Gérards an das Volk, in einer Zeit der Bedrohung Frankreichs durch andere Länder das letzte Hab und Gut sowie die eigenen Söhne dem Vaterland zu überlassen, spenden Bürgerinnen ihren Schmuck, und die alte Frau Madelon übergibt ihren Enkel, das letzte noch lebende Kind ihrer Familie, dem Wohlfahrtsausschuss als Soldaten. Gérard muss als Mitglied des Revolutionstribunals die Anklageschrift gegen den mittlerweile gefassten Chénier aufsetzen und beschuldigt ihn, seinen Sympathien für den Dichter zum Trotz, des Hochverrats. Maddalena sucht Gérard auf, der für die Rettung Chéniers von ihr fordert, sich ihm hinzugeben. Sie ist bereit, auf seine Bedingungen einzugehen. Von dieser Opferbereitschaft ergriffen, entschließt sich Gérard reumütig, sich mit ganzer Kraft für Chéniers Freilassung einzusetzen. Vor dem Tribunal akzeptieren jedoch weder dessen Mitglieder noch das Volk die Einwände und Selbstbezichtigungen des Anklägers. Chénier wird zusammen mit anderen zum Tod verurteilt.

4. Bild, im Gefängnis St. Lazare, 1794
Während Chénier dem Freund Roucher seine letzten Verse, einen Hymnus auf die Poesie, vorträgt, erreichen Gérard und Maddalena St. Lazare. Sie bestechen den Gefängnisaufseher Schmidt, damit Maddalena zu Chénier ins Gefängnis gelangen und den Platz einer zum Tod verurteilten Gefangenen einnehmen kann. Im Angesicht der Hinrichtung beschwören Chénier und Maddalena noch einmal ihre gegenseitige Liebe bis in den Tod.

Andrea Chénier: (K)eine Aufführungsgeschichte an der Bayerischen Staatsoper

Dem Werkakt „Andrea Chénier“, der im Bayerischen Hauptstaatsarchiv liegt, kann entnommen werden, dass die Bayerische Staatsoper das Werk mehrmals zur Aufführung bringen wollte. Lange Zeit sollte es dazu allerdings nicht kommen. Nachdem Andrea Chénier im Januar 1925 äußerst erfolgreich erstmals in Dresden gegeben worden war, versuchte die Theater-Agentur Norbert Salter aus Berlin, das Werk auch der Bayerischen Staatsoper schmackhaft zu machen. Vergebens – aus einem Brief ist zu schließen, dass den Münchnern das Werk zu „süsslich und veraltet“ erschien. Es gab weitere Anläufe, die aber ebenfalls erfolglos blieben. Erst 1939 interessierte man sich ernsthaft für Andrea Chénier, das Material wurde bestellt (Noten für Orchester und Chor, Klavierauszüge und Textbuch) und eine deutsche Übersetzung angefertigt. Obwohl einer Aufführung grundsätzlich nichts mehr im Wege stand, wurde der Aufführungstermin hinausgezögert. Intendant Clemens Krauss wollte das Werk selbst zur Aufführung bringen und plante dafür eine umfangreiche Ausstattung, die aber wohl an den während des Krieges beschränkten Mitteln scheiterte. Mit der Premiere am 12. März 2017 wird das Werk zum ersten Mal an der Bayerischen Staatsoper gezeigt.

Mit der Premiere am 12. März 2017 wird das Werk zum ersten Mal an der Bayerischen Staatsoper gezeigt.
(Die Münchner Erstaufführung fand jedoch am 14. Oktober 1975 am Staatstheater am Gärtnerplatz statt.)

Benedikt Stampfli

zur Stücknavigation

Biografien

Omer Meir Wellber, geboren in Israel, studierte an der Jerusalem Academy of Music and Dance. In den vergangenen Jahren dirigierte er u. a. beim Gewandhausorchester Leipzig, dem Orchestra Sinfonica della RAI Turino, dem Israel Philharmonic Orchestra, dem Pittsburgh Symphony Orchestra und dem London Philharmonic Orchestra, das er u. a. beim Glyndebourne Festival leitete. Außerdem ist er regelmäßiger Gastdirigent an der Semperoper Dresden, am Teatro La Fenice in Venedig und an der Israeli Opera in Tel Aviv. Von 2010 bis 2014 war er Music Director am Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia. Seit 2009 ist er Musikdirektor des Raanana Symphonette Orchestra. 2016 leitete er die Residency des Israel Philharmonic Orchestra während der Dresdner Musikfestspiele. Er ist Initiator des Education-Projekts Sarab – Strings of Change, welches jungen, benachteiligten Beduinen mit musikalischer Ausbildung neue Perspektiven eröffnen soll. An der Bayerischen Staatsoper übernahm er bisher Dirigate u. a. bei La traviata, Carmen und Mefistofele.

zur Stücknavigation

Shop

zur Stücknavigation