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Artifact II / The Exiles / Zugvögel

Choreographie William Forsythe / José Limón / Jiří Kylián · Komponist Johann Sebastian Bach / Arnold Schönberg / Dirk Haubrich / Maurice Ravel

Dienstag, 24. Februar 2015
19.30 Uhr – 22.20 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 50 Minuten · Artifact II (ca. 19.30 - 19.44 Uhr) · The Exiles (ca. 19.44 - 20.02 Uhr) · Pause (ca. 20.02 - 20.32 Uhr) · Zugvögel (ca. 20.32 - 21.57 Uhr)

Junges Publikum

Preise F , € - /53 /45 /35 /25 /16 /9 /6

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Besetzung

Artifact II

Choreographie, Bühne, Kostüme, Licht
William Forsythe
Musik
Johann Sebastian Bach

Pas de deux 1 Solistin
Séverine Ferrolier
Pas de deux 1 Solist
Cyril Pierre
Pas de deux 2 Solistin
Ekaterina Petina
Pas de deux 2 Solist
Javier Amo
Die Schlammfrau
Emma Barrowman

The Exiles

Choreographie
José Limón
Musik
Arnold Schönberg

Solistin
Stephanie Hancox
Solist
Matej Urban

Zugvögel

Künstlerische Gesamtleitung und Choreographie
Jiri Kylián
Musik
Dirk Haubrich
Bühne und Licht
Michael Simon
Kostüme
Yoshiki Hishinuma

  • Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts

Musik vom Tonträger

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Medien

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Ein Abend, der zwei wesentliche Kreationen der Gegenwart einem amerikanischen Klassiker der Moderne konfrontiert: Artifact II darf nicht missverstanden werden als Nachfolger von William Forsythes abendfüllendem Artifact, vielmehr bildet es den zweiten Teil seines in drei dramaturgisch selbständige Abschnitte untergliederten Hauptwerkes, das das Bayerische Staatsballett 2010 ins Repertoire nahm.

In einer reinen Tanzsequenz lösen sich zwei exquisite neoklassische Pas de deux aus den symmetrischen Linien der Gruppe heraus. Es entsteht ein Tanz von atemberaubender Schönheit. Unterbrochen durch das regelmäßige Herabstürzen der schwarzen Schalldecke fordert der Pas de deux unsere traditionelle Wahrnehmung von Ballett heraus. Die außergewöhnliche Interpretation der Chaconne von Johann Sebastian Bach durch Nathan Milstein katapultiert auch die Musik aus dem 17. Jahrhundert ins Hier und Jetzt. Als eines der wichtigsten Ballette im Werk William Forsythes ist Artifact II absolute Reduktion und Klarheit bei gleichzeitiger höchster Virtuosität.

The Exiles schmiegt sich als Premiere in den Abend ein. José Limóns 1950 uraufgeführtes Duett zu Schönbergs Kammersymphonie No. 2 ergänzt durch eine neue, abstraktere Farbe die Reihe der Limón-Choreographien im Repertoire des Staatsballetts.

Dazu Kyliáns Zugvögel. Beinahe eine self fulfilling prophecy, kehren sie immer wieder an den Ort ihrer Entstehung zurück, dieses Mal als maßgeblicher Teil des Tanzland Deutschland-Konzeptes. Die Wiederaufnahme konzentriert sich auf die 70-minütige von Jiřì Kylián in einer neuen Arbeitsphase – in der er sich dem experimentellen Film zuwandte - kreierte Choreographie, deren wesentliches Strukturelement ein surrealer Film ist. Kylián reflektiert in Zugvögel zusammen mit seiner Lebens- und Arbeitspartnerin Sabine Kupferberg die uneingeschränkte Hingabe des Künstlers an sein Werk. Dirk Haubrich schuf für Kyliáns Kreation ein weiteres Mal eine kongeniale Partitur.




 

 

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Biografien

Nach 30-jähriger künstlerischer Tätigkeit gilt William Forsythe weltweit als einer der renommiertesten Choreografen für zeitgenössisches Ballett. Forsythe hat die Praxis des Balletts aus ihrer Identifikation mit dem klassischen Repertoire gelöst und zu einer dynamischen Kunstform des 21. Jahrhunderts gemacht.

Aufgewachsen in New York, wo er auch den größten Teil seiner Ausbildung absolvierte, betrat Forsythe mit Anfang zwanzig als Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts die europäische Tanzszene und schuf darüber hinaus neue Werke für Ballettensembles in München, Den Haag, London, Basel, Berlin, Frankfurt, Paris, New York und San Francisco. 1984 begann seine 20-jährige Arbeit als Direktor des Ballett Frankfurt, mit dem er einige der herausragendsten Werke des zeitgenössischen Tanzes kreierte, etwa The Loss of Small Detail (1991) in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Thom Willems und dem Designer Issey Miyake. Weitere wichtige Arbeiten aus der Zeit des Ballett Frankfurt waren Gänge (1982), Artifact (1984), Impressing the Czar (1988), Limb's Theorem (1990), A L I E/N A(C)TION (1992), Eidos: Telos (1995), Endless House (1999) und Kammer/Kammer (2000). Forsythes Choreografien gewannen den begeisterten Zuspruch des Publikums und die wichtigsten Preise, die auf diesem Gebiet vergeben werden; u.a. Bessie (1988, 1998, 2004), Laurence Olivier Award (1992, 1999), Commandeur des Arts et Lettres (1999), das Bundesverdienstkreuz (1997), Wexner Prize (2002), Deutscher Tanzpreis (2004) und wurde mehrfach zum Choreografen des Jahres durch die Internationale Kritikerumfrage im Magazin Ballettanz gewählt.

Nach der Auflösung des Ballett Frankfurt im Jahr 2004 gründete Forsythe ein neues, unabhängigeres Ensemble - The Forsythe Company. Seine jüngsten Werke werden ausschließlich von dieser neuen Kompanie entwickelt und aufgeführt, während seine früheren Arbeiten einen zentralen Platz im Repertoire einiger wichtiger Ballettensembles der Welt einnehmen, wie z.B. dem des Bayerischen Staatsballetts, New York City Ballet, National Ballet of Canada, Royal Ballet Covent Garden und dem Ballett der Pariser Oper. The Forsythe Company hat ihre festen Spielstätten in Dresden und Frankfurt und eine weitere künstlerische Heimat im Schauspielhaus Zürich. Dort wird sie jedes Jahr präsent sein und darüber hinaus internationale Gastspiele geben.

Forsythes choreografisches Denken hat sich durch seine Auseinandersetzung mit den international richtungsweisenden Kunstströmungen der Gegenwart entwickelt und gleichzeitig zu ihnen beigetragen: Von Performance und Bildender Kunst bis zur Architektur und interaktiven Multimedia-Arbeiten. Sein Kurzfilm Solo wurde 1997 auf der Biennale des Whitney Museum gezeigt. Forsythe hat Architektur/Performance-Installationen als Auftragswerke für Daniel Libeskind in Deutschland, Artangel in London, Creative Time in New York und für die Stadt Paris entwickelt. 2006 wird die Pinakothek der Moderne in München unter dem Titel Proliferation and Perfect Disorder eine umfassende Ausstellung seiner Performance-, Film- und Installations-Arbeiten präsentieren.

Mit seiner richtungsweisenden und preisgekrönten CD-ROM Improvisation Technologies: A tool for the analytical dance eye, die in professionellen Kompanien, Tanzhochschulen, Universitäten, in der Postgraduierten-Ausbildung von Architekten und selbst in Schulen eingesetzt wird, erfand Forsythe 1994 die Vermittlung der Tanzimprovisation buchstäblich neu. Weltweit wird Forsythe als Lehrender regelmäßig eingeladen, an wichtigen Universitäten und kulturellen Einrichtungen Vorträge zu halten und Workshops zu leiten. Er war im Jahr 2002 der erste Mentor im Bereich Tanz nach der Gründung der Rolex Mentor and Protégé Arts Initiative und ist einer der Direktoren des Dance Apprentice Network Cross Europe (D.A.N.C.E.), für das er auch unterrichtet. Forsythe wurde 2001 mit der Ehrenmitgliedschaft des Laban Centre for Movement and Dance in London ausgezeichnet und ist seit 2004 Ehrendoktor der Juilliard School in New York.

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