Infos

Choreographie Simone Sandroni / Norbert Graf · Komponist Gavin Bryars

Freitag, 14. November 2014
20.30 Uhr – 21.30 Uhr
St. Michael

Dauer ca. 1 Stunden

€ 15,- / € 10,- (Schüler/Studenten)

Premiere am 14. November 2014

Download Besetzungszettel (PDF)
zur Stücknavigation

Besetzung

Musik
Gavin Bryars
Choreographie
Simone Sandroni

  • Ensemble des Bayerischen Staatsballetts II / Junior Company

The Gavin Bryars Ensemble

zur Stücknavigation

Medien

zur Stücknavigation

Mehr dazu

Die Wurzeln der Lauda oder Laude, sehr klarer, einfach strukturierter geistlicher Kompositionen, liegen im 13. Jahrhundert, in der Zeit Franz von Assisis. Der englische Komponist Gavin Bryars nannte sie anlässlich seines Konzerts in München 2014 humorvoll die "ersten Marketingmaßnahmen", wurden sie doch in Italien gern vor der Kirche gesungen, um die Gläubigen in die Gotteshäuser zu locken.

Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist die Lauda komplexer. Gavin Bryars erforschte diese Kompositionen viele Jahre und bearbeitete sie in seinem eigenen Minimal-Idiom für sein Quartett und eine Singstimme.

Anlässlich des Jubiläums der Rehabilitation des Jesuitenordens vor 200 Jahren tanzt das Bayerische Staatsballett II in der Kirche St. Michael zwei Kreationen von Simone Sandroni und Norbert Graf, die Gavin Bryars und sein Ensemble live begleitet.

"Die Jesuiten sind berufen, die frohe Botschaft vom Reich Gottes bis an die Ränder der Gesellschaft zu verkünden, den Gottfernen, der nicht versteht, was ihm fehlt, aus seiner Verlorenheit in die Einheit mit Gott zu führen. Gott hört den Menschen im Sehnen nach Versöhnung, wandelt dessen Begrenztheit in ein 'Leben in Fülle'."

 

mehr lesen

zur Stücknavigation

Biografien

Gavin Bryars stammt aus Goole, England. Die Vielseitigkeit seiner Arbeit, die Verbindung bildender Kunst mit multi-media Elementen, unkonventionelle Arbeitsmethoden und die kreative Zusammenarbeit mit anderen Komponisten zeichnen ihn als einen wichtigen Künstler des Übergangs zwischen dem 20. und 21. Jahrhundert aus. Durch die Zugänglichkeit seiner stets innovativen Kompositionen genießt er außerdem hohe Popularität - nicht nur in der Fachwelt. Gavin Bryars studierte Philosophie an der Universität von Sheffield und trat regelmäßig mit seinen Partnern Derek Bailey und Tony Oxley im Jazzimprovisationstrio Joseph Holbrooke auf. Ende der 1960er Jahre studierte er unter John Cage in den USA, bevor er eine Professur für schöne Künste am Portsmouth College of Art annahm. Hier komponierte er 1969 The Sinking of the Titanic – ein umfangreiches Werk, das das Drama des Untergangs der Titanic durch Hinzufügen von immer mehr Instrumenten und Klangvolumen spürbar machte. Sein zweites Stück, Jesus' Blood Never Failed Me Yet (1971), baut sowohl konzeptionell wie akustisch auf Gesangszeilen eines Obdachlosen auf.Die leicht schief gesungene Strophe aus dem gleichnamigen Hymnus wird in einer Endlosschleife wiederholt und zunehmend mit komplexen orchestralen Sätzen hinterlegt.William Forsythe choreographierte darauf sein geniales Ballett Quintet.Gavin Bryars war Mitbegründer der Portsmouth Sinfonia, in der enthusiastische Musikamateure neben erfahrenen Profis Konzerte spielten.

1981 gründete er das Gavin Bryars Ensemble, schrieb 1984 eine Version von Medea für die Opéra de Lyon sowie 1988 sein erstes Auftragswerk für das berühmte Hilliard Ensemble, mit dem er künstlerisch eng verbunden blieb. Er leistete außerdem einen musikalischen Beitrag zur Eröffnung der Tate Galery Liverpool. Weitere Auftragswerke für das BBC Symphony Orchestra (The War in Heaven, 1993) und die English National Opera (Doctor Ox's Experiment, 1998) folgten.

Merce Cunningham begleitete Bryars ab 1999 mit seinem Ensemble auf alle Gastspielorte, um BIPED live zu spielen.

zur Stücknavigation