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Choreographie John Neumeier · Komponist Peter I. Tschaikowsky

Freitag, 14. Dezember 2018
19.30 Uhr – 22.00 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 30 Minuten · 1. Akt (ca. 19.30 - 20.25 Uhr) · Pause (ca. 20.25 - 20.55 Uhr) · 2. Akt (ca. 20.55 - 21.50 Uhr)

Freier Verkauf · Serie 42

  • präsentiert von

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Besetzung

Musikalische Leitung
Robertas Šervenikas
Inszenierung und Choreographie
John Neumeier
Bühnenbild und Kostüme
Jürgen Rose
Musik
Peter I. Tschaikowsky

Konsul Stahlbaum
Henry Grey
Frau Konsul Stahlbaum
Jeanette Kakareka
Marie, ihre Tochter
Nancy Osbaldeston
Louise, ihre Schwester, eine Ballerina
Prisca Zeisel
Fritz, ihr Bruder, ein Kadett
Dmitrii Vyskubenko
Ballettmeister Drosselmeier
Jonah Cook
Günther, Anführer der Kadetten
Emilio Pavan
  • Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
  • Bayerisches Staatsorchester

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Medien

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Warum muss Der Nussknacker ein Weihnachtsmärchen sein? Muss er gar nicht. Ein Wintermärchen vielleicht. Und das ist er - ein Geburtstagsgeschenk für Marie. John Neumeier erzählt in seinem stimmungsvollen, poetischen Ballett E.T.A. Hoffmanns Märchen vom Nussknacker und Mäusekönig etwas anders. „So ward ein Klassiker geboren“, schreibt Dorion Weickmann, „eine unverwüstliche Säule des Repertoires, voller 'Mitteilungen über menschliche Verhältnisse, die zur Zeit der Entstehung dieser Werke gültig waren und heute noch gültig sind'.“ So Neumeier 1975, vier Jahre, nachdem er dem Der Nussknacker ein frisches Gesicht gegeben, oder besser noch: das alte neu modelliert hatte. Der amerikanische Choreograph, damals wie heute Ballettchef in Hamburg, häutete die über Jahrzehnte vergorenen Schalen der Handlungs-Zwiebel, bis deren Innerstes zutage lag: Marie, die dabei ist, erwachsen zu werden, ihre Probleme, ihre Empfindungen. Mit süffisantem Witz, barocker Eleganz und feinporiger Psychodramatik entwarf Neumeier ein Tableau, das Hoffmanns Original zur Kenntlichkeit entstellt. Sein Der Nussknacker ist ein kühn geschliffener Gesellschaftsspiegel, ein Familienporträt ebenso wie die ergreifende Schilderung einer rite de passage und nicht zuletzt: die allerehrfürchtigste Verbeugung vor der hohen Schule des Balletts. Kein geringerer als der große Petipa (alias Drosselmeier!) entführt Marie in eine fremde (Traum-)Theater-Welt, in der sie den Gestalten großer Ballette begegnet und deren Charme und Faszination erliegt - und der Zuschauer mit ihr.

 

1. Akt

1. Bild: Maries Geburtstag
Marie wird 12 Jahre alt, ist also in einem Alter, in dem Mädchen aufhören, mit Puppen zu spielen. Ihr Bruder Fritz, ein Kadett, hat seine Regimentskameraden eingeladen, ihre Schwester Louise, Ballerina am Hoftheater, den Ballettmeister Drosselmeier. Der Kadett Günther, ein Freund von Fritz und Wortführer seiner Kameraden, schenkt Marie im Namen des Regiments einen Nussknacker, Ballettmeister Drosselmeier macht ihr ein paar Spitzenschuhe zum Präsent. Drosselmeier fasziniert Marie, in Günther verliebt sie sich.

2. Bild: Maries Traum - Die Probe
Als die Gäste gegangen sind, kommt Marie mit dem Nussknacker im Arm noch einmal ins Zimmer und zieht heimlich die Spitzenschuhe an. Sie erschrickt vor der Erscheinung Drosselmeiers, der sie im Traum in die geheimnisvolle Welt des Theaters führt. Marie ist von dieser Umgebung bezaubert. Die Begegnung mit Günther kehrt im Traum wieder: sie trifft ihn als Solist des Hofballetts und tanzt mit ihm zum ersten Mal auf Spitze. Sie nimmt an einer großen Probe teil.

2. Akt

Maries Traum - Die Vorstellung
Drosselmeier führt Marie vor, wie eine Aufführung entsteht; die leere Bühne verwandelt sich in eine Szenerie, in der sich alles auf die Vorstellung vorbereitet. Drosselmeier führt verschiedene Divertissements vor und tanzt zuweilen selber mit. Auch ihr Bruder Fritz erscheint Marie als Tänzer. Im Grand Pas de Deux tanzt Louise mit Günther. Nach einem turbulenten Finale verschwindet die Theaterwelt - Marie wird von ihrer Mutter aufgeweckt. Wehmütig nimmt sie Abschied von ihrem Traum.


© Bayerisches Staatsballett

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Biografien

Robertas Šervenikas, studierte Dirigieren am Konservatorium in St. Petersburg. 1993 begann er mit dem Nationalen Litauischen Sinfonieorchester in Vilnius zu arbeiten und ist nun sein erster Gastdirigent.

Ab 1997 wurde er wiederholt zum Evian Festival Frankreich eingeladen, wo er die Philharmonie der Nationen, sowie das Orchestra Synfonica di Milano Giuseppe Verdi mit Mstislav Rostropovich als Solisten leitete. Seit dieser Zeit dirigierte Šervenikas das Nationale Litauische Sinfonieorchester auf Tourneen nach Deutschland, Frankreich, Niederlande, Schweden, Finnland, Estland und Lettland. Er machte sich besonders um die Uraufführung litauischer Komponisten verdient und zählt zu den talentiertesten litauischen Dirigenten seiner Generation. In Anerkennung seiner Verdienste erhielt Robertas Šervenikas den Litauischen Nationalpreis und ist Gastdirigent des Litauischen Kammerorchesters. Im Februar 2008 wurde Šervenikas zum Musik-Direktor des Litauischen Nationaltheaters für Oper und Ballett (LNOBT) ernannt.

Mit der musikalischen Leitung des Violakonzerts von Sofia Gubaidulina beim Bayerischen Staatsballett gab er im April 2008 sein Debut als Dirigent des Bayerischen Staatsorchesters. Die Zusammenarbeit wurde in der Spielzeit 2008/2009 in größerem Rahmen fortgesetzt, als Šervenikas das Ballett Der Sturm dirigierte, eine Partitur, die den 1. und 4. Satz von Bruckners 4. Sinfonie, Sibelius' 7. Sinfonie und die Sturm-Tondichtungen von Sibelius und Tschaikowsky umfasst. Daneben weitete er seine Arbeit am Nationaltheater in Vilnius aus mit Opern- und Ballettdirigaten (u.a. Boris Godunow).

In der Spielzeit 2012/2013 übernahm Robertas Šervenikas die musikalische Leitung für den Abend Forever Young beim Bayerischen Staatsballett und begleitete das Ensemble als musikalische Leitung gemeinsam mit dem Slowenischen Nationalorchester Ljubliana im April 2014 in den Oman, wo das Staatsballett drei Vorstellungen von John Crankos Romeo und Julia im Royal Opera House Muscat tanzte. (Stand: Nov. 2017)

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