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nach einer Erzählung von Alexander Puschkin - 2021

Choreographie Andrey Kaydanovskiy · Komponist Lorenz Dangel | Neuproduktion

Freitag, 18. Juni 2021
19.30 Uhr – 21.30 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden · 1. Akt (ca. 19.30 - 20.12 Uhr) · Pause (ca. 20.12 - 20.42 Uhr) · 2. Akt (ca. 20.42 - 21.19 Uhr)

Freier Verkauf

Premiere am 17. April 2021

#BSBschneesturm

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Besetzung

Musikalische Leitung
Myron Romanul
Choreographie
Andrey Kaydanovskiy
Musik
Lorenz Dangel
Sound Design
Lorenz Dangel, Aleksandra Landsmann, Felix Trawöger
Bühne
Karoline Hogl
Kostüme
Arthur Arbesser
Licht
Christian Kass
Dramaturgie
Serge Honegger

Marja
Maria Baranova
Vladimir
Dmitrii Vyskubenko
Burmin
Vladislav Kozlov
Belkin
Nicholas Losada
Zofe / Pfänderin
Elvina Ibraimova
Knecht / Pfänder
Robin Strona
Priester
Shale Wagman
Kerzenträger
Nikita Kirbitov, Sergio Navarro
Marjas Vater
Matteo Dilaghi
Marjas Mutter
Séverine Ferrolier
Vladimirs Vater
Norbert Graf
Vladimirs Mutter
Madison Young
Marjas Verehrer / Kriegsversehrte
Nikita Kirbitov, Sergio Navarro, Shale Wagman
  • Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
  • Bayerisches Staatsorchester

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Hauschoreograph Andrey Kaydanovskiy setzte im April 2021 Alexander Puschkins Erzählung Der Schneesturm in eine zeitgenössische Ballettsprache um. Während die Erzählung im russischen Kulturkreis zur Schullektüre gehört, ist sie hierzulande eher unbekannt: Die junge Marja, aus gutem Hause kommend, verliebt sich zum Unmut ihrer Eltern in den armen Fähnrich Vladimir. Der Beschluss des Paars, heimlich zu heiraten, wird jedoch vom Schicksal durchkreuzt, da sich die beiden Liebenden nachts auf dem Weg zur Kirche in einem Schneesturm verpassen. Vladimir wird vom Gefühl des Scheiterns geplagt. Er beschließt Soldat zu werden, zieht in den Krieg und fällt. Marjas Leben sowie dasjenige ihrer Familie nimmt eine ganz andere Wendung. Die Kraft des Schneesturms wirkt fort.

Andrey Kaydanovskiy geht in seinem ersten abendfüllenden Handlungsballett von den existenziellen Fragen aus, die in der Erzählung Puschkins angelegt sind: Was hat es mit dem Schicksal auf sich? Gibt es so etwas wie Bestimmung oder ist alles Zufall? Wie gehen die Menschen mit Situationen des Unplanbaren um? Gemeinsam mit dem aus Film und Theater bekannten Komponisten Lorenz Dangel und dem gesamten künstlerischen Team entwickelte Kaydanovskiy eine mitreißende Erzählweise, die mit viel Dynamik von den schicksalshaften Lebensverläufen der Protagonisten berichtet: „Das Leben ist voller Überraschungen. Während wir versuchen, es in eine bestimmte Richtung zu zwängen, hat es vielleicht schon einen anderen Weg gewählt und uns wie einen Schneesturm aus der Bahn geworfen. Doch manchmal braucht man genau das, um zu realisieren, dass es nicht nur den einen Weg gibt,“ so der Choreograph. Nach den beiden im Rahmen von À Jour im Prinzregententheater uraufgeführten Werken Discovery und Cecil Hotel kreierte Kaydanovskiy nun sein erstes abendfüllendes Handlungsballett.

Das Programmbuch zur Produktion ist u.a. digital erhältlich. 

 

Akt I

Familienbild I
Marja, ihre wohlhabenden Eltern, die Zofe und der Knecht versuchen, ein gelingendes Familienbild abzugeben. Marja hält dabei eine Schneekugel in der Hand, in der sie es immer wieder mal stürmen lässt. Dieses Objekt befindet sich seit Generationen in der Familie und bedeutet Marja sehr viel.

Der Ball
Marja empfindet die Verhältnisse am ganzen Ort beengend. Weder kann sie sich für den Ball begeistern, zu dem die Eltern eingeladen haben, noch will sie etwas von den drei Verehrern wissen, die um ihre Hand werben.

Das Liebespaar
Marja hat ihr Herz bereits Vladimir geschenkt, der aus einer ärmeren Familie in der Gegend stammt. Er hat in ihr Vorstellungen einer großen romantischen Liebe und Ideen eines Lebens außerhalb der bekannten Bahnen geweckt. Da sich Marjas Eltern nicht für Vladimir begeistern können, fasst das junge Liebespaar den Plan, heimlich zu heiraten und durchzubrennen. Die Anwesenheit Vladimirs ist dem Vater von Marja nicht geheuer. Er spediert ihn aus dem Haus.

Der Albtraum
In der Nacht bevor der Plan in die Tat umgesetzt werden soll, wird Marja von Albträumen heimgesucht. Darin kommen ihre Zweifel und Ängste über das Bevorstehende zum Ausdruck.

Familienbild II
Am nächsten Morgen ist Marja völlig erschöpft und vermag sich nur mit Mühe in die Familienordnung einzufügen. Derweil schreitet Vladimir mit der Organisation der Hochzeit unbeirrt voran und weiht die notwendigen Leute in den Plan ein. Den beiden zwielichtigen Kerzenträgern kauft er die Hochzeitsringe ab, mit dem Priester klärt er den Ablauf der Trauung und übergibt ihm die Ringe. Zudem klärt er die Zofe und den Knecht über das Vorhaben auf. Mit Vladimir hat Marja vereinbart, dass sie zuerst ein Unwohlsein vortäuschen, sich dann auf ihr Zimmer begeben und später auf den Weg zur Kirche machen soll. Dort will Vladimir auf sie warten.

Die Flucht
Als die Zeit gekommen ist, bricht Marja mit der Zofe und dem Knecht zur Kirche auf. Marja nimmt im letzten Moment auch noch ihre Schneekugel mit, die sie an die Familie und das Haus erinnert, das sie jetzt für immer zu verlassen gedenkt. Als die drei aus der Türe treten, wütet draußen ein gewaltiger Schneesturm.

Der Schneesturm
Vladimir ist ebenfalls vom Schneesturm erfasst worden und kämpft gegen die ungeheuren Kräfte an. Eine weitere Figur, die durch das Gestöber irrt, ist der Husar Burmin. Er kommt im Verlauf des Sturms per Zufall an der Kirche vorüber, in der die Hochzeit von Marja und Vladimir stattfinden soll. Die Kerzenträger erspähen Burmin und ziehen ihn in die Kirche hinein. Als Vladimir endlich am Ort ankommt, findet er die Türe des Gotteshauses verschlossen und bricht vor Verzweiflung und Erschöpfung zusammen. Ein Soldatentrupp, der in den Krieg zieht, quert die Bühne.

Familienbild III
Zurück in Marjas Elternhaus ist ein neuer Tag angebrochen. Was in der Zwischenzeit geschehen ist, bleibt im Dunkeln. Die komplett erschöpfte Marja kommt aus ihrem Zimmer. Die Zofe nimmt ihr Hochzeitsschleier und Ring ab. Letzteren steckt sie in Marjas Kleid, damit die Eltern keinen Argwohn schöpfen. Aus Verzweiflung, dass Marja nicht auf ihn gewartet hat, hat sich Vladimir dazu entschieden, als Soldat ins Militär einzutreten. Er verabschiedet sich von seinen Eltern. Derweil sind Marjas Eltern in großer Sorge um den Zustand ihrer Tochter, die einen Zusammenbruch erleidet. Die Eltern hoffen auf Besserung, wenn sie der Verbindung zwischen Marja und Vladimir zustimmen. Als sie den Gang zu Vladimirs Eltern antreten, um ihr Einverständnis zur Hochzeit zu geben, werden sie Zeugen einer niederschmetternden Nachricht. Vom Priester wird Vladimirs Eltern die Nachricht überbracht, dass ihr Sohn im Krieg gefallen sei.

 

Akt II

Familienbild IV
Es ist einige Zeit vergangen. Der Krieg ist vorüber, Marjas Familie verarmt und der Vater gestorben. Zofe und Knecht haben ihre früheren Arbeitgeber verlassen. Sie sind nun im Auftrag einer staatlichen Amtsstelle für Pfändungen zuständig. In dieser Funktion kommen sie bei Marja und ihrer Mutter vorbei. Letzterer gelingt es, noch einige wenige Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen, um sie nicht verpfänden zu müssen.

Das Kriegsende
Als die Soldaten aus dem Krieg heimkehren, wird ein Fest gefeiert. Unter den Kriegsrückkehrern befinden sich auch Burmin und sein traumatisierter Kumpan Belkin. Marja sitzt etwas abseits und empfindet die furchtbare Leere, die Vladimirs Tod hinterlassen hat. Auf dem Fest trifft sie mit Burmin zusammen. Sofort entsteht eine starke Anziehung zwischen den Beiden. Allerdings realisiert Burmin wenig später, dass er ja einen Hochzeitsring trägt und Marja denken könnte, dass er als verheirateter Mann seine Frau betrügt. Belkin inszeniert derweil mit drei Kriegsversehrten ein groteskes Stück auf einer kleinen Bühne. Davon zeigt sich das Publikum dermaßen irritiert, dass es nach Hause geht und sich das Fest auflöst.

Der Ring
Nachdem die Leute gegangen sind, versucht Burmin mit der Hilfe von Belkin den Ring loszuwerden, was aber nicht gelingt. Er entscheidet sich dazu, trotzdem zu Marja zu gehen, um ihr von seiner Vorgeschichte zu berichten und um ihr Verständnis zu bitten. Denn er ist bereits verheiratet. Dies geschah aber aus Leichtsinn und mit einer Frau, die er nur einmal im Leben gesehen hat.

Die Kettenreaktion
Über Belkin verbreitet sich die Kunde von Burmins Ansinnen, mit Marja sprechen zu wollen, in der ganzen Dorfgemeinschaft. Dabei verändert sich die Mitteilung und erreicht Marja mit der klaren Botschaft, dass Burmin in Marja verliebt sei und ihr einen Heiratsantrag machen wolle. Sie ist überglücklich und voller Hoffnung.

Das Kleid
Sofort macht Marja sich mit der Unterstützung der Dorfgemeinschaft auf die Suche nach einer passenden Garderobe. Sie findet das alte Hochzeitskleid, in dem sie vor Jahren Vladimir heiraten wollte, und das mit schönen und schmerzlichen Erinnerungen verbunden ist. Die Dorfgemeinschaft ist bereits in großer Aufregung und hat sich an die Vorbereitungen zu den Hochzeitsfeierlichkeiten gemacht.

Das Gespräch
Burmin sucht Marja auf, um mit ihr die geplante Unterredung zu führen. Als er Marja seine Hand mit dem Ring zeigt und sie damit wissen lässt, dass er bereits verheiratet sei, trifft sie diese Mitteilung wie ein Schlag. Marja verpasst Burmin eine schallende Ohrfeige.

Die Rückblende
Der Schlag löst eine Rückblende aus, in der die vergangenen Ereignisse während des Schneesturms vorüberziehen, als Marja plante, Vladimir zu heiraten. Dabei wird auch jenes Geschehen in der Kirche gezeigt, welches der erste Akt offen gelassen hatte. So verwechselten alle Anwesenden in der Kirche Burmin mit Vladimir. Dies wurde begünstigt durch eine fatale Gemengelage aus; Schneesturm, langem Warten auf Vladimir, gebotener Eile und schwacher Kerzenbeleuchtung in der Kirche. Die Kerzenträger stellten Burmin als Bräutigam neben Marja. Der Priester setzte alles daran, die Zeremonie zu Ende zu bringen und überreichte die Ringe. Alle konzentrierten sich auf den Kuss. In diesem Moment erkannte Marja, dass es sich beim Bräutigam nicht um Vladimir, sondern um einen fremden Mann handelt. Mit letzter Kraft ohrfeigte sie den falschen Bräutigam. Damit endet die Rückblende.

Das Ende …
Marja greift in die Tasche ihres Kleides und findet den Ring, den die Zofe dort verwahrte. Sie realisiert, dass es Burmin war, den sie damals heiratete. Der falsche Bräutigam stellt sich als der richtige heraus. Die beiden tanzen einen innigen Pas de deux. Sie glauben zu erkennen, wie die Macht des Schicksals die Fäden spinnt, und wiegen sich in der Sicherheit erlangter Kontrolle. Der erfüllte Moment erfährt eine Unterbrechung, als Belkin seinen Freund Burmin vor die Türe ruft. Marja erinnert sich an ihre Eltern, ihr Haus und die frühere Ordnung. Sie greift zur Schneekugel und schüttelt sie gedankenverloren. Da überkommt sie plötzlich eine böse Ahnung. Marja rennt zur Türe, öffnet sie und sieht draußen das Wüten eines gewaltigen Schneesturms.

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Biografien

In Baltimore geboren, gab Myron Romanul bereits im Alter von elf Jahren sein Debüt als Solopianist mit dem Boston Symphony Orchestra. Er studierte in Boston, wo er als Solist sowie als Mitglied des Boston Symphony Orchestra und des Boston Pops Orchestra mit Seiji Ozawa, Kurt Mazur, Arthur Fiedler, John Williams und anderen arbeitete. Im Jahr 1973 wurde Romanul mit dem New England Conservatory Ragtime Ensemble mit dem Grammy Award für "Best Classical Chamber Music" ausgezeichnet. Außerdem spielt er das Cymbalom.

Nach Aufgaben als Assistant Music Director an der Boston Lyric Opera sowie als Erster Dirigent des Boston Ballet war er von 1985 bis 1990 Dirigent und Solopianist des Stuttgart Balletts. Danach arbeitete er als 2. Kapellmeister und Assistenz-Generalmusikdirektor am Badischen Staatstheater Karlsruhe (1990 – 1994), als 1. Kapellmeister und Stellvertretender Generalmusikdirektor am Stadttheater Mainz (1994 – 1997) sowie als 1. Kapellmeister am Aalto Theater Essen. Zwischen 1985 und 2000 war er der musikalische Direktor des Fairbanks Summer Festival. Hinzu kamen Gastdirigate innerhalb Deutschlands und in anderen Ländern, wie z.B. an der Oper Leipzig (2005 – 2009), der Oper Halle (2007 – 2011), am Ankara State Theater und an der Opéra national du Rhin. Seit 2005 ist Myron Romanul Principal Conductor des Central Massachusetts Symphony Orchestra und seit 2008 am His Majesty's Theater in Perth, Australien.

Seit 1987 leitet Myron Romanul Aufführungen der Bayerischen Staatsoper und des Balletts. Zusammen mit dem Bayerischen Staatsorchester gewann er 1987 den „Stern der Woche“ der Abendzeitung für seine Interpretation von Tschaikowskys Dornröschen. Er dirigierte das Bayerische Staatsorchester unter anderem bei Madama Butterfly, Ceneretola und den Ballettproduktionen Le Corsaire, Paquita, Helden, Gelbe Klang, Le sacre du printemps, Der Widerspenstigen Zähmung, Onegin, Raymonda, Romeo und Julia, Alice im Wunderland, Portrait Wayne McGregor und La Fille mal gardée.

Mehr über Myron Romanul lesen Sie hier
(Stand: Januar 2020)

 

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