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Operette in drei Akten

Komponist Johann Strauß · Libretto von Richard Genée nach der Komödie "Le Réveillon" von Henri Meilhac und Ludovic Halévy in der deutschen Bearbeitung von Karl Haffner
In deutscher Sprache

Montag, 02. Januar 2017
18.00 Uhr – 21.20 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 3 Stunden 20 Minuten · 1 Pause zwischen 1. + 2. Akt und 3. Akt (ca. 19.45 - 20.20 Uhr)

Junges Publikum

Freier Verkauf · Saison-Abo 61/62

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Besetzung

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko
Regie
Andreas Weirich
nach einer Inszenierung von
Helmut Lehberger, Leander Haußmann
Bühne
Bernhard Kleber
Kostüme
Doris Haußmann
Choreographie
Alan Brooks
Licht
Michael Bauer
Chor
Sören Eckhoff

Gabriel von Eisenstein
Johannes Martin Kränzle
Rosalinde
Elena Pankratova
Frank
Christian Rieger
Prinz Orlofsky
Daniela Sindram
Alfred
Edgaras Montvidas
Dr. Falke
Björn Bürger
Dr. Blind
Ulrich Reß
Adele
Anja-Nina Bahrmann
Frosch
Cornelius Obonya
Ida
Eva Patricia Klosowski
Ivan
Jurij Diez
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper

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Mehr dazu

Treue, Betrug, Liebe und Lug. Wenn einer glaubt, seine ausgebrannte Ehe könne er am besten mit einem Seitensprung reparieren - sollte er aufpassen, dabei nicht zufällig an die eigene Frau zu geraten. Ernüchterung immer am Morgen danach: Im Gefängnis. Diese Operette ist "das" absolut gültige Meisterwerk zum Thema "Spaßgesellschaft"!

 

I. Akt. Verwirrung der Gefühle

Im Hause Gabriel von Eisensteins ist der Ausnahmezustand ausgebrochen:

Der längst verschollen geglaubte, voreheliche Verehrer seiner Frau Rosalinde zieht alle Register seiner Stimm- und Verführungskunst, die ihm als Tenor zur Verfügung stehen – nomen est omen, denn schließlich heißt er Alfredo und die Angebetete hat eben doch nur einen Bariton geheiratet … Nach Jahren der Abstinenz erscheint der Italiener nun in diesem verschlafenen Badeort.

Adele, Stubenmädchen mit Stubenmädchenschicksal, ist außer sich: Endlich bietet sich eine Gelegenheit, ihrem Dienstbotenalltag zu entrinnen. Sie hat einen Brief mit einer Einladung zu dem Fest beim Prinzen Orlofsky am selben Abend erhalten – Absender: ihre Schwester Ida. Aber wie kann sie Ausgang bekommen? Sie muß strategisch vorgehen und läßt ihre arme alte Tante für ein paar Stunden todsterbenskrank und pflegebedürftig werden.

In dubio pro reo? Zornentbrannt kommt Gabriel von Eisenstein von einer Gerichtsverhandlung nach Hause, in der er wegen Beamtenbeleidigung für schuldig befunden wurde. Das Plädoyer seines Rechtsanwaltes Dr. Blind führte sogar zu einer Verschärfung der Strafe. Eisenstein muß nun statt fünf Tagen acht Tage hinter Gittern verbringen. Allein die Alternative zum Arrest, die ihm sein Freund Dr. Falke vorschlägt, vermag Eisenstein zu beruhigen: Während Rosalinde meint, er trete bereits am selben Abend die Gefängnisstrafe an, bleibt ihm die Gnadenfrist einer durchzechten Ballnacht beim Prinzen Orlofsky bis zum Antritt der Strafe am nächsten Morgen. Für weibliche Begleitung unter Ausschluß der Ehefrau wird gesorgt …

Und die verlassene Ehefrau? Rosalinde kann nun endlich in aller Ruhe ihren Tenor erhören. Doch das Tête-à-tête findet ein jähes Ende: Gefängnisdirektor Frank vollzieht persönlich seine letzte Amtshandlung, bevor auch er auf das Fest des Prinzen Orlofsky geht: Er inhaftiert Alfredo im Glauben, es handele sich um Gabriel von Eisenstein. Der Verhaftete übernimmt stellvertretend die Rolle des Ehemanns, um die Ehre Rosalindes nicht zu gefährden, und wird von Frank ins Gefängnis abgeführt.

II. Akt. Die Rache einer Fledermaus

Prinz Orlofsky läßt sich einen Spaß, über den er endlich einmal wieder lachen kann, etwas kosten – alles langweilt ihn. Deshalb inszeniert Falke für ihn eine Komödie, deren handelnde Personen er selber zu dem Fest eingeladen hat, ohne daß diese von ihrem Part wissen. Der Name des Stückes? »Die Rache einer Fledermaus«, mit der sich Falke für eine durch Eisenstein erlittene Blamage rächen will.

Adele trifft auf Ida, die leugnet, ihr jemals einen Brief geschrieben zu haben, aber verspricht, sie als Schauspielerin mit dem Namen Olga einzuführen. Ihr Talent bekommt auch Eisenstein alias Marquis Renard zu spüren, und er zieht den Spott der gesamten Gesellschaft auf sich mit der Behauptung, Olga sei sein Stubenmädchen.

Eisenstein verbrüdert sich, ohne zu wissen, mit wem er es zu tun hat, mit dem Gefängnisdirektor Frank alias Chevalier Chagrin. Rosalinde erscheint auf die Mitteilung Falkes, ihr Mann amüsiere sich auf dem Feste, statt im Arreste zu schmachten, in Verkleidung einer ungarischen Gräfin. Eisenstein, fasziniert von der vermeintlich Fremden, versucht, die eigene Frau mit seinem speziellen Uhrentrick zu verführen. Statt seinen ihr wohlbekannten Verführungskünsten zu erliegen, erbeutet sie die Uhr als Beweisstück.

Proportional zum Champagnerkonsum schwinden die Berührungsängste unter den Gästen und kulminieren in einer kollektiven Verbrüderung. Doch die Uhrenschläge beenden abrupt weitergehende Ausschweifungen – sechs Uhr morgens, höchste Zeit für die Herren Eisenstein und Frank, ihren Arrest bzw. ihren Dienst anzutreten.

III. Akt. Champagner hat’s verschuldet

Italienische Arien treiben den Gefängniswärter Frosch in den Wahnsinn. Sliwowitz contra Puccini: Die notorische Lärmbelästigung des inhaftierten Tenors läßt Frosch zum Äußersten gehen – doch Sänger kann man nicht erschießen …

Kaum ist der Gefängnisdirektor nach der durchzechten Nacht an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt, sprechen auch schon Ida und Adele bei ihm vor. Nach einer Kostprobe ihres Talentes verspricht er, Adele als Schauspielerin ausbilden zu lassen.

Als Eisenstein seinen Arrest antreten will, muß er feststellen, daß ein ihm unbekannter Stellvertreter statt seiner Person bereits einsitzt. Ein fürchterlicher Verdacht drängt sich ihm auf: Sollte etwa seine Frau, während er seinen Arrest abbüßt, Gleiches mit Gleichem vergelten?

Um den Beweis zu erbringen, entkleidet er zunächst den ins Gefängnis bestellten Dr. Blind, um sich dann als dieser zu verkleiden. Inzwischen trifft auch Rosalinde im Gefängnis ein und versucht, mit dem juristischen Beistand Dr. Blinds alias Eisenstein den fälschlich Inhaftierten aus der prekären Situation zu befreien. Die Verteidigung enttarnt sich als Anklage. Bevor sich der Ehemann dem Rausch der blinden Eifersucht vollends hingeben kann, stellt Falke den Getäuschten vor der inzwischen eingetroffenen Festgesellschaft bloß.

Ende gut, alles gut – Falke hat sich gerächt und Orlofsky sich amüsiert. Rosalinde verzeiht ihrem Gabriel, und Adele steht eine Karriere als Schauspielerin bevor …


Kerstin Pöhler

© Bayerische Staatsoper

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Die Fledermaus
Johann Strauß
Richard Genée

Die Fledermaus in München

ML = Musikalische Leitung; IN = Inszenierung; BB =
Bühnenbild; KM = Kostüme;
E = Eisenstein; R = Rosalinde; O = Orlofsky; A = Adele

10. Juli 1875
Gärtnerplatztheater
IN Sigl;
Max Mikorey (E), Rosée (R),
Hedwig Kindermann (O), Pollitzer (A)

15. Januar 1895
Kgl. Hof- und Nationaltheater
ML Hermann Levi, IN Robert Müller;
Raoul Walter (E), Pauline Schöller (R),
Milka Ternina (O), Katharina Bettaque (A)

29. Januar 1928
Nationaltheater
ML Paul Schmitz, IN Kurt Barré,
BB Adolf Linnebach, KM Lovis Revy;
Josef Plaut (E), Ella Flesch (R),
Maria Nezádal (O), Anni Frind (A)

31. Dezember 1935
Nationaltheater
ML Ferdinand Drost, IN Alois Hofmann,
BB Adolf Linnebach, KM Otto Reigbert;
Julius Patzak (E), Maria Reining (R),
Maria Olszewska (O),
Martha Schellenberg (A)

20. November 1937
Gärtnerplatztheater
ML Georg Lippert, IN Carl Ehrhardt-Hardt,
BB und KM Hermann Kaspar;
Hermann Wolder (E), Maria Riener (R),
Kurt Pratsch-Kaufmann (O),
Martha Wagner (A)

30. Dezember 1969
Nationaltheater
ML Heinrich Hollreiser, IN Michael Hampe,
BB Heidrun Schmelzer,
KM Silvia Strahammer;
René Kollo (E), Charlotte Berthold (R),
Brigitte Fassbaender (O),
Ingeborg Hallstein (A)

31. Dezember 1971
Gärtnerplatztheater
ML Ulrich Weder, IN Kurt Pscherer,
BB und KM Hermann Soherr;
Frederic Mayer (E), Hedi Klug (R),
Liselotte Ebnet (O), Dorothea Chryst (A)

31. Dezember 1974
Nationaltheater
ML Carlos Kleiber, IN Otto Schenk,
BB Günther Schneider-Siemssen,
KM Silvia Strahammer;
Eberhard Wächter (E),
Gundula Janowitz (R),
Brigitte Fassbaender (O), Carol Malone (A)

31. Dezember 1995
Gärtnerplatztheater
ML Herbert Mogg, IN Hellmuth Matiasek,
BB Thomas Pekny,
KM Monika von Zallinger;
Peter Edelmann (E), Noëmi Nadelmann (R),
Gunter Sonneson (O),
Franziska Stanner (A)

 

 

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Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem dortigen Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich sehr rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra National de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York und 2005 an der Oper Frankfurt. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa (Inszenierung: Barbara Frey). In Frankfurt interpretierte er Pfitzners Palestrina (Inszenierung: Harry Kupfer) und Puccinis Tosca (Inszenierung: Andreas Kriegenburg). Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.

Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehaben wird. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne Schatten, La clemenza di Tito, Die Soldaten, Lucia di Lammermoor, Lulu, South Pole und Die Meistersinger von Nürnberg geleitet und unter anderem die Wiederaufnahme von Der Ring des Nibelungen dirigiert. 

Kirill Petrenko wurde im Juni 2015 zum zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt; diese Position wird er im Herbst 2019 antreten. In der Spielzeit 2016/17 leitet Kirill Petrenko die Neuinszenierungen von Lady Macbeth von Mzensk und Tannhäuser. Außerdem dirigiert er ein breites Repertoire: Die Meistersinger von Nürnberg, Der Rosenkavalier, South Pole, Die Fledermaus, Die Frau ohne Schatten, sowie drei Akademiekonzerte.

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