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Oper in drei Aufzügen

Komponist Franz Schreker · Libretto vom Komponisten
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln; FSK ab 16 Jahren (aufgrund der Klassifizierung des verwendeten Videomaterials) | Neuproduktion

Münchner Opernfestspiele
Samstag, 01. Juli 2017
19.00 Uhr
Nationaltheater

1 Pause zwischen 1. + 2. Akt und 3. Aufzug (ca. 20.40 - 21.10 Uhr)

Freier Verkauf · Serie 44

Premiere am 01. Juli 2017

Diese Vorstellung wird im Rahmen von Staatsoper.TV live im Internet übertragen.

Die Premiere wird live auf BR-Klassik übertragen.

30 Minuten vor Vorstellungsbeginn live aus dem Foyer des Nationaltheaters:
Foyer, die Sendung zur Neuproduktion mit Gesprächen und Reportagen.

Download Besetzungszettel (PDF)
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Besetzung

Musikalische Leitung
Ingo Metzmacher
Inszenierung
Krzysztof Warlikowski
Bühne und Kostüme
Małgorzata Szczęśniak
Licht
Felice Ross
Choreographie
Claude Bardouil
Video
Denis Guéguin
Dramaturgie
Miron Hakenbeck
Chor
Sören Eckhoff
Kinderchor
Stellario Fagone

Herzog Antoniotto Adorno
Tomasz Konieczny
Graf Andrea Vitellozzo Tamare
Christopher Maltman
Lodovico Nardi
Alastair Miles
Carlotta Nardi
Catherine Naglestad
Alviano Salvago
John Daszak
Guidobaldo Usodimare
Matthew Grills
Menaldo Negroni
Kevin Conners
Michelotto Cibo
Sean Michael Plumb
Gonsalvo Fieschi
Andrea Borghini
Julian Pinelli
Peter Lobert
Paolo Calvi
Andreas Wolf
Capitano di giustizia
Tomasz Konieczny
Ginevra Scotti
Paula Iancic
Martuccia
Heike Grötzinger
Pietro
Dean Power
Ein Jüngling
Galeano Salas
Dessen Freund
Milan Siljanov
Ein Mädchen
Selene Zanetti
1. Senator
Ulrich Reß
2. Senator
Christian Rieger
3. Senator
Kristof Klorek
Diener
Milan Siljanov
Kind
Solist/en des Tölzer Knabenchors
Ein riesiger Bürger
Milan Siljanov
Dienerin
Niamh O’Sullivan
1. Bürger
Gintaras Vysniauskas
2. Bürger
Tobias Neumann
3. Bürger
Burkhard Kosche
Vater
Yo Chan Ahn
Mutter
Ida Wallén
1. Jüngling
Thomas Briesemeister
2. Jüngling
Oscar Quezada
3. Jüngling
Sebastian Schmid
Kinderchor
Kinderchor der Bayerischen Staatsoper
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper

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Mehr dazu

Äußerlich entstellt sieht sich Alviano Salvago zu einem Leben ohne Liebe und erotische Erfüllung verdammt. All seine Energie verwendet er auf die Erschaffung einer perfekten wenngleich künstlichen Welt nach seiner Vision – die Insel Elysium. 

Die schöne Utopie hat jedoch eine Kehrseite: Von Alvianos Leitspruch „Die Schönheit sei Beute des Starken“ ermutigt, entführt die männliche Elite der Stadt Genua regelmäßig junge Frauen hierhin, um sie zu vergewaltigen. Alviano will dem ein Ende setzen und sein Werk der ganzen Menschheit zugänglich machen. Als Carlotta, Tochter des Stadtobersten, Alviano einlädt, ihr für ein Portrait Modell zu sitzen, weckt sie in ihm die Hoffnung auf ein ganz persönliches Glück. Beider Begegnung gerät jedoch ebenso zur Katastrophe wie die Öffnung des Elysiums. Im Gewand der italienischen Renaissance wagt Franz Schreker die Verortung der eigenen komplexen Identität als Künstler und Mensch und reflektiert so das Wesen menschlicher Natur im Taumel zwischen geistigem Streben nach dem Absoluten und instinktiver Begierde, zwischen den Gefühlen von Allmacht und Erbärmlichkeit.

 

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Alviano Salvago hat sich außerhalb der Stadt Genua einen Ort erschaffen, an dem er seiner Sehnsucht nach Schönheit Ausdruck verleiht: das „Elysium“. Seine Freunde, eine Gruppe junger Adliger, hat er dazu eingeladen, dort ihren Phantasien freien Lauf zu lassen. In unterirdischen Räumen feiern sie hemmungslose Orgien. Sie ermutigen Alviano, daran teilzunehmen. Doch trotz seines Verlangens hält er sich von ihnen fern, glaubt er doch, in anderen Entsetzen anstelle von Begehren auszulösen – denn sein Äußeres ist auf monströse Weise von Hässlichkeit gezeichnet.

Erster Aufzug

Alviano fühlt sich schuldig am Missbrauch des „Elysiums“ durch seine Freunde: Seit einiger Zeit verschleppen sie junge Frauen dorthin. Um diesen Verbrechen ein Ende zu bereiten, beschließt Alviano, sein Werk der Stadt zu schenken und damit der Öffentlichkeit zuganglich zu machen. Alvianos Ankündigung beunruhigt die jungen Männer. Sie müssen verhindern, dass ihr Treiben aufgedeckt wird. Ungeduldig warten sie auf Vitellozzo Tamare, der seinen Freund, den Herzog Adorno, dazu bringen soll, gegen die Schenkung zu intervenieren. Tamare hat andere Sorgen: Er ist hingerissen von einer unbekannten Frau, der er soeben begegnet ist. Alviano empfängt die Vertreter der Bürgerschaft, um die Formalitäten der Schenkung zu besprechen. Deren Oberhaupt, der Podestà Lodovico Nardi, erscheint in Begleitung seiner Frau und seiner Tochter Carlotta. Der anwesende Tamare erkennt in Carlotta die Unbekannte, in die er sich verliebt hat. Er macht ihr den Hof, doch weist sie ihn ab. Sie scheint vielmehr an Alviano interessiert zu sein. Die Schenkung wird verschoben, da noch die Genehmigung des Herzogs einzuholen ist. Pietro, Liebhaber von Alvianos Hausangestellten Martuccia, drängt diese ihm zu helfen. Sie soll eine junge Frau verstecken, die ihm nachstelle. Was Martuccia nicht weiß: Pietro erledigt für die Freunde Alvianos die Entführungen und vergreift sich bisweilen selbst an den geraubten Frauen und Mädchen. Carlotta gelingt es, Alviano allein zu sprechen. Sie zeigt Interesse für seine Kunstwerke und erwähnt, dass sie selbst Künstlerin sei und versuche, mit ihren Arbeiten die Seelen von Menschen einzufangen. Auch ihn wolle sie auf diese Weise portraitieren. Alviano fühlt sich zunächst verspottet, doch als er merkt, wie ernst es Carlotta ist, verspricht er, sie in ihrem Atelier zu besuchen.

Zweiter Aufzug
Herzog Adorno vertröstet den Podestà und die Senatoren, er brauche Zeit, seine Haltung zu der Schenkung zu überdenken. Anschließend empfängt er Tamare. Dieser fühlt sich gedemütigt, weil Carlotta sein Begehren nicht erwidert. Sollte sie ihn weiter abweisen, will er sie mit Gewalt erobern. Tamare kommt auf sein eigentliches Anliegen zu sprechen: Er verrät dem Herzog das Geheimnis der Orgien in „Elysium“. Der Herzog ist entsetzt über die Verbrechen. Er will Alviano, den er für ihren Urheber halt, zur Rechenschaft ziehen und die Öffnung von „Elysium“ untersagen. Auch verspricht er Tamare, bei Carlotta für ihn zu werben, doch solle dieser sich von den Orgien fernhalten. Alviano ist zu Besuch in Carlottas Atelier. Sie sucht seinen Blick, um ihr begonnenes Kunstwerk von ihm zu vollenden. Währenddessen offenbart sie ihm ihr Geheimnis – jedoch getarnt als die Geschichte einer fiktiven Freundin: Wegen eines körperlichen Leidens versage diese sich die Erfüllung erotischen Verlangens. Ihre Angst vor der Lust würde sie in ihrer Malerei ausdrucken. Alviano versteht, dass Carlotta von sich selbst spricht. Ihr plötzliches Geständnis, ihn zu lieben, trifft ihn wie ein Schlag. Doch überwindet er sein tiefes Misstrauen ihren Gefühlen gegenüber und offenbart ihr die seinen. Sie entdeckt in seinen Augen jenen Ausdruck unermesslichen Glücks, nach dem sie begierig suchte. Nachdem sie diesen Moment auf der Leinwand festgehalten hat, schwinden ihr die Kräfte. Alviano ist voll von Zärtlichkeit für sie. Vor seinem Verlangen, sie zu berühren, schreckt er zurück.

Dritter Aufzug
Ungeachtet der Warnungen Adornos hat Alviano sein „Elysium“ für die Bürger geöffnet. Diese betreten den Ort mit Ehrfurcht und Erstaunen. Sie versuchen, ihre vielfaltigen Eindrücke mit Worten zu beschreiben. Martuccia läuft Pietro in die Arme, der ihr Vorwürfe macht, weil sie die versteckte Frau hat fliehen lassen. Als Martuccia Pietro wissen lässt, dass sie seine Verbrechen durchschaut, lässt er sie aus dem Weg räumen. Alviano wartet ungeduldig auf Carlotta. Diese geht einer Begegnung mit ihm aus dem Weg und vertraut dem Herzog Adorno den Wandel ihrer Gefühle an: Ihre Liebe zu Alviano sei sehr rasch abgeklungen. Adorno versucht, ihre Selbstvorwürfe zu zerstreuen: Alviano sei keineswegs der feinsinnige Mensch, für den sie ihn halte. Währenddessen bringen die adeligen Freunde weitere Frauen in ihre Gewalt. Maskiert sucht Tamare Carlottas Nähe. Sie ahnt rasch, dass jemand anderes als Alviano ihr seine Liebe verspricht. Ihre Entscheidung ist längst getroffen: Die Gelegenheit, in dieser Nacht alle Schranken zu überwinden und sich ihrer so lange verdrängten Lust hinzugeben, will sie um jeden Preis wahrnehmen. Sie folgt Tamare in die unterirdischen Räume. Mehr und mehr Besucher berauschen sich an den Schönheiten „Elysiums“. Da schreiten die Wächter von Sitte und Gesetz ein. Im Namen des Herzogs bezichtigen sie Alviano der Entführungen und ordnen die sofortige Schließung „Elysiums“ an. Als Zeugin gegen Alviano wird Ginevra Scotti vorgeführt, jene Frau, die ohne sein Wissen in seinem Haus versteckt war. Alviano verteidigt sich nicht; ihn sorgt allein der Verbleib Carlottas. Die Bürger glauben nicht an seine Schuld und bringen die Vertreter Adornos zum Schweigen. Alviano ahnt, wohin Carlotta verschwunden ist und verspricht den Bürgern, sie zu den geraubten Frauen zu fuhren. Am Ort des Verbrechens findet Alviano Carlotta und Tamare. Er erfährt von Tamare eine schmerzhafte Wahrheit: Dieser habe Carlotta nicht entführt und vergewaltigt, stattdessen habe sie sich ihm aus Lust hingegeben. Alviano ersticht Tamare. Zärtlich nähert er sich Carlotta, doch verspürt diese bei seinem Anblick Entsetzen und Ekel. Sie verlangt nach Tamare und stirbt. Alviano erkennt die Illusion seiner Hoffnung auf Liebe und verliert darüber den Verstand.

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Biografien

Ingo Metzmacher begann seine Karriere in Frankfurt beim Ensemble Modern und an der dortigen Oper sowie am Théâtre Royal de La Monnaie in Brüssel mit einer Neuproduktion von Schrekers Der ferne Klang. Von 1997 bis 2005 war er Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper, danach Chefdirigent an De Nationale Opera in Amsterdam und beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, wo er ebenfalls künstlerischer Leiter war; seit 2016 ist er Intendant der KunstFestSpiele Herrenhausen. In den letzten Jahren dirigierte er regelmäßig bei den Salzburger Festspielen sowie u. a. am Royal Opera House Covent Garden in London, am Teatro alla Scala in Mailand und an der Wiener und Berliner Staatsoper. Er dirigierte den Ring des Nibelungen am Grand Théâtre in Genf. Mit Die Gezeichneten gibt er 2017 sein Debüt an der Bayerischen Staatsoper. (Stand: 2017)

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Blog

Twitter-Schau: Eure Meinung zu „Die Gezeichneten“

Unsere erste Festspielproduktion feierte am Samstag Premiere: „Die Gezeichneten“ in einer Inszenierung von Krzysztof Warlikowski, dirigiert von Ingo Metzmacher. So fanden unsere Zuschauer die Inszenierung. mehr lesen

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