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Opera seria in zwei Akten

Komponist Wolfgang Amadeus Mozart · Libretto von Caterino Mazzolà nach Pietro Metastasio
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Mittwoch, 09. Juli 2003
19.00 Uhr – 22.57 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 3 Stunden 57 Minuten · 1 Pause zwischen 1. Akt und 2. Akt (ca. 20.10 - 20.50 Uhr)

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Besetzung

Musikalische Leitung
Ivor Bolton
Choreographische Mitarbeit
Beate Vollack
Inszenierung
David Alden
Bühne
Paul Steinberg
Kostüme
Buki Shiff
Licht
Pat Collins

Rodelinda
Dorothea Röschmann
Bertarido
Michael Chance
Grimoaldo
Paul Nilon
Eduige
Felicity Palmer
Unulfo
Christopher Robson
Garibaldo
Umberto Chiummo
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper
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Der kurzfristige Auftrag zu einer Krönungsoper zwingt den Freigeist Mozart 1791 zum Rückgriff auf einen Stoff alter Couleur: Metastasios bereits dutzendfach auf die Opernbühne gebrachte Geschichte um den römischen Kaiser Titus diente stets zugleich der Huldigung eines Mächtigen als auch der Anmahnung eines idealen Herrschens im Sinne der Vernunft. Mozart gewinnt der überholten Gattung ein eigenes Profil ab und schafft mit seiner letzten Oper einmal mehr eine Studie über die komplizierte Mechanik menschlicher Gefühle: Gerecht und gnadenvoll rühmt man Titus. In seinem Umfeld aber sorgt dieser scheinbar Unfehlbare, der für das Gemeinwohl gleich mehrfach seine Heiratspläne ändert, für ein Gewirr aus enttäuschter Liebe, frustriertem Begehren, Eifersucht und Verrat. Als sein naher Freund und Vertrauter seiner Widersacherin verfällt und einen Brandanschlag auf den geliebten Herrscher verübt, steht alles infrage: Wer ist hier eigentlich ehrlich und welchem Gefühl kann man noch trauen? Das Intime steht an Titus‘ Hof immer schon im Licht des Politischen und der Öffentlichkeit. Und so changieren aufrichtige Gesten der Freundschaft mit vorgetäuschten Gefühlen, führt Vernunft zu Selbstverleugnung und mischt sich Kalkül und Manipulation in die Liebe.

 

Tito ist römischer Kaiser. Erst vor kurzem hat er den Thron seines Vaters Vespasian geerbt, der durch Sturz und Ermordung des Kaisers Vittelio an die Macht gelangt war. Dessen Tochter Vitellia hoffte, als Titos Gattin Kaiserin zu werden. Tito plant jedoch seine Geliebte Berenice zu heiraten, obwohl die Römer die Verbindung des Kaisers mit der jüdischen Prinzessin missbilligen. Vitellia fühlt sich von Tito zurückgewiesen und will sich an ihm rächen. Sie beauftragt Sesto, einen der engsten Freunde Titos, der ihr in leidenschaftlicher Liebe verfallen ist, eine Verschwörung zu organisieren, bei der Tito ermordet werden soll.

Erster Akt

Vitellia wirft Sesto vor, sie hinzuhalten und den Anschlag auf Tito unnötig lange hinauszuzögern. Sesto hat Skrupel, den Kaiser zu töten und rühmt vor Vitellia dessen Politik der Milde und Wohltätigkeit. Als Vitellia droht, sich einen anderen Vollstrecker ihrer Rache zu suchen, ändert Sesto seine Meinung: Für ihre Liebe ist er bereit, alles zu tun.

Sestos Freund Annio überrascht die beiden mit der Neuigkeit, Tito habe sich aus Rücksicht auf die Belange Roms von Berenice getrennt. Vitellia schöpft Hoffnung, nun doch von Tito zur Kaiserin erwählt zu werden. Sie fordert Sesto auf, vorerst keine Schritte gegen Tito zu unternehmen. Sestos aufkommenden Verdacht, nur ihr Instrument zu sein, weiß Vitellia gekonnt zu entkräften.

Annio will Sestos Schwester Servilia heiraten. Er bittet Sesto, das Einverständnis des Kaisers mit der Hochzeit einzuholen. Die Freunde versprechen, immer füreinander einzustehen.

Tito nimmt die Huldigungen Roms und seiner Provinzen entgegen, lehnt jedoch den Bau eines Tempels zu seinen Ehren ab. Er ordnet an, die Mittel für den Tempelbau besser auf die Hilfe für die Betroffenen eines verheerenden Vulkanausbruchs zu verwenden.

Allein mit Annio und Sesto, weiht Tito sie in seine geänderten Heiratspläne ein: Unter den Römerinnen habe er Servilia zur Gattin gewählt. Dadurch wolle er auch den Freund Sesto noch enger an sich binden. Tito bemerkt Sestos Befangenheit und erklärt ihm, unter der Macht zu leiden, solange er nicht andere glücklich machen könne.

Servilia erfährt durch Annio von Titos Entscheidung. Annios Versuch, Servilia einzig als Untertan zu begegnen misslingt, da ihn seine Zuneigung zu ihr überwältigt. Beide beteuern einander lebenslange Liebe und Treue. Daraufhin gesteht Servilia Tito ihre Gefühle für Annio. Der Kaiser reagiert anders als erwartet: Dankbar preist er ihren Mut, ihm die Wahrheit zu sagen und gibt dem Bund zwischen Annio und Servilia seinen Segen.

Noch im Glauben, Servilia sei die zukünftige Kaiserin, fühlt sich Vitellia durch Titos Wahl erneut von ihm gedemütigt. Sie stachelt Sesto an, zur Tat zu schreiten und das Zeichen zum Umsturz zu geben. Ganz im Bann ihrer Schönheit, gelobt Sesto Vitellia, ihre Rache auszuführen.

Titos Präfekt Publio und Annio unterrichten Vitellia von Titos neuerlicher Entscheidungsänderung: Die Wahl zur Gattin und Kaiserin ist nun auf Vitellia gefallen. Panisch versucht sie, Sesto zurückzurufen, doch dafür ist es zu spät. Annio und Publio halten ihre Aufregung für den Ausdruck übergroßer Freude.

Unterdessen lähmen Sesto Zweifel, ob er Tito tatsächlich ermorden soll. Er ringt sich dazu durch, den Anschlag aufzuhalten. Doch seine Komplizen haben bereits das Kapitol in Brand gesetzt. Sesto stürmt zu Tito in den Palast. Wenig später kommt er mit einer Schreckensnachricht zurück: Tito wurde ermordet. Bevor er den Namen des Täters nennen kann, schneidet ihm Vitellia das Wort ab. Alle brechen in Klage über den Tod des Kaisers aus.

Zweiter Akt

Freudig überbringt Annio Sesto die Nachricht, dass Tito lebe: Im Tumult der Ereignisse wurde aufgrund einer Verwechslung jemand anderes als Tito zum Opfer des Anschlags. Sesto gesteht Annio, Anführer der Verschwörung gewesen zu sein. Annio hält ihn davon ab, aus Rom zu fliehen. Als treuer Diener Titos soll er seinen guten Willen beweisen.
Vitellia hingegen, die fürchtet von Sesto verraten zu werden, drängt ihn zur Flucht. Publio verhaftet Sesto, auf den bereits schwerer Verdacht gefallen ist. Sesto nimmt von Vitellia mit dem Schwur Abschied, bis zur Stunde des Todes an sie zu denken.

Tito sucht nach dem Brand die Nähe zum Volk und zeigt sich seinen Untertanen. Ungeduldig wartet er auf den Ausgang von Sestos Verhör durch den Senat. Er will nicht an die Schuld Sestos glauben. Publio ermahnt den Kaiser wegen seiner Vertrauensseligkeit. Kurz darauf überbringt er die Nachricht von Sestos Geständnis sowie das Todesurteil zur kaiserlichen Unterschrift. Annio fleht Tito um Gnade für Sesto an. Tito befiehlt, dass man ihn allein lasse. Wenn auch tief verletzt von Sestos Verrat, zögert er, das Todesurteil zu unterschreiben. Er beschließt, Sesto noch einmal selbst zu befragen.

Unter vier Augen fordert er Sesto auf, sich ihm als Freund anzuvertrauen. Beschämt gesteht Sesto seine Schuld ein, doch da er Vitellia nicht verraten will, begegnet er Titos Fragen nach den Motiven seiner Tat mit Schweigen. Wütend lässt Tito Sesto zur Hinrichtung abführen. Sesto erklärt ihm, den Tod nicht zu fürchten, aber unter dem Ende ihrer Freundschaft zu leiden.

Tito ringt mit seinem Gewissen, dann beschließt er seiner Politik der Nachsicht treu zu bleiben und zerreißt das Todesurteil.

Inzwischen appellieren Annio und Servilia an Vitellias Mitgefühl: Als zukünftige Kaiserin soll sie bei Tito um Gnade für Sesto bitten. Vittellia muss erkennen, dass Sesto sein Wort gehalten hat. Berührt von seiner Liebe beginnt sie zu weinen. Servilia fordert sie auf, den Tränen Taten folgen zu lassen.

Vitellia wird sich ihrer Verantwortung für Sestos Leben bewusst. Sie beschließt, Tito ihre Schuld zu gestehen, doch zuvor verabschiedet sie ihre Hoffnungen auf den Ruhm und beklagt den ihr drohenden Ehrverlust.

Die Römer warten auf die öffentliche Hinrichtung Sestos. Als Tito das Urteil über Sesto verkünden will, unterbricht ihn Vitellia mit ihrem Geständnis, Sesto zum Mordanschlag getrieben zu haben. Der verblüffte Tito zeigt sich von allen enttäuscht, weicht aber nicht von seinem bereits gefassten Beschluss ab: Seine Güte soll mächtiger als die Bosheit seiner Untergebenen sein. Er begnadigt alle Täter und wird als Wohltäter Roms gefeiert.

Premiere von Wolfgang Amadeus Mozarts "La clemenza di Tito" am 10. Februar 2014 im Nationaltheater

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Biografien

Ivor Bolton studierte an der Cambridge University, am Royal College of Music und am National Opera Studio in London. Anschließend war er Musikdirektor der English Touring Opera, der Glyndebourne Touring Opera und Chefdirigent des Scottish Chamber Orchestra. Gastdirigate führten ihn u. a. nach Wien, Zürich, Frankfurt, Paris, London, New York, Amsterdam, Dresden, Leipzig, San Francisco, Buenos Aires und Barcelona sowie zu den Festspielen in Glyndebourne, Aix-en-Provence und seit 2000 jährlich nach Salzburg. 2004 wurde er Chefdirigent des Mozarteum-Orchesters Salzburg. Seit dessen Gründung im Jahr 2012 ist er musikalischer Leiter des Dresdner Festspielorchesters, seit 2015 außerdem Musikdirektor am Teatro Real in Madrid. (Stand: 2017)

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