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Komische Oper in drei Aufzügen

Komponist Richard Strauss · Stefan Zweig frei nach "Epicoene or The silent woman" (1609) von Ben Jonson
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Mittwoch, 15. November 2017
19.00 Uhr – 22.30 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 3 Stunden 30 Minuten · Pausen zwischen 1. Akt und 2. Akt (ca. 19.50 - 20.20 Uhr) zwischen 2. Akt und 3. Akt (ca. 21.20 - 21.45 Uhr)

Junges Publikum

Freier Verkauf · Serie 52

Preise I, € 100 /88 /73 /56 /40 /25 /12 /9

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Besetzung

Musikalische Leitung
Stefan Soltesz
Inszenierung
Barrie Kosky
Bühne und Kostüme
Esther Bialas
Licht
Benedikt Zehm
Dramaturgie
Olaf A. Schmitt
Chor
Sören Eckhoff

Sir Morosus
Lars Woldt
Haushälterin
Okka von der Damerau
Der Barbier
Nikolay Borchev
Henry Morosus
Pavol Breslik
Aminta
Brenda Rae
Isotta
Elsa Benoit
Carlotta
Tara Erraught
Morbio
Christian Rieger
Vanuzzi
Peter Lobert
Farfallo
Callum Thorpe
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper

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Jähzorn und unberechenbare Gewaltausbrüche bestimmen den Alltag des wohlhabenden Morosus, der auf alle Klänge und Geräusche seiner Umgebung äußerst empfindlich reagiert, seien es Glockenläuten oder die Musik der Operntruppe seines plötzlich auftauchenden Neffen Henry. Beinahe erschlägt er seine Haushälterin und enterbt seinen Neffen, weil sich dieser der Kunst gewidmet hat. Um trotzdem an sein Geld zu kommen, erfinden der schlaue Barbier und Henrys Operntruppe ein perfides Spiel um eine schweigsame Frau, die Morosus heiraten soll, ihm aber zum Albtraum wird.

Als erste Oper nach dem Tod von Hugo von Hofmannsthal komponierte Richard Strauss die Bearbeitung von Ben Jonsons The silent woman durch Stefan Zweig und sah das Werk als seine einzige komische Oper an. 

 

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Erster Aufzug

Sir Morosus reagiert empfindlich und aggressiv auf jedes Geräusch. Die einzig geduldeten Personen in seiner Umgebung sind seine Haushälterin, die seit siebzehn Jahren bei ihm lebt und insgeheim hofft, seine Liebe zu gewinnen, sowie sein Barbier. Als Morosus des Geschwätzes seiner Haushälterin wieder einmal überdrüssig wird, schlägt ihm der Barbier vor, eine schweigsame Frau zu heiraten, die er ihm besorgen könne. In diesem Moment verschafft sich Henry Morosus, der totgeglaubte Neffe, Einlass und wird von seinem Onkel leidenschaftlich begrüßt und zu dessen Erben ernannt. Henry wird allerdings von seiner Operntruppe begleitet, die mit großem Lärm hereinkommt, darunter seine Frau Aminta, Isotta, Carlotta, Morbio, Vanuzzi und Farfallo. Morosus muss erfahren, dass sein Neffe ein Sänger ist, enterbt ihn kurzerhand wieder, beleidigt die Operntruppe und fordert den Barbier auf, ihm bis zum nächsten Tag eine schweigsame Frau zu bringen. Allein mit den Künstlern erläutert ihnen der Barbier Morosus’ Lärmempfindlichkeit, die von einer traumatischen Erfahrung während seiner Zeit als Matrose herrührt. Er fasst den Plan, mit Hilfe der Operntruppe Morosus scheinbar eine schweigsame Frau heiraten zu lassen, die sich nach der Hochzeit als Furie entpuppt, so dass er sie wieder loswerden möchte. Eine gleichfalls gespielte Scheidung ließe so die Truppe und natürlich auch den Barbier an das reichlich vorhandene Geld kommen, das Morosus im Keller hütet.

Zweiter Aufzug

Herausgeputzt von seiner Haushälterin erwartet Morosus drei Damen, die ihm der Barbier als Heiratswillige präsentiert. Carlotta tritt als dummes Landmädchen auf, Isotta als hochgebildetes Plappermaul, einzig Aminta weiß als schüchterne Timidia die Vorstellungen Morosus’ zu erfüllen. Mit Hilfe Vanuzzis als Priester und Morbios als Notar wird Morosus mit ihr verheiratet. Angeführt von Farfallo brechen mit großem Lärm die anderen Gaukler als ehemalige Matrosen herein, die ihrem Genossen gratulieren wollen. Morosus muss sich machtlos dem Getöse aussetzen. Endlich mit Aminta/Timidia allein, versucht er ihre stille Traurigkeit zu ergründen. Als er immer zudringlicher wird, fordert sie lautstark ihre Ruhe und richtet Chaos in der Wohnung an, um den alten Muff zu beseitigen. Henry eilt Morosus schließlich zur Hilfe, wirft die vermeintliche Timidia hinaus und beruhigt seinen Onkel mit der Aussicht, für den nächsten Tag die Scheidung vorzubereiten.

Dritter Aufzug

Mit großem Lärm hat Aminta/Timidia die Wohnung umgestaltet und einen Papageien einziehen lassen. Den flehentlichen Bitten der Haushälterin nach Ruhe zum Trotz lässt sie ein Cembalo hereinbringen, Henry und Farfallo treten als Gesangslehrer und Musiker auf. Gemeinsam mit Henry singt Aminta/Timidia zwei Bravourstücke der italienischen Oper. Morosus ist verzweifelt. Vanuzzi und Morbio treten als Scheidungsrichter auf und suchen mit gespielter Umständlichkeit nach einem rechtmäßigen Trennungsgrund. Der Barbier glaubt ihn schließlich in Timidias vorehelicher Beziehung gefunden zu haben und führt Henry als Zeugen herein. Timidia streitet dies ab, Henry sieht durch das Spiel die Ernsthaftigkeit von Amintas Liebe gefährdet. Da die Unschuld Timidias nicht Gegenstand des Ehevertrags war, muss Morosus seine vermeintliche Gattin behalten und bricht entsetzt zusammen. Endlich beendet Henry das grausame Spiel und klärt seinen verwirrten Onkel auf. Morosus lacht über sich selbst und nimmt die Operntruppe bei sich auf. Er sieht sich geläutert und genießt beseelt die Ruhe in sich.

Premiere von Richard Strauss' "Die schweigsame Frau" am 20. Juli 2010 im Prinzregententheater

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Biografien

Stefan Soltesz, geboren in Ungarn, studierte Dirigieren, Komposition und Klavier an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst bei Hans Swarowsky. Nach Stationen als Dirigent in Wien und Graz und als musikalischer Assistent von Karl Böhm, Christoph von Dohnányi und Herbert von Karajan bei den Salzburger Festspielen war er ständiger Dirigent der Hamburgischen Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin sowie GMD am Staatstheater Braunschweig. Von 1992 bis 1997 hatte er die Position des Chefdirigenten der Flämischen Oper Antwerpen/Gent inne. Seit 1997 ist er GMD der Essener Philharmoniker und Intendant des Aalto-Musiktheaters, das 2008 von der Zeitschrift Opernwelt zum Opernhaus des Jahres ernannt wurde. Gastdirigate führen ihn regelmäßig an alle großen Opernhäuser Deutschlands, nach Wien, Paris, Zürich, Amsterdam, London, zu den Festivals in Aix-en-Provence und Savonlinna sowie nach Buenos Aires, Japan und in die USA. Dirigat an der Bayerischen Staatsoper 2012/13: Falstaff.

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Fundstücke (4)

Im Grunde handelt es sich bei diesem Foto ja um gar kein „Fundstück“. Auch, wenn es aussieht, als hätten wir dieses Bild aus unserem Archiv gefischt, ist es neuesten Datums. Wer nämlich etwas genauer hinschaut, erkennt darauf Diana Damrau und Steven Humes. Und zwar in welcher Oper? mehr lesen

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