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Komponist Carl Vine

Mittwoch, 04. April 2007
19.30 Uhr – 22.00 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 30 Minuten

Preise F

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Besetzung

Musikalische Leitung
Myron Romanul
Choreographische Mitarbeit
Janet Vernon
Choreographie
Graeme Murphy
Bühne und Kostüme
Roger Kirk
Video-Projektionen
Jason Lam
Licht
Christian Kass

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Die silberne Rose ist das zentrale Requisit, Symbol der Liebe - in der Oper wie im Ballett. Als Oper ein Publikumsliebling, eignet sich der Stoff des "Rosenkavaliers" nach Hugo von Hofmannsthals Vorlage durchaus auch für die Ballettbühne. Der Australier Graeme Murphy, der zum ersten Mal in Deutschland kreiert, ist nicht nur Choreograph, sondern auch ein hervorragender Dramaturg und ein Meister feiner Aktualisierung. Sein Ballett zur Musik seines Landsmanns Carl Vine dreht sich wie das Original um eine kluge, schöne, verheiratete Frau in mittleren Jahren, die ganz unnötigerweise um Jugendlichkeit und Attraktivität zu bangen beginnt, und darum, ihren Liebhaber an eine Jüngere zu verlieren. Roger Kirk hat dazu ein Jugendstil-Ambiente geschaffen, in dem Liebe und Erotik, Intrige und Eifersucht Blüten treiben - Happy End inbegriffen.

 

1. Akt
Die Marschallin, eine berühmte Schauspielerin, wacht aus quälenden Alpträumen auf. Erleichtert erblickt sie ihren Geliebten Oktavian neben sich. Ihre aufflammende Leidenschaft wird gestört durch den Einbruch des Alltags - ihre Dienstboten betreten einer nach dem anderen das Schlafzimmer, um die Schauspielerin für einen wichtigen Fototermin und ein Interview mit einem aufdringlichen Paparazzi-Paar vorzubereiten. Oktavian bleibt nichts anderes übrig, als sich zu verstecken. Mitten in den Termin hinein platzt mit viel Aufhebens Baron Ochs, ein Impresario, der stolz allen Anwesenden das Porträt seiner Verlobten Sophie von Faninal präsentiert, zusammen mit einer silbernen Rose, die er ihr zur Verlobung schenken wird.
Der Baron sucht verzweifelt einen standesgemäßen jungen Mann, der traditionsgemäß die Rose überreichen soll. Die Marschallin schlägt kurzerhand Oktavian vor, der bei der Nachricht hinter seinem Wandschirm schier ohnmächtig wird. Baron Ochs dagegen ist entzückt von dem Vorschlag und in seiner tölpelhaften Freude stößt er den Wandschirm um, hinter dem sich Oktavian - in weiser Voraussicht als Kammerzofe verkleidet - versteckt hat. Als Baron Ochs das hübsche Wesen erblickt, ist die Verlobte mitsamt der Rose vergessen - mit verliebtem Gehaben stellt er ungeniert der "Kammerzofe" nach, bis die Marschallin eingreifen und Ochs bitten muss, zu gehen.

Allein mit der Geliebten, versucht Oktavian, die Leidenschaft wieder anzufachen. Aber die Marschallin ist melancholischer Stimmung und bittet Oktavian, sie allein zu lassen.


2. Akt
Im Palast Faninal ist das Verlobungsfest in vollem Gange. Eine Fanfare erklingt, und Baron Ochs betritt den Saal zusammen mit seinem Liebesboten Oktavian, der die Rose für Faninals Tochter Sophie in Händen hält. Oktavian geht zu Sophie, um ihr die Rose zu überreichen, blickt ihr tief in die Augen - und es ist um beide geschehen…! Baron Ochs, dem diese "Liebe auf den ersten Blick" nicht verborgen geblieben ist, versucht, die ganze Zeremonie zu beschleunigen, dabei Sophie von Oktavian fernzuhalten und gleichzeitig Oktavian aus dem Saal zu drängen. Dann beeilt er sich, um schnellstens den Ehevertrag mit Faninal zu unterzeichnen.
Sophie, allein zurückgelassen, gibt sich ihrem Liebeskummer hin, während nebenan die Feier weitergeht. Oktavian schleicht sich zurück zu ihr und beide umarmen und küssen sich leidenschaftlich. Die zwei Paparazzi werden Zeugen dieser intimen Begegnung, informieren umgehend den Baron und verlangen Bezahlung für ihre Dienste. Aber der Baron lehnt ab. Noch einmal versucht er, Oktavian mit Hilfe zweier Polizisten aus dem Weg zu schaffen, allerdings ohne Erfolg, stattdessen aber mit erheblichen Blessuren.
Faninal erscheint und verspricht alles, um den Baron zu beruhigen. Erneut sichert er ihm die Hand seiner Tochter Sophie zu. Aber erst der Auftritt der "Kammerzofe" und die Aussicht auf ein Rendez-vous mit ihr sind geeignet, die Stimmung des Barons zu heben.


3. Akt
Oktavian wartet in einem Gasthaus ungeduldig auf das Eintreffen des Barons. Die Paparazzi, jetzt mit Oktavian im Bunde, haben gemeinsam mit dem Wirt und seinen Angestellten einen Racheplan gegen den Baron vorbereitet und reiben sich schon die Hände angesichts des Spaßes, der sie erwartet. Oktavian ist sorgfältig als "Kammerzofe" gekleidet. Auf ein Zeichen des Wirts verschwinden alle auf ihre Plätze und Baron Ochs betritt den Gastraum in freudiger Erwartung seines Rendez-vous. Er schickt den Wirt fort und die Verführung beginnt - aber nicht ganz so, wie der Baron sich das vorgestellt hatte. Seltsame Dinge gehen vor, eine Kette merkwürdiger Begebenheiten verwirren den Baron zusehends, das Geschehen gipfelt schließlich in der Ankunft von Sophie, Faninal, einer mysteriösen Frau mit drei schreienden Kindern, die vorgibt, die Ehefrau des Barons zu sein, und zwei Polizisten. In diesem Tumult erscheint die Marschallin, beruhigt die aufgeregten Anwesenden und mahnt den Baron diplomatisch, einen Rest Würde zu bewahren. Gleichzeitig bittet sie nun Faninal um seine Zustimmung zur Verbindung der beiden jungen Liebenden, Oktavian und Sophie. Ganz Schauspielerin, versichert sie auch Oktavian ihres Einverständnisses mit seiner Wahl. Erleichtert und glücklich geht das junge Paar davon. Die Marschallin belibt mit ihren Erinnerungen zurück.

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Biografien

In Baltimore geboren, gab Myron Romanul bereits im Alter von elf Jahren sein Debüt als Solopianist mit dem Boston Symphony Orchestra.

Er studierte in Boston, wo er als Solist sowie als Mitglied des Boston Symphony Orchestra und des Boston Pops Orchestra mit Seiji Ozawa, Kurt Mazur, Arthur Fiedler, John Williams und anderen arbeitete. Im Jahr 1973 wurde Romanul mit dem New England Conservatory Ragtime Ensemble mit dem Grammy Award für "Best Classical Chamber Music" ausgezeichnet.

Nach Aufgaben als Assistant Music Director an der Boston Lyric Opera sowie als Erster Dirigent des Boston Ballet war er von 1985 bis 1990 Dirigent und Solopianist des Stuttgart Balletts. Danach arbeitete er als 2. Kapellmeister und Assistenz-Generalmusikdirektor am Badischen Staatstheater Karlsruhe (1990-1994), als 1. Kapellmeister und Stellvertretender Generalmusikdirektor am Stadttheater Mainz (1994-1997) sowie als 1. Kapellmeister am Aalto Theater Essen. Hinzu kamen Gastdirigate innerhalb Deutschlands und anderen Ländern. Zurzeit ist Myron Romanul Principal Conductor des Central Massachusetts Symphony Orchestra und Gastdirigent am Opéra national du Rhin und in Metz, beide in Frankreich und am His Majesty's Theater in Perth, Australien.

Seit 1987 leitet Myron Romanul Aufführungen der Bayerischen Staatsoper und des Balletts. Für das Bayerische Staatsballett dirigierte Romanul unter anderem Der Widerspenstigen ZähmungOneginDon Quijote, Balanchines Brahms-Schönberg Quartett, Jacopo Godanis After DarkDer NussknackerRomeo und Julia und La Bayadère. Er übernahm darüber hinaus die musikalische Leitung zahlreicher Premieren wie Die Silberne RoseBombana/Simon/Godani und Le Corsaire, Terence Kohlers Helden, Den Abend Der gelbe Klang und Le Sacre du printemps.

(Stand: April 2018)

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