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Oper in vier Akten

Komponist Bernd Alois Zimmermann · Libretto vom Komponisten nach dem gleichnamigen Drama von Jakob Michael Reinhold Lenz
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Sonntag, 25. Mai 2014
19.00 Uhr – 21.35 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 35 Minuten · 1 Pause zwischen und (ca. 20.03 - 20.33 Uhr)

Preise M

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  • Ausstattungspartner der Bayerischen Staatsoper

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Besetzung

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko
Inszenierung
Andreas Kriegenburg
Bühne
Harald B. Thor
Kostüme
Andrea Schraad
Licht
Stefan Bolliger
Klangregie
Wolfram Nehls
Choreographie
Zenta Haerter
Kostümassistenz
Sophie Leypold
Bühnenbildassistenz
Thomas Bruner
Produktionsdramaturgie
Malte Krasting

Wesener
Christoph Stephinger
Marie
Barbara Hannigan
Charlotte
Okka von der Damerau
Wesners alte Mutter
Hanna Schwarz
Stolzius
Michael Nagy
Stolzius´ Mutter
Heike Grötzinger
Obrist
Tareq Nazmi
Desportes
Daniel Brenna
Ein junger Jäger
Steve Pucker
Pirzel
Kevin Conners
Eisenhardt
Christian Rieger
Haudy
Tim Kuypers
Mary
Wolfgang Newerla
1. Offizier
Peter Tantsits
2. Offizier
David Sitka
3. Offizier
Dean Power
Die Gräfin de la Roche
Nicola Beller Carbone
Der junge Graf
Alexander Kaimbacher
Andalusierin
Makoto Sakurai
1. Fähnrich
Daryl Jackson
2. Fähnrich
Steve Pucker
3. Fähnrich
Christian Prager
Madame Roux
Karin Kreitner
Der Bediente
Johannes Terne
Der junge Fähnrich
Matthias Bein
Der betrunkene Offizier
Manuel Adt
1. Hauptmann
Eric Price
2. Hauptmann
Frederic Jost
3. Hauptmann
Niklas Mallmann
  • Bayerisches Staatsorchester
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Mehr dazu

„Gestern, heute und morgen“ definierte Bernd Alois Zimmermann die Handlungszeit seiner 1965 in Köln uraufgeführten Oper nach dem Drama des Sturm und Drang-Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz. Schon Lenz war der Theaterästhetik seiner Zeit weit voraus und propagierte in seinen theoretischen Schriften die Auflösung der Einheit von Zeit, Ort und Handlung. Zimmermann schuf ein multimediales Musiktheater, bei dem sich durch das Neben- und Miteinander von riesigem Orchester, Bühnenmusik, Jazz-Combo, Elektronik, Tonband und Lautsprechern und durch die Mittel von Filmprojektion und Simultanbühne Handlungsebenen überlagern und Einzelschicksale sich in einem größeren Panorama der Zerstörung, von Vergewaltigung, Selbstmord und Mord spiegeln.

Das Bürgermädchen Marie Wesener wechselt von Verehrer zu Verehrer, allesamt aus der Reihe der Offiziere und Soldaten, bis ihr der Ruf der Flatterhaftigkeit anhängt und sie zum Freiwild für die männliche Lust wird. Sie endet als Hure und Bettlerin. Ihr Fall kulminiert in Schreckensvisionen einer Jahrhunderte überspannenden Verrohung des Menschen, in das apokalyptische Bild einer endlosen Spirale sich wiederholender Zwänge und der Gewalttätigkeit des Menschen.

 

Die Handlung
in den Worten des Komponisten


Marie, die Tochter des Galanteriehändlers Wesener, ist mit dem Tuchhändler Stolzius verlobt. Der Baron Desportes, ein junger Offizier in französischen Diensten, macht dem jungen Bürgermädchen den Hof, und es gelingt ihm, die Sympathie Mariens zu gewinnen. Wesener selbst senkt Hoffnungen auf Standesehren in das Herz seiner Tochter, welche jedoch nichtsdestoweniger von bangen Vorahnungen befallen wird angesichts dessen, was auf sie zukommt. Die mit Desportes befreundeten Offiziere laden Stolzius, der das Regiment mit Stoffen beliefert, ins Kaffeehaus und machen ihn in verletzender und schamloser Weise auf die zwischen Desportes und Marie bestehenden Beziehungen aufmerksam. Der enttäuschte Stolzius schreibt einen Brief an Marie, welche ihrerseits enttäuscht ist und schließlich ihr Herz den Werbungen Desportes’ öffnet. Derweil amüsieren sich die Offiziere auf ihre Weise, und vergebens versuchen der Feldprediger Eisenhardt und der in der Stumpfsinnigkeit des Militärdienstes wunderlich gewordene Hauptmann Pirzel, darob eine Zielscheibe des Spottes seiner Kameraden, der Skrupellosigkeit, Verderbtheit und schrankenlosen Genusssucht im Regiment zu steuern. Als Marie Desportes lästig wird, schiebt er die im Stich Gelassene seinen Freunden zu. Stolzius tritt in das Regiment ein, um die Vorgänge um Marie im Auge behalten zu können: er wird der Bursche eines Freundes von Desportes. Gequält und niedergedrückt muss er zusehen, wie Marie von Fall zu Fall mehr zur „Soldatenhure“ wird, wie es seine empörte Mutter ausdrückt. Als der Sohn der Gräfin de la Roche sich ebenfalls in Marie verliebt, nimmt die Gräfin das Mädchen in ihr Haus auf, um sie vor den Nachstellungen der Offiziere zu schützen und gleichzeitig ihren Sohn vor Torheit zu bewahren. Marie versucht jedoch immer wieder, mit Desportes in Verbindung zu kommen. Dieser entledigt sich endgültig ihrer, indem er sie an seinem vorgeblichen Aufenthaltsort seinem Jäger in die Hände spielt. Entehrt und zerbrochen geht sie auf die Straße, während die Gräfin, ihr Vater und ihre Familie sie vergeblich suchen. Stolzius rächt seine Braut, indem er Desportes vergiftet und selbst an Gift stirbt. – Eines Tages bettelt ein Straßenmädchen Wesener an. Wesener erkennt seine Tochter nicht.

Bernd Alois Zimmermann

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Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem dortigen Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich sehr rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra National de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York und 2005 an der Oper Frankfurt. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa (Inszenierung: Barbara Frey). In Frankfurt interpretierte er Pfitzners Palestrina (Inszenierung: Harry Kupfer) und Puccinis Tosca (Inszenierung: Andreas Kriegenburg). Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.

Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehaben wird. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne Schatten, La clemenza di Tito, Die Soldaten, Lucia di Lammermoor, Lulu, South Pole und Die Meistersinger von Nürnberg geleitet und unter anderem die Wiederaufnahme von Der Ring des Nibelungen dirigiert. 

Kirill Petrenko wurde im Juni 2015 zum zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt; diese Position wird er im Herbst 2019 antreten. In der Spielzeit 2016/17 leitet Kirill Petrenko die Neuinszenierungen von Lady Macbeth von Mzensk und Tannhäuser. Außerdem dirigiert er ein breites Repertoire: Die Meistersinger von Nürnberg, Der Rosenkavalier, South Pole, Die Fledermaus, Die Frau ohne Schatten, sowie drei Akademiekonzerte.

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Klappern, Klopfen, Gläserklirren

Sage und schreibe 43 Schlagzeuger sitzen bei unserer Neuproduktion von Bernd Alois Zimmermanns Die Soldaten im Orchestergraben, auf und hinter der Bühne. Kristin Häring hat drei von ihnen, die als „Tischklopfer“ auftreten, vor einer Aufführung begleitet. mehr lesen

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