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Komische Oper in drei Akten (1866)

Komponist Bedřich Smetana · Libretto von Karel Sabina
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln | Neuproduktion

Dienstag, 25. Dezember 2018
18.00 Uhr
Nationaltheater

Einführung: 17.00 Uhr

Freier Verkauf · Serie 45

Preise M , € 193 /168 /- /- /90 /- /- /14

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Premiere am 22. Dezember 2018

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Besetzung

Musikalische Leitung
Tomáš Hanus
Inszenierung
David Bösch
Bühne
Patrick Bannwart
Kostüme
Falko Herold
Licht
Michael Bauer
Chor
Sören Eckhoff
Dramaturgie
Rainer Karlitschek
Dramaturgie
Lukas Leipfinger

Kruschina, ein Bauer
Oliver Zwarg
Kathinka, seine Frau
Helena Zubanovich
Marie, beider Tochter
Selene Zanetti
Micha, Grundbesitzer
Kristof Klorek
Agnes, seine Frau
Irmgard Vilsmaier
Wenzel, beider Sohn
Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
Hans, Michas Sohn aus erster Ehe
Pavol Breslik
Kezal, Heiratsvermittler
Günther Groissböck
Springer, Direktor einer wandernden Künstlertruppe
Ulrich Reß
Esmeralda, Tänzerin
Anna El-Khashem
Muff, ein als Indianer verkleideter Komödiant
Oğulcan Yilmaz
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper

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Mehr dazu

Seine Liebe durchzusetzen gegen den Willen der Eltern ist gerade auf dem Land schon schwer genug. Vor allem, wenn man selbst als Fremder gilt, es schlechte Verabredungen der Schwiegereltern gibt und viel Geld im Spiel ist. Doch was Hans mit dem Heiratsvermittler Kecal aushandelt, ohne es mit seiner Geliebten Marie abzusprechen, verlangt schon eine Chuzpe besonderer Art und geht auch beinahe schief: die Geliebte zu verschachern an eine bestimmte Person, die man durch einen rhetorischen Kniff selbst ist – das wirkt nur vom Ende her gut gedacht. Was wieder einmal beweist: Die Komödie ist nur eine im letzten Moment verhinderte Tragödie.

Die Story aus Smetanas Erfolgsoper Die verkaufte Braut aus dem Jahre 1866 entwickelte sich über einen Umweg weltweit zum Schlager – nicht die originale tschechische Version gelangte ins Repertoire, sondern vor allem die deutsche Übersetzung von Max Kalbeck, die richtige Gassenhauerqualitäten hat. Und das Spiel zwischen Ernst und Komödie ist wie geschaffen für den Regisseur David Bösch, der sich einlässt auf „… die eine, die hat Dukaten, hat Dukaten…“

 

ERSTER AKT
In einem Dorf wird zur Zeit der Kirchweih im Frühling ausgelassen gefeiert. Die Bewohner preisen die Freuden der Liebe in jungen Jahren und warnen vor der Monotonie, die sich im Eheleben allzu schnell einstelle. Marie beklagt sich bei ihrem Geliebten Hans, dass sie auf Geheiß ihrer Eltern noch am selben Tag einen ihr bisher unbekannten Mann heiraten soll. Hans versucht, Marie zu beruhigen und ermutigt sie dazu, sich gegen den Wunsch ihrer Eltern zu wehren. Marie lässt sich nicht aufheitern und beschwört Hans gegenüber ihre Liebe zu ihm: Für alle Zeiten bleibe sie die Seine, wenn ihre Eltern sie nicht zu der Hochzeit mit einem anderen Mann zwingen würden. Hansʼ Gelassenheit verleitet Marie zu dem Vorwurf, dass er es gar nicht ernst mit ihr meine. Sie fragt ihren Geliebten nach seiner Herkunft und Vergangenheit, und Hans entgegnet, dass er aus wohlhabendem Hause komme. Nach dem Tod seiner Mutter habe sein Vater sich eine neue Frau genommen, und Hans sei vom Hof verjagt worden. Hans beklagt den Tod seiner Mutter und wird von Marie getröstet. Die beiden versichern sich ihrer Liebe zueinander. Maries Eltern Kruschina und Kathinka beraten sich mit dem Heiratsvermittler Kezal. Dieser lobt seine eigenen Vermittlungskünste und versichert Maries Eltern gegenüber die Rechtmäßigkeit der über Maries Kopf hinweg geplanten Hochzeit. Kezal erinnert Kruschina daran, dass er bereits vor Jahren Tobias Micha versprochen habe, dessen Sohn die eigene Tochter zur Frau zu geben. Kathinka schilt ihren Mann, ohne Maries Zustimmung eine Ehe arrangiert zu haben. Marie will nicht klein beigeben. Während Kruschina und Kezal zur Ehe drängen, bekennt sie offen ihre Liebe zu Hans. Den unterschriebenen Vermittlungsvertrag zwischen Kezal und ihrem Vater erkennt sie nicht an. Kezal rät Kruschina zu einem Treffen mit Tobias Micha, um die Situation unter Vätern auszudiskutieren. Die Dorfbewohner betrinken sich und tanzen. 

ZWEITER AKT 
Während die Männer dem Bier fröhnen, trinkt Hans auf sein Liebesglück. Kezal beschwört den Wert des Geldes. Tobias Michas Sohn Wenzel ist von dem Auftrag seiner Mutter, loszuziehen und seine Braut Marie abzuholen, sichtlich überfordert. Er trifft auf Marie, die ihn gleich als den designierten Bräutigam erkennt. Inkognito warnt sie Wenzel vor der zukünftigen Braut. Diese liebe einen anderen Mann und werde Wenzel zu Tode quälen. Sie erfindet eine geheime Verehrerin Wenzels und entlockt ihm einen Schwur: Wenzel werde Marie als Braut freigeben und ihr nicht mehr nahekommen. Kezal versucht, Hans zur Trennung von Marie zu bewegen. Erneut preist der Heiratsvermittler das Geld als höheres Gut denn die Liebe und verspricht Hans eine andere Frau mitsamt großem Vermögen. Hans sträubt sich, worauf Kezal ihm Geld bietet, um Marie dem Sohn des Tobias Micha zu überlassen. Für 300 Gulden willigt Hans in einen Vertrag mit diesem Wortlaut ein. Insgeheim triumphiert Hans: Er ist sich sicher, die Weichen für die Hochzeit mit Marie gestellt zu haben. Kezal verkündet vor den Dorfbewohnern die mit Hans getroffenen Vereinbarungen. Dass jemand seine Braut für Geld verkaufen könne, versetzt diese und Kruschina in Empörung. 

DRITTER AKT 
Ein Wanderzirkus unterbricht den zu Tode betrübten Wenzel in seinen Grübeleien über die Schwierigkeiten der Liebe. Der Zirkusdirektor kündigt die Höhepunkte des Programms an: die Tänzerin Esmeralda, einen Indianerhäuptling, einen Kannibalen und als Hauptattraktion einen Bären aus Amerika. Doch Muff, der Indianerdarsteller, erzählt dem Direktor, dass sich der Bärendarsteller im Wirtshaus betrunken habe und nicht mehr einsatzbereit sei. Ein Ersatz sei nicht zu finden – niemand würde in das Bärenkostüm passen. Da fällt ihnen Wenzel auf: Der habe doch genau die richtige Statur. Der Zirkusdirektor wittert seine Chance und lädt Wenzel ein, in die Zirkustruppe einzutreten: Wenn er den Bären spiele und im Kostüm tanze, bekomme er Esmeralda zur Frau. Wenzel vergisst schnell seine Bedenken, dass er nicht tanzen könne und seine Mutter ihn für einen solchen Auftritt tadeln würde, als Esmeralda ihm schöne Augen macht. Seinen Eltern Agnes und Tobias Micha gegenüber will Wenzel nichts mehr von der Verlobung mit Marie wissen. Marie ist entsetzt, weil ihr Hansʼ angeblicher Verrat zu Ohren gekommen ist. Kezal bestätigt ihre Befürchtungen mit Verweis auf den von Hans unterschriebenen Vertrag. Kathinka und Kruschina raten ihrer Tochter zur Verlobung mit Wenzel. Dieser will Marie jettzt sofort heiraten, erkennt er in ihr doch das charmante Mädchen, das ihm zuvor den Verzichtsschwur abgenommen hatte. Marie beklagt einsam das verlorene Liebesglück mit Hans. Sie will von ihm nichts mehr wissen und lässt ihn gar nicht erst zu Wort kommen, als er versucht, den Vertrag mit Kezal zu erklären. Kezal will nun endlich den Verkauf der Braut zum Abschluss bringen. Marie ist schockiert, dass Hans dazu bereit ist. Zur allgemeinen Verwunderung erkennt Tobias Micha in Hans seinen verschollenen Sohn. Hansʼ Plan geht auf: Da er selbst Sohn des Tobias Micha ist, hat er Marie nicht an einen anderen verkauft. Marie soll sich also zwischen Wenzel und ihm entscheiden, was ihr leicht fällt: Sie wählt Hans. Die Eltern des Brautpaares machen sich über Kezals Versagen lustig, während dieser seinen Verlust an Glaubwürdigkeit beklagt. Plötzlich verbreitet sich die Nachricht über einen entlaufenen Bären. Unter dem Bärenkostüm gibt sich jedoch Wenzel zu erkennen, der nun endgültig zum Gespött aller und von seiner Mutter Agnes für die Schande niedergemacht wird. Tobias Micha versöhnt sich mit seinem Sohn Hans; einer Heirat zwischen ihm und Marie steht nun nichts mehr im Wege. 

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Biografien

Tomáš Hanus studierte an der Janáček-Akademie für Musik und Darstellende Kunst in seiner Heimatstadt Brünn/Tschechien. 1999 machte er als Gewinner des Internationalen Dirigentenwettbewerbs in Kattowitz auf sich aufmerksam. Seit seinem Debüt am Nationaltheater Prag im Jahr 2001 mit Bedřich Smetanas Die Teufelswand dirigierte er dort zahlreiche Vorstellungen. Von 2007 bis 2009 war er Musikalischer Direktor des Nationaltheaters in Brünn. Gastengagements führten ihn an die Opernhäuser von Paris, Madrid, Berlin, Dresden, Wien, Basel, Kopenhagen, Oslo, Helsinki, Lyon und Warschau. Zudem dirigierte er Konzerte mit Orchestern wie dem Bayerischen Staatsorchester, dem London Symphony Orchestra, dem Ensemble intercontemporain, dem Staatsorchester Stuttgart, der Camerata Salzburg und der Tschechischen Philharmonie. Seit der Spielzeit 2016/2017 ist er Music Director der Welsh National Opera. An der Bayerischen Staatsoper dirigierte er u. a. Die Sache Makropolus, Rusalka und Hänsel und Gretel. (Stand: 2018)

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