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Erster Tag des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“

Komponist Richard Wagner · Dichtung vom Komponisten
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Montag, 22. Januar 2018
17.00 Uhr – 22.05 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 5 Stunden 05 Minuten · Pausen zwischen 1. Aufzug und 2. Aufzug (ca. 18.05 - 18.40 Uhr) zwischen 2. Aufzug und 3. Aufzug (ca. 20.10 - 20.55 Uhr)

Freier Verkauf · Ring2

Preise L, € 163 / 142 / 117 / 91 / 64 / 39 / 15 / 11

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Besetzung

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko
Inszenierung
Andreas Kriegenburg
Bühne
Harald B. Thor
Kostüme
Andrea Schraad
Licht
Stefan Bolliger
Choreographie
Zenta Haerter
Dramaturgie
Marion Tiedtke
Dramaturgie
Miron Hakenbeck

Siegmund
Simon O'Neill
Hunding
Ain Anger
Wotan
Wolfgang Koch
Sieglinde
Anja Kampe
Brünnhilde
Nina Stemme
Fricka
Ekaterina Gubanova
Helmwige
Daniela Köhler
Gerhilde
Karen Foster
Ortlinde
Anna Gabler
Waltraute
Okka von der Damerau
Siegrune
Helena Zubanovich
Roßweiße
Jennifer Johnston
Grimgerde
Heike Grötzinger
Schwertleite
Rachael Wilson
  • Bayerisches Staatsorchester

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Der Kampf der Sippen nährt die Schlachtfelder. Walküren, Götterkinder, werden zu Instrumenten des Vaters und sammeln ihm ein Heer aus lauter Toten.

Seine Nachkommen sollen Wotans Macht sichern. Ein Zwillingspaar, Siegmund und Sieglinde, scheint geboren dafür: Der Bruder landet am Herd seines Feindes, findet dort nach Jahren seine Schwester und gewinnt ihr Herz. Alles läuft nach Plan, und doch verstößt die Geschwisterliebe gegen Gesetze. Der Vater muss den Sohn opfern. Brünnhilde, Lieblingstochter, widersetzt sich zum ersten Mal dem Vater und schützt vergebens das inzestuöse Paar.

Am Ersten Tag des Rings des Nibelungen, in der 1870 in München uraufgeführten Walküre, scheitern die Pläne des Göttervaters, seine Verstrickungen zu lösen: Am Ende sind die Kinder ermordet oder bestraft und verbannt. Bleibt allen das Warten auf den Helden einer kommenden Zeit. Den trägt Sieglinde in sich, Samen ihres Bruders, irgendwo auf der Flucht durch den Wald.

 

Vorgeschichte

Der Ring, den sich Alberich unter dem Verzicht auf die Liebe hat schmieden lassen und der ihm die Weltherrschaft sichern sollte, ist zusammen mit dem Nibelungenhort durch Wotans Betrug an den Riesen Fafner gefallen. Inzwischen sind Jahre vergangen. In einen Lindwurm verwandelt hütet Fafner in einem Wald den Schatz, den sowohl Alberich als auch Wotan begehren. Ohne Liebe hat Alberich einen Sohn gezeugt, der ihm als Werkzeug dienen soll, den Ring zurück zu gewinnen. Auch Wotan hat Strategien entwickelt, um wieder in den Besitz des Rings zu kommen und sich zugleich vor der Bedrohung durch Alberich und sein Heer zu schützen. Walküren, Töchter seines Willens, bringen ihm ein Heer toter Helden nach Walhall. Mit einer Menschenfrau zeugte er den Sohn Siegmund, der ihm als freier Held den Ring zurück bringen soll. Siegmund ist mit seiner Zwillingschwester Sieglinde als Wälsungenpaar zur Welt gekommen, aber schon als Kinder wurden sie durch die Kriegsumstände getrennt. Wotan hat Siegmund im Gewand eines Wolfes jahrelang zum Rebellen erzogen, bevor er spurlos verschwand.

1. Akt

Auf der Flucht vor seinen Verfolgern und auf der Suche nach Schutz während eines heftigen Gewitters findet ein Fremder in einer um eine Esche gebauten Hütte Unterschlupf. Die Frau des Hauses gibt ihm zu trinken, beide sind unmittelbar voneinander angezogen. Ihr Gatte Hunding kehrt heim, mit dem die Frau in einer Zwangsehe lebt. Auch er gewährt dem Fremden Gastrecht, bittet ihn zu Tisch und erfährt aus dessen Schilderungen, dass dieser eigentlich Feind seiner Sippe ist. Für die eine Nacht gesteht er ihm Schutz zu, doch für den nächsten Morgen fordert er ihn zum Zweikampf auf.

Der waffenlose Fremde erinnert sich der Worte seines Vaters, in höchster Not ein Schwert zu finden. Die Frau hat inzwischen Hunding einen Schlaftrunk gereicht. Sie will dem Gast bei der Flucht helfen und zeigt ihm ein Schwert in der Esche, das bisher niemand aus dem Stamm ziehen konnte. Durch das Erzählen ihrer Lebensgeschichte erkennen die beiden einander. Sieglinde nennt ihren Bruder bei seinem richtigen Namen: Siegmund. Als Zwillinge und als Liebende finden sie ihre Identität und ihr Glück in einer Liebesnacht und begeben sich schließlich mitsamt dem Schwert auf die Flucht.

2. Akt

Wotan fordert seine Lieblingstochter, die mit der Göttin Erda gezeugte Walküre Brünnhilde, auf, Siegmund auf seiner Flucht beizustehen. Seine Gattin Fricka stimmt ihn jedoch um, indem sie ihm vor Augen führt, dass Siegmund und Sieglinde gegen das Recht der Ehe verstoßen haben und Wotans Sohn keineswegs der freie Held ist, der den Hort und den Ring erobern kann. Siegmund ist das Werkzeug Wotans, und so muss Wotan seiner Frau versprechen, ihn durch Hundings Hand töten zu lassen.

Wotan sieht keinen Ausweg. Seiner Tochter Brünnhilde offenbart er seinen Schmerz, seine Begierden, seine Abhängigkeiten und Zwänge, die ihn nicht anders handeln lassen. Er beauftragt die Tochter, sich auf Hundings Seite zu schlagen. Brünnhilde ist tief erschüttert. Sie trifft auf Siegmund, der den Schlaf der von der Flucht erschöpften Sieglinde bewacht. Ihm verheißt sie den Tod und verspricht, ihn nach Walhall ins Heldenheer des Vaters zu bringen. Siegmund verweigert sich jedoch ihrem Ansinnen, als er hören muss, dass er Sieglinde dort nicht treffen werde. Brünnhilde erlebt durch die Unzertrennlichkeit der beiden zum ersten Mal die Liebe und entscheidet sich gegen den Willen ihres Vaters: Die beiden Wälsungen sollen leben. Hunding hat inzwischen die Flüchtlinge eingeholt und fordert Siegmund zum Kampf auf. Trotz seines Schwertes und der Unterstützung durch Brünnhilde fällt Siegmund Hunding zum Opfer, da Wotan in den Kampf eingreift und mit seinem Speer Siegmunds Schwert zerstört. Frickas Wille ist durchgesetzt. Hunding wird von Wotan ermordet. Brünnhilde sammelt die Stücke von Siegmunds zerbrochenen Schwert Nothung auf und ergreift mit Sieglinde die Flucht.

3. Akt

Auf dem Weg nach Walhall versammeln sich die Walküren. Brünnhilde bittet ihre Schwestern um Unterstützung, damit sie sich und Sieglinde vor dem Zorn Wotans schützen kann. Doch diese wollen sich nicht gegen den Vater auflehnen. Sieglinde will Siegmund in den Tod folgen. Sie lässt sich erst umstimmen, als Brünnhilde ihr offenbart, dass sie mit dem Kind ihres Bruders schwanger sei. Brünnhilde gibt dem Ungeborenen den Namen Siegfried und bittet Sieglinde, dem dereinst größten Helden der Welt die Stücke des Schwertes seines Vaters aufzubewahren. Sieglinde flieht in den Wald, in dem Fafner haust, wo allein sie vor Wotan sicher ist. Brünnhilde liefert sich Wotan aus, der ihr aus Zorn über den Ungehorsam die Göttlichkeit nimmt, sie in einen tiefen Schlaf versetzt und zur leichten Beute des erst besten Mannes macht. Brünnhilde kann ihrem Vater gerade noch abringen, einen Flammenring um sie zu legen, so dass nur ein furchtloser Held zu ihr gelangen kann.

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Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem dortigen Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich sehr rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra National de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York und 2005 an der Oper Frankfurt. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa (Inszenierung: Barbara Frey). In Frankfurt interpretierte er Pfitzners Palestrina (Inszenierung: Harry Kupfer) und Puccinis Tosca (Inszenierung: Andreas Kriegenburg). Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.

Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehaben wird. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne Schatten, La clemenza di Tito, Die Soldaten, Lucia di Lammermoor, Lulu, South Pole und Die Meistersinger von Nürnberg geleitet und unter anderem die Wiederaufnahme von Der Ring des Nibelungen dirigiert. 

Kirill Petrenko wurde im Juni 2015 zum zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt; diese Position wird er im Herbst 2019 antreten. In der Spielzeit 2016/17 leitet Kirill Petrenko die Neuinszenierungen von Lady Macbeth von Mzensk und Tannhäuser. Außerdem dirigiert er ein breites Repertoire: Die Meistersinger von Nürnberg, Der Rosenkavalier, South Pole, Die Fledermaus, Die Frau ohne Schatten, sowie drei Akademiekonzerte.

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Blog

Eine Esche für Hundings Hütte

Dominierendes Bühnenbildmerkmal in Harald B. Thors Bühnenbild zu Wagners „Walküre“ ist die riesige Esche, die in Hundings Hütte steht. Wir haben bei Peter Pfitzner, dem Leiter der Bühnenplastik, nachgefragt, wie die Esche entstanden ist, wie sie ihren Weg ins Nationaltheater und schließlich auf die Bühne gefunden hat. mehr lesen

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