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BIPED (1999) / Unitxt

Choreographie Richard Siegal / Merce Cunningham · Komponist Carsten Nicolai / Gavin Bryars

Freitag, 28. Juni 2013
19.30 Uhr – 21.30 Uhr
Prinzregententheater

Dauer ca. 2 Stunden · Unitxt (ca. 19.30 - 19.55 Uhr) · Pause (ca. 19.55 - 20.25 Uhr) · Biped (ca. 20.25 - 21.10 Uhr)

Preise PEE

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Besetzung

BIPED (1999)

Choreographie
Merce Cunningham
Musik
Gavin Bryars
Bühne
Paul Kaiser
Bühne
Shelley Eshkar
Kostüme
Suzanne Gallo
Licht
Aaron Copp

Unitxt

Choreographie
Richard Siegal
Musik
Carsten Nicolai
Objekte
Konstantin Grcic
Licht/Projektion
Richard Siegal

  • Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
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Medien

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Exits and Entrances kombiniert zwei Produktionen miteinander, die auf die Virtuosität ihrer Interpreten ausgelegt sind.

Ein Stück von Merce Cunningham in unser Repertoire aufzunehmen, war lange unser Wunsch. Merce Cunningham war in diese Überlegungen einbezogen, aber eine Realisierung fügte sich nicht mehr zu seinen Lebzeiten. Da das Staatsballett ein großes Ensemble besitzt und besondere Sorgfalt im Aufbau seines Repertoires walten lässt, suchten wir ein Stück aus, das exemplarisch für Merce Cunninghams Arbeit steht, ein repräsentatives, 45-minütiges Werk, das an unser Ensemble ungeheure Anforderungen stellt, im europäischen Repertoire aber gleichzeitig der Bedeutung des Künstlers Merce Cunningham das Gewicht gibt, das ihm als einem der wichtigsten und ungewöhnlichsten Choreographen des 20. Jahrhunderts gebührt.

Daneben steht Richard Siegal, der in wenigen Jahren in verschiedenen Kontexten von New York bis Paris und München auf sich aufmerksam machte und hier beeindruckende Produktionen zeigte. Seine wissenschaftlich exakte Herangehensweise an Choreographie ist der Cunninghams nicht unähnlich, gestützt von eigens entwickelten Computerprogrammen und in enger Kooperation mit anderen einflussreichen Künstlern, aktuell mit dem deutschen Industriedesigner Konstantin Grcic, entwickelt Siegal seine Arbeiten. Siegal, ebenfalls Amerikaner und in seiner Jugend sogar Schüler Cunninghams, setzt auch auf Virtuosität im Sinne einer vielseitigen Bewegungs- und Koordinationsbreite der Tänzer, auf Erforschung der Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Körpers, aber auch auf Sensation, Überraschung und Excitement in der Choreographie - so entstand jetzt das spannende Ergebnis seiner Arbeit mit unter anderem Lisa-Maree Cullum, Tigran Mikayelyan, Zuzana Zahradníková, Séverine Ferrolier, Katherina Markowskaja, Javier Amo, Karen Azatyan, Wlademir Faccioni und dem Ensemble des Staatsballetts.

 

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Biografien

Merce Cunningham (1919-2009) war eine der führenden künstlerischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts und einer der wichtigsten und innovativsten Choreographen seiner Zeit.

Er wurde am 16. April 1919 in Centralia, Washington, geboren. Mit 11 Jahren begann er Steptanz an einer Ballettschule in seiner Heimatstadt zu lernen. Nach dem Schulabschluss ging er nach Seattle und nahm am Cornish College of the Arts Schauspielunterricht, wechselte dann aber zum Tanzunterricht bei Bonnie Bird, einer ehemaligen Tänzerin von Martha Graham.

Im Alter von 20 Jahren begann er seine professionelle Tänzerlaufbahn mit einer sechsjährigen Anstellung als Solist in der Martha Graham Dance Company. Bereits 1942 entwickelte er eigene Choreographien zu Musik von John Cage, der auch sein Arbeits-und Lebenspartner bis zu dessen Tod im Jahre 1992 war. Diese Zusammenarbeit hat Cunninghams Arbeit in größtem Maße geprägt.

1953 gründete er die Merce Cunningham Dance Company, für die im wesentlichen John Cage und David Tudor die Musik schrieben. Zehn Jahre später brachte eine sechsmonatige Welttournee die Bestätigung der nun mehr erreichten internationalen Bedeutung der Compagnie. Im Laufe seiner 70-jährigen Karriere choreographierte Cunningham mehr als 150 Tanzwerke. Viele seiner Tänzer setzten sich nach ihrer Karriere an die Spitze eigener Compagnien, u.a. Paul Taylor, Trisha Brown, Lucinda Childs, Karole Armitage und Jonah Bokaer.

Cunningham war auch ein Wegbereiter der Anwendung neuer Verfahrenstechniken in der Kunst des Tanzes, was ein Zeugnis seiner lebenslangen Leidenschaft für Neuerung und Erkundung ist. Der Gebrauch von Computerprogrammen in seinen experimentellen und innovativen Choreographien ist keine Seltenheit. Außerdem beschränkte er sich nicht nur auf traditionelle Spielstätten, sondern zeigte seine Choreographien auch in Museen, Stadien und öffentlichen Plätzen. Seine Werke finden sich heutzutage im Repertoire von zahlreichen Ballett- und Modern Dance Compagnien in der ganzen Welt. In Deutschland ist das Bayerische Staatsballett, wie so oft, Pionier.

Cunningham ist Träger vieler Auszeichnungen und erhielt u.a.2005 den "Nobelpreis der Künste" (Praemium Imperiale). Er starb am 26. Juli 2009 in New York.

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