Infos

Samstag, 20. Juni 2020
19.00 Uhr
Nationaltheater

Preise PG24

Premiere am 06. Juni 2020

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Besetzung

Choreographie
Andrey Kaydanovskiy
Licht
Christian Kass
Dramaturgie
Carmen Kovacs
Tänzer*in
Jeanette Kakareka, Elisa Mestres, Marta Navarrete Villalba, Matteo Dilaghi, Jinhao Zhang
Klavier
Anna Buchenhorst

Damenchor der Bayerischen Staatsoper

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Im Juni sollen jeweils am Festen Samstag Monodramen mit Musikerinnen und Musikern des Bayerischen Staatsorchesters und Sängerinnen und Sängern, die im Ensemble engagiert sind oder mit der Bayerischen Staatsoper eng verbunden sind, gezeigt werden. Darüber hinaus arbeitet das Bayerische Staatsballett an Neukreationen.

petit pas - eine Neukreation von Andrey Kaydanovskiy mit Tänzerinnen und Tänzern des Bayerischen Staatsballetts

Der 11. März. Der Tag, an dem uns klar wurde: ab jetzt wird nicht mehr gespielt. Backstage hängt noch der Abendzettel der letzten Vorstellung – seitdem wartet die Compagnie auf ihren großen Auftritt vor großem Publikum. Am 11. März wurde viel geklagt, geschimpft, vielleicht sogar geweint. Ein Tag, der im Kalender rot angestrichen wurde – und zufälligerweise Marius Petipas Geburtstag! Der Großmeister des klassischen Balletts hat, besonders in seinen letzten Lebensjahren, ebenfalls sehr viel und gerne geklagt. Ein Grantler sozusagen. Seine Tagebuchnotizen geben Einblick in eine hypochondrisch angehauchte, exzentrisch eitle Persönlichkeit, die mit dem Gefühl der Einsamkeit zu kämpfen hatte. Wenn es allerdings um seinen Geburtstag ging, konnte er sich mit zunehmendem Alter stolz auf die Schulter klopfen. „Ich bin ein Phänomen“, gestand er sich an seinem 87.

Andrey Kaydanovskiy führt uns in humorvoll abgründigen, melancholisch ehrlichen und hoffnungsvoll überforderten Szenen skizzenhaft durch Situationen aus Petipas Lebensabend und lässt dabei seine drei berühmtesten Choreographien nicht unkommentiert. Der 11. März – tief hat er uns getroffen, hoch soll er leben.

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Biografien

Hauschoreograph

Andrey Kaydanovskiy erhielt seine Ballettausbildung in Moskau, Stuttgart und Wien und tanzte anschließend im Ensemble des Balletts der Wiener Staatsoper. Seit 2009 arbeitet er neben seiner Tätigkeit als Tänzer auch als Choreograph. Seitdem entstanden Werke wie Zeitverschwendung und Stravinskys Der Feuervogel für das Wiener Staatsballett, Das hässliche Entlein für die Wiener Volksoper und Love Song, was u.a. auch am Bolshoi Theater in Moskau aufgeführt wurde. Seine Produktion Tea or coffee führte schließlich zu einer intensiveren künstlerischen Zusammenarbeit mit dem Stanislavsky Theater in Moskau, worauf er Birthday Waltz für das hundertjährige Jubiläum des Theaters sowie Pajama Party kreierte. Er choreographierte zudem zwei Werke für das Hamburger Bundesjugendballett, Perfect Example für das Tschechische Nationalballett und das für Sergei Polunin konzipierte Solo im Rahmen des Origen Festivals in der Schweiz. Im März 2018 gab er mit seinem Stück Fable am Taganka Theater in Moskau sein Debüt als Choreograph und Regisseur in einem abendfüllenden Theaterabend mit Schauspielern.

Seine Kreationen wurden bereits mehrfach ausgezeichnet, so beispielsweise mit dem Preis „Best Dance Theatre Performer and Choreographer“ beim internationalen Tanzfestival TANZOLYMP in Berlin und mit dem Deutschen Tanzpreis 2016 in der Kategorie Zukunft.

2017 arbeitete Andrey Kaydanovskiy erstmals für Discovery im Rahmen von Ballettabend - Junge Choreographen mit dem Bayerischen Staatsballett zusammen. Im Juni 2019 feierte seine Neukreation Cecil Hotel in A Jour - Zeitgenössische Choreographien Premiere, die er mit dem Ensemble des Bayerischen Staatsballetts entwickelte. Für die Reihe Fester Samstag, die während der Corona-bedingten Schließung des Theaters entstand, kreierte er in seiner Rolle als Hauschoreograph das Werk petit pas., das auf humorvolle Weise Parallelen herstellte, zwischen dem ersten Tag der Schließung des Theaters und dem Geburtstag Marius Petitpas, die beide auf den 11. März fielen.

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