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Ballet phantastique in zwei Akten – 1841 / 1974

Choreographie Peter Wright nach Jean Coralli, Jules Perrot, Marius Petipa · Komponist Adolphe Adam

Montag, 21. September 2020
19.30 Uhr
Nationaltheater

Freier Verkauf

Preise H , € 88 / 77 / 63 / 50 / 35 / 23 / 11 / 8

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Besetzung

Choreographie
Peter Wright
Musik
Adolphe Adam
Bühne und Kostüme
Peter Farmer
Musikalische Leitung
Valery Ovsyanikov

Giselle
N.N.
Albrecht, Herzog in Franken
N.N.
Hilarion
N.N.
Berthe, Giselles Mutter
N.N.
Bathilde, seine Tochter
N.N.
Myrtha
N.N.
Moyna
N.N.
Zulme
N.N.
  • Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
  • Bayerisches Staatsorchester

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Medien

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Giselle gilt als das romantische Ballett schlechthin. Es ist uns in Marius Petipas St. Petersburger Fassung überliefert. Ein Weinbauerndorf als romantischer Schauplatz. Romantisch auch die tragische Geschichte der herzkranken Giselle, die sich in Herzog Albrecht verliebt, der sich als Bauernjunge verkleidet in ihr Herz schleicht. Der eifersüchtige Hilarion deckt den Schwindel auf, Giselle verfällt dem Wahnsinn und stirbt.

Ewiger Schlaf ist ihr nicht vergönnt: Um Mitternacht steigt sie im Kreise der Wilis – die Geister von Bräuten, die vor ihrer Hochzeit gestorben sind - aus dem Grab. Jagdhüter Hilarion, der nachts an Giselles Grab trauert, verfällt ihrem Bann und wird in den Tod getrieben. Auch Herzog Albrecht ist von den grausamen Geistern zum Tode bestimmt, aber Giselles Liebe, die über den Tod hinausreicht, rettet ihm das Leben. Sie tanzt mit ihm, bis der Morgen herandämmert und die Wilis ihre Macht verlieren.

Neben der romantischen Geschichte und der überaus charmanten Musik bietet Giselle eine der anspruchsvollsten Ballerinenrollen überhaupt. Die Protagonistin kann alle Facetten ihrer Technik und schauspielerischer Möglichkeiten ausloten: Vom naiv verliebten Bauernmädchen bis zum den Tod überwindenden Geisterwesen.

 

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1. Akt

Herzog Albrecht kommt von seinem Schloss in ein Dorf, wo er in einer Hütte seinen Mantel und sein Schwert versteckt, um seine adelige Herkunft zu verheimlichen. Er hat sich in Giselle, ein Weinbauernmädchen, verliebt, das ihn für einen Bauernjungen namens Loys hält.

Giselles Mutter Berthe ist misstrauisch und hofft, dass ihre Tochter den Förster Hilarion heiraten wird, der Giselle aufrichtig liebt. Hilarion tritt zwischen Giselle und Albrecht, erinnert Giselle daran, dass sie ihm versprochen ist und warnt sie vor Loys. Giselle jedoch vertraut Loys (Albrecht) und will von Hilarions Vorwürfen nichts hören, obgleich sie weiß, dass auch ihre Mutter eine starke Abneigung gegen Loys hegt. Glücklich geht Giselle zum Erntefest.

Von fern ertönen Jagdhörner. Wilfried, Albrechts Vertrauter, eilt herbei und warnt den Herzog vor der nahenden Jagdgesellschaft. Hilarion beobachtet die beiden und als sie sich entfernt haben, betritt er die Hütte, entdeckt Mantel und Schwert und erkennt, dass Loys ein Adeliger ist. Die Jagdgesellschaft erscheint, in ihrer Mitte der Herzog von Kurland und seine Tochter Bathilde. Beide weilen zurzeit auf Albrechts Schloss, wo die Hochzeitsvorbereitungen getroffen werden, denn Bathilde ist mit Albrecht verlobt. Von der Jagd etwas ermüdet, bitten sie Berthe um eine Erfrischung. Giselle tanzt für Bathilde und von der Anmut des Bauernmädchens entzückt, schenkt ihr Bathilde eine Kette. Berthe bittet die Gäste ins Haus. Der Herzog von Kurland hängt sein Jagdhorn an den Türrahmen. Hilarion vergleicht die Wappen auf des Herzogs Horn und Albrechts Schwert und erkennt jetzt die wahre Identität Albrechts. Auf dem Höhepunkt des Erntefestes entlarvt Hilarion vor allen Anwesenden Loys. Giselle will Hilarion zunächst nicht glauben, doch als Bathilde Albrecht als ihren Verlobten vorstellt, erleidet Giselle einen Schock. In einem Zustand geistiger Umnachtung durchlebt sie tänzerisch nochmals ihre Liebe zu Albrecht, ergreift sein Schwert und ersticht sich.

2. Akt

Hilarion hält Totenwache an Giselles Grab, das sich auf ungeweihtem Boden im Forst, nahe einem See, befindet. Es ist zwölf Uhr Mitternacht, die Stunde der Wilis, der Geister jener jungen Mädchen, die zu Lebzeiten von ihren Verlobten verlassen wurden und vor der Hochzeit gestorben sind. Jetzt nehmen sie Rache an allen Männern, die sich in ihren nächtlichen Bereich verirren. Die Männer werden von ihnen gezwungen, sich zu Tode zu tanzen. Myrtha, ihre strenge Königin, erscheint und ruft die Wilis. Dann wird Giselle aus ihrem Grab gerufen, um die Weihe als neue Wilis zu erhalten. Albrecht betritt die Lichtung, legt Blumen auf Giselles Grab und hat eine Vision von Giselle. Die Wilis jagen Hilarion und zwingen ihn bis zur Erschöpfung zu tanzen. Hilarion stürzt in den See und ertrinkt. Ihr nächstes Opfer ist Albrecht. Giselle versucht, Albrecht in den Schutzbereich ihres Grabkreuzes zu bringen, doch Myrthas Macht ist größer. Albrecht muss tanzen. Giselle steht ihm bei und will ihn bis zum Sonnenaufgang am Leben erhalten, doch von Stunde zu Stunde lässt Albrechts Kraft nach. Als er sich schon verloren glaubt, dämmert endlich der Morgen. Die Macht der Wilis erlischt. Die Geistermädchen verschwinden. Albrecht ist gerettet. Giselle nimmt von ihm Abschied. Verzweifelt bleibt Albrecht allein zurück.

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Biografien

Sir Peter Wright, Choreograph und Ballettdirektor, ist einer der wichtigsten Namen im Kontext des Handlungsballetts der letzten 50 Jahre, und seine Fassungen des Nussknacker und der Giselle traten einen Siegeszug durch die Repertoires der Welt an. Sir Peter Wright erlebte sein Debüt als professioneller Tänzer mit den Ballets Jooss, als diese wegen der Verfolgung durch das Naziregime in England während des Zweiten Weltkriegs im Exil arbeiteten. 

In den 1950er Jahren arbeitete er dann mit mehreren Tanzcompagnien zusammen, darunter Sadler's Wells Theatre Ballet. Für diese Companie kreierte er dann auch sein erstes Ballett A Blue Rose, im Jahre 1957. 1959 wurde er zum Ballettmeister an der Sadler's Wells Opera ernannt und betätigte sich nebenbei als Lehrer an der Royal Ballet School. Im Jahr 1961 ging er als Lehrer und Ballettmeister nach Stuttgart, wo John Cranko gerade seine Compagnie aufgebaut hatte. Er choreographierte mehrere Ballette, darunter The Mirror Walkers, Namouna, Design for Dancers und Quintet und produzierte mit dem Stuttgarter Ballett 1966 auch seine erste Produktion von Giselle. Später erarbeitete er noch weitere Versionen von Giselle für das Royal Ballet, Birmingham Royal Ballet und viele andere internationale Compagnien, wie das Ballett der Bayerischen Staatsoper (1974), wo seine Version auch heute noch Teil des Repertoires des Bayerischen Staatsballetts ist. Seine anderen Interpretationen der Klassiker sind Dornröschen (1976 Premiere in München, im Repertoire bis 1996), Coppelia, Schwanensee (1984-1988 in München) und Der Nussknacker, welche alle regelmäßig in Ballettcompagnien auf der ganzen Welt aufgeführt werden. In den 1960er Jahren etablierte Sir Peter Wright sich auch als erfolgreicher Produzent von Fernsehballetten und choreographierte verschiedene West-End-Musicals und Revuen. 1969 kehrte er als Stellvertretender Direktor ans Royal Ballet zurück. 1977 wurde er zum Direktor von Sadler's Wells Royal Ballet ernannt und brachte im Jahre 1990 die Compagnie nach Birmingham, wo sie zum Birmingham Royal Ballet avancierte.

Bei seiner Pensionierung im Juli 1999 wurde er zum Ehrendirektor des Birmingham Royal Ballet ernannt. Er erhielt sehr viele Auszeichnungen für sein Werk und seine Arbeit für das englische Ballett, u.a. den Evening Standard Award 1981. Er wurde 1993 zum Ritter geschlagen und im Jahr 1994 mit der Ehrendoktorwürde der University of Birmingham ausgezeichnet. Seine Autobiographie "Wrights and Wrongs" erschien 2016.

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