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Dritter Tag des Bühnenfestspiels "Der Ring des Nibelungen"

Komponist Richard Wagner · Dichtung vom Komponisten
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Sonntag, 13. Dezember 2015
16.00 Uhr – 21.35 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 5 Stunden 35 Minuten · Pausen zwischen 1. Aufzug und 2. Aufzug (ca. 17.55 - 18.35 Uhr) zwischen 2. Aufzug und 3. Aufzug (ca. 19.40 - 20.20 Uhr)

Junges Publikum

Freier Verkauf

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Besetzung

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko
Inszenierung
Andreas Kriegenburg
Bühne
Harald B. Thor
Kostüme
Andrea Schraad
Licht
Stefan Bolliger
Choreographie
Zenta Haerter
Dramaturgie
Marion Tiedtke
Dramaturgie
Olaf A. Schmitt
Chöre
Sören Eckhoff

Siegfried
Lance Ryan
Gunther
Markus Eiche
Hagen
Hans-Peter König
Alberich
Christopher Purves
Brünnhilde
Petra Lang
Gutrune
Anna Gabler
Waltraute
Michaela Schuster
Woglinde
Eri Nakamura
Wellgunde
Angela Brower
Floßhilde
Okka von der Damerau
1. Norn
Okka von der Damerau
2. Norn
Helena Zubanovich
3. Norn
Anna Gabler
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor und Extrachor der Bayerischen Staatsoper

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Mit seiner Prosadichtung Siegfrieds Tod hatte Wagner einst seinen Zyklus begonnen und ihn dann in die Vergangenheit aufgerollt, so wie die Nornen, die zu Beginn des dritten Tages der Tetralogie versuchen, ihre Seile zu knüpfen zwischen dem Gestern und dem Morgen. Hagen und Siegfried – die Kinder fechten weiter den Kampf der Väter aus. Doch Hagen spielt mit unlauteren Waffen – Zauber, Lüge und Verrat. Siegfried erklärt den Ring, der aus der Verfluchung der Liebe erstand, zum Symbol seiner Liebe. Der Fluch ist dennoch stärker: Siegfried verrät die Liebe. Brünhilde verrät Siegfried. Siegfried schwört einen Eid auf die Waffe, die ihn wenig später durchbohrt. Die Götter schauen tatenlos dem eigenen Untergang zu. Der Kampf um die Macht kommt unter die Menschen, die die Katastrophe überdauern und vielleicht einmal vom Ende her alles verstehen.

 

Vorspiel

Die drei Nornen, Töchter der allwissenden Erda, spinnen das Schicksalsseil und erinnern noch einmal an die Vorgeschichte: Wotan hatte vom Quell der Weisheit getrunken, ein Auge eingebüßt und sich aus der Weltesche einen Speer geschnitzt, mit dessen eingeritzten Gesetzen er sich die Weltherrschaft sicherte. Siegfried zerschlug ihm im Zweikampf den göttlichen Speer mit seinem Schwert Nothung. Die Esche ist seither verdorrt, die Quelle versiegt. Wotan ließ um die Götterburg Walhall das Holz der Weltesche aufschichten und erwartet nun sein Ende. Weiter in die Zukunft können die Nornen nicht sehen, denn plötzlich reißt das Seil: die Götterdämmerung beginnt.

Nach inniger Zweisamkeit verlässt Siegfried Brünnhilde und schenkt ihr als Zeichen seiner Treue und Liebe den Ring des Nibelungen. Zu seinem Schutz zeichnet Brünnhilde Runen auf seinen Leib, spart aber seinen Rücken aus. Sie überlässt ihm ihr Pferd Grane. Sie versichern sich ihrer Liebe und nehmen Abschied.

Erster Aufzug

Die Gibichungen herrschen uneingeschränkt am Rhein. Beide Königskinder, Gunther und Gutrune, wollen mit der richtigen Heirat ihren Reichtum und ihre Macht besiegeln. Hagen, der Sohn Alberichs, ist auf den Besitz des Rings der Nibelungen aus, der die Weltherrschaft verspricht. Er berichtet seinem Halbbruder Gunther von der schönsten Frau der Welt, die nur der stärkste Held aus ihrem Feuerring befreien könne: Brünnhilde. Siegfried sei dieser Held, der nach dem Tod seiner Zwillingseltern im Wald aufwuchs, den Drachen bezwang, den Ring des Nibelungen und den Schatz erbeutete. Hagen schlägt vor, dass Gunther sich mit Siegfrieds Hilfe Brünnhilde erobere und Gutrune ihm einen Vergessenstrunk anbieten möge. Mit diesem Trank verlöre der Held die Erinnerung an seine frühere Liebe und verliebe sich gleichzeitig in Gutrune. Tatsächlich taucht Siegfried am Hof auf, und Hagens Plan wird Schritt für Schritt wahr: Der heimatlose Siegfried, froh, in eine Herrscherfamilie aufgenommen zu werden und gefügig gemacht durch den Trank, will durch seine Tarnkappe Brünnhilde für Gunther erobern und Gutrune heiraten. Dem gemeinsamen Vorhaben der Doppelhochzeit wird mit einer Blutsbrüderschaft zwischen Siegfried und Gunter Nachdruck verliehen.

Die Walkürenschwester Waltraute sucht Brünnhilde trotz väterlichen Verbots in ihrer Einöde auf, um ihr vom erwarteten Ende der Götter und Wotans letztem Wunsch zu berichten: Wenn der Ring des Nibelungen dem Rhein zurückzugeben würde, wäre die Welt von Fluch und Unheil befreit. Brünnhilde schlägt dies aus.

Für sie ist der Ring ein Liebespfand, das mehr wiegt als das Wohl der Götter. Kaum hat Brünnhilde die Schwester vertrieben, glaubt sie Siegfrieds Rückkehr zu erleben. Stattdessen tritt ihr ein fremder Mann – Siegfried in Gestalt Gunthers – entgegen, der ihr den Ring entreißt und sie zur Brautnacht zwingt. Zum Zeichen der Treue gegenüber seinem Blutsbruder Gunther legt Siegfried dabei sein Schwert zwischen sich und die Braut.

Zweiter Aufzug

Im Schlaf wird Hagen von seinem Vater überrascht, der ihn als Werkzeug gezeugt hat, um sich den Ring zurückzuerobern. Zum Hass erzogen, sagt sich Hagen von ihm los, um den Ring einzig für sich zu gewinnen. Siegfried berichtet Hagen und Gutrune von der geglückten Brautfahrt; Hagen ruft seine Mannen zusammen. Sie sollen die Ankunft des Paares gebührend vorbereiten. Brünnhilde wird von Gunther als seine Braut vorgeführt. Sie bemerkt, dass Siegfried sie nicht mehr erkennt und eine andere liebt. Schließlich entdeckt sie den Ring an seiner Hand, von dem sie glaubt, Gunther habe ihn sich gewaltsam genommen, um sie zur Braut zu wählen. Verletzt durch den doppelten Betrug, bezichtigt Brünnhilde Siegfried öffentlich des Treuebruchs. Siegfried nimmt in seiner Verblendung ihren Zorn nicht ernst und will Hochzeit feiern. Gekränkt verrät Brünnhilde Hagen die Stelle, an der Siegfried verwundbar ist. Zusammen mit Gunther beschließen sie, Siegfried auf der Jagd zu ermorden. Gunther und Brünnhilde glauben sich auf diese Weise gerächt, Hagen indes spekuliert nur auf den Ring.

Dritter Aufzug

Auf der Jagd begegnet Siegfried den Rheintöchtern, die von ihm die Rückgabe des Rings verlangen und ihm den Tod voraussagen. Siegfried glaubt ihren Verführungen und Drohungen nicht. Bei einer Jagdrast erzählt er Gunther und Hagen seine Lebensgeschichte und erhält durch einen neuen Trank die Erinnerung an sein Liebesglück mit Brünnhilde zurück. Gunther sieht sich nun endgültig betrogen. Hagen sticht dem ahnungslosen Helden den Speer in den ungeschützten Rücken. Sterbend nimmt Siegfried Abschied von seiner Geliebten.

Aufgescheucht von schlechten Träumen erwartet Gutrune die Rückkehr Siegfrieds, doch Hagen berichtet ihr von dessen Tod. Gutrune klagt ihre Brüder des Mordes an. Hagen bekennt sich zur Tat als Rache für Siegfrieds Meineid und fordert den Ring für sich. Gunther stellt sich ihm entgegen, Hagen erschlägt auch ihn. Brünnhilde folgt ihrem geliebten Sieg fried in den brennenden Scheiterhaufen, gibt zuvor den Ring dem Rhein zurück, legt Feuer an Walhall und vollzieht so das Ende der Götterherrschaft. Hagen stürzt sich beim Anblick der Rheintöchter in die Flut, um ihnen den Ring zu entreißen. Er ertrinkt.

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Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem dortigen Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich sehr rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra National de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York und 2005 an der Oper Frankfurt. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa (Inszenierung: Barbara Frey). In Frankfurt interpretierte er Pfitzners Palestrina (Inszenierung: Harry Kupfer) und Puccinis Tosca (Inszenierung: Andreas Kriegenburg). Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.

Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehaben wird. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne Schatten, La clemenza di Tito, Die Soldaten, Lucia di Lammermoor, Lulu, South Pole und Die Meistersinger von Nürnberg geleitet und unter anderem die Wiederaufnahme von Der Ring des Nibelungen dirigiert. 

Kirill Petrenko wurde im Juni 2015 zum zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt; diese Position wird er im Herbst 2019 antreten. In der Spielzeit 2016/17 leitet Kirill Petrenko die Neuinszenierungen von Lady Macbeth von Mzensk und Tannhäuser. Außerdem dirigiert er ein breites Repertoire: Die Meistersinger von Nürnberg, Der Rosenkavalier, South Pole, Die Fledermaus, Die Frau ohne Schatten, sowie drei Akademiekonzerte.

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