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Komponist Vincenzo Bellini

Montag, 18. Februar 2013
19.00 Uhr – 21.50 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 50 Minuten · 1. Akt (ca. 19.00 - 20.30 Uhr) · Pause (ca. 20.30 - 21.00 Uhr) · 2. Akt (ca. 21.00 - 21.58 Uhr)

Preise K

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Besetzung

Musikalische Leitung
Yves Abel
Inszenierung
Vincent Boussard
Bühne
Vincent Lemaire
Kostüme
Christian Lacroix
Licht
Guido Levi
Dramaturgie
Rainer Karlitschek
Chor
Sören Eckhoff

Romeo
Joyce DiDonato
Giulietta
Ekaterina Siurina
Tebaldo
Joseph Calleja
Capellio
Goran Jurić
Lorenzo
Andrea Borghini
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Medien

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Mehr dazu

Der Titel führt in die Irre, denn mit Shakespeares Romeo und Julia hat Bellinis Tragedia lirica aus dem Jahre 1830 nicht mehr als die Namen gemein. Zwar gibt es die verfeindeten Familien der Capulets und Montagues mit den unglücklich verliebten Sprösslingen noch, doch was Bellini und sein Librettist Felice Romani freisetzen, ist eine typisch romantische Heldengeschichte. Pate stand der gebrochene Held à la Lord Byron, der sich gegen einengende gesellschaftliche Strukturen auflehnt und als Außenseiter und Rebell seinen Gefühlsidealen treu bleibt.

Romeo ist ein solcher Rebell – kein Tenor, sondern ein Mezzosopran, der sich nicht für die vorgeschriebenen Familienbande interessiert und seinen eigenen, dem Gefühl folgenden Weg gehen will. Die berühmten melodie lunghe, lunghe, lunghe führen direkt in den tragischen Tod mit seiner geliebten Giulietta. Wie erschreckend und unerklärlich neuartig dies für die Zeitgenossen Bellinis schien, zeigt die lange Praxis, das Ende der Oper durch einen glücklichen Schluss Nicola Vacchais zu ersetzen – heute kaum mehr denkbar.

 

Erster Akt

Capellio trauert um seinen Sohn, der von Romeo, Sohn der verfeindeten Montecchi, im Kampf getötet wurde. Tebaldo hat das Vertrauen Capellios gewinnen können. Dieser verspricht ihm seine Tochter Giulietta zur Frau. Der Arzt Lorenzo soll Giulietta darauf vorbereiten, noch am gleichen Tag mit Tebaldo vor den Traualtar zu ziehen. Lorenzo jedoch weiß als einziger, dass Giulietta sich in den verfeindeten Romeo verliebt hat und beide gemeinsam einen Ausweg aus der Familienfehde suchen.

Ein unerkannter Botschafter des Feindes, der niemand anderes als Romeo selbst ist, unterbreitet Capellio ein ungewöhnliches Friedensangebot: Als Zeichen der Aussöhnung möge er seine Tochter Giulietta dem Sohn der Montecchi, Romeo, zur Frau geben und damit den Frieden besiegeln. Capellio weist das Angebot als pure Provokation zurück.

Giulietta hingegen hat die Botschaft ihrer Vermählung mit Tebaldo verstört aufgenommen. Lorenzo kann sie beruhigen: Romeo sei unerkannt in die Stadt gelangt und wolle sie treffen. Romeo, den die Ablehnung des Friedensangebots niedergeschlagen hat, sieht nur noch einen Ausweg in der gemeinsamen Flucht und ein Leben in der Fremde, wo die Familienstreitigkeiten keine Rolle mehr spielen. Dazu kann sich Giulietta allerdings nicht entschließen. Sie schickt Romeo fort.

Während der Hochzeitsvorbereitungen mit Tebaldo vertraut Romeo Lorenzo an, seine Anhänger seien in die Stadt gelangt und jederzeit zum Kampf bereit. Die Tarnung droht, jederzeit aufzufliegen. Doch noch immer weigert sich Giulietta mit Romeo zu fliehen. Als Romeo von Tebaldo und Capulet als Feind gestellt wird, gibt er sich zu erkennen, kann aber entkommen.

Zweiter Akt

Giulietta ist unsicher über den Verbleib ihres Geliebten. Lorenzo kann sie beruhigen: Romeo ist in Sicherheit. Doch um ihrer Heirat zu entkommen schlägt er vor, sie solle ein Mittel einnehmen, das einen todesähnlichen Schlaf bewirke. Verunsichert ringt sie sich durch, ihren Tod vorzutäuschen. Ihr Vater ordnet hingegen an, Lorenzo zu überschatten, der somit nicht mehr Romeo von seinem Plan berichten kann.

Romeo ist in die Stadt zurückgekehrt und wird von Tebaldo zum Zweikampf aufgefordert. Doch ein Trauerchor kündet vom Tode Giuliettas. Romeo und Tebaldo sind beide verzweifelt.

Um seine Liebe zu betrauern hat sich Romeo zum Grab Giuliettas begeben. Beim Anblick der Toten kann er nicht mehr an sich halten und vergiftet sich selbst. Als Giulietta aus ihrem Scheintod erwacht erkennen sie die fatale Verstickung. Giulietta will ihrem Geliebten in den Tod folgen.

Lorenzo klagt Vater Capellio als Doppelmörder an.

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Biografien

Sören Eckhoff wurde in Hamburg geboren. Er war Chorleiter und Kapellmeister in Augsburg, am Ulmer und am Heidelberger Theater sowie am Stadttheater Würzburg, dort für kurze Zeit auch Operndirektor. Zudem arbeitete er u. a. mit dem Rundfunkchor Berlin, dem RIAS-Kammerchor, dem WDR- und NDR-Rundfunkchor und studierte u. a. die Uraufführung von Sofia Gubaidulinas Passion und Auferstehung Jesu Christi nach Johannes ein. An der Komischen Oper Berlin übernahm er die Choreinstudierung bei Die Liebe zu den drei Orangen, am Nationaltheater Mannheim bei Lohengrin. Außerdem hat er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik in Würzburg inne. Von 2005 bis 2010 war er Chordirektor der Oper Leipzig. Seit 2010 bis Ende der Spielzeit 2018/19 ist er in derselben Funktion an der Bayerischen Staatsoper engagiert und seit 2019 ist er zudem Chordirektor des Staatstheaters Darmstadt.

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