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Il tabarro / Suor Angelica / Gianni Schicchi

Drei Opern in je einem Akt

Komponist Giacomo Puccini · Libretti von Giuseppe Adami und Giovacchino Forzano
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln | Neuproduktion

Samstag, 12. Juli 2003
14.00 Uhr – 16.30 Uhr
*

Dauer ca. 2 Stunden 30 Minuten · 1 Pause zwischen Tabarro & Suor Angelica und Gianni Schicchi (ca. 15.45 - 16.20 Uhr)

Freier Verkauf

Premiere am 17. Dezember 2017

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Besetzung

  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper

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IL TABARRO
Libretto von Giuseppe Adami

SUOR ANGELICA
Libretto von Giovacchino Forzano

GIANNI SCHICCHI
Libretto von Giovacchino Forzano

Das Schauerdrama an der Seine. Leiden, Tod und Verklärung einer Mutter, der man das Kind genommen hat. Und als Satyrspiel der Trickbetrug durch den gerissensten Erbschleicher des Mittelalters. Drei in sich abgeschlossene Opern, deren Geschichten nichts miteinander zu tun haben. Oder doch? Il tabarro, Suor Angelica und Gianni Schicchi – die drei Einakter, die Giacomo Puccini unter dem kunstgeschichtlichen Begriff „Triptychon“ zusammengefasst hat – sind Wirklichkeitsausschnitte: An die Stelle des vergeblichen Versuchs, in einer großen Oper wie in einem großen Roman die Welt als Ganzes abzubilden, setzt er drei historische Schlaglichter, gebündelt durch eine Musik, die den menschlichen Regungen von unbarmherziger Kälte bis zur glühenden Leidenschaft jede Nuance abzulauschen versteht.

 

Il tabarro (Der Mantel)

Paris, Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Lastkahn auf der Seine. Harte Arbeit, wenig Geld: für die Tagelöhner und Löscher genauso wie für den Padrone. Die Menschen suchen ihr bescheidenes Glück in den kleinen Dingen – ein Lied, ein Glas Wein, ein paar Fundstücke und vielleicht sogar ein bisschen Zweisamkeit. Michele, der Besitzer des Kahns, und seine junge Frau Giorgetta glaubten schon fast das Glück zum Greifen nahe zu haben: Liebe, Ehe, ein Kind. Das Kind aber ist gestorben, und sein Tod hat sie einander entfremdet. Zwei von Micheles Löschern, Maulwurf und Stockfisch genannt, haben verschiedene Fortune in ihrem Dasein. Maulwurfs Frau, genannt Frettchen, sammelt säckeweise Kram zusammen und erträumt sich einen Lebensabend mit Mann und Kater im kleinen Häuschen; Stockfisch ertränkt seinen Kummer im Alkohol, denn seine Frau geht fremd. Luigi, ein dritter Löscher, macht die ausbeuterischen Umstände verantwortlich für die Misere der armen Leute. Giorgetta sucht einen Ausweg aus der sie quälenden Vereinsamung. In Luigi, der aus demselben Pariser Viertel stammt wie sie, meint sie diesen Ausweg zu finden; sie beginnt mit ihm ein Verhältnis, bei dem jede zärtliche Geste überschattet ist von der Furcht vor Entdeckung. Beide ahnen, dass eine gemeinsame Zukunft nur in Träumen zu haben ist. Der Betrug an ihrem Mann erweckt in Giorgetta nochmals ein altes Gefühl der Verbundenheit mit ihm. Doch für eine neue Annäherung ist es zu spät. Michele ist misstrauisch geworden und sieht seinen Verdacht bestätigt. Die Affäre nimmt ein tödliches Ende: Micheles Mantel, früher für Giorgetta ein Zeichen der Geborgenheit, verhüllt nun ein Verbrechen.

 

Suor Angelica (Schwester Angelica)

Ein italienisches Nonnenkloster, Ende des 17. Jahrhunderts. Nach strengen Regeln verläuft das Leben im Konvent. Die Frauen beten und arbeiten, jede mit ihrer eigenen Aufgabe: die Laienschwestern verrichten einfache Tätigkeiten, die Lehrmeisterin unterweist die Novizinnen, die Schwester Eifrerin überwacht die Regeln, die Schwester Pflegerin kümmert sich um die Kranken, die Almosensucherinnen besorgen Gaben von draußen. Schwester Angelica, im Kloster für Heilkräuter zuständig, ist vor sieben Jahren hierhergekommen; den Grund kennt keine ihrer Mitschwestern, aber dass sie ein trauriges Geheimnis in sich trägt, wissen sie alle. Es ist ihr Kind, an das sie ständig denken muss. Gleich nach der Geburt hatte man die unverheiratete junge Mutter – deren Eltern früh gestorben waren – von ihrem Sohn getrennt und zur Strafe für die Schande, die sie über die Familie gebracht hatte, ins Kloster verbannt. Nun erhält sie zum ersten Mal Besuch: Ihre Tante, die Fürstin, verlangt von Angelica Verzicht auf ihr Erbteil, damit ihre jüngere Schwester heiraten kann. Vom Kind spricht die strenge Frau kein Wort. Erst, nachdem Angelica ihr die Drohung entgegenschleudert, sie sonst zu verfluchen, berichtet die Tante in dürren Worten, der kleine Junge habe vor zwei Jahren eine schwere Krankheit nicht überlebt. In ihrer Verzweiflung wähnt sich Angelica von ihrem Sohn gerufen, ersehnt sich eine Vereinigung mit ihm im Himmel und nutzt ihre Kenntnisse zur Herstellung eines Giftes. Als sie das tödliche Mittel trinkt, wird ihr die damit verbundene Sünde bewusst, und sie fürchtet, sich den Weg in den Himmel für immer verstellt zu haben. In einer Wundererscheinung aber eröffnet sich ihr das schon verloren Geglaubte: Die Muttergottes selbst führt Angelica und ihr geliebtes Kind zusammen.

 

Gianni Schicchi

Florenz, im Jahre 1299. Der reiche alte Buoso Donati ist gestorben. Die ganze Verwandtschaft ist in Erwartung seiner materiellen Hinterlassenschaft um sein Totenbett versammelt. Da geht ein Gerücht um: Buoso habe alles den Mönchen vermacht. Die Familie sucht fieberhaft nach dem Testament – und findet sich, wie befürchtet, enterbt. Nichts zu machen, meint Simone, der Älteste. Doch der junge Rinuccio weiß, wer helfen könne: Gianni Schicchi, ein Emporkömmling vom Lande zwar, aber mit allen Wassern gewaschen. Der Vorschlag ist nicht ganz uneigennützig, denn Rinuccio liebt Schicchis Tochter Lauretta und hofft, der Vater könne die älteren Donatis dazu bewegen, in die unstandesgemäße Verbindung einzuwilligen. Schicchi, von Rinuccio vorsorglich herbestellt, ist vom Dünkel der alten Zita und überhaupt aller Donatis so angewidert, dass er mitsamt seiner Tochter gleich wieder umkehren will. Doch Lauretta, ganz Kind ihres Vaters, bitte ihn zu bleiben und kündigt in einschmeichelnden Tönen an, sich andernfalls das Leben zu nehmen. So muss Schicchi nachgeben – und hat schließlich den rettenden Einfall: Da außer den Anwesenden bislang niemand von Buosos Tod weiß, schlüpft er kurzerhand selbst in die Rolle des Verblichenen, führt erst den eitlen Arzt an der Nase herum und setzt dann, verkleidet und mit verstellter Stimme, in Buosos Namen vor Notar und Zeugen ein neues Testament auf. Zwar hinterlässt er den Erben mehr, als es der Tote getan hat, aber zunehmend erbost muss die Familie mit ansehen, wie Schicchi sich den Großteil des Vermögens selbst zuspielt. Den Betrug aufzudecken wagen sie nicht: Schicchi macht ihnen immer wieder deutlich, welch empfindliche Strafe ihnen als Komplizen droht. Am Ende küsst sich das junge Paar, Schicchi aber wendet sich an das Theaterpublikum und bittet, ihm für sein Vergehen, das letztlich vor allem den Liebenden zugutekomme, mildernde Umstände zu gewähren.

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