Infos

Il tabarro / Suor Angelica / Gianni Schicchi

Drei Opern in je einem Akt

Komponist Giacomo Puccini · Libretti von Giuseppe Adami und Giovacchino Forzano
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln | Neuproduktion

Münchner Opernfestspiele
Samstag, 14. Juli 2018
19.00 Uhr
Nationaltheater

Einführung: 18.00 Uhr

Freier Verkauf

Preise L, € 163 / 142 / 117 / 91 / 64 / 39 / 15 / 11

Karten

Premiere am 17. Dezember 2017

zur Stücknavigation

Termine & Karten

zur Stücknavigation

Besetzung

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko
Inszenierung
Lotte de Beer
Konzeptionelle Beratung
Peter te Nuyl
Bühne
Bernhard Hammer
Kostüme
Jorine van Beek
Licht
Alex Brok
Dramaturgie
Malte Krasting
Chöre
Sören Eckhoff


Il tabarro

Michele
Wolfgang Koch
Luigi
Yonghoon Lee
Il Tinca
Kevin Conners
Il Talpa
Martin Snell
Giorgetta
Eva-Maria Westbroek
La Frugola
Heike Grötzinger
Ein Liedverkäufer
Dean Power
Ein Liebespaar
Rosa Feola, Pavol Breslik

Suor Angelica

Suor Angelica
Ermonela Jaho
Die Fürstin
Michaela Schuster
Die Äbtissin
Heike Grötzinger
Die Schwester Eifrerin
Helena Zubanovich
Die Lehrmeisterin der Novizinnen
Jennifer Johnston
Suor Genovieffa
Anna El-Khashem
Schwester Dolcina
Paula Iancic
Die Schwester Pflegerin
Alyona Abramowa
1. Almosensucherin
Selene Zanetti
2. Almosensucherin
Niamh O’Sullivan
1. Laienschwester
Selene Zanetti
2. Laienschwester
Niamh O’Sullivan
Kinderchor
Kinderchor der Bayerischen Staatsoper

Gianni Schicchi

Gianni Schicchi
Ambrogio Maestri
Lauretta
Rosa Feola
Zita
Michaela Schuster
Rinuccio
Pavol Breslik
Gherardo
Dean Power
Nella
Selene Zanetti
Gherardino
Solist des Kinderchores
Betto aus Signa
Christian Rieger
Simone
Martin Snell
Marco
Sean Michael Plumb
La Ciesca
Jennifer Johnston
Maestro Spinelloccio
Donato Di Stefano
Ser Amantio di Nicolao
Andrea Borghini
Pinellino
Milan Siljanov
Guccio
Boris Prýgl
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper

Besetzung für alle Termine

zur Stücknavigation

Mediathek

zur Stücknavigation

Mehr dazu

IL TABARRO
Libretto von Giuseppe Adami

SUOR ANGELICA
Libretto von Giovacchino Forzano

GIANNI SCHICCHI
Libretto von Giovacchino Forzano

Das Schauerdrama an der Seine. Leiden, Tod und Verklärung einer Mutter, der man das Kind genommen hat. Und als Satyrspiel der Trickbetrug durch den gerissensten Erbschleicher des Mittelalters. Drei in sich abgeschlossene Opern, deren Geschichten nichts miteinander zu tun haben. Oder doch? Il tabarro, Suor Angelica und Gianni Schicchi – die drei Einakter, die Giacomo Puccini unter dem kunstgeschichtlichen Begriff „Triptychon“ zusammengefasst hat – sind Wirklichkeitsausschnitte: An die Stelle des vergeblichen Versuchs, in einer großen Oper wie in einem großen Roman die Welt als Ganzes abzubilden, setzt er drei historische Schlaglichter, gebündelt durch eine Musik, die den menschlichen Regungen von unbarmherziger Kälte bis zur glühenden Leidenschaft jede Nuance abzulauschen versteht.

 

Il tabarro (Der Mantel)

Paris, Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Lastkahn auf der Seine. Harte Arbeit, wenig Geld: für die Tagelöhner und Löscher genauso wie für den Padrone. Die Menschen suchen ihr bescheidenes Glück in den kleinen Dingen – ein Lied, ein Glas Wein, ein paar Fundstücke und vielleicht sogar ein bisschen Zweisamkeit. Michele, der Besitzer des Kahns, und seine junge Frau Giorgetta glaubten schon fast das Glück zum Greifen nahe zu haben: Liebe, Ehe, ein Kind. Das Kind aber ist gestorben, und sein Tod hat sie einander entfremdet. Zwei von Micheles Löschern, Maulwurf und Stockfisch genannt, haben verschiedene Fortune in ihrem Dasein. Maulwurfs Frau, genannt Frettchen, sammelt säckeweise Kram zusammen und erträumt sich einen Lebensabend mit Mann und Kater im kleinen Häuschen; Stockfisch ertränkt seinen Kummer im Alkohol, denn seine Frau geht fremd. Luigi, ein dritter Löscher, macht die ausbeuterischen Umstände verantwortlich für die Misere der armen Leute. Giorgetta sucht einen Ausweg aus der sie quälenden Vereinsamung. In Luigi, der aus demselben Pariser Viertel stammt wie sie, meint sie diesen Ausweg zu finden; sie beginnt mit ihm ein Verhältnis, bei dem jede zärtliche Geste überschattet ist von der Furcht vor Entdeckung. Beide ahnen, dass eine gemeinsame Zukunft nur in Träumen zu haben ist. Der Betrug an ihrem Mann erweckt in Giorgetta nochmals ein altes Gefühl der Verbundenheit mit ihm. Doch für eine neue Annäherung ist es zu spät. Michele ist misstrauisch geworden und sieht seinen Verdacht bestätigt. Die Affäre nimmt ein tödliches Ende: Micheles Mantel, früher für Giorgetta ein Zeichen der Geborgenheit, verhüllt nun ein Verbrechen.

 

Suor Angelica (Schwester Angelica)

Ein italienisches Nonnenkloster, Ende des 17. Jahrhunderts. Nach strengen Regeln verläuft das Leben im Konvent. Die Frauen beten und arbeiten, jede mit ihrer eigenen Aufgabe: die Laienschwestern verrichten einfache Tätigkeiten, die Lehrmeisterin unterweist die Novizinnen, die Schwester Eifrerin überwacht die Regeln, die Schwester Pflegerin kümmert sich um die Kranken, die Almosensucherinnen besorgen Gaben von draußen. Schwester Angelica, im Kloster für Heilkräuter zuständig, ist vor sieben Jahren hierhergekommen; den Grund kennt keine ihrer Mitschwestern, aber dass sie ein trauriges Geheimnis in sich trägt, wissen sie alle. Es ist ihr Kind, an das sie ständig denken muss. Gleich nach der Geburt hatte man die unverheiratete junge Mutter – deren Eltern früh gestorben waren – von ihrem Sohn getrennt und zur Strafe für die Schande, die sie über die Familie gebracht hatte, ins Kloster verbannt. Nun erhält sie zum ersten Mal Besuch: Ihre Tante, die Fürstin, verlangt von Angelica Verzicht auf ihr Erbteil, damit ihre jüngere Schwester heiraten kann. Vom Kind spricht die strenge Frau kein Wort. Erst, nachdem Angelica ihr die Drohung entgegenschleudert, sie sonst zu verfluchen, berichtet die Tante in dürren Worten, der kleine Junge habe vor zwei Jahren eine schwere Krankheit nicht überlebt. In ihrer Verzweiflung wähnt sich Angelica von ihrem Sohn gerufen, ersehnt sich eine Vereinigung mit ihm im Himmel und nutzt ihre Kenntnisse zur Herstellung eines Giftes. Als sie das tödliche Mittel trinkt, wird ihr die damit verbundene Sünde bewusst, und sie fürchtet, sich den Weg in den Himmel für immer verstellt zu haben. In einer Wundererscheinung aber eröffnet sich ihr das schon verloren Geglaubte: Die Muttergottes selbst führt Angelica und ihr geliebtes Kind zusammen.

 

Gianni Schicchi

Florenz, im Jahre 1299. Der reiche alte Buoso Donati ist gestorben. Die ganze Verwandtschaft ist in Erwartung seiner materiellen Hinterlassenschaft um sein Totenbett versammelt. Da geht ein Gerücht um: Buoso habe alles den Mönchen vermacht. Die Familie sucht fieberhaft nach dem Testament – und findet sich, wie befürchtet, enterbt. Nichts zu machen, meint Simone, der Älteste. Doch der junge Rinuccio weiß, wer helfen könne: Gianni Schicchi, ein Emporkömmling vom Lande zwar, aber mit allen Wassern gewaschen. Der Vorschlag ist nicht ganz uneigennützig, denn Rinuccio liebt Schicchis Tochter Lauretta und hofft, der Vater könne die älteren Donatis dazu bewegen, in die unstandesgemäße Verbindung einzuwilligen. Schicchi, von Rinuccio vorsorglich herbestellt, ist vom Dünkel der alten Zita und überhaupt aller Donatis so angewidert, dass er mitsamt seiner Tochter gleich wieder umkehren will. Doch Lauretta, ganz Kind ihres Vaters, bitte ihn zu bleiben und kündigt in einschmeichelnden Tönen an, sich andernfalls das Leben zu nehmen. So muss Schicchi nachgeben – und hat schließlich den rettenden Einfall: Da außer den Anwesenden bislang niemand von Buosos Tod weiß, schlüpft er kurzerhand selbst in die Rolle des Verblichenen, führt erst den eitlen Arzt an der Nase herum und setzt dann, verkleidet und mit verstellter Stimme, in Buosos Namen vor Notar und Zeugen ein neues Testament auf. Zwar hinterlässt er den Erben mehr, als es der Tote getan hat, aber zunehmend erbost muss die Familie mit ansehen, wie Schicchi sich den Großteil des Vermögens selbst zuspielt. Den Betrug aufzudecken wagen sie nicht: Schicchi macht ihnen immer wieder deutlich, welch empfindliche Strafe ihnen als Komplizen droht. Am Ende küsst sich das junge Paar, Schicchi aber wendet sich an das Theaterpublikum und bittet, ihm für sein Vergehen, das letztlich vor allem den Liebenden zugutekomme, mildernde Umstände zu gewähren.

zur Stücknavigation

Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem dortigen Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich sehr rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra National de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York und 2005 an der Oper Frankfurt. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa (Inszenierung: Barbara Frey). In Frankfurt interpretierte er Pfitzners Palestrina (Inszenierung: Harry Kupfer) und Puccinis Tosca (Inszenierung: Andreas Kriegenburg). Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.

Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehaben wird. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne Schatten, La clemenza di Tito, Die Soldaten, Lucia di Lammermoor, Lulu, South Pole und Die Meistersinger von Nürnberg geleitet und unter anderem die Wiederaufnahme von Der Ring des Nibelungen dirigiert. 

Kirill Petrenko wurde im Juni 2015 zum zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt; diese Position wird er im Herbst 2019 antreten. In der Spielzeit 2016/17 leitet Kirill Petrenko die Neuinszenierungen von Lady Macbeth von Mzensk und Tannhäuser. Außerdem dirigiert er ein breites Repertoire: Die Meistersinger von Nürnberg, Der Rosenkavalier, South Pole, Die Fledermaus, Die Frau ohne Schatten, sowie drei Akademiekonzerte.

mehr lesen

zur Stücknavigation