Infos

Konzert für Orchester in fünf Sätzen - 1944 / Oper in einem Akt - 1918

Komponist Béla Bartók · Libretto von Béla Balázs
In ungarischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln | Neuproduktion

Samstag, 01. Februar 2020
19.00 Uhr – 20.45 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 1 Stunden 45 Minuten

Freier Verkauf · Serie 44

Premiere am 01. Februar 2020

#BSOjudith

Download Besetzungszettel (PDF)
zur Stücknavigation

Termine & Karten

zur Stücknavigation

Besetzung

Musikalische Leitung
Oksana Lyniv
Inszenierung
Katie Mitchell
Bühne
Alex Eales
Kostüme
Sussie Juhlin-Wallén
Filmregisseur
Grant Gee
Videodesign
Ellie Thompson
Licht
James Farncombe
Dramaturgie
Nikolaus Stenitzer

Herzog Blaubart
John Lundgren
Judith
Nina Stemme
  • Bayerisches Staatsorchester

Besetzung für alle Termine

zur Stücknavigation

Medien

Zur Detailseite von
Oper
Bildergalerie

JUDITH: KONZERT FÜR ORCHESTER / HERZOG BLAUBARTS BURG: Bildergalerie

Zur Detailseite von
Oper
Bildergalerie

JUDITH: KONZERT FÜR ORCHESTER / HERZOG BLAUBARTS BURG: Bildergalerie

Zur Detailseite von
Oper
Bildergalerie

JUDITH: KONZERT FÜR ORCHESTER / HERZOG BLAUBARTS BURG: Bildergalerie

Zur Detailseite von
Oper
Bildergalerie

JUDITH: KONZERT FÜR ORCHESTER / HERZOG BLAUBARTS BURG: Bildergalerie

Zur Detailseite von
Oper
Bildergalerie

JUDITH: KONZERT FÜR ORCHESTER / HERZOG BLAUBARTS BURG: Bildergalerie

Zur Detailseite von
Oper
Bildergalerie

JUDITH: KONZERT FÜR ORCHESTER / HERZOG BLAUBARTS BURG: Bildergalerie

Zur Detailseite von
Oper
Bildergalerie

JUDITH: KONZERT FÜR ORCHESTER / HERZOG BLAUBARTS BURG: Bildergalerie

Zur Detailseite von
Oper
Bildergalerie

JUDITH: KONZERT FÜR ORCHESTER / HERZOG BLAUBARTS BURG: Bildergalerie

JUDITH: Nina Stemme (Judith), John Lundgren (Herzog...
Zur Detailseite von
Oper
Bildergalerie

JUDITH: KONZERT FÜR ORCHESTER / HERZOG BLAUBARTS BURG: Bildergalerie

JUDITH: Nina Stemme (Judith), John Lundgren (Herzog...
Zur Detailseite von
Oper
Bildergalerie

JUDITH: KONZERT FÜR ORCHESTER / HERZOG BLAUBARTS BURG: Bildergalerie

zur Stücknavigation

Mehr dazu

„Judith, willst du mir noch folgen?“

In Béla Bartóks erschütternder Version des sagenhaften Blaubart-Stoffes lässt der titelbegebende Herzog seiner Neuvermählten noch dreimal die Möglichkeit zur Umkehr. Dann schließen sich die Tore von Herzog Blaubarts Festung hinter den beiden, und Judiths Schicksal ist besiegelt. Béla Balázs Libretto verdichtet mit großer poetischer Kraft das Verhängnis einer Liebe: Durch deren Kraft will Judith die Finsternis und Kälte von Blaubarts Feste erhellen und erwärmen und so Blaubart selbst vor der Verzweiflung retten, die ihn umgibt. Weil sie ihn liebt, so sagt sie, will Judith alle Geheimnisse des Herzogs kennen, und darum verlangt sie auch von ihm die Schlüssel zu den verschlossenen Türen der Festung, einen nach dem anderen. Mit jeder Tür gibt Blaubart den Blick auf einen Teil seiner Burg, seines Reiches, seiner Persönlichkeit frei, und überall sind Spuren, die auf etwas Schreckliches und Unausweichliches verweisen: Auf das Geheimnis hinter der siebten Tür.

Béla Bartók schrieb seine einzige Oper im Alter von dreißig Jahren, noch unter hörbarem Einfluss von Zeitgenossen wie Claude Debussy. Die Musik ist dabei immer ganz nah an der Sprache – auch dort, wo diese versagt. Die sieben Zimmer in Herzog Blaubarts Burg und das Grauen dahinter komponiert und orchestriert Bartók bis zur Fühlbarkeit.

In seinem Konzert für Orchester, das unmittelbar nach der Flucht aus Europa in den USA als existenzsicherndes Auftragswerk entstand, verwendete Bartók mehr als dreißig Jahre später wiederum Motive aus Herzog Blaubarts Burg. Kurz vor seinem Tod überarbeitete Bartók das Konzert noch einmal entscheidend. In der Produktion von Katie Mitchell wird diese letzte Fassung zu hören sein.

 

Teil 1

Anna Barlow ist Kriminalbeamtin und spezialisiert auf verdeckte Ermittlungen. Sie untersucht die Fälle dreier vermisster Frauen, ­zwischen denen es einen Zusammenhang gibt: Alle drei haben als Escorts gearbeitet. Im Zuge der Ermittlungen gelingt es Anna, das Stadtviertel auszumachen, in dem die letzte der Frauen verschwunden ist. Sie gibt sich eine Identität, die jener der verschwundenen Frauen ähnelt, und erstellt ein Profil auf der Webseite einer Escort-Agentur. Sie erhält eine Anfrage von einem Mann, der sich selbst Blaubart nennt. Sie akzeptiert den Auftrag. Ein Wagen holt sie ab und bringt sie an einen unterirdischen Ort in jener wohlhabenden Gegend, die bereits im Fokus von Annas Ermittlungen stand. Blaubart empfängt sie. Er nennt sie Judith.

Teil 2

Mehrmals fragt Blaubart Judith, ob sie ihm ins Innere des Ortes folgen will, den er seine Burg nennt, oder ob sie lieber umkehren und nach Hause zurückkehren wolle. Judith insistiert: sie werde niemals umkehren. Die beiden treten ein, die Tür schließt sich hinter ihnen.

Judith betrachtet das Innere des Gebäudes. Es ist kalt und dunkel, die Wände sind nass. Als er fragt, warum sie ihm gefolgt sei, erklärt sie ihr Ziel: Sie werde Licht, Luft und Wärme in die Burg bringen.

Judith erkennt sieben Türen und verlangt, dass Blaubart sie alle öffne. Blaubart wehrt ab, erinnert Judith auch warnend an Gerüchte, die über ihn im Umlauf seien. Judith verlangt den Schlüssel zur ersten Tür. Als sie Blaubart sagt, dass sie ihn liebe, gibt er ihn ihr. Als sie die Tür öffnen­ will, ertönt ein Seufzen in den Gängen. Die Mauern klagen, wie Judith meint.

Judith öffnet die erste Tür, beschreibt den Inhalt des Raumes – Widerhaken, Messer – und bemerkt Blut an der Wand. Das sei seine Folterkammer, erklärt Blaubart. Judith fordert auch die anderen Schlüssel. Auf Blaubarts Frage, warum sie das wolle, erklärt sie wieder: Sie liebe ihn. Er gibt ihr den zweiten Schlüssel.

Hinter der zweiten Tür sieht Judith Kriegsgeräte. Es sei die Waffenkammer, erklärt Blaubart. Auch hier: trockenes Blut an allen Waffen. Gleich fragt Judith nach dem dritten Schlüssel, und auf Blaubarts Warnungen wird sie nachdrücklich. Sie sei ihm aus Liebe gefolgt, gehöre nun zu ihm. Nun müsse er sie überallhin führen, alle Türen öffnen. Blaubart kündigt Judith an, ihr noch drei weitere Schlüssel zu geben, sie dürfe aber keine Fragen stellen.

Hinter der dritten Tür liegen unermessliche Schätze und goldene Geschmeide: die Schatzkammer. Judith ist beeindruckt, dann erschrickt sie: Auch hier ist alles voller Blut.

Nun drängt Blaubart Judith, die vierte Tür zu öffnen. Sie tut es und findet dahinter Blaubarts geheimen Garten. Ein wunderbarer Ort, doch wieder schreckt Judith zurück. Auch im Garten sind Blutspuren zu sehen. Sie fragt, wer den Garten begossen habe, doch Blaubart wehrt ab und weist darauf hin, dass die Burg sich nun tatsächlich erhelle. Er fordert Judith auf, die fünfte Tür zu öffnen.

Hinter der fünften Tür öffnet sich der Blick über Blaubarts Lande. Alles gehöre nun ihr, sagt Blaubart zu Judith. Er lobt ihr Werk, das Licht in die Burg gebracht habe. Sie hingegen sieht Wolken, die blutige Schatten werfen. Als Blaubart Judith in die Arme schließen will, mahnt sie: Es seien noch zwei Türen verschlossen.

Blaubart lobt Judith noch einmal, sie soll ihn küssen. Judith aber will nicht dulden, dass auch nur eine Türe verschlossen bleibt. Blaubart soll nun auch die letzten beiden Türen öffnen, auf Leben und Tod. Blaubart wehrt sich, gibt dann aber nach: Er will Judith noch einen weiteren Schlüssel geben.

Hinter der sechsten Tür erkennt Judith regloses Wasser. Das seien Tränen, erklärt Blaubart.

Judith beginnt, Fragen nach Blaubarts früheren Frauen zu stellen. Blaubart bittet sie, ihn zu lieben, nicht weiter zu fragen, doch sie insistiert und kombiniert: All das Blut in der Burg weise auf die Wahrheit hinter den kursierenden Gerüchten hin. Hinter der letzten Tür müssen Blaubarts frühere Frauen ermordet in ihrem Blut liegen. Sie verlangt den siebten Schlüssel. Blaubart gibt ihn ihr.

Hinter der siebten Tür findet Judith tatsächlich die drei früheren Frauen Blaubarts – lebendig. Jede von ihnen, so Blaubart, stehe für eine Zeit des Tages: Morgen, Mittag und Abend. Judith soll als vierte die Nacht repräsentieren.

Während ihres gemeinsamen Weges durch die unterirdische Anlage wird Anna von dem Mann, der sich Blaubart nennt, enttarnt. Es gelingt ihr aber, seine Waffe an sich zu bringen und ihr Ziel zu erreichen: die Befreiung der drei Frauen, die der Mann entführt hat.

zur Stücknavigation

Biografien

Oksana Lyniv, geboren in Brody/Ukraine, studierte Dirigieren u. a. an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. Von 2008 bis 2013 war sie stellvertretende Chefdirigentin am Akademischen Nationaltheater Odessa. Als Dirigentin leitete sie u. a. Opernaufführungen an der Estnischen Nationaloper und der Oper Bonn. Von 2013 bis 2017 war sie an der Bayerischen Staatsoper als Assistentin des Generalmusikdirektors Kirill Petrenko engagiert. Hier dirigierte sie u. a. La clemenza di Tito, Ariadne auf Naxos, Greek und Lady Macbeth von Mzensk. 2015 debütierte sie an der Kungliga Operan in Stockholm mit Der Nussknacker, es folgten weitere Debüts u. a. am Gran Teatre del Liceu in Barcelona (Der fliegende Holländer). Seit der Spielzeit 2017/18 ist sie Chefdirigentin der Oper Graz. (Stand: 2019)

zur Stücknavigation

Blog

Twitterschau: Eure Meinung über JUDITH

mehr lesen

zur Stücknavigation

Shop

zur Stücknavigation