Infos

Opera seria in zwei Akten

Komponist Wolfgang Amadeus Mozart · Libretto von Caterino Mazzolà nach Pietro Metastasio
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Samstag, 15. Februar 2014
19.00 Uhr – 22.10 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 3 Stunden 10 Minuten · 1 Pause zwischen 1. Akt und 2. Akt (ca. 20.10 - 20.50 Uhr)

Preise L

Download Besetzungszettel (PDF)
  • sponsored by

zur Stücknavigation

Besetzung

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko
Inszenierung
Jan Bosse
Bühne
Stéphane Laimé
Kostüme
Victoria Behr
Licht
Ingo Bracke
Video
Bibi Abel
Produktionsdramaturgie
Miron Hakenbeck
Chor
Sören Eckhoff

Tito Vespasiano
Toby Spence
Vitellia
Kristine Opolais
Sesto
Tara Erraught
Servilia
Hanna Elisabeth Müller
Annio
Angela Brower
Publio
Tareq Nazmi
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper
zur Stücknavigation

Mediathek

zur Stücknavigation

Mehr dazu

Der kurzfristige Auftrag zu einer Krönungsoper zwingt den Freigeist Mozart 1791 zum Rückgriff auf einen Stoff alter Couleur: Metastasios bereits dutzendfach auf die Opernbühne gebrachte Geschichte um den römischen Kaiser Titus diente stets zugleich der Huldigung eines Mächtigen als auch der Anmahnung eines idealen Herrschens im Sinne der Vernunft. Mozart gewinnt der überholten Gattung ein eigenes Profil ab und schafft mit seiner letzten Oper einmal mehr eine Studie über die komplizierte Mechanik menschlicher Gefühle: Gerecht und gnadenvoll rühmt man Titus. In seinem Umfeld aber sorgt dieser scheinbar Unfehlbare, der für das Gemeinwohl gleich mehrfach seine Heiratspläne ändert, für ein Gewirr aus enttäuschter Liebe, frustriertem Begehren, Eifersucht und Verrat. Als sein naher Freund und Vertrauter seiner Widersacherin verfällt und einen Brandanschlag auf den geliebten Herrscher verübt, steht alles infrage: Wer ist hier eigentlich ehrlich und welchem Gefühl kann man noch trauen? Das Intime steht an Titus‘ Hof immer schon im Licht des Politischen und der Öffentlichkeit. Und so changieren aufrichtige Gesten der Freundschaft mit vorgetäuschten Gefühlen, führt Vernunft zu Selbstverleugnung und mischt sich Kalkül und Manipulation in die Liebe.

 

Tito ist römischer Kaiser. Erst vor kurzem hat er den Thron seines Vaters Vespasian geerbt, der durch Sturz und Ermordung des Kaisers Vittelio an die Macht gelangt war. Dessen Tochter Vitellia hoffte, als Titos Gattin Kaiserin zu werden. Tito plant jedoch seine Geliebte Berenice zu heiraten, obwohl die Römer die Verbindung des Kaisers mit der jüdischen Prinzessin missbilligen. Vitellia fühlt sich von Tito zurückgewiesen und will sich an ihm rächen. Sie beauftragt Sesto, einen der engsten Freunde Titos, der ihr in leidenschaftlicher Liebe verfallen ist, eine Verschwörung zu organisieren, bei der Tito ermordet werden soll.

Erster Akt

Vitellia wirft Sesto vor, sie hinzuhalten und den Anschlag auf Tito unnötig lange hinauszuzögern. Sesto hat Skrupel, den Kaiser zu töten und rühmt vor Vitellia dessen Politik der Milde und Wohltätigkeit. Als Vitellia droht, sich einen anderen Vollstrecker ihrer Rache zu suchen, ändert Sesto seine Meinung: Für ihre Liebe ist er bereit, alles zu tun.

Sestos Freund Annio überrascht die beiden mit der Neuigkeit, Tito habe sich aus Rücksicht auf die Belange Roms von Berenice getrennt. Vitellia schöpft Hoffnung, nun doch von Tito zur Kaiserin erwählt zu werden. Sie fordert Sesto auf, vorerst keine Schritte gegen Tito zu unternehmen. Sestos aufkommenden Verdacht, nur ihr Instrument zu sein, weiß Vitellia gekonnt zu entkräften.

Annio will Sestos Schwester Servilia heiraten. Er bittet Sesto, das Einverständnis des Kaisers mit der Hochzeit einzuholen. Die Freunde versprechen, immer füreinander einzustehen.

Tito nimmt die Huldigungen Roms und seiner Provinzen entgegen, lehnt jedoch den Bau eines Tempels zu seinen Ehren ab. Er ordnet an, die Mittel für den Tempelbau besser auf die Hilfe für die Betroffenen eines verheerenden Vulkanausbruchs zu verwenden.

Allein mit Annio und Sesto, weiht Tito sie in seine geänderten Heiratspläne ein: Unter den Römerinnen habe er Servilia zur Gattin gewählt. Dadurch wolle er auch den Freund Sesto noch enger an sich binden. Tito bemerkt Sestos Befangenheit und erklärt ihm, unter der Macht zu leiden, solange er nicht andere glücklich machen könne.

Servilia erfährt durch Annio von Titos Entscheidung. Annios Versuch, Servilia einzig als Untertan zu begegnen misslingt, da ihn seine Zuneigung zu ihr überwältigt. Beide beteuern einander lebenslange Liebe und Treue. Daraufhin gesteht Servilia Tito ihre Gefühle für Annio. Der Kaiser reagiert anders als erwartet: Dankbar preist er ihren Mut, ihm die Wahrheit zu sagen und gibt dem Bund zwischen Annio und Servilia seinen Segen.

Noch im Glauben, Servilia sei die zukünftige Kaiserin, fühlt sich Vitellia durch Titos Wahl erneut von ihm gedemütigt. Sie stachelt Sesto an, zur Tat zu schreiten und das Zeichen zum Umsturz zu geben. Ganz im Bann ihrer Schönheit, gelobt Sesto Vitellia, ihre Rache auszuführen.

Titos Präfekt Publio und Annio unterrichten Vitellia von Titos neuerlicher Entscheidungsänderung: Die Wahl zur Gattin und Kaiserin ist nun auf Vitellia gefallen. Panisch versucht sie, Sesto zurückzurufen, doch dafür ist es zu spät. Annio und Publio halten ihre Aufregung für den Ausdruck übergroßer Freude.

Unterdessen lähmen Sesto Zweifel, ob er Tito tatsächlich ermorden soll. Er ringt sich dazu durch, den Anschlag aufzuhalten. Doch seine Komplizen haben bereits das Kapitol in Brand gesetzt. Sesto stürmt zu Tito in den Palast. Wenig später kommt er mit einer Schreckensnachricht zurück: Tito wurde ermordet. Bevor er den Namen des Täters nennen kann, schneidet ihm Vitellia das Wort ab. Alle brechen in Klage über den Tod des Kaisers aus.

Zweiter Akt

Freudig überbringt Annio Sesto die Nachricht, dass Tito lebe: Im Tumult der Ereignisse wurde aufgrund einer Verwechslung jemand anderes als Tito zum Opfer des Anschlags. Sesto gesteht Annio, Anführer der Verschwörung gewesen zu sein. Annio hält ihn davon ab, aus Rom zu fliehen. Als treuer Diener Titos soll er seinen guten Willen beweisen.
Vitellia hingegen, die fürchtet von Sesto verraten zu werden, drängt ihn zur Flucht. Publio verhaftet Sesto, auf den bereits schwerer Verdacht gefallen ist. Sesto nimmt von Vitellia mit dem Schwur Abschied, bis zur Stunde des Todes an sie zu denken.

Tito sucht nach dem Brand die Nähe zum Volk und zeigt sich seinen Untertanen. Ungeduldig wartet er auf den Ausgang von Sestos Verhör durch den Senat. Er will nicht an die Schuld Sestos glauben. Publio ermahnt den Kaiser wegen seiner Vertrauensseligkeit. Kurz darauf überbringt er die Nachricht von Sestos Geständnis sowie das Todesurteil zur kaiserlichen Unterschrift. Annio fleht Tito um Gnade für Sesto an. Tito befiehlt, dass man ihn allein lasse. Wenn auch tief verletzt von Sestos Verrat, zögert er, das Todesurteil zu unterschreiben. Er beschließt, Sesto noch einmal selbst zu befragen.

Unter vier Augen fordert er Sesto auf, sich ihm als Freund anzuvertrauen. Beschämt gesteht Sesto seine Schuld ein, doch da er Vitellia nicht verraten will, begegnet er Titos Fragen nach den Motiven seiner Tat mit Schweigen. Wütend lässt Tito Sesto zur Hinrichtung abführen. Sesto erklärt ihm, den Tod nicht zu fürchten, aber unter dem Ende ihrer Freundschaft zu leiden.

Tito ringt mit seinem Gewissen, dann beschließt er seiner Politik der Nachsicht treu zu bleiben und zerreißt das Todesurteil.

Inzwischen appellieren Annio und Servilia an Vitellias Mitgefühl: Als zukünftige Kaiserin soll sie bei Tito um Gnade für Sesto bitten. Vittellia muss erkennen, dass Sesto sein Wort gehalten hat. Berührt von seiner Liebe beginnt sie zu weinen. Servilia fordert sie auf, den Tränen Taten folgen zu lassen.

Vitellia wird sich ihrer Verantwortung für Sestos Leben bewusst. Sie beschließt, Tito ihre Schuld zu gestehen, doch zuvor verabschiedet sie ihre Hoffnungen auf den Ruhm und beklagt den ihr drohenden Ehrverlust.

Die Römer warten auf die öffentliche Hinrichtung Sestos. Als Tito das Urteil über Sesto verkünden will, unterbricht ihn Vitellia mit ihrem Geständnis, Sesto zum Mordanschlag getrieben zu haben. Der verblüffte Tito zeigt sich von allen enttäuscht, weicht aber nicht von seinem bereits gefassten Beschluss ab: Seine Güte soll mächtiger als die Bosheit seiner Untergebenen sein. Er begnadigt alle Täter und wird als Wohltäter Roms gefeiert.

Premiere von Wolfgang Amadeus Mozarts "La clemenza di Tito" am 10. Februar 2014 im Nationaltheater

zur Stücknavigation

Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem dortigen Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich sehr rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra National de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York und 2005 an der Oper Frankfurt. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa (Inszenierung: Barbara Frey). In Frankfurt interpretierte er Pfitzners Palestrina (Inszenierung: Harry Kupfer) und Puccinis Tosca (Inszenierung: Andreas Kriegenburg). Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.

Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehaben wird. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne Schatten, La clemenza di Tito, Die Soldaten, Lucia di Lammermoor, Lulu, South Pole und Die Meistersinger von Nürnberg geleitet und unter anderem die Wiederaufnahme von Der Ring des Nibelungen dirigiert. 

Kirill Petrenko wurde im Juni 2015 zum zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt; diese Position wird er im Herbst 2019 antreten. In der Spielzeit 2016/17 leitet Kirill Petrenko die Neuinszenierungen von Lady Macbeth von Mzensk und Tannhäuser. Außerdem dirigiert er ein breites Repertoire: Die Meistersinger von Nürnberg, Der Rosenkavalier, South Pole, Die Fledermaus, Die Frau ohne Schatten, sowie drei Akademiekonzerte.

mehr lesen

zur Stücknavigation

Shop

zur Stücknavigation