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Mittwoch, 06. April 2011
19.00 Uhr – 21.40 Uhr
Cuvilliés-Theater

Dauer ca. 2 Stunden 40 Minuten

Preise CE

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Besetzung

Musikalische Leitung
Christopher Ward
Inszenierung und Ausstattung
Stewart Laing
Licht
Benedikt Zehm
Produktionsdramaturgie
Andrea Schönhofer

Fillide
Hanna-Elisabeth Müller
Fileno
Dean Power
Amaranta
Martha Hirschmann
Conte Perrucchetto
Peter Mazalán
Nerina
Evgeniya Sotnikova
Lindoro
Nam Won Huh
Melibeo
Tareq Nazmi
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Eine Produktion des Opernstudios

In Cuma kann treue Liebe tödlich sein: Die Göttin Diana fordert alljährlich das Opfer von zwei treu Liebenden, die dem Seeungeheuer zum Fraß vorgeworfen werden sollen. Einzig ein Freiwilliger, der sich für die beiden opfert, kann den Fluch aufheben. Ein solcher jedoch hat sich bisher nicht gemeldet, so steht bereits die Auswahl des zehnten Paares bevor. Doch Treue ist ein rares Gut in Cuma und darum sind die Opfer nicht leicht zu finden: Aus Angst zum treuen Liebespaar des Jahres gewählt zu werden, verstellen sich die Protagonisten, gehen nicht ernst gemeinte Beziehungen ein, wecken falsche Hoffnungen und lösen Enttäuschungen aus…

Joseph Haydn war wohl bewusst, welch Meisterwerk er mit dem heiteren Schäferspiel La fedeltà premiata geschaffen hat: „ich versichere, dass dergleichen arbeith in Paris noch nicht ist gehört worden: und vielleicht eben so wenig in Wienn“, so Haydn in einem Brief an seinen Wiener Verleger. La fedeltà premiata, in dem auf wunderbarste Weise ernste und komische Elemente miteinander verbunden sind, war wie die meisten Opern Haydns ein Auftragswerk seines langjährigen Arbeitgebers, des Fürstenhauses Eszterházy. Sie wurde am 25. Februar 1781 zur Einweihung des nach einem Brand neu errichteten Opernhauses in Eszterháza uraufgeführt und zählte dort mit 36 Aufführungen zu einer der erfolgreichsten Opern.

 

Erster Akt

In Cuma kann treue Liebe tödlich sein. Die Gemeinschaft der Cumaner betet die Göttin Diana an. Seit einigen Jahren ist Diana den Cumanern ungnädig. Sie hat den Fluch ausgesprochen, dass ihr jährlich ein sich treu liebendes Paar geopfert werden muss. Einzig ein freiwilliges Opfer kann den Fluch aufheben. Die nächste Opferung steht unmittelbar bevor. Dies erläutert der Priester Melibeo Amaranta, auf die er ein Auge geworfen hat, mit dem Hinweis, dass Priester von diesem Fluch ausgenommen sind.

Amaranta geht auf seine Avancen ein, doch nur zum Schein: Sie will Melibeos Gunst nutzen, um ihrem Bruder Lindoro die Heirat mit Celia zu ermöglichen. Lindoro ist zwar mit Nerina verlobt, doch will er auch die erst kürzlich in die Gemeinschaft gekommene Celia haben.

Perrucchetto, angeblich von Kriminellen verfolgt, landet zufällig in Cuma. Der Lebemensch und Frauenheld mit dem Spitznamen Graf macht sofort Eindruck auf Amaranta – sehr zum Missfallen Melibeos, der in Folge alles daran setzt, seinen Rivalen wieder los zu werden.

Fileno ist verzweifelt: Seine Verlobte Fillide ist kurz vor der Hochzeit an einem Schlangenbiss verstorben und seither irrt er, von Todessehnsucht begleitet, in der Wildnis umher. Nerina, die in Fileno einen Leidensgenossen sieht, erzählt ihm von ihrer schmerzlichen Liebeserfahrung mit Lindoro. Sie bittet ihn, Celia von Lindoro abzubringen.

Fileno erkennt in Celia seine tot geglaubte Fillide. Da sie sich von Melibeo und Lindoro beobachtet weiß, leugnet sie ihre Liebe zu ihm. Fileno will sich umbringen. Celia hält ihn davon ab. Da erkennt Melibeo ihre wahren Gefühle und stellt sie vor die Entscheidung: Entweder heiratet sie Lindoro oder sie wird zusammen mit Fileno geopfert.

Celia offenbart sich Nerina. Die Gefahr, Lindoro teilen zu müssen, ist gebannt. Sie empfindet sogar Mitleid für das sich treu liebende Paar, besonders für Fileno, den sie vor seinem tragischen Schicksal retten will.

Währenddessen flirtet Perrucchetto mit jeder anderen Frau in der Gemeinschaft, auch mit Celia. Amaranta ist rasend vor Eifersucht und schwört Rache. Melibeo versichert seiner Angebeteten, dass Celia nun Lindoro nicht mehr zurückweisen werde. Doch statt des Ja-Wortes gibt Celia Lindoro eine Ohrfeige und besiegelt so ihr eigenes und Filenos Schicksal. Celia versucht Fileno zu warnen, doch ohne Erfolg: Fileno wird gefesselt. Unvermittelt werden die Cumaner angegriffen. Große Verunsicherung macht sich breit.

Zweiter Akt

Nerina, inzwischen in Fileno verliebt, befreit ihn von seinen Fesseln. Melibeo, von Nerinas Loyalitätsbruch verärgert, ruft zur Jagd zu Ehren Dianas auf. Die Gemeinschaft bewaffnet sich. Nur der ängstliche Perrucchetto bleibt zurück. Amaranta wird angegriffen. Fileno rettet sie. Vor den anderen brüstet sich Perrucchetto mit der Heldentat. Doch Lindoro hat den Kampf beobachtet und entlarvt Perrucchetto als Lügner.

Währenddessen erwägt Fileno nahe einer Höhle erneut einen Selbstmordversuch. Er hinterlässt für die Nachwelt folgende Botschaft: „Für die untreue Fillide starb Fileno“. Celia liest dies und vermutet Fileno in der Höhle. Sie geht hinein, um den Selbstmord zu verhindern.

Melibeo, der seinen Rivalen Perrucchetto loswerden will, ködert Nerina mit dem Versprechen, dass sie Fileno haben kann. Sie muss nur dafür sorgen, dass Perrucchetto anstelle Fileno zusammen mit Celia geopfert wird. Nerina lässt sich auf Melibeos Vorschlag ein. Sie lotst Perrucchetto in die Höhle.

Melibeo verkündet das diesjährige Opferpaar: Celia und Perrucchetto. Amaranta, Fileno und Lindoro sind verzweifelt über die vermeintliche Untreue und den drohenden Tod ihrer Geliebten. Nerina fühlt sich zudem wegen Perrucchettos Täuschung schuldig, und sogar Melibeo ist angesichts der Verzweiflung Amarantas mit dem Ergebnis seiner Intrigen äußerst unzufrieden. Ein heftiger Sturm verzögert den Beginn der Opferung.

Dritter Akt

Wie im Traum begegnen sich Celia und Fileno: Vergeblich versucht sie ihn von ihrer Unschuld zu überzeugen. Als die Opferung vollzogen werden soll, versuchen Amaranta und Lindoro zu rebellieren. Sie werfen Melibeo vor, dass nicht Diana das Paar auserwählt, sondern er ganz eigennützig die Wahl getroffen habe. Doch davon lässt sich Melibeo nicht beirren. Fileno schließlich meldet sich als freiwilliges Opfer – nicht nur um dem Fluch ein Ende zu bereiten, sondern um Rache an Celia für ihre Untreue zu üben: Durch seinen Tod kann sie weiterleben und muss damit zurecht kommen, dass er sich für sie geopfert hat. In diesem Moment tritt Nerina als Rachegöttin auf und erschießt Melibeo. Der Fluch hat ein Ende.

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Biografien

Benedikt Zehm absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Diplomchemiker an der TU München. Seit 1990 arbeitet er in der Beleuchtungsabteilung der Bayerischen Staatoper, seit 1999 als Beleuchtungsmeister und Assistent des Leiters der Beleuchtungsabteilung. Von 1993 bis 2013 war er zudem an der Bayerischen Theaterakademie bei zahlreichen Schauspiel- und Opernprojekten für das Licht verantwortlich. Mitarbeiter des Lichtdesigners war er u. a. am Royal Opera House Covent Garden in London, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und an der Deutschen Oper Berlin. Eigene Arbeiten führten ihn u. a. an die Oper Breslau, die Opéra Garnier in Paris, die Staatsoper unter den Linden in Berlin, das Teatro real in Madrid, das Theater St. Gallen, die Oper Graz und die National Oper in Seoul sowie zur Biennale München. Für die Bayerische Staatsoper gestaltete er das Licht u. a. für Die schweigsame Frau, Pelléas et Mélisande, Mauerschau, Tonguecat und Die Vorübergehenden. (Stand: 2019)

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