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Ballett in zwei Akten und drei Bildern

Choreographie Frederick Ashton · Komponist Ferdinand Herold arrangiert von John Lanchbery

Mittwoch, 09. Januar 2013
19.30 Uhr – 21.45 Uhr
Prinzregententheater

Dauer ca. 2 Stunden 15 Minuten · 1.+ 2. Bild (ca. 19.30 - 20.35 Uhr) · Pause (ca. 20.35 - 21.05 Uhr) · 3. Bild (ca. 21.05 - 21.45 Uhr)

Preise PEE

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Besetzung

Musikalische Leitung
Wolfgang Heinz
Choreographie
Frederick Ashton
Musik
Ferdinand Herold
Musikalische Einrichtung
John Lanchbery
Bühne und Kostüme
Osbert Lancaster

Lise
Ivy Amista
Colas
Lukáš Slavický
Witwe Simone
Vittorio Alberton
Alain
Ilia Sarkisov
  • Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
  • Bayerisches Staatsorchester
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Medien

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Selige oder unselige Zeiten, als man junge Mädchen noch behüten konnte, wollte und musste, wie in dieser ältesten noch getanzten Balletterzählung aus dem späten 18. Jahrhundert. Frederick Ashton träumt diesen Zeiten nach in seinem heiter nachempfundenen Meisterwerk von 1960. Er erzählt die Geschichte der jungen Liebenden Lise und Colas, der Witwe Simone, des Farmers Thomas und seines reichlich tölpelhaften Sohnes Alain mit kunstvollster Einfachheit und virtuosester Naivität.

Wir sehen Heuwagen, Ponys, einen Hahn mit seinen Damen, man tanzt um den Maibaum und wird vom sommerlichen Gewitterregen überrascht. Gleichzeitig aber genießt man einen choreographischen Geniestreich, durch den all diese harmlos-zauberhaften Bilder mitsamt der süß-wohlklingenden Musik in blitzenden Tanz verwandelt werden. Wenige Ballette des 20. Jahrhunderts stellen an ihre Protagonisten solche Ansprüche an ihre klassische Technik. Und wenige Ballette können es wagen, mit so ironisch verschmitzter Freude einfach hübsch zu sein.

 

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1. Bild: Der Wirtschaftshof
Lise, die einzige Tochter der Witwe Simone, Besitzerin einer florierenden Landwirtschaft, ist in den jungen Landwirt Colas verliebt, doch ihre Mutter hat bedeutend ehrgeizigere Pläne.
Der Hahn und die ihn begleitenden Hennen verkünden den Morgen eines arbeitsreichen Tages. Lise ist enttäuscht, Colas nicht zu sehen. Sie läßt ein Band liegen, das sie, als Zeichen ihrer Liebe, zu einem »Knoten der Liebenden« gebunden hat. Colas findet es und bindet es an seinen Stab. Die Verliebten treffen sich, doch sie werden von Simone gestört, die ihrer Tochter befiehlt, sich an die Arbeit zu machen. Dorfmädchen laden Lise zum Spiel ein, aber Lises Gedanken sind anderswo. Da erscheint Thomas, der reiche und hochtrabende Weingutsbesitzer in Begleitung seines Sohnes Alain. Simone ahnt das Vorhaben der beiden und schickt Lise fort. Thomas bittet um die Hand ihrer Tochter für seinen Sohn. Der zurückkehrenden Lise gegenüber benimmt sich Alain ungeschickt und plump. Das Mädchen zeigt sich belustigt und in keiner Weise von Alain eingenommen. Alle brechen zur Ernte auf.

2. Bild: Das Getreidefeld
Es ist Erntezeit und die von Colas angeführten Schnitter entspannen sich von der Feldarbeit mit einem fröhlichen Tanz. Lise tanzt mit Alain, doch Colas tritt dazwischen und das junge Mädchen gibt ihm den Vorzug. Die Schnitter machen sich über Alain lustig, so daß ihn sein entrüsteter Vater vor den derben Späßen schützen muß. Triumphierend tanzt Colas mit Lise. Die allgemeine Ausgelassenheit wird plötzlich von Sturm und Regen unterbrochen.

3. Bild: Das Innere des Landhauses
Mutter und Tochter sind vom Regen durchnäßt in ihr Haus zurückgekehrt. Sie setzen sich ans Spinnrad. Doch der Schlaf überwältigt Simone, und Lise, die Colas durch den Zaun erblickt hat, schickt sich an, der Mutter die Haustürschlüssel abzunehmen. Simone erwacht und versucht, um nicht wieder einzuschlafen, auf einem Tamburin Lise zum Tanz aufzuspielen. Bald jedoch wird sie wieder von ihrer Müdigkeit übermannt. Die heimkehrenden Schnitter wecken Simone auf. Colas tritt mit ihnen ein und versteckt sich hinter einem Strohhaufen. Simone bemüht sich um einen Trunk für die Schnitter. Lise, die sich alleine glaubt, träumt von den Freuden des Ehelebens. Da tritt Colas aus seinem Versteck hervor. Die Verliebten beteuern sich gegenseitig erneut ihre Gefühle. Als Simone erscheint, läßt Lise den jungen Mann in ihr Schlafzimmer verschwinden. Dennoch bemerkt die überaus wachsame Mutter, daß sich die Verliebten getroffen haben und schließt ihre Tochter sicherheitshalber ins Schlafzimmer ein, ohne zu ahnen, daß sich Colas dort befindet.
Alain und sein Vater kommen in Begleitung des Dorfnotars, um den Ehekontrakt aufzusetzen. Als die Unterschriften geleistet sind, übergibt Simone dem zukünftigen Schwiegersohn den Schlafzimmerschlüssel. Nach kurzer tolpatschiger Unschlüssigkeit schließt dieser die Tür auf und die Verliebten treten zur allgemeinen Bestürzung aus dem Zimmer. Sie bitten Simone um Vergebung und Segen. Der Raserei von Thomas und Alain trotzend, gibt Simone zur Freude des Paares und der anwesenden Dorfbewohner schließlich ihre Einwilligung.

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Biografien

Wolfgang Heinz ist Dirigent an der Staatsoper Stuttgart, 2006 Stellvertretender Musikdirektor des Stuttgarter Balletts und hat seit 2010 die Musikalische Leitung der alle zwei Jahre stattfindenden Birgit-Keil-Gala.

Er wurde in Wiesbaden geboren und wuchs in München auf. Nach einer Assistenzzeit an der Bayerischen Staatsoper München (Giuseppe Patané) studierte er an der Musikhochschule Köln Dirigieren und Klavier. Daraufhin war Wolfgang Heinz in Essen, Detmold, Plauen und Pforzheim als Kapellmeister im Festengagement, gastweise in Hagen, Magdeburg und Dessau und hat in dieser Zeit ein breites Opernrepertoire erarbeitet.

Nach der Zeit als Musikdirektor der Schlossfestspiele Ettlingen 1999 kam er als Dirigent an das Staatstheater Stuttgart und dirigiert dort seitdem Opern und Ballettvorstellungen. 2002 bis 2006 übernahm er die Musikalische Leitung der Jungen Oper der Staatsoper Stuttgart und begann in der Zeit mehr und mehr, Vorstellungen und Gastspiele für das Stuttgarter Ballett zu übernehmen, darunter die bedeutendsten klassischen Handlungsballette, wie Crankos Romeo und Julia, Der Widerspenstigen Zähmung, Onegin, Schwanensee, Dornröschen, La Sylphide, Giselle, La Fille mal gardée (F. Ashton), Die Kameliendame (J. Neumeier) und Ballettabende mit symphonischem Repertoire von Ludwig van Beethoven (z.B. 7. Symphonie – Uwe Scholz), über Gustav Mahlers Das Lied von der Erde (Kenneth MacMillan) bis Hindemith und Arnold Schönberg (Pierrot Lunaire).

Gastspiele führen ihn seit 2004 unter anderem an die Opernhäuser in Lissabon, Ankara, an die New Israeli Opera Tel Aviv, Mexico Stadt und das Teatro Real Madrid.
Seit 2009 ist Wolfgang Heinz ständiger Gastdirigent beim Birmingham Royal Ballet, mit welchem er seither drei Neuproduktionen in Birmingham, London und Belfast erarbeitet hat. 2010 dirigierte er an der Semperoper Dresden Schwanensee (Staatskapelle Dresden), 2011 La Fille mal gardée in Tokyo (New City Orchestra Tokyo) und 2012 Jeu de cartes von Igor Strawinsky in Perth/Australien (West Australian Symphony Orchestra). Er hat das Orchestre Colonne Paris, das Prime Orchestra Seoul und das Symphony Orchestra Osaka geleitet, sowie Sinfoniekonzerte mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz, dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden und mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen dirigiert.

Im Januar 2013 übernahm Wolfgang Heinz die Musikalische Leitung für La Fille mal gardée beim Bayerischen Staatsballett und steht im Dezember 2015 für Onegin am Pult im Nationaltheater.

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