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Oper in vier Akten und neun Bildern

Komponist Dmitri D. Schostakowitsch · Libretto von Alexander G. Preis und vom Komponisten nach der gleichnamigen Erzählung von Nikolaj S. Leskow
In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln | Neuproduktion

Donnerstag, 08. Dezember 2016
19.00 Uhr – 22.15 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 3 Stunden 15 Minuten · 1 Pause zwischen 1. + 2. Akt und 3. + 4. Akt (ca. 20.40 - 21.15 Uhr)

Einführung: 18.00 Uhr

Freier Verkauf · Serie 13

Premiere am 28. November 2016

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Besetzung

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko
Inszenierung
Harry Kupfer
Bühne
Hans Schavernoch
Kostüme
Yan Tax
Video
Thomas Reimer
Licht
Jürgen Hoffmann
Dramaturgie
Malte Krasting
Chor
Sören Eckhoff

Boris Timofejewitsch Ismailow
Anatoli Kotscherga
Sinowi Borissowitsch Ismailow
Sergey Skorokhodov
Katerina Lwowna Ismailowa
Anja Kampe
Sergej
Misha Didyk
Axinja
Heike Grötzinger
Schäbiger
Kevin Conners
Verwalter
Christian Rieger
Hausknecht
Sean Michael Plumb
Mühlenarbeiter
Milan Siljanov
Pope
Goran Jurić
Polizeichef
Alexander Tsymbalyuk
Polizist
Kristof Klorek
Lehrer
Dean Power
Sergeant
Peter Lobert
Wächter
Igor Tsarkov
Sonjetka
Anna Lapkovskaja
Alter Zwangsarbeiter
Alexander Tsymbalyuk
Zwangsarbeiterin
Selene Zanetti
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper

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Mehr dazu

Eine junge Frau, reich verheiratet und elend einsam, eingesperrt in einer Welt, in der die Rohheit herrscht: Katerina ist voller Lebenslust und Liebesverlangen – aber ihr Mann impotent und ihr Schwiegervater ein Tyrann. Kein Wunder, dass sie sich danach sehnt, aus diesem Leben in Zwängen auszubrechen. Als Sergej am Hof der Familie zu arbeiten anfängt, erscheint er ihr als Retter, doch ihre Affäre mit dem Knecht ist der Beginn einer kriminellen Karriere. 

Die 1934 in Leningrad uraufgeführte Oper Lady Macbeth von Mzensk schildert den Versuch einer Selbstverwirklichung, der im Verbrechen endet und vier Menschen das Leben kostet. Schostakowitsch erzählt diese Geschichte mit einer unerhörten Musik, die brodelt und glüht und knallt. Katerinas Kampf um ein glücklicheres Leben schließt das Verlangen nach sexueller Erfüllung ein – und die drastische Darstellung dieses Moments führte zum langjährigen Verbot der Oper in der Sowjetunion, ein Verbot, das den Komponisten beinahe ins Lager gebracht hätte. Die in Lady Macbeth von Mzensk behandelte Frage, wie weit der Mensch gehen darf, um sich aus unwürdigen Verhältnissen zu befreien, hat ihre Aktualität ungebrochen behalten.

 

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1. Akt
1. Bild. Jekaterina Lwowna, genannt Katerina, ist seit fünf Jahren mit dem Kaufmann Sinowi Borissowitsch Ismailow verheiratet. Langeweile und Nichtstun bestimmen ihr Leben, sie aber sehnt sich nach mehr. Noch immer hat sie keinen Erben geboren. Boris Timofejewitsch, der Schwie¬gervater, gibt allein ihr daran die Schuld. Als Katerina die Verantwortung für die Kinderlosigkeit ihrer Ehe von sich weist, droht er ihr mit Gewalt. Sinowi muss dringend zur weit entfernt gelegenen Mühle der Ismailows fahren. Boris verlangt von seinen Arbeitern, ein Abschiedslied zu singen, und zwingt Katerina, ihrem Mann auf demütigende Weise die Treue zu schwören.
Orchesterzwischenspiel: Largo

2. Bild. Der neue Knecht Sergej stiftet die Arbeiter zu einer groben Misshandlung der Köchin Axinja an. Katerina unterbricht sie bei den grausamen Übergriffen, fühlt sich aber zu Sergej hingezogen. Er schlägt ihr einen Ringkampf vor. Boris überrascht sie dabei und kündigt an, Katerina zu bestrafen. Dann will er zum Abendbrot Pilze essen.
Orchesterzwischenspiel: Allegro con brio

3. Bild. Am Abend empfindet Katerina in ihrem Schlafzimmer schmerzhaft die Leere und Einsamkeit ihres Lebens. Sie sehnt sich nach Liebe. Unter dem Vorwand, ein Buch ausleihen zu wollen, kommt Sergej zu ihr. Neuerlich beginnt er einen gespielten Kampf mit ihr. Nach kurzem Sträuben gibt Katerina ihren Widerstand gegen sein Drängen auf, und beide fallen übereinander her.

 

2. Akt
4. Bild. Ruhelos bewacht Boris nachts den Hof, geplagt von Sorgen und seinem wachsenden Begehren nach Katerina. Als er Licht im Zimmer seiner Schwiegertochter sieht, vergisst er alle Zurückhaltung und will zu ihr. Da entdeckt er, wie Sergej gerade aus Katerinas Zimmer steigt. Er lässt ihn von seinen Leuten festhalten und peitscht ihn vor Katerinas Augen brutal aus. Hungrig geworden, verlangt er nochmals nach den Pilzen. Katerina vergiftet ihren Schwiegervater mit Rattengift. Es gelingt ihr, den offensichtlichen Verdacht von sich abzulenken.
Orchesterzwischenspiel [Passacaglia]: Largo

5. Bild. Katerina verbringt die Nächte von nun an mit Sergej. Von Schlaflosigkeit und Liebeshunger gequält, wird sie vom Geist des Boris heimgesucht. Sie verspricht Sergej, ihn bald zum Kaufmann zu machen. Sinowi kehrt mitten in der Nacht zurück. Er hat Gerüchte über Katerinas Affäre gehört und fragt sie misstrauisch aus. Als er den Gürtel eines Mannes findet, sieht er seinen Verdacht bestätigt und beginnt, seine Frau zu schlagen. Katerina ruft den versteckten Sergej zu Hilfe; gemeinsam bringen sie Sinowi um und verstecken den Toten danach im Keller.

 

3. Akt
6. Bild. Katerina und Sergej heiraten. Während die Festgesellschaft zur Trauung in die Kirche geht, sucht der Schäbige, einer der Arbeiter, im Keller nach Schnaps. Dort findet er die halbverweste Leiche Sinowis und läuft schreiend zur Polizei.
Orchesterzwischenspiel: Allegretto

7. Bild. Die korrupten Polizisten freuen sich über die Abwechslung und den Vorwand, am Hochzeitsfest teilzunehmen.
Orchesterzwischenspiel: Presto

8. Bild. Mitten im Festgelage bemerkt Katerina das aufgebrochene Kellerschloss und will mit Sergej fliehen, doch es ist zu spät: Die Polizisten haben den Hof schon umstellt. Katerina gesteht, und die Täter werden verhaftet.

 

4. Akt
9. Bild. Auf ihrem Marsch nach Sibirien besingen die unzähligen Sträflinge ihr hoffnungsloses Schicksal. Unter den Gefangenen sind auch Katerina und Sergej. Im Nachtlager weist Sergej Katerinas Zärtlichkeiten zurück; er fühlt sich von ihr verraten, und als mittellose Zwangsarbeiterin bedeutet sie ihm nichts mehr. Er beginnt ein Verhältnis mit einer anderen Gefangenen, der jungen Sonjetka, die ihn als Gegenleistung für ihre Liebesdienste zu einer gemeinen Erniedrigung Katerinas antreibt. Katerina ist verzweifelt. Den Spott der anderen nimmt sie kaum wahr. Als die Gefangenen am nächsten Morgen wieder aufbrechen, tötet sie Sonjetka und sich selbst.

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Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem dortigen Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich sehr rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra National de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York und 2005 an der Oper Frankfurt. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa (Inszenierung: Barbara Frey). In Frankfurt interpretierte er Pfitzners Palestrina (Inszenierung: Harry Kupfer) und Puccinis Tosca (Inszenierung: Andreas Kriegenburg). Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.

Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehaben wird. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne Schatten, La clemenza di Tito, Die Soldaten, Lucia di Lammermoor, Lulu, South Pole und Die Meistersinger von Nürnberg geleitet und unter anderem die Wiederaufnahme von Der Ring des Nibelungen dirigiert. 

Kirill Petrenko wurde im Juni 2015 zum zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt; diese Position wird er im Herbst 2019 antreten. In der Spielzeit 2016/17 leitet Kirill Petrenko die Neuinszenierungen von Lady Macbeth von Mzensk und Tannhäuser. Außerdem dirigiert er ein breites Repertoire: Die Meistersinger von Nürnberg, Der Rosenkavalier, South Pole, Die Fledermaus, Die Frau ohne Schatten, sowie drei Akademiekonzerte.

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#AkteMzensk: Ein Vlog zu „Lady Macbeth von Mzensk”

In der #AkteMzensk begeben wir uns auf Spurensuche: Wo liegt eigentlich Mzensk? Wie wird eine junge Frau zur Mörderin? Und wie hat Josef Stalin die Oper von Schostakowitsch gefallen? mehr lesen

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