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Opera buffa in vier Akten

Komponist Wolfgang Amadeus Mozart · Libretto von Lorenzo da Ponte
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Freitag, 12. Dezember 2014
19.00 Uhr – 22.40 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 3 Stunden 40 Minuten · 1 Pause zwischen 1. + 2. Akt und 3. Akt (ca. 20.45 - 21.15 Uhr)

Preise K

ausverkauft

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Besetzung

Musikalische Leitung
Ivor Bolton
Inszenierung
Dieter Dorn
Bühne und Kostüme
Jürgen Rose
Licht
Max Keller
Dramaturgie
Hans-Joachim Rückhäberle
Chor
Stellario Fagone

Il Conte di Almaviva
Gerald Finley
La Contessa di Almaviva
Véronique Gens
Cherubino
Cecelia Hall
Figaro
Luca Pisaroni
Susanna
Anita Hartig
Bartolo
Georg Zeppenfeld
Marcellina
Heike Grötzinger
Basilio
Alexander Kaimbacher
Don Curzio
Kevin Conners
Antonio
Peter Lobert
Barbarina
Elsa Benoit
Mädchen Sopran Solo
Anna Rajah
Mädchen Mezzo Solo
Marzia Marzo
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper
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Wenn das Dienstpersonal heiratet, will der Graf (doch wieder) seinen Spaß: Die erste Nacht mit Susanna, dem Kammermädchen. Figaro findet das gar nicht komisch. Gräfin und Susanna halten zusammen. Verkleidungen viele - Verwicklungen noch mehr. Jeder will jeden - was nicht immer klappt. Mit schönerer Musik kann man einander nicht begehren. Fazit: Männer sind anders - und Frauen auch.

 

I. Akt

 

Graf Almaviva begehrt Susanna, die Braut seines Kammerdieners Figaro. Mit Geld und schönen Worten will er von Susanna das bekommen, worauf er offiziell verzichtet hat: das Recht der ersten Nacht. Da es dabei wohl nicht bleiben soll, hat der Graf den beiden ein Zimmer zugewiesen, das er leicht erreichen kann. Figaro ist ganz und gar mit der Einrichtung dieses Zimmers beschäftigt, während ihn Susanna über die wahren Absichten des Grafen aufklärt. Figaro fühlt sich der bevorstehenden Auseinandersetzung gewachsen, er vertraut auf seine List und die Kunst der Intrige.

 

Gefahr droht aber nicht nur vom Grafen; Marcellina glaubt sich berechtigte Hoffnungen auf eine Heirat mit Figaro machen zu können. Der Schuldschein über ein Darlehen, das sie ihm gegeben hat, verpflichtet Figaro zur Heirat, falls er nicht bezahlen kann. Marcellinas Forderung will Dr. Bartolo vor Gericht vertreten. Weitere Verwirrung stiftet der Page Cherubino, der jedem weiblichen Wesen in pubertärer Begeisterung zugetan scheint. Schon einmal ist er dem Grafen ins Gehege gekommen: bei der Gärtnerstochter Barbarina. Da der Graf ihn deshalb entlassen hat, sucht er die Fürsprache der Gräfin durch Vermittlung Susannas zu erreichen. Die Dinge überstürzen sich: Als überraschend der Graf auftaucht, versteckt sich Cherubino, und als der Musiklehrer Basilio eintritt, verbirgt sich auch der Graf. Als der feststellen muß, daß Cherubino der Mitwisser seiner Werbung um Susanna geworden ist, ernennt er ihn zum Offizier, um ihn loszuwerden. Figaro hat inzwischen seine Inszenierung begonnen: Er hat die weiblichen Untertanen des Grafen mobilisiert, um diesem für den Verzicht auf das Recht der ersten Nacht zu danken. Die Überraschung des Grafen will er dazu nutzen, ihn zu der sofortigen Vollziehung der Trauung zu bringen. Doch der verschafft sich Aufschub durch das Versprechen eines großen Festes; er hofft auf Marcellinas Einspruch.

II. Akt

 

Die Gräfin trauert der verlorenen Liebe nach; sie ist zu fast allem bereit, um ihren Gatten für sich zurückzugewinnen. Sie stimmt deshalb Figaros Plan zu, durch einen anonymen Brief die Eifersucht des Grafen zu wecken. Zugleich soll Susanna ihm das erwünschte Rendezvous versprechen. Statt ihrer soll sich aber Cherubino in ihrem Hochzeitskleid einfinden.

 

Gerade als Cherubino für diese Rolle umgezogen wird, kehrt der Graf vorzeitig von der Jagd zurück. Sein Mißtrauen, angefacht durch den anonymen Brief, findet sich bestätigt durch die Tatsache, daß die Tür zu den Zimmern der Gräfin verschlossen ist. Als die Gräfin ihn einläßt und er Lärm aus dem Schlafzimmer hört, dies aber ebenfalls verschlossen findet, ist ihm klar: er wird betrogen. Da die Gräfin sich weigert, ihm den Schlüssel zu geben, will er die Tür gewaltsam öffnen. Um das dazu nötige Werkzeug zu holen, verläßt er mit der Gräfin den Raum und verschließt ihn.

 

Susanna, die sich unbemerkt in einem Nebenraum aufgehalten hat, gelingt es, den Platz mit Cherubino zu tauschen. Der Page entkommt durch einen Sprung aus dem Fenster.

 

Nachdem das Grafenpaar zurückgekehrt ist, gesteht die Gräfin die Wahrheit: die Anwesenheit Cherubinos. Doch aus dem Schlafzimmer tritt Susanna – zur Überraschung der Gräfin und des Grafen. Geistesgegenwärtig stellt die Gräfin diese Überraschung als eine inszenierte Lektion dar, um den Grafen für seine Eifersucht zu strafen. Nur mit Mühe gelingt es diesem, Versöhnung und Verzeihung zu erlangen.

 

Leider ist der Sprung aus dem Fenster nicht unbeobachtet geblieben: der Gärtner Antonio führt Klage gegen einen Mann, der seine Blumen zerstört hat. Das im Blumenbeet gefundene Offizierspatent verweist auf Cherubino. Doch gelingt es Figaro, mit Hilfe der Gräfin und Susannas die Schuld auf sich zu nehmen. Der Akt endet tumultuarisch: Marcellina und ihre Mitstreiter erheben offizielle Klage gegen Figaro.

III. Akt

 

Eine neue Intrige wird geschmiedet, die Gräfin übernimmt die Initiative. Susanna soll dem Grafen ein Rendezvous versprechen, erscheinen wird aber die Gräfin in Susannas Hochzeitskleid.

 

Der Graf glaubt sich am Ziel seiner Wünsche, erkennt aber durch eine Äußerung Susannas, daß er hingehalten werden soll. Er weist den Richter Don Curzio an, das Urteil zu vollziehen: Figaro muß seine Schulden bezahlen oder Marcellina heiraten. Bei der Urteilsverkündung lösen sich geradezu märchenhaft die Verwicklungen, als sich herausstellt, daß Figaro Marcellinas und Bartolos Sohn ist, der im Säuglingsalter von Räubern entführt wurde. Nun wird es zur Doppelhochzeit kommen: Marcellina heiratet Bartolo, Susanna ihren Figaro. Die Intrige ist aber noch nicht zu Ende. Die Gräfin diktiert Susanna einen Brief an den Grafen, in dem der Ort des abendlichen Treffens genannt wird. Die Mädchen des Dorfes bringen der Gräfin ihre Huldigung dar, unter ihnen Barbarina und der verkleidete Cherubino. Wieder wird der Page entdeckt, aber gerettet durch Barbarina, der der Graf im Austausch gegen Zärtlichkeiten einige Versprechungen gemacht hat.

 

Bei der Trauungszeremonie steckt Susanna dem Grafen den Brief zu. Verschlossen ist der Brief mit einer Nadel. Diesmal vertraut der Graf der Verabredung.

IV. Akt

 

Figaro trifft auf Barbarina, die als Botin des Grafen die Nadel als Bestätigung an Susanna zurückbringen soll. Während sie die verlorene Nadel sucht, erfährt er von der bevorstehenden Verabredung. Die dahinterstehende Intrige kennt er nicht. Außer sich vor Eifersucht schwört er Rache, mit der er allen betrogenen Ehemännern ein Beispiel geben will. Deshalb veranlaßt er alle Beteiligten, zum Schauplatz des Treffens zu kommen. Der Kleidertausch funktioniert. Cherubino und Figaro halten die Gräfin ebenso für Susanna wie der Graf, der ihr glühende Liebeserklärungen macht. Voller Eifersucht stört der lauschende Figaro die Szene. Diese Gelegenheit benutzt die als Gräfin verkleidete Susanna, um sich Figaro zu nähern, der die Verkleidung schnell erkennt.

 

Der Graf ertappt die beiden und will strenges Gericht für die vermeintliche Ehebrecherin. Doch nun gibt sich die Gräfin im Kleide Susannas zu erkennen. Vor allen, die er selbst als Zeugen herbeigerufen hatte, muß der Graf beschämt seine Vorwürfe zurücknehmen und sich selbst als schuldig bekennen. Die Gräfin verzeiht ihm; das Fest kann beginnen.

 

 

© Bayerische Staatsoper

Festspielpremiere von Wolfgang Amadeus Mozarts "Le nozze di Figaro" am 30. Juni 1997 im Nationaltheater

Le nozze di Figaro in München

Reihenfolge der Partien: Graf, Gräfin, Cherubino, Figaro, Susanna

ML = Musikalische Leitung, IN = Inszenierung, BB = Bühnenbild, KM = Kostüme

13. Januar 1794
Münchner Erstaufführung

Salvator-Theater

21. März 1821

Hof- und Nationaltheater

in italienischer Sprache
Benetti, Sessi, Saglia, Schiasetti, Santini

7. März 1829

Hof- und Nationaltheater

Julius Pellegrini, Nanette Schechner, Auguste Hölken, Georg Mittermayr, Katharina Sigl-Vespermann

15. Februar 1842

Hof- und Nationalthater

Julius Pellegrini, Karoline Hetznecker, Sofie Diez, Krause, Adelaide Jacedé

7. August 1851

Hof- und Nationaltheater

August Kindermann, Josefine Hefner, Epple, Conradi, Henriette Rettich

8. Dezember 1861

Hof- und Nationaltheater

August Kindermann, Auguste Stöger, Sofie Stehle, Edward Lindemann,
Franziska Schwarzbach

11. Februar 1877

Hof- und Nationaltheater

IN Karl Brulliot
Theodor Reichmann, Mathilde Wekerlin, Therese Vogl, August Kindermann, Cornelie Meysenheim

15. Februar 1895

Hof- und Nationaltheater

ML Hermann Levi, IN Ernst von Possart
Eugen Gura, Milka Ternina, Lili Dreßler, Anton Fuchs, Katharina Bettaque

10. Dezember 1904

Cuvilliés-Theater

ML Felix Mottl, IN Ernst von Possart, BB Julius Viktor Klein, KM Hermann
Buschbeck
Fritz Feinhals, Irma Koboth, Ella Tordek, Desider Zador, Hermine Bosetti

29. Juni 1927

Cuvilliés-Theater

ML Hans Knappertsbusch, IN Kurt Barré, BB und KM Leo Pasetti
Wilhelm Rode, Felicie Hüni-Mihacsek, Martha Schellenberg, Berthold Sterneck, Fritzi Jokl

27. April 1940

Nationaltheater

ML Clemens Krauss, IN Rudolf Hartmann, BB und KM Ludwig Sievert
Walter Höfermayer, Felicie Hüni-Mihacsek, Gertrud Riedinger, Heinrich Rehkemper, Adele Kern

26. Juli 1946

Prinzregententheater

ML Hans-Georg Ratjen, IN Walther Pohl, BB Jan Schlubach, KM Lovis Révy
Albrecht Peter, Erna Dietrich, Hildegard Kapferer, Benno Kusche, Elisabeth Lindermeier

5. Juli 1953

Gärtnerplatztheater
ML Eugen Jochum, IN Heinz Arnold, BB und KM Wilhelm Reinking
Karl Schmitt-Walter, Annelies Kupper, Hertha
Töpper, Willi Domgraf-Fassbaender, Elfriede Trötschel

14. Juni 1958

Cuvilliés-Theater (Wiedereröffnung)

ML Ferenc Fricsay, IN Rudolf Hartmann, BB Helmut Jürgens, KM Sophia Schröck
Kieth Engen, Claire Watson, Hertha Töpper, Karl Kohn, Erika Köth

28. März 1968

Nationaltheater

in italienischer Sprache
ML Joseph Keilberth, IN Günter Rennert, BB und KM Rudolf Heinrich
Victor Braun, Claire Watson, Brigitte Fassbaender, Raimund Grumbach, Ingeborg Hallstein

17. Februar 1977

Gärtnerplatztheater

ML Hans Drewanz, IN Bohumil Herlischka, BB Ruodi Barth, KM Liselotte Eder
Walter Köninger, Sieglinde Kahmann, Tamara Lund, Wayne Long, Gisela Ehrensperger

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Biografien

Ivor Bolton studierte an der Cambridge University, am Royal College of Music und am National Opera Studio in London. Anschließend war er Musikdirektor der English Touring Opera, der Glyndebourne Touring Opera und Chefdirigent des Scottish Chamber Orchestra. Gastdirigate führten ihn u. a. nach Wien, Zürich, Frankfurt, Paris, London, New York, Amsterdam, Dresden, Leipzig, San Francisco, Buenos Aires und Barcelona sowie zu den Festspielen in Glyndebourne, Aix-en-Provence und seit 2000 jährlich nach Salzburg. 2004 wurde er Chefdirigent des Mozarteum-Orchesters Salzburg. Seit dessen Gründung im Jahr 2012 ist er musikalischer Leiter des Dresdner Festspielorchesters, seit 2015 außerdem Musikdirektor am Teatro Real in Madrid.

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