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Oper in zwei Teilen nach William Shakespeare eingerichtet von Claus H. Henneberg - 1978

Komponist Aribert Reimann
In deutscher Sprache · Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache | Neuproduktion

Mittwoch, 26. Mai 2021
19.30 Uhr – 22.30 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 3 Stunden · Erster Teil (ca. 19.30 - 21.00 Uhr) · Pause (ca. 21.00 - 21.30 Uhr) · Zweiter Teil (ca. 21.30 - 22.30 Uhr)

Preise K

Premiere am 23. Mai 2021

#BSOlear

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Besetzung

Musikalische Leitung
Jukka-Pekka Saraste
Inszenierung
Christoph Marthaler
Mitarbeit Inszenierung
Joachim Rathke
Bühne
Anna Viebrock
Kostüme
Dorothee Curio
Licht
Michael Bauer
Chor
Stellario Fagone
Dramaturgie
Benedikt Stampfli, Malte Ubenauf

König Lear
Christian Gerhaher
König von Frankreich
Edwin Crossley-Mercer
Herzog von Albany
Ivan Ludlow
Herzog von Cornwall
Jamez McCorkle
Graf von Kent
Brenden Gunnell
Graf von Gloster
Georg Nigl
Edgar
Andrew Watts
Edmund
Matthias Klink
Goneril, Tochter König Lears
Angela Denoke
Regan, Tochter König Lears
Ausrine Stundyte
Cordelia, Tochter König Lears
Hanna-Elisabeth Müller
Narr
Graham Valentine
Bedienter
Dean Power
Ritter
Marc Bodnar
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper
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König Lear will sein Reich unter seinen drei Töchtern aufteilen. Diejenige, die ihn am meisten liebt, soll am meisten bekommen. Da Cordelia in nur schlichten einfachen Worten ihre Liebe beschreibt, enttäuscht sie ihren Vater, und geht leer aus. Unter den beiden anderen Töchtern wird das Reich aufgeteilt, und alsbald herrschen Zwietracht und Intrige. Lear zerbricht daran, wird ein machtloser Bettler und verfällt dem Wahn.
Basierend auf William Shakespeares Tragödie King Lear – das Libretto richtete Claus H. Henneberg ein – komponierte Aribert Reimann die Oper Lear, die als Auftragswerk der Bayerischen Staatsoper 1978 im Nationaltheater zur Uraufführung kam. Reimanns Komposition zeigt eine Dramaturgie, die in hohem Tempo das Spiel der Machtbesessenheit zum Movens macht. Lears Gesangslinie von exorbitanter Virtuosität gekennzeichnet verdeutlicht den gebrochenen König mit seinen nur auf der Oberfläche wirrwirkenden Redeweisen. Die instrumentalen Cluster-Strukturen dieses Monumentalwerks erschaffen eine atemberaubende Atmosphäre und sind Grund dafür, dass als Opernklassiker des 20. Jahrhunderts diese Metamorphose als Spiegel unserer Zeit nicht mehr wegzudenken ist.

 

Lear ist des Regierens müde und möchte die Herrschaft über sein Reich zwischen seinen drei Töchtern aufteilen. Diejenige, die ihn am meisten liebt, soll den größten Anteil bekommen. Während Goneril und Regan sich in wortreichen Liebesbekundungen zu übertreffen versuchen, bringt Cordelia ihre Liebe erst auf Lears wiederholte Aufforderung in bescheidenen Worten zum Ausdruck. Lear gerät darüber in Zorn, verstößt Cordelia und verweigert ihr die Mitgift für ihre Heirat mit dem König von Frankreich. Der Graf von Kent, Gefolgsmann Lears, ergreift für Cordelia Partei und wird verbannt. Um ihre Position zu sichern, gehen Regan und Goneril ein Bündnis ein, wohl wissend, dass jede von ihnen nach der alleinigen Macht strebt.

Auch zwischen Graf von Gloster und seinen Söhnen Edgar und Edmund drohen Erbstreitigkeiten. Edmund, der sich als unehelicher Sohn grundlos zurückgesetzt fühlt, überzeugt seinen Vater mit einem gefälschten Brief, dass Edgar dessen Ermordung plane. Gloster setzt ein Kopfgeld auf Edgar aus und setzt Edmund als seinen alleinigen Erben ein.

Kent kehrt in Verkleidung zu Lear zurück. Von Goneril und Regan wird er für einen Spion gehalten und festgesetzt. Sie wollen sich nicht mehr um ihren eigensinnigen Vater kümmern und zermürben Lear mit Provokationen. Als dieser erkennen muss, dass sich die beiden Töchter gegen ihn verschworen haben, stößt er Flüche und Drohungen aus. Regan jagt ihn schließlich davon.

Lear ist allein einem Unwetter ausgesetzt und voller Verzweiflung über seine trostlose Lage. Kent und der Narr nehmen ihn in ihre Obhut. Die drei stoßen auf Edgar, der sich zum Schutz vor seinen Verfolgern als armer Tom tarnt. Auch Gloster hält Lear insgeheim die Treue und erscheint, um ihn in Sicherheit zu bringen.

Eine französische Invasion steht bevor. Gloster wurde von Regans Gatten, dem Herzog von Cornwall, gefangengenommen. Als er bekennt, auf Lears Seite zu stehen, blenden ihn Cornwall und Regan. Ein Bediensteter wechselt daraufhin die Seiten und erschlägt Cornwall. Regan enthüllt Gloster Edmunds Verrat und überlässt den Blinden seinem Schicksal.

Goneril ist enttäuscht von ihrem Ehemann, Herzog von Albany, den angesichts ihres Verhaltens Skrupel plagen. Sie plant, Regan zu vergiften. Edmund übergibt sie das Kommando über ihre Truppen und verspricht, ihn zu heiraten und mit ihm gemeinsam zu herrschen. Gleichzeitig erfährt Cordelia von Lears Zustand und lässt nach ihm suchen.

Der blinde Gloster trifft auf seinen Sohn Edgar, allerdings ohne diesen zu erkennen. Er bittet Edgar, ihn zu einer Klippe zu führen, von der er sich in den Tod stürzen möchte. Edgar täuscht seinen Vater und führt ihn auf ein freies Feld: Gloster springt, fällt jedoch nur der Länge nach zu Boden. Von Edgar lässt er sich überzeugen, den Sturz dank eines Wunders unverletzt überlebt zu haben. Sie begegnen dem orientierungslos umherstreifenden Lear. Der König von Frankreich findet Lear und lässt ihn ins französische Lager bringen, wo es zur Versöhnung zwischen Cordelia und ihrem Vater kommt.

Edmund hat Lear und Cordelia gefangengenommen und Cordelias Hinrichtung angeordnet. Mit dem Ziel der alleinigen Herrschaft vor Augen spielt er Goneril und Regan gegeneinander aus. Albany versucht vergeblich, Edmund in seine Schranken zu weisen und Lear und Cordelia zu retten. Währenddessen bemerkt Regan die Wirkung des Giftes, das ihr Goneril zuvor verabreicht hat. Sie stirbt. Edgar, immer noch in Verkleidung, fordert Edmund zum Duell heraus und tötet ihn, Goneril ersticht sich aus Verzweiflung. Lear trauert um die ermordete Cordelia und stirbt schließlich.

Text: Sören Sarbeck

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Biografien

Jukka-Pekka Saraste studierte an der Sibelius-Akademie in Helsinki Dirigieren. Er war Chefdirigent des Finnish Radio Symphony Orchestra und des Oslo Philharmonic Orchestra, denen er weiterhin als Ehrendirigent verbunden ist, sowie des WDR Sinfonieorchesters Köln, dem er von 2010 bis 2019 vorstand. Weitere Leitungspositionen bekleidete er beim Scottish Chamber Orchestra und beim Toronto Symphony Orchestra. Außerdem war er Principal Guest Conductor des BBC Symphony Orchestra. Als Gastdirigent leitete er u. a. das London Philharmonic Orchestra, das Philharmonia Orchestra, das Gewandhausorchester Leipzig, das Royal Concertgebouw Orchestra, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Münchner Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Cleveland Orchestra sowie die Boston, Chicago und San Francisco Symphony und die Los Angeles und New York Philharmonic. (Stand: 2021)

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