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Opéra fantastique in fünf Akten

Komponist Jacques Offenbach · Libretto von Jules Barbier nach dem Schauspiel von Jules Barbier und Michel Carré, herausgegeben von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Münchner Opernfestspiele
Sonntag, 30. Juli 2017
18.00 Uhr – 21.25 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 3 Stunden 25 Minuten · Pausen zwischen 1. Akt und 2. Akt (ca. 19.10 - 19.40 Uhr) zwischen 2. Akt und 3. Akt (ca. 20.25 - 20.40 Uhr)

Preise L

ausverkauft

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  • Koproduktion mit der English National Opera, London

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Besetzung

Musikalische Leitung
Constantin Trinks
Inszenierung
Richard Jones
Bühne
Giles Cadle
Kostüme
Buki Shiff
Choreographie
Lucy Burge
Licht
Mimi Jordan Sherin
Dramaturgie
Rainer Karlitschek
Chor
Sören Eckhoff

Olympia
Olga Pudova
Antonia
Diana Damrau
Giulietta
Diana Damrau
Stella
Diana Damrau
Cochenille
Kevin Conners
Pitichinaccio
Kevin Conners
Frantz
Kevin Conners
Lindorf
Nicolas Testé
Coppélius
Nicolas Testé
Dapertutto
Nicolas Testé
Miracle
Nicolas Testé
Nicklausse/Muse
Angela Brower
Stimme aus dem Grab
Okka von der Damerau
Hoffmann
Michael Spyres
Spalanzani
Ulrich Reß
Nathanaël
Dean Power
Hermann
Sean Michael Plumb
Schlémil
Christian Rieger
Wilhelm
Galeano Salas
Crespel
Peter Lobert
Luther
Peter Lobert
Chor
Chor der Bayerischen Staatsoper
Orchester
Bayerisches Staatsorchester
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper
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Der Protagonist der Oper ist E.T.A. Hoffmann, der Prototyp des deutschen romantischen Künstlers: sein Leben ein Kunstwerk, seine Abgründe, seine Zweifel, seine großen Einfälle – seine Krisen. Und immer damit verbunden: Frauen. Hoffmann in der Oper berichtet in seinen Erzählungen von drei Frauentypen, der „leblosen Puppe mit einem Herz aus Eis“, der „Virtuosin“, krank und dem Tode geweiht, sowie der „unverschämten Kurtisane“.

Jacques Offenbachs 1881 uraufgeführte Opéra fantastique basiert auf dem gleichnamigen Schauspiel von Jules Barbier und Michel Carré, die aus den Biografien und Werken von E.T.A. Hoffmann, Adelbert von Chamisso und Alfred de Musset ein eigenes Künstlerdrama kreierten. Es ist keine Literaturoper – die Protagonisten aus verschiedenen romantischen Erzählungen wurden durch einen fiktiven Hoffmann verbunden –, sondern vielmehr die Botschaft an den Dichter, die Kunst zu seiner Herzensangelegenheit, oder vielleicht sogar aus seinem Herzen eine Mördergrube zu machen.

Basierend auf der Ausgabe von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck, © Schott Musik International

 

1. Akt

Seit seiner Affäre mit der Sängerin Stella hat der Dichter Hoffmann keinen vernünftigen Satz mehr zu Papier gebracht. Stella will ein Treffen vereinbaren, doch er versteckt sich vor ihr. Seine Selbstzweifel führen ihn zum Alkohol und er beginnt zu trinken. Die Muse Nicklausse will ihn zum Schreiben animieren und bietet alles auf, was sie kann: einen unheimlichen Lindorf, der auch schon mit Stella gesehen wurde, drei Studenten Namens Hermann, Wilhelm und Nathanael und eine Menge anderer Zechkumpanen. Sie alle versuchen, Hoffmanns Stimmung mit viel Alkohol und Liedern aufzuheitern. Doch eigentlich hoffen sie, eine seiner spannenden Geschichten zu hören. Und Hoffmann enttäuscht sie nicht: Er trägt das Gedicht vom hässlichen Gnoms Kleinzack vor – doch unvermittelt scheint er auf einmal nur noch ein schwärmerisches Bild von seiner Geliebten zu zeichnen. Als ihn die Kumpel in die Realität zurückholen verspricht er ihnen, die katastrophalen Geschichten seiner bisherigen Liebschaften zu erzählen.

2. Akt: Olympia

Spalanzani hat eine täuschend echt wirkende Puppe konstruiert: Olympia. Jetzt ist er bankrott und kann seine Schulden bei Coppélius nicht mehr bezahlen, von dem er die Augen gekauft hat. Durch den Erfolg seiner vermeintlichen Tochter Olympia erhofft er sich wieder zu sanieren und hat daher zahlreiche Gäste geladen, denen er seine Erfindung präsentieren will. Coppélius kann er mit einem Scheck abwimmeln.

Hoffmann, der sich nicht für Physik und Technik interessiert, hat sich in Olympia verliebt. Er hat von Coppélius eine Brille erworben, durch die er die Puppe für einen echten Menschen hält. Nicklausse hat nichts als Spott für ihn übrig. Doch für Hoffmann ist der Gesang Olympias ebenso ehrlich und bezaubernd wie ihre Schüchternheit. Auch die Gäste Spalanzanis sind von der Puppe begeistert. Spalanzani hofft sogar, seine Tochter an Hoffmann verheiraten zu können, doch zugleich hat er Angst, die Konstruktion könne überbeansprucht werden. Als Hoffmann mit Olympia wie wild Walzer zu tanzen beginnt, steigern sich die beiden immer weiter in ihrem Rausch.

Coppélius hingegen will Rache: Der Scheck Spalanzanis war nicht gedeckt, und so bemächtigt er sich der Puppe Olympia und zerstört sie. Erst jetzt erkennt Hoffmann, dass er sich in einen Automaten verliebt hat.

3. Akt: Antonia

Hoffmann will unbedingt die Sängerin Antonia wiedersehen, in die er sich unsterblich verliebt hat. Auch Antonia sehnt sich nach ihrem Geliebten, doch ihr Vater Crespel hält sie von der Außenwelt völlig abgeschirmt. Zudem hat er alle Noten wegsperren lassen und sich von ihr das Versprechen geben lassen, sie möge nie wieder singen. Was sie nicht weiß: ihre Mutter, die auch eine berühmte Sängerin gewesen war, starb an einer mysteriösen Krankheit, deren Symptome der Vater nun an ihr entdeckt hat. Er befürchtet, der Gesang könne auch sie dem Tode weihen. Doch Antonia gelingt es, dem Diener Frantz, der selbst als Sänger dilettiert, unbemerkt die Schlüssel für die Noten zu entwenden.

Hoffmann schafft es ebenso, Frantz zu überrumpeln, so dass er sich Zutritt in die Wohnung Crespels verschafft. Nicklausse, der immerhin froh ist, dass Antonia keine Puppe ist, sondern gleich einer Geige mit einer Seele begabt ist, animiert Hoffmann, sich mehr seiner Kunst zu widmen. Doch für Hoffmann gibt es kein Halten mehr: Antonia und er haben sich endlich wieder. Als Crespel unerwartet zurückkehrt, kann sich Hoffmann gerade noch verstecken, muss aber die Auseinandersetzung zwischen dem Vater und dem Docteur Miracle mit anhören: Miracle bietet sich an, Antonias Krankheit zu behandeln. Crespel hingegen macht Miracle mit für den Tod seiner Frau verantwortlich und heißt ihn verschwinden.

Entsetzt will auch Hoffmann von Antonia das Versprechen, nie wieder zu singen und läuft davon. Antonia glaubt, ihr Geliebter habe sich mit dem Vater verbündet. In ihrer Unsicherheit und großen Sehnsucht nach der Kunst greift sie zu den Noten und vernimmt die Stimme Miracles, der sie dazu verführt, ihrem Wunsch zu singen freien Lauf zu lassen. Als auch noch die Stimme ihrer Mutter zu ihr spricht, gibt es für sie kein Halten mehr. Sie singt und bricht darüber zusammen. Crespel und Hoffmann können sie nicht mehr retten. Sie stirbt.

4. Akt: Giulietta

Die Prostituierte Giulietta ist dem Reichtum Dapertuttos verfallen, der von ihr verlangt, die Spiegelbilder und Seelen junger Männer für ihn zu gewinnen. Zusammen mit Schlémil und Pitichinaccio ist sie dabei auch sehr erfolgreich. Doch Hoffmann scheint sich für ihre Reize nicht zu interessieren. Wein und Spiel sind für ihn nach seinen fürchterlichen Erfahrungen attraktiver. Nicklausse warnt Hoffmann, dass er mit seinem Verhalten nur neue Probleme heraufbeschwören werde.

Dapertutto stachelt Giuliettas Ehrgeiz an, in dem er ihr einen ungeheuer wertvollen Diamanten verspricht. Sogleich versucht sie, Hoffmann für sich zu gewinnen, indem sie sein Trinklied erwidert. Hoffmann setzt sich mit Schlémil und Pitichinaccio an den Spieltisch. Zunächst verliert er, doch angefeuert von Giulietta kommt er in eine Glückssträhne. Schlémil reagiert eifersüchtig auf Giuliettas Zuneigung zu Hoffmann, der sich nun doch auf das Abenteuer mit ihr einlassen will, wohingegen Pitichinaccio versucht, Nicklausse aus dem Weg zu räumen und daher einen Becher mit Gift mischt. Doch Nicklausse ist nicht nach Trinken zu Mute. Als sich Giulietta mit Hoffmann zurückziehen will, geht Schlémil unvermittelt mit dem Messer auf Hoffmann los, dieser kann sich verteidigen und tötet dabei Schlémil. Giulietta gibt vor, ihn vor weiterem Unheil bewahren zu wollen. Hoffmann ist ihr inzwischen ganz und gar verfallen. Umso leichter gelingt es ihr, ihm sein Spiegelbild zu entwenden. Dapertutto wähnt sich als Sieger. Giulietta erhält den Diamanten, an dem sie sich berauscht und greift nach einem Glas zur Erfrischung – und nimmt das für Nicklausse bestimmte Gift zu sich. Sie stirbt zum Entsetzen Pitichinaccios und Dapertuttos. Nicklausse nutzt die Gelegenheit, Hoffmann von seinem Zauber zu erlösen.

5. Akt

Die Kumpel sind von Hoffmanns Erzählungen begeistert und entsetzt zugleich. Allen ist klar: Alle drei Frauen ergeben das Portrait einer einzigen – Stella. Hoffmann ist das in seinem Rausch gleichgültig. Er bricht zusammen. Stella wendet sich angewidert von ihm ab. Also beginnt er, seine Geschichte aufzuschreiben. Die Muse Nicklausse und alle anderen Figuren umringen Hoffmann, als würden sie ihm die Lehre aus seinen Erlebnissen erklären: „Lächle über Deinen Schmerz! Die Muse lindert deinen Kummer. Denn groß ist man durch die Liebe, doch größer noch durch Leid.“

Premiere von Jacques Offenbachs "Les Contes d'Hoffmann" am 31. Oktober 2011 im Nationaltheater

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Biografien

Constantin Trinks war von 2006 bis 2009 Generalmusikdirektor am Staatstheater Saarbrücken und von 2009 bis 2012 in gleicher Funktion am Staatstheater Darmstadt, wo er u. a. Der Ring des Nibelungen, Die Meistersinger von Nürnberg, Parsifal, Fidelio und die postume Uraufführung von Orffs Gisei – Das Opfer dirigierte. Seither gab er Debüts am Neuen Nationaltheater Tokio (u. a. Don Giovanni), der Semperoper Dresden (u. a. Der Rosenkavalier und Jaromír Weinbergers Schwanda, der Dudelsackpfeifer), der Opéra national de Paris, der Wiener Staatsoper, dem Theater an der Wien und der Deutschen Oper Berlin (Tannhäuser). Weitere Engagements führten ihn u. a. nach Straßburg, Zürich (The Turn of the Screw), Leipzig, Hamburg, Frankfurt a.M. und zu den Bayreuther Festspielen. (Stand: 2017)

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