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Opéra-ballet in in einem Prolog und vier Aufzügen

Komponist Jean-Philippe Rameau · Libretto von Louis Fuzelier
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln | Neuproduktion

Münchner Opernfestspiele
Samstag, 30. Juli 2016
18.00 Uhr – 21.35 Uhr
Prinzregententheater

Dauer ca. 3 Stunden 35 Minuten · 1 Pause zwischen 1.-3. Bild und 4.+5. Bild (ca. 19.30 - 20.00 Uhr)

Einführung: 17.00 Uhr

Preise PB

ausverkauft

Premiere am 24. Juli 2016

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  • Mit freundlicher Unterstützung der

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Besetzung

Musikalische Leitung
Ivor Bolton
Inszenierung und Choreographie
Sidi Larbi Cherkaoui
Bühne
Anna Viebrock
Kostüme
Greta Goiris
Licht
Michael Bauer
Dramaturgie
Antonio Cuenca, Miron Hakenbeck
Chor
Detlef Bratschke

Hébé
Lisette Oropesa
Bellone
Goran Jurić
L'Amour
Ana Quintans
Osman
Tareq Nazmi
Emilie
Elsa Benoit
Valère
Cyril Auvity
Huascar
François Lis
Phani
Anna Prohaska
Don Carlos
Mathias Vidal
Tacmas
Cyril Auvity
Ali
Tareq Nazmi
Zaire
Ana Quintans
Fatime
Anna Prohaska
Damon
Mathias Vidal
Don Alvaro
François Lis
Zima
Lisette Oropesa
Adario
John Moore
Tänzerinnen
Jennifer White, Niku Navala Chaudhari, Acacia Schachte, Ema Yuasa, Nicola Leahey
Tänzer
Elias Lazaridis, Kazutomi “Tsuki” Kozuki, Shintaro Oue, Patrick Williams "Twoface" Seebacher, Denis Kooné, James Vu Anh Pham, Jason Kittelberger

Tänzer der Compagnie Eastman, Antwerpen

Balthasar-Neumann-Chor, Freiburg

Münchner Festspielorchester

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Ganz dicht am Geist seiner Zeit misst Jean-Philippe Rameau die europäische Kultur von Liebesglück und Liebesleid am Bild des edlen Wilden und nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise in vier exotische Gefilde. Da im mythischen Arkadien der Liebe die Anhänger davonlaufen und dem Kriegsgott folgen, ermutigt Amor, sie auf anderen Kontinenten zu suchen. Ganz gleich, ob die entworfenen Bilder der fernen Fremde realitätsnah und durch Geographen vermittelt sind oder koloniale Klischees sie durchsetzen: Im Sultan, der auf die begehrte Gefangene verzichtet, im bis zur Selbstzerstörung eifersüchtigen Inkapriester, in den Liebesspielen persischer Fürsten und in den sich treu und friedvoll liebenden Prärieindianern spiegeln sich die Europäer ebenso wider, wie Rameaus furios gezeichnete Unwetter und Vulkanausbrüche für deren emotionalen Turbulenzen stehen. 

Dem Ursprung französischen Musiktheaters aus dem Geiste des Tanzes vertrauend, spielt Rameau mit einem bei seinen Zeitgenossen hoch im Kurs stehenden Genre, das heute als Terra incognita zur Neuentdeckung einlädt: der Opéra-ballet. Im gleichberechtigten Nebeneinander von Musik, Szene und Tanz und mit mehrmaligem Langstrecken-Ortswechsel werden vier Paarkonstellationen und ihr Umgang mit Treue, Vertrauen und Eifersucht durchgespielt - als Varianten einer immer brennenden Frage: Wie liebt man richtig?

 

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Prolog
Hébé versammelt die Jugend, um ihr Wissen über die menschliche Natur und die Liebe an sie weiterzugeben. Sie wird dabei durch Bellona gestört, die für ihre kriegerischen Ideale zahlreiche Jungen gewinnen kann. Während letztere in die Schlacht ziehen, bleibt Hébé ratlos zurück. Da kommt ihr die Liebe zur Hilfe. Bestärkt macht sich Hébé auf die Suche nach Möglichkeiten, ihre Vorstellungen und Werte Realität werden zu lassen.

Erster Aufzug – Der großmütige Türke
Emilie ist das Objekt der Anbetung Osmans. Unablässig drängt dieser sie, seinem Liebeswerben nachzugeben. Sie aber bleibt ihrem Geliebten Valère treu, den sie aus den Augen verloren hat, als beide durch eine Katastrophe getrennt wurden. Emilie befürchtet, Valère könne nicht mehr leben. Ihre Ängste überwältigen sie und finden ihr Echo in einem plötzlich ausbrechenden Unwetter. Nach dem Abklingen des Unwetters entdeckt Emilie Valère in einer Gruppe von Neuankömmlingen. Ihre Wiedersehensfreude wird von Osman unterbrochen, der Emilie jedoch gegen jede Erwartung mit Valère ziehen lässt und dem Paar eine glückliche Zukunft wünscht.

Zweiter Aufzug – Die Inka Perus
Der Priester Huascar liebt Phani, eine Gläubige seiner Gemeinde. Sie aber hat einen Fremden namens Carlos erwählt, der sie ebenso liebt und sie ermuntern will, ihren Glauben aufzugeben. Huascar versucht, diese Liebe zu durchkreuzen und Phani für sich zu gewinnen, indem er sich als Sprachrohr des göttlichen Willens ausgibt und Phanis Schuldgefühle weckt. Um seinen Einfluss auf sie zu steigern, geht er während einer religiösen Zeremonie so weit, übernatürliche Phänomene vorzutäuschen. Carlos erkennt, durch welche Mittel Huascar die Wunder hervorruft und enthüllt Phani dessen Machenschaften. Phani und Carlos fliehen. Allein zurückgelassen erfleht Huascar, von Gottes Zorn getroffen zu werden.

Dritter Aufzug – Die Blumen, ein persisches Fest
Tacmas und Fatime verkleiden sich um der Liebe willen: Getarnt als das jeweils andere Geschlecht hoffen sie, ihren Angebeteten näher zu sein. So liebt Tacmas Zaïre, die Sklavin seines Freundes Ali, dieser wiederum liebt Fatime, die sich im Besitz von Tacmas befindet. Nach zahlreichen Verwicklungen und Verwechslungen feiern zwei glückliche Paare ihre Liebe, doch müssen sie schon bald in ein anderes Leben aufbrechen.

Vierter Aufzug – Die Wilden
em Befehlshaber der Streitkräfte Adario ist es gelungen, seiner Nation den Frieden zu sichern. Trotz dieses Erfolges ist er von der Sorge erfüllt, die von ihm angebetete Zima könne einen anderen lieben. Er versteckt sich, um zwei Fremde zu belauschen, die Zima ebenso umwerben: Damon und Alvar. Der eine ist so freigeistig und frivol, wie der andere treu und eifersüchtig. Zima gibt jedoch Adario den Vorzug, der beider Vorzüge in sich verbindet, ohne dabei ihre Schwächen aufzuweisen. Nachdem der Versteckte sich zu erkennen gibt, versichern sich Adario und Zima gegenseitig ihre Liebe. Mit dieser Gewissheit zelebrieren sie sowohl ihren Liebesbund als auch den gerade errungenen zerbrechlichen

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Biografien

Ivor Bolton studierte an der Cambridge University, am Royal College of Music und am National Opera Studio in London. Anschließend war er Musikdirektor der English Touring Opera, der Glyndebourne Touring Opera und Chefdirigent des Scottish Chamber Orchestra. Gastdirigate führten ihn u. a. nach Wien, Zürich, Frankfurt, Paris, London, New York, Amsterdam, Dresden, Leipzig, San Francisco, Buenos Aires und Barcelona sowie zu den Festspielen in Glyndebourne, Aix-en-Provence und seit 2000 jährlich nach Salzburg. 2004 wurde er Chefdirigent des Mozarteum-Orchesters Salzburg. Seit dessen Gründung im Jahr 2012 ist er musikalischer Leiter des Dresdner Festspielorchesters, seit 2015 außerdem Musikdirektor am Teatro Real in Madrid.

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