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Romantische Oper in drei Akten

Komponist Richard Wagner · Libretto vom Komponisten
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Sonntag, 05. Juli 2009
17.00 Uhr – 21.50 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 4 Stunden 50 Minuten · Pausen zwischen 1. Akt und 2. Akt (ca. 18.05 - 18.45 Uhr) zwischen 2. Akt und 3. Akt (ca. 20.05 - 20.45 Uhr)

Preise S

ausverkauft

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  • gefördert durch

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Besetzung

Musikalische Leitung
Kent Nagano
Inszenierung
Richard Jones
Bühne und Kostüme
Ultz
Licht
Mimi Jordan Sherin
Dramaturgie
Rainer Karlitschek
Chöre
Sören Eckhoff

Heinrich der Vogler
Christof Fischesser
Lohengrin
Jonas Kaufmann
Elsa von Brabant
Anja Harteros
Friedrich von Telramund
Wolfgang Koch
Ortrud
Michaela Schuster
Heerrufer des Königs
Evgeny Nikitin
Brabantische Edle
Francesco Petrozzi
Brabantische Edle
Kenneth Roberson
Brabantische Edle
Christopher Magiera
Brabantische Edle
Igor Bakan
4 Edelknaben
Solist/en des Tölzer Knabenchors
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor und Extrachor der Bayerischen Staatsoper
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Mehr dazu

Brabant steht vor dynastischen Querelen: Die Erbfolge scheint nach dem Verschwinden des Kronprinzen offen. Und: die Schwester soll verantwortlich für das Verbrechen sein. Dem gesamten Reich drohen kriegerische Auseinandersetzungen. Die Sehnsucht nach dem mächtigen Retter im Volk ist groß. In dieser Zeit der Verunsicherungen erscheint wie aus einer anderen Welt ein Held: Doch wer ist der große Schwanenritter, der sich zum Retter Elsas und von ganz Brabant aufschwingt? Welche Bande besteht zwischen ihm und der zu Unrecht des Brudermordes angeklagten Elsa? In einer Zeit der großen revolutionären Veränderungen, in der Mitte des 19. Jahrhunderts, schreibt Wagner seine Oper „Lohengrin“, in der erstmals der Klang des Orchesters zu Geheimnis und Motor des gesamten Dramas wird.

 

Erster Akt

Nach neun Jahren Frieden droht den deutschen Landen erneut Krieg. König Heinrich will daher die deutschen Herzogtümer im Kampf gegen die Ungarn hinter sich vereinen. Doch das Herzogtum Brabant befindet sich in prekärer Lage: Seit dem Tod des Herzogs ist der Thron noch immer verwaist, weil Elsa, die Tochter des Herzogs, eine Ehe mit Friedrich Telramund, in dessen Obhut sie ihr Vater noch vor seinem Tod gegeben hatte, abgelehnt hat. Telramund nahm daraufhin Ortrud, die aus dem ehemaligen Herrschergeschlechts der Radbods stammt, zur Frau. Seit Elsas jüngerer Bruder Gottfried auf mysteriöse Weise verschwunden ist, erhebt Telramund Anspruch auf den Thron und bezichtigt Elsa vor König Heinrich des Brudermords an dem jungen Gottfried. Anstatt sich zu verteidigen, berichtet Elsa König Heinrich von ihrer Vision, in der ein von Gott gesandter Streiter für sie einstehen werde. Heinrich ruft daher zum Gottesgericht, bei dem stellvertretend für Elsa ein Krieger ihre Sache gegen Telramund ausfechten soll. Von einem Schwan geführt erscheint tatsächlich ein Ritter, der für Elsa kämpfen will. Allerdings stellt er die Bedingung, Elsa möge nie nach seinem Namen und seiner Herkunft fragen. Elsa willigt ein, und der Ritter besiegt Telramund im Kampf. Elsas Ruf ist rehabilitiert, König Heinrich und die Brabanter akzeptieren den unbekannten Ritter als ihren Anführer.

Zweiter Akt

Der gekränkte Friedrich macht Ortrud bittere Vorwürfe: Nur aufgrund ihrer Behauptung, sie sei Zeugin des Brudermordes gewesen, habe er das Recht auf seiner Seite gesehen und müsse nun in der Schmach eines verlorenen Gotteskampfes leben. Doch Ortrud versteht es, ihn wieder aufzurichten: Hinter dem Ritter müsse ein Zauber wirken. Schließlich wisse niemand, wer der Unbekannte sei. Sobald man sein Geheimnis kenne, würde auch seine Macht brechen – und Telramund und sie könnten den Brabanter Thron besteigen.
Elsa, die ihr Glück kaum zu fassen glaubt, hat Mitleid mit Ortrud, obwohl diese an der Treue und Integrität des Ritters zweifelt. Elsa lädt Ortrud ein, sie bei ihrer Trauung an den Altar zu begleiten.
Der Heerrufer des Königs verkündet Acht und Bann über Telramund und fordert die Brabanter auf, sich mit dem neuen Anführer für den Krieg zu rüsten.
Ortrud ist nicht bereit, im Trauzug erst nach Elsa aufzutreten. Zudem zweifelt sie in aller Öffentlichkeit die Rechtmäßigkeit des Gottesurteils an. Man wisse weder, woher der Ritter stamme, noch, ob seine Macht nicht auf einem Zauber beruht. Der König will dem Aufruhr Einhalt gebieten, doch auch der geächtete Telramund klagt den unbekannten Ritter der Zauberei an. Der Ritter fühlt sich allerdings nur Elsa gegenüber verpflichtet, die trotz Verunsicherung ihr Versprechen hält, nicht nach seiner Herkunft zu fragen. Die Trauung kann ungestört vollzogen werden.

Dritter Akt

Das erste Mal sind Elsa und ihr Ritter ohne Öffentlichkeit beisammen. Elsa plagen Zweifel, ob ihre Beziehung eine Zukunft hat. Sie kann nicht umhin, ihren Ritter trotz des Verbots nach Namen und Herkunft zu befragen. Telramund versucht, den Ritter zu überwältigen, doch dieser tötet ihn. Der Ritter verspricht, Elsa, dem König und dem gesamten brabanter Volk seine Identität preiszugeben.
König Heinrich hofft, endlich mit den Brabantern gemeinsam in den Krieg aufbrechen zu können. Doch der Ritter steht nicht mehr als Anführer zur Verfügung, da sich Elsa nicht an die Vereinbarung gehalten hat. Und so berichtet er von seiner Herkunft: Er ist ein Abgesandter der Gesellschaft des Heiligen Grals in Montsalvat, der Sohn Parsifals, – und heiße Lohengrin. Zudem müsse er, erneut von dem Schwan geleitet, dorthin zurückkehren. Ortrud erkennt in dem Schwan den von ihr verfluchten Knaben Gottfried. Der Zauber löst sich und der künftige Herrscher Gottfried kehrt zu den Brabantern zurück.

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Premiere von Richard Wagners "Lohengrin" am 05. Juli 2009 im Nationaltheater.

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Biografien

Kent Nagano, geboren in Kalifornien, war Musikdirektor des Berkeley Symphony Orchestra, der Opéra National de Lyon, des Hallé Orchestra und der Los Angeles Opera sowie künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Deutschen Symphonieorchesters Berlin, bevor er 2006 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper wurde. In dieser Position, die er bis 2013 innehatte, leitete er zahlreiche Neuproduktionen, darunter Billy Budd, Chowanschtschina, Eugen Onegin, Idomeneo, Ariadne auf Naxos, Wozzeck, Lohengrin, Die schweigsame Frau, Saint François d’Assise sowie die Uraufführungen von Wolfgang Rihms Das Gehege, Unsuk Chins Alice in Wonderland, Minas Borboudakis’ liebe.nur liebe und Jörg Widmanns Babylon. Gastkonzerte führten Nagano und das Bayerische Staatsorchester u.a. nach Mailand, Moskau, Linz, Hamburg, Budapest sowie zu Festivals wie denen von Grafenegg, Gent, Berlin und Baden-Baden. Seit 2006 ist Kent Nagano zudem Musikdirektor des Orchestre Symphonique de Montréal, seit 2013 auch Erster Gastdirigent der Göteborger Symphoniker. (Stand 2014)

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