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Oper in drei Akten

Komponist Alban Berg · Libretto nach den Tragödien "Erdgeist" und "Die Büchse der Pandora" von Frank Wedekind
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Sonntag, 20. September 2015
17.00 Uhr – 20.50 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 3 Stunden 50 Minuten · Pausen zwischen 1. Akt und 2. Akt (ca. 18.05 - 18.30 Uhr) zwischen 2. Akt und 3. Akt (ca. 19.30 - 19.55 Uhr)

Einführung: 16.00 Uhr

Preise K, € - /- /- /74 /- /30 /14 /10

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Premiere am 25. Mai 2015

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Besetzung

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko
Inszenierung und Bühne
Dmitri Tcherniakov
Kostüme
Elena Zaytseva
Licht
Gleb Filshtinsky
Dramaturgie
Malte Krasting
Choreographische Assistenz
Tatiana Baganova

Lulu
Marlis Petersen
Gräfin Geschwitz
Daniela Sindram
Eine Theater-Garderobiere
Rachael Wilson
Ein Gymnasiast
Rachael Wilson
Ein Groom
Rachael Wilson
Der Medizinalrat
Christian Rieger
Der Bankier
Christian Rieger
Der Professor
Christian Rieger
Der Maler
Rainer Trost
Ein Neger
Rainer Trost
Dr. Schön
Bo Skovhus
Jack the Ripper
Bo Skovhus
Alwa
Matthias Klink
Schigolch
Pavlo Hunka
Ein Tierbändiger
Martin Winkler
Ein Athlet
Martin Winkler
Der Prinz
Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
Der Kammerdiener
Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
Der Marquis
Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
Der Theaterdirektor
Christoph Stephinger
Der Polizeikommissär
Nicholas Reinke
Eine Fünfzehnjährige
Leela Subramaniam
Ihre Mutter
Cornelia Wulkopf
Eine Kunstgewerblerin
Heike Grötzinger
Ein Journalist
John Carpenter
Ein Diener
Johannes Kammler
  • Bayerisches Staatsorchester
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Wer sie sieht, ist ihr schon verfallen, und wer sie küssen will, wird – früher oder später – gebissen. Reihenweise zerschellen die Männer an der so schmiegsam scheinenden Lulu, als wäre sie der Felsen der Loreley. Leichen pflastern ihren Weg: Sie ist femme fragile und femme fatale in einem, sie ist die femme totale schlechthin, die „Urgestalt des Weibes“, die tödlichste Frauenfigur der Operngeschichte. Doch zu all den Erscheinungen, in denen sie uns begegnet, macht sie erst der männliche Blick: Er schafft sich das Frauenbild, das er begehrt – und an dieser einengenden Perspektive muss das Objekt seiner Begierde auch wieder zugrunde gehen. Alban Berg hat Lulus Weg in subtiler Symmetrie geschildert, mit einer Partitur, die den ganzen Formen- und Farbenreichtum der Musikgeschichte in sich trägt.

 

Erster Akt

1. Szene. Atelier des Malers

Lulu ist durch eine langjährige Beziehung mit Dr. Schön verbunden, dem Redakteur  einer großen Zeitung. Er kannte Lulu bereits als Kind.

Nun ist Lulu mit dem Medizinalrat verheiratet.

Dr. Schön und sein Sohn Alwa treffen im Atelier des Malers aufeinander. Lulu posiert dem Maler, der ihr Porträt anfertigt.

Mit Lulu allein, beginnt der Maler eine Liebesverfolgung seines Modells.

Bei seiner Rückkehr findet der Medizinalrat seine Frau in den Armen des Malers vor und erleidet einen plötzlichen Herzinfarkt.

2. Szene. Sehr eleganter Salon

Lulu ist mit dem Maler verheiratet, der dank der Protektion von Dr. Schön zu Erfolg und Geld gekommen ist.

Sie erhält Besuch von dem Greis Schigolch, der mit ihrer dunklen Vergangenheit verbunden ist, und danach von Dr. Schön.

Dieser setzt Lulu entschieden über seine baldige Heirat in Kenntnis und teilt ihr seinen Entschluss mit, jegliche Bande mit Lulu zu brechen.

Schön öffnet dem Maler die Augen, wie es wirklich um ihn steht. Nachdem der Maler nur einen winzigen Bruchteil über Lulus Vergangenheit erfahren hat – und die Tatsache, dass seine Frau die Liebhaberin seines Gönners ist –, begeht er Selbstmord.

3. Szene. Theatergarderobe

Protegiert von Dr. Schön tritt Lulu als Tänzerin in einer Vorstellung auf, zu der Alwa die Musik komponiert hat.

Von der Bühne aus entdeckt Lulu im Publikum Dr. Schön mit seiner Verlobten. Lulu fällt in Ohnmacht und weigert sich, weiter zu tanzen.

Aufgebracht taucht Dr. Schön hinter den Kulissen auf. Er wirft Lulu vor, mutwillig die Ohnmacht vorgetäuscht zu haben, und verlangt von ihr, den Auftritt fortzusetzen.

Nach einem qualvollen Gespräch mit Dr. Schön zwingt Lulu ihn, einen Brief an seine Braut zu verfassen, in dem er die Verlobung auflöst.

 

Zweiter Akt

1. Szene. Im Hause Dr. Schöns

Nun ist Dr. Schön Lulus Ehemann, doch ihr Zusammenleben hat sich in einen Albtraum verwandelt.

Ihn regt buchstäblich alles auf, auch die Gegenwart der Gräfin Geschwitz, einer heimlichen Verehrerin Lulus, in ihrem gemeinsamen Leben. Überall, selbst hinter der Portière, vermutet er Liebhaber seiner Frau.

Schön findet in seinem Haus Lulu in männlicher Gesellschaft vor: der seines Sohnes Alwa, eines Zirkusathleten und eines Gymnasiasten. Wutentbrannt fordert Schön Lulu auf, sich das Leben zu nehmen, doch sie schießt stattdessen auf ihn.

Lulu wird verhaftet.

2. Szene. Im Hause Dr. Schöns

Nach einiger Zeit kehrt Lulu aus dem Gefängnis zurück.

Das eigene Leben aufs Spiel setzend hat die Gräfin Geschwitz Lulus Flucht organisiert. Ihrem Plan folgend muss die Geschwitz mit Lulu den Platz auf dem Gefängnisbett vertauschen, während Lulu das Land mit gefälschten Papieren verlässt. Dabei soll Lulu von Schigolch und dem Athleten in der Rolle ihres Bräutigams begleitet werden. Doch der Athlet steigt aus dem Spiel aus.

Schließlich flieht Lulu mit Alwa, dem Sohn des verstorbenen Dr. Schön, ins Ausland.

 

Dritter Akt

1. Szene. Ein Salon in Paris

Lulu befindet sich, von der Polizei gesucht, im Kreuzfeuer der Menschen, die ihr nachstellen: verschiedenste Erpresser und  Peiniger, die Liebe anbieten und Dankbarkeit verlangen.

Der Marquis, ein Zuhälter, droht Lulu, sie der Polizei auszuliefern, sollte sie nicht ein Bordell in Kairo mit ihrer Anwesenheit schmücken. Die Geschwitz fordert Liebe als Belohnung und Dankbarkeit für alles, was sie für Lulu getan hat. Der Athlet bedrängt sie mit Geldforderungen. Schigolch fragt nach Geld für seine neue Geliebte.

Lulu flieht vor der Verfolgung.

2. Szene. Eine Dachkammer in London

Lulu arbeitet als Prostituierte.

Sie fristet ihr Dasein in Armut an einem verlassenen Ort zusammen mit Alwa, Schigolch und der Geschwitz.

Lulu empfängt nacheinander drei Kunden: den stummen Professor, den Neger, der Alwa tötet, und Jack the Ripper, der mit ihr und mit Gräfin Geschwitz abrechnet.

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Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem dortigen Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich sehr rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra National de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York und 2005 an der Oper Frankfurt. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa (Inszenierung: Barbara Frey). In Frankfurt interpretierte er Pfitzners Palestrina (Inszenierung: Harry Kupfer) und Puccinis Tosca (Inszenierung: Andreas Kriegenburg). Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.

Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehaben wird. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne Schatten, La clemenza di Tito, Die Soldaten, Lucia di Lammermoor, Lulu, South Pole und Die Meistersinger von Nürnberg geleitet und unter anderem die Wiederaufnahme von Der Ring des Nibelungen dirigiert. 

Kirill Petrenko wurde im Juni 2015 zum zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt; diese Position wird er im Herbst 2019 antreten. In der Spielzeit 2016/17 leitet Kirill Petrenko die Neuinszenierungen von Lady Macbeth von Mzensk und Tannhäuser. Außerdem dirigiert er ein breites Repertoire: Die Meistersinger von Nürnberg, Der Rosenkavalier, South Pole, Die Fledermaus, Die Frau ohne Schatten, sowie drei Akademiekonzerte.

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Lulu probt

Die Neuinszenierung von „Lulu“ stellt große Anforderungen an das gesamte Haus – musikalisch, szenisch und inhaltlich. Malte Krasting berichtet von den Proben, Wilfried Hösls Fotos geben erste Eindrücke von der Produktion. mehr lesen

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