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Oper in vier Akten

Komponist Giacomo Puccini · Libretto nach Abbé Prévosts Roman "Histoire du Chevalier Des Grieux et de Manon Lescaut" von Ruggiero Leoncavallo, Marco Praga, Domenico Oliva, Luigi Illica, Giuseppe Giacosa, Giulio Ricordi und Giuseppe Adami
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Montag, 24. November 2014
19.00 Uhr
Nationaltheater

Dauer 2 Stunden und 30 Minuten · 1 Pause zwischen 1. Teil und 2. Teil (ca. 20.28 - 20.58 Uhr)

Einführung: 18.00 Uhr

Preise M

ausverkauft

Premiere am 15. November 2014

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Besetzung

Musikalische Leitung
Alain Altinoglu
Inszenierung
Hans Neuenfels
Bühne
Stefan Mayer
Kostüme
Andrea Schmidt-Futterer
Licht
Stefan Bolliger
Konzeptionelle Mitarbeit
Yvonne Gebauer
Dramaturgie
Benedikt Stampfli, Rainer Karlitschek
Chor
Sören Eckhoff

Manon Lescaut
Kristine Opolais
Lescaut
Markus Eiche
Il cavaliere Renato Des Grieux
Jonas Kaufmann
Geronte di Ravoir
Roland Bracht
Edmondo
Dean Power
L'oste
Christian Rieger
Il maestro di ballo
Ulrich Reß
Un musico
Okka von der Damerau
Un sergente
Christoph Stephinger
Un lampionaio
Alexander Kaimbacher
Un comandante
Evgenij Kachurovsky
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper
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Mehr dazu

Puccini zeichnet Manon als eine scheinbar selbstbewusste Frau, die vom Verlangen nach Luxus getrieben den Reichtum wahren Gefühlen vorzieht. Skizzenhaft wird die schicksalhafte Irrfahrt von Manon erzählt, die in einer Welt lebt, die mehr von Rissen als von Küssen definiert wird. Am Ende gelangen Manon und ihr Geliebter Des Grieux in die Wüste von New Orleans, irren „allein, verloren, verlassen“ ihrem sicheren Tod entgegen, getrieben von Durst und geschwächt durch fürchterliches Fieber. Hier, und nur hier, können sie sich endlich lieben. Bevor jedoch Manons Leben erlischt, beteuert sie ihre ewige Liebe: „Meine Sünden… werden in Vergessenheit geraten, doch meine Liebe wird nicht sterben…“

 

Erster Akt

Der Student Edmondo versucht sich beim Dichten eines Madrigals – das Thema: die Liebe und Galanterie. Einzig Des Grieux steigt nicht darauf ein, die Liebe sei ihm fremd. Auch wenn er stets die Augen offen halte, sei noch nicht die Richtige für ihn dabei gewesen. Bis dahin meinen Edmondo und Des Grieux lohne es mehr, das Leben mit Freunden zu genießen und zu feiern. Zwei Herren steigen in Begleitung einer jungen Dame aus der Postkutsche, um die Unterkunft für die Nacht zu klären. Des Grieux ist angetan vom Aussehen der jungen Dame, spricht sie an, um zu erfahren, wer sie sei. Ihr Name ist Manon Lescaut. Nach dem Willen ihres Vaters sei sie auf dem Weg ins Kloster, ihr Bruder Lescaut bringe sie dort hin. Als ihr Bruder sie auffordert, in die Nachtunterkunft zu kommen, willigt sie auf Drängen Des Grieux‘ ein, ihn wieder zu sehen. Edmondo, der die beiden beobachtet hat, freut sich, Des Grieux endlich verliebt zu sehen. Der ältere Herr aus der Postkutsche erkundigt sich bei Manons Bruder, was er davon halte, seine Schwester ins Kloster zubringen, zudem wolle er die beiden gleich zum Abendessen einladen. Lescaut, der selbst nicht begeistert ist, den Willen seines Vaters zu vollziehen, nimmt die Einladung gerne an, will aber zuvor noch beim Kartenspiel sein Glück versuchen. Der ältere Herr, Geronte, verfolgt jedoch einen ganz anderen Plan: Er bittet den Wirt, ihm – koste es, was es wolle – eine Kutsche zu besorgen, mit der er ungesehen mit einer Dame nach Paris entkommen könne: natürlich ist diese Dame Manon. Edmondo, der Gerontes Gespräch mit dem Wirt belauscht hat, wittert die Chance für Des Grieux. Dieser solle einfach mit der angeheuerten Kutsche samt Manon entfliehen. Des Grieux warnt daher Manon bei ihrem erneuten Zusammentreffen eindringlich: Der alte Lüstling aus der Postkutsche plane, sie zu entführen. Er jedoch könne sie retten, indem sie sofort gemeinsam fliehen. Zögerlich willigt Manon ein. Geronte muss zugeben, dass er gehörnt wurde. Doch Lescaut – berauscht vom Spiel und Wein – verspricht Geronte, ihm seine Schwester bald zuzuführen. Ein Student könne seine luxusliebende Schwester auf Dauer nicht glücklich machen.

Zweiter Akt


Lescaut hat Recht behalten. Manon und Lescaut genießen den Luxus, der ihnen von Geronte geboten wird, seit sie – von Lescaut eingefädelt – bei ihm in Paris leben. Dennoch sehnt sich Manon nach Nachrichten von Des Grieux, da ihr Liebe und Leidenschaft des Geliebten fehlt. Lescaut sieht das pragmatischer: Er habe Des Grieux, mit dem er noch immer in Kontakt steht, empfohlen im Spiel schnell zu Geld zu gelangen, um seiner Schwester schnell selbst ein luxuriöses Leben finanzieren zu können. Bis dahin ist er mit der Situation zufrieden. Doch weder Musik noch Tanz können Manon zufriedenstellen: Sie langweilt sich. Auch Gerontes Aufforderung zum Tanz entzieht sich Manon unter Beobachtung einer gaffenden Horde an Honoratioren. Wieder allein überrascht sie Des Grieux, der ihr vorhält, sie hätte ihre Liebe verraten. Manon jedoch leugnet nicht, doch bittet sie ihn um Verzeihung: Nur ihm gelten ihre Gefühle. Er kann ihr nicht widerstehen, doch Geronte beendet jäh die Zweisamkeit. Zynisch lässt er die beiden erneut allein, da er noch wichtige Dinge erledigen müsse. Des Grieux will die Chance zur Flucht nutzen, doch Manon zögert, den Reichtum aufzugeben. Inzwischen hat Manons Bruder Lescaut hat erfahren, dass Geronte gerade bei der Polizei Anzeige gegen Manon erlassen habe, die nun schon auf dem Weg sei. Manon, der bei einer Verurteilung die Verbannung droht, kann noch immer nicht von den Reichtümern lassen und will nicht fliehen, ohne noch Juwelen an sich zu nehmen. Die Wachen stürmen das Zimmer: Die Juwelen sind Manons Verhängnis, sie wird verhaftet. Lescaut kann Des Grieux gerade noch zurückhalten und weitere Gewalt verhindern.

Dritter Akt


Lescaut hat die Wachen bestochen, um Des Grieux ein Treffen mit der inhaftierten Manon zu ermöglichen. Sie soll per Schiff nach Amerika deportiert werden. Zudem hat er für den kommenden Morgen einen Plan geschmiedet, wie er seine Schwester aus dem Gefängnis befreien werde. Dazu will er mit Freunden in der Nacht die Wachen überwältigen. Des Grieux bespricht mit Manon den Fluchtplan und verspricht, sie nicht im Stich zu lassen. Doch Lescauts Plan fliegt auf und löst Alarm aus. Des Grieux und Lescaut können aber noch entkommen. Die zur Deportation verurteilten Frauen müssen vor den Augen von Schaulustigen zum Apell antreten und werden auf das Schiff geführt. Um Mitleid zu erheischen und die Menge aufzuwiegeln, erzählt Lescaut den Schaulustigen die traurige Geschichte seiner Schwester. Des Grieux kann nicht von Manon lassen und bedroht den Sergeanten. Doch die Wachen haben die Szene im Griff, Manon muss auf das Schiff. Aus Mitleid nimmt der Kapitän Des Grieux mit an Bord nach Amerika.

Vierter Akt

Manon und Des Grieux sind in Amerika in eine dürre Ebene geflohen. Sie ist körperlich völlig erschöpft und bricht zusammen. Des Grieux weiß nicht, wohin er sich wenden soll, doch Manon bittet ihn, für die Nacht zumindest eine Notunterkunft ausfindig zu machen. In einsamer Verzweiflung klagt Manon, dass auch in Amerika ihre Schönheit und Des Grieux' Impulsivität zu unglücklichen Verwicklungen geführt habe. Manon will nicht sterben. Sie gesteht Des Grieux ein letztes Mal ihre aufrichtige Liebe. Verzweifelt will er mit ihr sterben. Im Sterben hofft sie, dass ihre Sünden vergessen würden und von ihr nur die Erinnerung der Liebe zurückbleibe.

Premiere von Giacomo Puccinis "Manon Lescaut" am 15. November 2014 im Nationaltheater

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Biografien

Alain Altinoglu, geboren in Paris, studierte am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris. Er ist regelmäßiger Gast an Opernhäusern wie der Metropolitan Opera in New York, der Lyric Opera of Chicago, dem Teatro Colón in Buenos Aires, der Wiener Staatsoper, dem Opernhaus Zürich, der Deutschen Oper und der Staatsoper Unter den Linden in Berlin sowie den drei Pariser Opernstandorten Opéra National, Théâtre des Champs-Élysées und Théâtre du Châtelet. Außerdem gastierte er bei den Festivals in Salzburg und Aix-en-Provence. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn u.a. mit dem Chicago Symphony Orchestra, dem Orchestre National de France, dem Tonhalle-Orchester Zürich und der Staatskapelle Dresden. Neben seiner Tätigkeit als Dirigent tritt er häufig auch als Klavierbegleiter in Liederabenden auf. An der Bayerischen Staatsoper dirigierte er bereits Die Zauberflöte. (Stand 2015)

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Blog

Manons Männer: Ein Abend im Herrensolo

Das Herrensolo: Ort der Sammlung und Konzentration vor dem großen Auftritt; aber auch Ort hektischer Betriebsamkeit, denn hier erfolgen mit Hilfe von Maske und Kostüm die erstaunlichsten Verwandlungen. P.S. Zoeller, normalerweise Dekorateur an der Bayerischen Staatsoper, hat einen Abend lang Maskenbildnern und Sängern vor einer Aufführung von Puccinis "Manon Lescaut" zugesehen. mehr lesen

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