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Oper in vier Akten mit Prolog und Epilog

Komponist Arrigo Boito · Libretto vom Komponisten nach Johann Wolfgang von Goethes "Faust"
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Freitag, 04. November 2016
19.00 Uhr – 21.55 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 55 Minuten · 1 Pause zwischen 1.+2. Akt und 3. Akt (ca. 20.30 - 21.00 Uhr)

Freier Verkauf · Serie 23

Premiere am 24. Oktober 2015

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Termine & Karten

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Besetzung

Musikalische Leitung
Paolo Carignani
Inszenierung
Roland Schwab
Bühne
Piero Vinciguerra
Kostüme
Renée Listerdal
Licht
Michael Bauer
Video
Lea Heutelbeck
Choreographie
Stefano Giannetti
Dramaturgie
Daniel Menne
Chor
Sören Eckhoff
Kinderchor
Stellario Fagone

Mefistofele
Erwin Schrott
Faust
Joseph Calleja
Margherita
Ausrine Stundyte
Marta
Heike Grötzinger
Wagner
Andrea Borghini
Elena
Karine Babajanyan
Pantalis
Rachael Wilson
Nerèo
Galeano Salas
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor und Kinderchor der Bayerischen Staatsoper

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Mehr dazu

"Der Herr der Schöpfung ist in die finstersten Tiefen gestürzt, und nun ist er so geschwächt, dass ich keine Lust verspüre, ihn zum Bösen zu verführen": Es ist ein resignierter, oft zynischer Teufel, den Arrigo Boito - bekannt auch als Librettist von Verdis späten Meisterwerken Otello und Falstaff - aus Goethes zwei Teilen der Faust-Tragödie destilliert und zum Protagonisten seiner einzigen vollendeten Oper macht.

Dennoch lässt sich der "Geist, der stets verneint" auch hier auf jene wohl berühmteste Wette der Literaturgeschichte ein, die exemplarisch den ewigen Kampf der Prinzipien von Gut und Böse zeigt. Die anschließende Reise von Faust und Mefistofele ist nicht nur eine quer durch Raum und Zeit. Sie vermisst auch existentielle Grundsituationen des Menschen in seiner Auseinandersetzung mit dem Bösen, indem sie Fragen danach aufwirft, wie frei das in Schuld verstrickte Individuum ist, sein Schicksal selbst zu bestimmen, und welche Bedeutung das Konzept der Erlösung für den modernen Menschen hat.

 

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Prolog
Himmlische Heerscharen lobpreisen den Herrn, was den Spott Mefistofeles hervorruft. Er beklagt die anmaßende Selbstüberschätzung des Menschen, die aus dessen Vernunftgläubigkeit entspringt. Mefistofele wettet, dass es ihm gelingen werde, Faust zum Bösen zu verführen.

1. Akt

Volksfest
Auf einem ausgelassenen Volksfest gibt sich Faust in Begleitung Wagners schwärmerischen Betrachtungen über die Natur hin. Ohne ihn zu erkennen, bereitet Mefistofeles Anwesenheit Faust zunehmendes Unbehagen. Wagner versucht ihn zu beruhigen.

Der Pakt
Mefistofele bietet Faust seine Dienste an. Von Faust nach seiner Identität gefragt, antwortet Mefistofele, er sei der Geist, der stets verneint. Zynisch bekennt er sich zu seiner nihilistischen, destruktiven Weltsicht. Faust schließt mit Mefistofele einen Pakt: Für einen Augenblick vollkommenen Glücks sei er bereit, seine Seele herzugeben.

2. Akt

Garten
Faust hat sich in Margherita verliebt. Sie fragt ihn, woran er glaube. Faust antwortet, dass für ihn allein die Ekstase der Liebe zähle. Mefistofele flirtet derweil mit Marta. Faust möchte mit Margherita bei ihr zu Hause ungestört sein und gibt ihr daher ein Schlafmittel für ihre Mutter.

Walpurgisnacht
Mefistofele lässt sich bei einer wilden Orgie von seinem Gefolge feiern. Faust meint, in der Ferne ein gefesseltes Mädchen mit einer blutigen Halskette zu sehen, das ihn an Margherita erinnert. Mefistofele hingegen bezeichnet das Bild als eine Täuschung, um Faust abzulenken. Die Menge berauscht sich an immer ausschweifender werdenden Tänzen.

3. Akt

Kerker
Margherita wartet in einem Gefängnis auf ihre Hinrichtung. Ihr wird vorgeworfen, ihr Kind sowie ihre Mutter ermordet zu haben. Faust will sie aus dem Kerker befreien. Die von ihrem Gewissen gequälte Margherita ist jedoch nicht bereit, Faust zu folgen. Dennoch geben sich Faust und Margherita für einen kurzen Moment der Vorstellung einer glücklichen gemeinsamen Zukunft hin. Mefistofele mahnt zur Eile, Faust kann Margherita nicht mehr retten.

4. Akt

Arkadien
Faust flieht in eine arkadische Traumwelt, in der sich der ihn begleitende Mefistofele überaus unwohl fühlt. Faust sieht nun in Elena das Ideal ewiger Schönheit verkörpert. Gemeinsam preisen die beiden das Geheimnis der Liebe.

Epilog
Faust ist am Ende seines Lebens angelangt, das ihm die Erfahrung höchsten Glücks allerdings bisher vorenthalten hat. Doch in einer ekstatischen Vision sieht er sich als König einer befriedeten Welt; die Erinnerung an seine Vergangenheit schwindet. Entrückt beschwört er diesen Augenblick: Er möge nicht vergehen. Faust entzieht sich auf diese Weise dem Einfluss Mefistofeles und stirbt. Für Mefistofele beginnt das Spiel der Verführung des Menschen zum Bösen aufs Neue.

Münchner konzertante Erstaufführung am 30. November 2000 in der Philharmonie des Münchner Gasteigs, Bayerischer Rundfunk

Münchner szenische Erstaufführung am 24. Oktober 2015 im Nationaltheater

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Biografien

Paolo Carignani, geboren in Mailand, studierte am Konservatorium seiner Heimatstadt Komposition, Orgel, Klavier und Orchesterdirektion. Zudem nahm er an der International Conductor Masterclass in Hilversum teil. Seither dirigierte er u. a. an den Opernhäusern von New York, Toronto, Tokio, Brüssel, Barcelona, Paris, Wien, Berlin, London, Kopenhagen, Rom, Bologna, Neapel und Genua sowie bei den Bregenzer Festspielen, beim Glyndebourne Festival und beim Rossini Festival in Pesaro. Von 1999 bis 2008 war er Generalmusikdirektor an der Oper Frankfurt. Zuletzt leitete er etwa Macbeth am Théâtre Royal de La Monnaie in Brüssel und Otello an der Staatsoper Hamburg und am New National Theatre in Tokio. An der Bayerischen Staatsoper dirigierte er bisher u. a. La traviata, Macbeth und Nabucco. (Stand 2017)

 

 

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Blog

Der Teufel probt

Wenn Arrigo Boitos „Mefistofele“ nun im Nationaltheater zu sehen ist, ist das eine Premiere in gleich mehrfacher Hinsicht. In unserem Blog zeigen wir Bilder aus dem Probenprozess! mehr lesen

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