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Ballett in drei Akten nach Alexander Puschkin

Choreographie John Cranko · Komponist Peter I. Tschaikowsky arrangiert von Kurt-Heinz Stolze

Freitag, 24. Juli 2009
19.30 Uhr – 22.00 Uhr
Porta Ferrada

Dauer ca. 2 Stunden 30 Minuten · 1. Akt (ca. 19.30 - 20.10 Uhr) · Pause (ca. 20.10 - 20.35 Uhr) · 2. Akt (ca. 20.35 - 21.05 Uhr) · Pause (ca. 21.05 - 21.30 Uhr) · 3. Akt (ca. 21.30 - 21.55 Uhr)

#BSBOnegin

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Besetzung

Choreographie
John Cranko
Bühne und Kostüme
Jürgen Rose

  • Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
  • Bayerisches Staatsorchester
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Medien

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Wenn ein abendfüllendes Ballett der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Chance hat, zum Klassiker à la Schwanensee zu werden, so ist das, nach Meinung vieler Zuschauer, Kritiker und Tänzer, John Crankos Onegin.

Entstanden im Jahre 1965 nach der literarischen Vorlage von Alexander Puschkin, berührt die Geschichte der jungen Tatjana, die sich in den arroganten Dandy Onegin verliebt und von ihm aufs grausamste abgewiesen wird, ein weltweites Publikum zwischen Peking und New York. Seit über vierzig Jahren wird Onegin in München getanzt, und viele der großen Tänzerinnen von Eva Evdokimova über Konstanze Vernon, Evelyn Hart, Lucia Lacarra und Polina Semionova haben ihr einen eigenen unverwechselbaren Charakter gegeben. Wie kaum ein anderes Handlungsballett eröffnet die Rolle der Tatjana Möglichkeiten der Rollengestaltung: Tatjana entwickelt sich im Verlauf des zweieinhalbstündigen Abends vom naiv-verträumten Teenager zu einer reifen Frau, die schließlich in einer dramatischen Auseinandersetzung die Entscheidung zwischen Leidenschaft und Pflicht zu treffen hat.

 

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I. Akt

1. Szene: Im Garten Madame Larinas
Die Vorbereitungen für den Geburtstag Tatjanas werden getroffen. Während Tatjana in ein Buch vertieft ist, vergnügen sich Olga und ihre Freundinnen beim Tanz. Ein altes Spiel wird gespielt: wer in den Spiegel blickt, sieht den Geliebten. Bei der fröhlichen Olga bewahrheitet sich der Aberglaube, sie erblickt ihren Verlobten, den Dichter Lenski.

Als ihre Schwester, die verträumte Tatjana, das Spiel wiederholt, sieht sie im Spiegel Onegin, der – von Lenski eingeführt – seinen Antrittsbesuch bei Madame Larina macht. Tatjana verliebt sich augenblicklich in ihn. Während Lenski und Olga tanzen, begeben sich Onegin und Tatjana in den Garten. Onegin, gelangweilter Städter, bleibt Tatjana gegenüber kühl und hochmütig. Er nimmt das junge Mädchen überhaupt nicht wahr.

2. Szene: Tatjanas Schlafzimmer
Tatjana schreibt einen Brief an Onegin, in dem sie ihrer schwärmerischen Liebe zu dem fast unbekannten Mann Ausdruck verleiht. Sie schläft ein, und im Traum erfüllt sich ihr Wunsch: als sie in den Spiegel blickt, erscheint Onegin und erwidert ihre Liebe.

II. Akt

1. Szene: Im Hause Madame Larinas
Tatjana feiert ihren Geburtstag mit einem Fest, zu dem auch Onegin und Lenski eingeladen sind. Sehnsüchtig und zugleich bangend erwartet Tatjana eine Reaktion Onegins auf ihren Brief. Als beide für kurze Zeit allein sind, zerreißt Onegin mit arroganter Geste den Brief vor den Augen Tatjanas. Er verletzt sie noch mehr, indem er Olga auf provozierende Art den Hof macht. Fürst Gremin, ein Freund der Familie Larina, erscheint auf dem Fest. Gremin tanzt mit Tatjana, deren Blicke jedoch einzig Onegin gelten. Der aber widmet sich allein Olga. Er brüskiert Lenski, der ihn wütend zum Duell fordert.

2. Szene: Ein verlassener Park
Von Todesahnungen erfüllt, betritt Lenski die Lichtung. Tatjana und Olga beschwören ihn, auf das Duell zu verzichten. Auch Onegin entschuldigt sich noch einmal bei Lenski und versucht, das Duell zu verhindern. Lenski, als romantischer Dichter tief getroffen, besteht aber darauf und wird von Onegin getötet.

III. Akt

1. Szene: Ballsaal des Fürsten Gremin
Zehn Jahre sind vergangen. Tatjana ist die Frau des Fürsten Gremin geworden. Auf dem Ball, den Gremin gibt, erscheint auch Onegin. Er ist vom Leben enttäuscht worden und hat erkannt, dass er mit Tatjana die einzige echte Liebe seines Lebens verschmäht hat. Als er Tatjana nun wiedersieht, hofft er, ihre einstigen Gefühle für ihn wiedererwecken zu können. Doch Tatjana wendet sich von ihm ab.

2. Szene: Tatjanas Boudoir
Onegin hat sich brieflich bei Tatjana angemeldet. Diese will die Begegnung vermeiden, doch sie bittet den sorglosen Gatten vergeblich, sie an diesem Abend nicht allein zu lassen. Onegin erscheint und beteuert seine Liebe. Im Kampf mit ihren Gefühlen für Onegin, den sie noch immer liebt, siegt in Tatjana schließlich das Bewußtsein ihrer Zugehörigkeit und Verbundenheit mit ihrem Gatten Gremin: Nun ist sie es, die Onegins Brief zerreißt. Verzweifelt stürzt Onegin davon. Tatjana bleibt allein zurück.

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Biografien

John Cranko kam 1946 von Kapstadt, wo er bereits als blutjunger Anfänger choreographische Versuche gemacht hatte, nach London.

Kaum an der Sadler’s Wells School, wurde er schon ins Royal Ballet aufgenommen; dort tanzte er sowohl mit der Covent Garden Company als auch mit der Sadler’s Wells Company. Sehr früh zeigte sich, dass seine Begabung mehr in der Choreographie als im Tanzen lag. Unter seinen Balletten beim Sadler’s Wells and Royal Ballet befanden sich Tritsch-Tratsch Polka (1946), Children’s Corner (1947), Beauty and the Beast (1949), Pineapple Poll (1951) und The Lady and the Fool (1954).

Werke für andere Compagnien waren The Witch (1950) für das New York City Ballet, Variations on a Theme (1954) für das Ballet Rambert, La Belle Hélène für das Ballet de l’Opéra de Paris, Romeo und Julia (1958) für La Scala di Milano sowie die beiden Revuen Cranks (1955) und New Cranks (1960). Daneben inszenierte er die Erstaufführung von Brittens Oper A Midsummer Night’s Dream in Aldeburgh 1960.

Nach der Stuttgarter Einstudierung seines für das Royal Ballet 1957 kreierten abendfüllenden Balletts Der Pagodenprinz verließ er 1961 das Royal Ballet um Ballettdirektor in Stuttgart zu werden. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich hier unter seiner Führung das „Stuttgarter Ballettwunder“, eine außergewöhnlich starke Compagnie mit einem vielfältigen Repertoire, die sich durch Gastspiele zwischen New York und Peking Weltgeltung ertanzte. Parallel zu seiner Arbeit als Direktor in Stuttgart übernahm er von 1968 bis 1972 auch die Tätigkeit als Chefchoreograph des Balletts der Bayerischen Staatsoper in München. Sein Einfluss auf die Deutsche Ballettszene in den 60er und Anfang der 70er Jahre ist nicht hoch genug einzuschätzen. Seinen herausragenden Platz in der Ballettgeschichte aber errang er wohl durch seine Kreationen abendfüllender Ballette – ein Genre, das durch ihn neue Belebung, einen neuen Stellenwert im Ballett der westlichen Welt bekam. Unverlierbar im Weltrepertoire haben sich bis heute Romeo und Julia (1962), Onegin (1965/1967) und Der Widerspenstigen Zähmung durchgesetzt. Onegin wird darüber hinaus von vielen als das einzige abendfüllende Werk des 20. Jahrhunderts betrachtet, das den Klassikern des neunzehnten ebenbürtig an die Seite gestellt werden kann.

Neben den bereits genannten abendfüllenden Klassikern und kürzeren Werken, die er vor allem für Stuttgart kreierte, seien noch erwähnt: Katalyse (1961), Daphnis und Chloé (1962), L’estro armonico, Schwanensee (beides 1963), Der Feuervogel (1964) für die Deutsche Oper Berlin, Onegin (1965), Opus 1 (1965), Konzert für Flöte und Harfe (1966), Der Nussknacker (1966), Die Befragung (1968), Présence (1969), Brouillards, Poème de l’extase (beides 1970), Carmen (1971), Initialen R.B.M.E. (1972) und Spuren (1973).

Für München schuf er unter anderem Begegnung in drei Farben, Gesang der Nachtigall (1968), Triplum, Französische Suite, Une Fete Galante (1969), Orpheus, und Ebony Concerto (1970). Im Münchner Repertoire befanden sich darüber hinaus folgende seiner Ballette: Schwanensee, Katalyse, Quatre Images, Présence, Daphnis und Chloé und Jeu de cartes. Seine drei Meisterwerke Romeo und Julia, Onegin und Der Widerspenstigen Zähmung sind bis heute prägende Säulen des Münchner Ballettrepertoires.

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