Infos

Dramma eroicomico in drei Akten

Komponist Joseph Haydn · Libretto von Nunziato Porta
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln | Neuproduktion

Münchner Opernfestspiele
Mittwoch, 25. Juli 2018
19.00 Uhr
Prinzregententheater

Einführung: 18.00 Uhr

Freier Verkauf

Preise PB

ausverkauft

Premiere am 23. Juli 2018

  • Mit freundlicher Unterstützung der

zur Stücknavigation

Termine & Karten

zur Stücknavigation

Besetzung

Musikalische Leitung
Ivor Bolton
Inszenierung
Axel Ranisch
Bühne und Kostüme
Falko Herold
Choreographie
Magdalena Padrosa Celada
Licht
Michael Bauer
Dramaturgie
Rainer Karlitschek

Angelica
Adela Zaharia
Rodomonte
Edwin Crossley-Mercer
Orlando
Mathias Vidal
Medoro
Dovlet Nurgeldiyev
Licone
Guy de Mey
Eurilla
Elena Sancho Pereg
Pasquale
David Portillo
Alcina
Tara Erraught
Caronte
François Lis
Gabi und Heiko Herz
Heiko Pinkowski, Gabi Herz

Münchener Kammerorchester

Besetzung für alle Termine

zur Stücknavigation

Medien

zur Stücknavigation

Mehr dazu

Dieser Ritter ist kein Kriegsheld, weil er über seiner Liebe das Kämpfen vergessen hat. Orlando, der durch Ariosts Versroman Orlando furioso berühmte Kreuzritter, ist in die bereits vergebene Angelica verliebt und in seinem Liebeswahn so unfreiwillig komisch wie tragisch zugleich. Als Dramma eroicomico hat Joseph Haydn seine zu Lebzeiten international erfolgreichste Oper von 1782 bezeichnet; sie zeigt schon in der Gattungsbezeichnung, woran der Komponist in seinem Opernlabor auf Schloss Esterházy interessiert war: nämlich den Menschen mit all seinen Brüchen ernst zu nehmen und musikalisch auszuloten, selbst wenn es skurril wirkt.

 

Erster Akt

Eigentlich könnte das Leben so schön sein, wenn da nicht die lästige Arbeit als Schäferin wäre, der Eurilla nachgehen muss. Doch es lauert auch Gefahr! Ihr Vater Licone hat einen gefährlichen Ritter entdeckt, und schon werden die beiden von selbigem – Rodomonte – gestellt. Er ist auf der Suche nach dem Paladin Orlando, mit dem er in tiefer Feindschaft verbunden ist, weil beide die selbe Frau – Angelica – begehren. Eurilla und Licone können sich zwar nicht an einen Ritter Orlando erinnern, jedoch an ein trauriges verliebtes Pärchen: besagte Angelica und Medoro. Rodomonte kombiniert: Die beiden suchen Schutz vor Orlandos Übergriffen. Er beschließt, die beiden vor dem Paladin zu schützen. Licones zweifelnde Einwände fegt er beiseite – er sei schließlich der König der Berberei.

Angelica ist verzweifelt, weil ihre Flucht sie ständig von ihrem Geliebten Medoro trenne, um den sie sich eigentlich noch mehr sorgt als um ihr eigenes Wohl. Sie bedient sich eines Zauberbuchs, woraufhin die Zauberin Alcina erscheint. Diese verspricht sogleich, ihre Macht für die beiden einzusetzen. Medoro ist derweil erneut in Sorge, da er Orlando irgendwo in der Nähe vermutet, nachdem er dessen Knappen Pasquale gesichtet hat. Angelica ist hingegen wohlgemut: Medoro müsse nur noch eine sichere Bleibe für die beiden finden. Für den Rest werde Alcina schon sorgen.

Der Knappe Pasquale hat die großen Kämpfe satt, er will nur noch eines: eine kräftige Mahlzeit. Auf Rodomontes Provokationen reagiert er ausweichend bis genervt. Eurilla springt ihm bei und lenkt Rodomonte ab, indem sie diesen auf eine vermeintliche Fährte von Orlando lockt. Pasquale verspricht sie nicht nur leibliche Stärkung.

Medoro ist weit pessimistischer als Angelica: Er glaubt, ihr mehr zu helfen, wenn er sie trotz seiner Liebe verlässt. Dies fügt Angelica große Schmerzen zu. Ein Leben ohne ihn ist für sie unvorstellbar. Medoro will sich zwar den Wünschen Angelicas fügen, doch sucht er das Weite, weil er Orlando in der Nähe glaubt.

Orlando entdeckt einen Baum, in dem zwei Buchstaben eingeritzt sind: A und M. Er weiß sogleich, wer hinter den Buchstaben steckt, nämlich seine geliebte Angelica und der verhasste Rivale Medoro. Die Eifersucht macht ihn rasend.

Pasquale versteht das ganze Gehabe nicht. Wer Angelica haben will, soll doch endlich den Kampf um sie ausfechten. Rodomonte will genau das tun und macht sich stürmisch und blindwütig auf die Suche nach Orlando – und verpasst genau deshalb knapp seinen Gegner. Orlando ist wütend auf seinen Knappen, der sich mehr um seinen Magen und offensichtlich auch um Eurilla als um ihn kümmere. Als Eurilla gesteht, Angelica und Medoro einander zärtlich zugewandt gesehen zu haben, beschließt Orlando, seinen Rivalen zu töten.

Pasquale und Eurilla gelingt es, Angelica zu warnen, doch sie ist ratlos, was zu tun sei. Als sich die Rivalen Orlando, Medoro und Rodomonte endlich von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, ist Orlando derart außer sich, dass er niemanden mehr – nicht einmal Angelica und Pasquale – zu erkennen vermag. Den drohenden Kampf kann einzig und allein Alcina verhindern, indem sie Orlando vorübergehend in einen Käfig sperrt, sodass die Bedrohten vor ihm entkommen können.

Zweiter Akt

Orlando und Rodomonte sind im Begriff, endlich den Streit auszufechten. Doch Eurilla unterbricht die beiden Streithähne: Angelica und Medoro seien geflohen. Orlando heftet sich ihnen sogleich an die Fersen. Rodomonte ist über Eurilla empört, die ihm Avancen macht. Doch er interessiert sich nur für seine Wut auf Orlando.

Medoro kann nirgends ein geeignetes Versteck für Angelica und sich finden. Er glaubt, einsam im Wald sterben zu müssen. Eurilla, die Medoro den hilfreichen Rat gegeben hat, seinem Glück zu vertrauen, findet den großspurigen Pasquale wieder. Beide spekulieren auf eine gemeinsame Zukunft, ganz ohne ihre bisherigen Zwänge.

Angelica kann Medoro nicht finden und befürchtet, selbst wahnsinnig zu werden. Alcina will all den Tollheiten ein Ende bereiten. Doch allzu viel Hoffnung kann Angelica dadurch nicht schöpfen. Sie glaubt ihren Geliebten bereits tot und will sich selbst von einer Klippe stürzen. Im letzten Augenblick entdeckt sie Medoro. Beide wollen sich nun in einer einsamen Hütte verstecken, um eine gute Chance zur Flucht abzuwarten. Doch Orlando entdeckt die beiden und will Medoro töten. Alcina kann das Schlimmste gerade noch verhindern, sodass Angelica und Medoro noch einmal entkommen können. Orlando hingegen ist so verwirrt, dass ihm Ungeheuer der Hölle erscheinen und ihn vor Angst und Schmerzen martern.

Pasquale hat derweil nichts anderes im Kopf, als Eurilla mit seinem Musizieren zu beeindrucken. Sie ist hingerissen von seiner Weltläufigkeit.

Alcina plant, alle Kontrahenten in ihrer Höhle zusammenzuführen: Dort werde sie endgültig den Knoten der Verwicklung lösen. Eurilla ist nicht begeistert. Rodomonte macht sich natürlich sofort auf den Weg dorthin.

Pasquale rät seinem Herrn davon ab, sich mit Alcina anzulegen. Doch das kann Orland nicht aufhalten. Er will Alcina stellen. Sie verwandelt ihn jedoch zu Stein. Als Angelica, Medoro und Rodomonte den versteinerten Orlando erkennen, wollen sie überraschenderweise auf Rache verzichten. Auf Angelicas Wunsch wird Orlando wieder zurückverwandelt. Doch dieser ist noch immer rasend und folgt Angelica in ihre Höhle, die durch seine wilden Schläge einstürzt und ihn wie in einem Gefängnis gefangen hält. Erst jetzt beruhigen sich langsam aller Gemüter.

Dritter Akt

Caronte, der sich Alcinas Macht beugt, begleitet Orlando am Fluss Lethe, dessen Wasser Vergessen spendet. Orlando erkennt sich an der Schwelle des Todes und merkt, dass ihm seine Erinnerungen genommen sind. Die Ruhe des Ortes empfindet er jedoch als Wohltat. Als ihm Caronte wieder seine Waffen zurückgibt, überkommt ihm erneut das Gefühl des Schmerzes, ohne dass er jedoch wüsste warum.

Als Orlando Eurilla und Pasquale, die am liebsten heiraten würden, wiederbegegnet, zerstört er deren Hoffnungen, weil er mit seinem Knappen weiterziehen möchte – zu deren Erstaunen aber nicht, um sich an Angelica zu rächen, sondern um wieder auf dem Schlachtfeld siegreich zu sein. Pasquale folgt verdutzt seinem Herrn. Allein Eurilla will sich nicht so schnell geschlagen geben.

Angelica und Medoro ist noch immer kein Glück beschieden. Sie werden von Wilden verfolgt, denen es gelingt, Medoro zu verschleppen. Orlando will sofort gegen diese Wilden kämpfen und versöhnt sich deshalb sogar mit Rodomonte: gemeinsam werden sie – so hoffen sie es – erneut zu Ruhm und Ehre gelangen, indem sie Medoro für Angelica retten.

Doch Angelica glaubt sich verantwortlich für die Entführung ihres Geliebten. Ihre Schuldgefühle treiben sie in tiefste Verzweiflung und an den Rand des Wahnsinns und darüber hinaus. Alcina versucht erneut zu trösten, was erst gelingt, als Orlando und Rodomonte erfolgreich aus dem Kampf zurückkehren und Medoro zu ihr bringen. Weil noch immer niemand Orlandos Sinneswandel verstehen kann, klärt Alcina alle auf: Orlando sei durch den Lethe-Fluss geschwommen und daher von seinem Liebeswahn zu Angelica befreit. Und so können  Angelica und Medoro endlich glücklich werden. Da Orlando auch auf die Dienste seines Knappen verzichtet, können zudem Eurilla und Pasquale endlich heiraten. Rodomonte ist nun auch zufrieden. Und so herrscht allgemeine Erleichterung: Jeder soll doch einfach den lieben, von dem er auch geliebt wird.

zur Stücknavigation

Biografien

Ivor Bolton studierte am Royal College of Music und am National Opera Studio in London. Anschließend war er Musikdirektor der English Touring Opera, der Glyndebourne Touring Opera und des Scottish Chamber Orchestra. Gastdirigate führten ihn u. a. nach Wien, Zürich, Frankfurt, Paris, London, New York, Amsterdam, Dresden, Leipzig und Barcelona sowie zu den Festspielen in Glyndebourne, Aix-en-Provence und seit 2000 jährlich nach Salzburg. Von 2004 bis 2016 war er Chefdirigent des Mozarteum-Orchesters Salzburg. Im Moment ist er musikalischer Leiter des Dresdner Festspielorchesters, seit 2015 außerdem Musikdirektor am Teatro Real in Madrid und seit 2016 Chefdirigent des Sinfonieorchesters Basel. (Stand: 2018)

zur Stücknavigation

Zurück zur Übersicht