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Komponist Richard Wagner

Samstag, 29. Juli 2006
17.00 Uhr – 22.25 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 5 Stunden 25 Minuten · Pausen zwischen 1. Akt und 2. Akt (ca. 18.40 - 19.35 Uhr) zwischen 2. Akt und 3. Akt (ca. 20.40 - 21.15 Uhr)

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Besetzung

Musikalische Leitung
Adam Fischer
Inszenierung
Peter Konwitschny
Bühne und Kostüme
Johannes Leiacker
Licht
Peter Halbsgut
Produktionsdramaturgie
Werner Hintze
Chöre
Sören Eckhoff

Amfortas
Juha Uusitalo
Titurel
Clive Bayley
Gurnemanz
Matti Salminen
Parsifal
Christopher Ventris
Klingsor
Egils Silins
Kundry
Violeta Urmana
Erster Gralsritter
Francesco Petrozzi
Zweiter Gralsritter
Rüdiger Trebes
Stimme aus der Höhe
Violeta Urmana
Erster Knappe
Solist/en des Tölzer Knabenchors
Zweiter Knappe
Solist/en des Tölzer Knabenchors
Dritter Knappe
Ulrich Reß
Vierter Knappe
Kenneth Roberson
Klingsors Zaubermädchen
Aga Mikolaj
Klingsors Zaubermädchen
Stanislava Stoytcheva
Klingsors Zaubermädchen
Daniela Sindram
Klingsors Zaubermädchen
Chen Reiss
Klingsors Zaubermädchen
Cynthia Jansen
Klingsors Zaubermädchen
Heike Grötzinger
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Mehr dazu

Keine Angst vorm Bühnenweihfestspiel! Wird es Parsifal gelingen, den heiligen Speer den Gralsrittern zurückzubringen? Wird er der Urteufelin "Kundry" widerstehen? Gibt es Erlösung? Macht Mitleid wissend? Wagners Spätwerk nicht als Kunstreligion - sondern als kritisches Musiktheater. Peter Konwitschnys Regie: Bestaunt, bejubelt und heftig umstritten. Skandal? Machen Sie sich selbst ein Bild!

 

Vorgeschichte

Dem Ritter Titurel wurden in der Zeit der Christenverfolgung durch Engel zwei heilige Güter anvertraut: Gral und Speer. Der Gral ist der Kelch des letzten Abendmahls von Jesus Christus, in dem auch das Blut des Gekreuzigten aufgefangen wurde. Mit dem Speer hatte der römische Soldat Longinus die Seite des gestorbenen Christus geöffnet. Zur Sicherung der Heiligtümer errichtete Titurel in abgelegener Gegend die Burg Monsalvat. Hier versammelte er Männer um sich, die seitdem unter strikter Einhaltung des Keuschheitsgelübdes als Ritter im Dienste des Grals gegen das Unrecht in der Welt kämpfen. Die regelmäßige Enthüllung des Grals spendet ihnen dafür die Kraft. Sie halten die unbedingte Befolgung des Keuschheitsgebotes für die unabdingbare Voraussetzung ihres Wirkens.

Auch Klingsor wollte zum Orden der Gralsritter gehören. Da er das Keuschheitsgebot nicht einzuhalten vermochte, entmannte er sich, wurde aber nun gerade von Titurel abgewiesen. Daraufhin schuf er sich eine Burg mit verführerischen Mädchen. Sie sollen die sittenstrengen Ritter zum Bruch des Keuschheitsgelübdes reizen und damit den Gralsorden schwächen. Nachdem Amfortas die Gralskrone von seinem Vater Titurel übernommen hatte, entschloß er sich, Klingsor zu vernichten, um der fortdauernden Bedrohung ein Ende zu setzen. Mit dem heiligen Speer bewaffnet, stieß er im Zauberschloß auf Kundry. Sie hatte einst Christus auf dem Kreuzweg verlacht. Seit ihr klar wurde, wie beschränkt ihr Verhalten war, irrt sie ruhelos durch unzählige Leben, um diese Situation wiederzufinden und ihre Fehler bereinigen zu können. Im Gralsgebiet ist sie helfende Dienerin, immer in der Hoffnung, hier ihrem Erlöser zu begegnen. In Klingsors Reich ist sie dagegen die teuflische Verführerin. Amfortas verfiel Kundrys Reizen, verlor dabei den heiligen Speer an Klingsor und empfing eine Wunde, die nicht heilt.


1. Aufzug

Gurnemanz, der einst mit Titurel den Gralsorden gründete, lebt außerhalb der Gemeinschaft wie ein Einsiedler. Er erwartet am frühen Morgen den siechen Amfortas, der zum See getragen wird, um im Bad Linderung seines Leidens zu finden. Kundry bringt eine neue Medizin aus Arabien. Amfortas nimmt sie an, obwohl er weiß, daß ihm laut einer Prophezeiung des Grals nur ein durch Mitleid wissend gewordener reiner Tor Heilung bringen kann.

Als die Knappen an der ihnen fremden Kundry ihre Aggression auslassen, nimmt Gurnemanz die Frau in Schutz, obwohl er ihre Mitschuld am Leiden des Königs nicht leugnen kann. Er versucht, den jungen Leuten Idee und Geschichte des Gralsordens nahezubringen und die Ursachen des gegenwärtigen Katastrophenzustands klarzumachen.

Da stürzt ein vom Pfeil getroffener Schwan vor ihnen nieder. Der festgenommene Schütze scheint sich keiner Schuld bewußt. Er kennt nicht seinen Namen, weiß nicht um seine Herkunft, nennt als einziges den Namen seiner Mutter: Herzeleide. Kundry weiß, daß er von seiner Mutter völlig weltabgewandt aufgezogen wurde, weil sie verhindern wollte, daß er wie sein Vater im Kampf fallen könnte.

In Gurnemanz keimt eine Hoffnung: Dieser Bursche könnte der erwartete reine Tor, der Erlöser der Gralswelt sein. Er führt ihn zum Gral, wo er am Ritual der Gralsenthüllung teilnehmen soll. Amfortas will die heilige Handlung nicht ausführen, denn der Anblick des Grals spendet auch ihm neue Lebenskraft und verlängert dadurch sein Leiden. Schließlich tut er seine Pflicht. Der fremde Jüngling hat das für Amfortas so schmerzliche Ritual gesehen, ist aber aufgrund seiner Unreife nicht in der Lage, seinem Mitgefühl Ausdruck zu geben. Gurnemanz weist ihn enttäuscht aus dem Gralsgebiet.


2. Aufzug

Klingsor hat die seine Existenz bedrohende Gefahr erkannt. Er befiehlt Kundry, den fremden Knaben, der sich auf seiner Wanderschaft dem Machtbereich des Zauberers nähert, zum Mann zu machen. Dadurch würde er – innerhalb eines zu denkenden körper- und sinnenfeindlichen Wertsystems – zur Rettung der Gralsritter, für die das Keuschheitsgelübde absolutes Gebot ist, untauglich. In Klingsors Zaubergarten versuchen die Blumenmädchen, den Jüngling zum Spiel der Liebe zu verführen. Er aber verweigert sich. Da ruft ihn Kundry mit dem Namen, den seine Mutter einst im Traum genannt hat: Parsifal, und er wendet sich ihr zu. Sie berichtet ihm von Herzeleide, die starb, als der Sohn von ihr ging.

Parsifal fühlt sich schuldig am Tod seiner Mutter. Kundry bietet ihm Tröstung an: indem er die Liebe kennenlerne, werde er reifen und diese Schuld hinter sich lassen können. Sie küßt ihn. In diesem Augenblick begreift Parsifal, was er im Gralstempel gesehen hat. Er versteht nun die Leiden des Amfortas und erkennt, welcher Auftrag ihm übertragen ist: den heiligen Speer wiederzugewinnen, Amfortas zu heilen, Gralskönig zu werden und den Orden von seiner Handlungsunfähigkeit zu befreien. Kundry versucht verzweifelt, ihm klarzumachen, daß auch sie der Erlösung bedarf. Sie ist überzeugt, endlich den gefunden zu haben, mit dem zusammen sie ihren Fehler bereinigen kann: einen Menschen, der nicht Gleiches mit Gleichem vergilt, verlacht zu haben. Parsifal bleibt unerbittlich. Da verflucht Kundry ihn und ruft Klingsor zur Hilfe. Der schleudert den Speer nach Parsifal, kann ihn aber nicht verletzen. Parsifal zerstört Klingsors Zaubergarten und macht sich auf den Weg zum Gral.


3. Aufzug

Kundry ist wieder im Gralsgebiet, wo Gurnemanz sie am Karfreitagsmorgen halb erfroren findet. Sie scheint keine Sprache mehr zu haben, nur zwei Worte stößt sie heraus: »Dienen, dienen!« Ein fremder Ritter nähert sich. Am heiligen Speer erkennt Gurnemanz Parsifal. Heftig bewegt schildert Gurnemanz ihm den hoffnungslosen Zustand des gesamten Gralsreiches. Amfortas hat den Gral seit langem nicht mehr enthüllt. Titurel ist gestorben.

Parsifal gibt sich die Schuld an der Katastrophe. Er wird von Gurnemanz und Kundry gewaschen und zum König erhoben. Kundry empfängt die Taufe von Parsifal. Alle drei erleben einen Augenblick ganzheitlichen Menschseins. Amfortas hatte sich widerstrebend bereiterklärt, während der Totenfeier für seinen Vater ein letztes Mal den Gral zu enthüllen.‚ Aber nun weigert er sich. Eine von Gewalt bestimmte Auseinandersetzung droht auszubrechen. Da greift Parsifal ein. Er heilt Amfortas und übernimmt das Amt des Gralskönigs. Kundry stirbt.


© Bayerische Staatsoper

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Biografien

Adam Fischer, geboren in Budapest, studierte in seiner Heimatstadt und in Wien Komposition und Dirigieren.


Nach Stationen in Graz, Helsinki, Karlsruhe und Freiburg i.Breisgau war er von 1987 bis 1992 Generalmusikdirektor in Kassel, von 2000 bis 2005 in derselben Position am Nationaltheater Mannheim beschäftigt.2007 wurde er zum Künstlerischen Leiter der Ungarischen Staatsoper in Budapest ernannt.Seit 1998 ist er Chefdirigent des Danish National Chamber Orchestra in Kopenhagen.Er dirigiert regelmäßig an den größten Opernhäusern in Europa und den USA.Konzerte gab er u.a.mit den Wiener Philharmonikern, dem London Philharmonic Orchestra, dem Boston und dem Chicago Symphony Orchestra.1994 debütierte er an der Metropolitan Opera, 2001 bei den Bayreuther Festspielen.Besonders verbunden ist er der Wiener Staatsoper, dem Operhaus Zürich und der Bayerischen Staatsoper, wo er 1978 für Karl Böhm das Dirigat von Fidelio übernahm.Dirigat hier 2011/12: Fidelio.

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