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Ein Bühnenweihfestspiel in drei Aufzügen

Komponist Richard Wagner · Libretto vom Komponisten
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Münchner Opernfestspiele
Donnerstag, 28. Juni 2018
16.00 Uhr – 21.20 Uhr
Nationaltheater

Pausenprogramm:
Alexander Kluge hat sich intensiv mit Georg Baselitz' Bühnenbild zu Parsifal auseinandergesetzt. Entstanden sind drei kurze Filme, die während der Pausen im Foyer im 1. Rang vor der Königsloge gezeigt werden.

Dauer ca. 5 Stunden 20 Minuten · 1. Akt (ca. 16.00 - 17.35 Uhr) · Pause (ca. 17.35 - 18.15 Uhr) · 2. Akt (ca. 18.15 - 19.15 Uhr) · Pause (ca. 19.15 - 19.55 Uhr) · 3. Akt (ca. 19.55 - 21.05 Uhr)

Vergünstigte Karten in den Kategorien V – VIII zum Festspiel-Erstverkauf am 20.01.18

· Serie 44

Premiere am 28. Juni 2018

Die Premiere wird live auf BR-KLASSIK übertragen.

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  • gefördert durch

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Besetzung

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko
Inszenierung
Pierre Audi
Bühne
Georg Baselitz
Mitarbeit Bühnenbild
Christof Hetzer
Kostüme
Florence von Gerkan
Mitarbeit Kostüm
Tristan Sczesny
Licht
Urs Schönebaum
Dramaturgie
Benedikt Stampfli, Klaus Bertisch
Chöre
Sören Eckhoff
Kinderchor
Stellario Fagone

Amfortas
Christian Gerhaher
Titurel
Bálint Szabó
Gurnemanz
René Pape
Parsifal
Jonas Kaufmann
Klingsor
Wolfgang Koch
Kundry
Nina Stemme
Erster Gralsritter
Kevin Conners
Zweiter Gralsritter
Callum Thorpe
Stimme aus der Höhe
Rachael Wilson
Erster Knappe
Paula Iancic
Zweiter Knappe
Tara Erraught
Dritter Knappe
Manuel Günther
Vierter Knappe
Matthew Grills
Klingsors Zaubermädchen
Golda Schultz
Klingsors Zaubermädchen
Selene Zanetti
Klingsors Zaubermädchen
Tara Erraught
Klingsors Zaubermädchen
Vuvu Mpofu
Klingsors Zaubermädchen
Paula Iancic
Klingsors Zaubermädchen
Rachael Wilson
Kinderchor
Kinderchor der Bayerischen Staatsoper
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper

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Mehr dazu

Weder Balsam noch Heilkraut kann dem vor sich hinsiechenden wundkranken Gralskönig Amfortas Linderung schenken. Komplex stellt sich der Weg zu seiner Genesung heraus. Kein Eingeweihter der Gralsgemeinschaft, nur ein Außenstehender, ein „reiner Tor“, der durch Mitleid Wissender wird, kann den Speer wiedergewinnen, der die Wunde verursacht hat, mit seiner Spitze Amfortas’ Wunde berühren und ihn somit heilen. Auf seiner Reise zur Selbsterkenntnis und zum Mittel der Erlösung wird Parsifal nicht nur vom kundigen Gralsritter Gurnemanz begleitet, sondern auch von der rätselhaften und verführerischen Kundry, die ihm die Augen für Sinnlichkeit wie auch für Übersinnliches öffnet.

Richard Wagner fragt in seinem letztem Musikdrama, dem Bühnenweihfestspiel Parsifal, das 1882 in Bayreuth uraufgeführt wurde, nach Wunden, die sowohl im einzelnen Menschen und in den Gemeinschaften brennen und antwortet mit Wundermitteln, die Leid zu lindern vermögen.

 

Vorgeschichte 

Die Ritter Titurel und Gurnemanz haben zusammen einen Gralsorden gegründet, der das Ziel verfolgt, Gral und Speer zu schützen, jenen Kelch des letzten Abendmahls, in dem das Blut des gekreuzigten Jesus Christus aufgefangen wurde, und jenen Speer, mit dem ein römischer Soldat Christus am Kreuz in die Seite stach. Wer zum Schutz dieser berufen wird, muss ein Keuschheitsgelübde ablegen. Der Ritter Klingsor wollte dem Orden beitreten, konnte jedoch dieses Gelübde nicht einhalten und kastrierte sich deshalb. Dennoch hat Titurel ihn nicht in den Orden aufgenommen. Klingsor baute sich daraufhin ein eigenes Reich auf mit dem Ziel, die sittenstrengen Ritter mithilfe von Verführerinnen zur Unkeuschheit zuverführen, um so die Macht des Gralsordens zu verringern. Nachdem Titurel die Krone an seinen Sohn Amfortas übergeben hatte, wollte der neue Gralskönig Klingsors Reich zerstören. Als Amfortas mit dem Speer bewaffnet zu Klingsors Burg gelangte, erwartete ihn Kundry, die ihn verführte. Diese mystische Gestalt hatte einst Christus auf dem Kreuzweg verlacht und irrt, um ihren Fehler zu bereinigen, seither ruhelos durch unzählige Leben, als helfende Dienerin, in der Hoffnung, ihrem Erlöser zu begegnen; zum anderen ist sie Klingsors effektivste Waffe, um die Gralsritter zu verführen. Der Speer geriet durch Kundry in die Hände Klingsors, der Amfortas damit eine Wunde zufügte, die seither nicht heilen will.  

Erster Aufzug 

Gurnemanz erwartet mit anderen Rittern und Knappen den siechenden Amfortas, um ihm ein Bad zu bereiten, das Linderung schaffen soll. Amfortas nimmt von Kundry Balsam entgegen, wohl wissend, dass auch dieser nur die Schmerzen für einen kurzen Moment lindern werde. Die Knappen wollen Kundry angreifen, doch Gurnemanz hält sie zurück. Dieser erzählt ihnen die Geschichte vom ersten Gralskönig Titurel und dessen Sohn Amfortas. Er weiß zudem: Amfortas’ Wunde kann nur dann geheilt werden, wenn ein durch Mitleid wissender reiner Tor sie mit dem Speer berührt. Die Ruhe im Wald wird gestört, als ein Schwan – ein heiliges Tier – im Flug tödlich getroffen wird. Der Schütze ist sich keiner Schuld bewusst. Als er zur Rede gestellt wird, zeigt sich, dass er weder seinen Namen noch seine Herkunft kennt. Einzig der Name seiner Mutter, von der er weggelaufen ist, ist ihm bekannt: Herzeleide. Kundry, die zugehört hat, weiß von seiner Herkunft und offenbart ihm unverblümt, dass seine Mutter tot sei, worauf er sie umbringen will. Gurnemanz beruhigt den Fremden. Er glaubt, in ihm möglicherweise den besagten reinen Tor zu erkennen und führt ihn voller Hoffnung zu den Gralsrittern. Amfortas verflucht Titurels Bitte, endlich wieder den Gral zu enthüllen. Geschieht dies, so spendet er nämlich den Gralsrittern neue Lebenskraft. Für Amfortas bedeutet es jedoch fortgesetzte qualvolle Schmerzen. Schließlich gibt der amtierende Gralskönig nach. Der fremde Jüngling folgt der Zeremonie, ist aber aufgrund seiner Unreife nicht imstande, seinem Mitgefühl Ausdruck zu verleihen. Enttäuscht meint Gurnemanz, sich in dem Jüngling getäuscht zu haben und schickt ihn fort.

 Zweiter Aufzug 

Klingsor sieht im Jüngling eine Gefahr und will, dass Kundry ihn vernichte. Er weckt sie aus todesähnlichem Schlaf; sie stößt dabei einen erbärmlichen Schrei aus. Nachdem verführerische Frauen den umherirrenden Jüngling bedrohlich umzingeln, spricht Kundry ihn mit seinem Namen an: Parsifal. Sie erzählt ihm von seiner Mutter, die starb, nachdem der Sohn sie verlassen hatte. Parsifal, der sich nun schuldig fühlt, wird von Kundry getröstet: Die Liebe müsse er kennenlernen, damit er reife und die Schuld hinter sich lassen könne. Sie küsst ihn. In diesem Moment erkennt Parsifal, welcher Auftrag ihm übertragen ist: Er muss den Speer zurückerobern, um damit die Wunde Amfortas’ zu schließen und den Orden von seinem Leid zu befreien. In Parsifal sieht auch Kundry ihren Erlöser. Doch da Parsifal ihren Annäherungsversuchen widersteht, ruft sie in ihrer Verzweiflung Klingsor. Dieser versucht, mit dem Speer Parsifal zu vernichten, was der Jüngling jedoch abzuwenden weiß. So gewinnt Parsifal den Speer zurück und verlässt Klingsors Reich. Dieses stürzt in sich zusammen. 

Dritter Aufzug 

Gurnemanz, der nun einsam und verlassen im Wald lebt, findet Kundry, die kaum noch sprechen kann und einzig und allein dienen will. Ein Ritter nähert sich den beiden. Gurnemanz erkennt, dass es sich um den Jüngling handelt, den er einst fortgeschickt hat. Da dieser nun den Speer mit sich trägt, begreift er, dass es sich um den Auserwählten handeln muss. Er erzählt Parsifal vom hoffnungslosen Zustand des Gralsreichs, dass Titurel gestorben sei, weil sich Amfortas weigerte, den Gral zu enthüllen. Kundry wäscht Parsifal die Füße. Gurnemanz spricht Parsifal als den neuen König an, und als solcher vollzieht dieser sein erstes Amt: Er tauft Kundry. Da Karfreitag ist, erleben alle die Reinheit und Schönheit der Natur und brechen zur Totenfeier Titurels auf. Zu Ehren seines toten Vaters weigert sich Amfortas vehement, den Gral zu enthüllen. Da greift Parsifal ins Geschehen ein: Als neu erkorener Gralskönig tritt er vor den Orden und erlöst Amfortas von seinem Leid. 

 

Benedikt Stampfli

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Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem Omsker Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra national de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa. In Frankfurt interpretierte er Mussorgskys Chowanschtschina, Pfitzners Palestrina und Puccinis Tosca. Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.

Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehaben wird. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne SchattenLa clemenza di TitoDie Soldaten, Lucia di LammermoorLulu, Die Meistersinger von Nürnberg, Lady Macbeth von Mzensk, Tannhäuser, Il trittico und Parsifal geleitet, im Januar 2016 erarbeitete er die Uraufführung von Miroslav Srnkas South Pole.

Kirill Petrenko wurde im Juni 2015 zum zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt; diese Position wird er im Herbst 2019 antreten.
In der Spielzeit 2018/19 leitet Kirill Petrenko an der Bayerischen Staatsoper die Neuinszenierungen von Otello und Salome, außerdem dirigiert er die Wiederaufnahmen von Die Meistersinger von Nürnberg und Fidelio sowie zwei Akademiekonzerte und das Festspielkonzert Oper für alle.

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