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Familienoper in zwei Akten Ab 8 Jahren

Komponist Pierangelo Valtinoni · Libretto von Paolo Madron nach „Die Abenteuer von Pinocchio“ von Carlo Collodi, Deutsche Übersetzung von Hanna Francesconi

Mittwoch, 10. Juni 2015
17.00 Uhr
Reithalle

Familienvorstellung: Ab 8 Jahren

€ 20,- (Erwachsene) / € 10,- (Kinder)

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Premiere am 05. Juni 2015

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Besetzung

Musikalische Leitung
Stellario Fagone
Inszenierung
Axel Ranisch
Ausstattung
Saskia Wunsch
Choreographie
Magdalena Padrosa Celada
Licht
Thomas Wendt
Produktionsdramaturgie
Rainer Karlitschek, Daniel Menne

Geppetto
Andreas Kohn
Kinderchor
Kinderchor der Bayerischen Staatsoper
Pinocchio
Marianne Strauß, Nina Franziska Schumertl
Fee
Verena Bauer, Josefa Greiser
Nachtpförtner Collodi
Heiko Pinkowski
Kater
Katharina Müller, Lena Kühn
Fuchs
Meira Durand, Lioba Braun
Mangiafuoco
Luzie Pautler, Nikola Vierl
Lucignolo
Sophie Knauer, Clara Heupgen
Gendarmen
Alica Tröger, Lisa-Anna Gebauer, Anna-Carina Gehlisch, Theresa Geyer, Julia Nebl
Harlekin
Jasper Timm, Gabriel Baudisch
Pulcinella
Leopold Schinke, Mika Lego
Wirt
Veronika Beinert, Anna Schneider, Franziska Mörtl
Schnecke
Lisette Scheuring, Stefanie Lutz
Dr. Rabe
Kateryna Glik, Marlene Remppis
Dr. Eule
Yunona Rysina, Kora Heyd
Thunfisch
Clara Dieterich, Isabella Waldorf

Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters

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Ab 8 Jahren

Dem alten Tischler Geppetto gelingt es mit viel Liebe und Glück, die vollkommene Marionette zu schnitzen. Er nennt sie Pinocchio. Das Wunder: Sie bewegt sich ganz von alleine und entpuppt sich schnell als quirliger, selbstbewusster und äußerst eigensinniger kleiner Junge. Denn statt in die Schule zu gehen, schleicht sich Pinocchio lieber ins Puppentheater und erkundet eigenwillig seine Umgebung.

Der Theaterdirektor Mangiafuoco gibt ihm sogar Geld für eine Reise um die Welt, von der ihm Pinocchio neue Geschichten für seine Bühne mitbringen soll. Und so trifft Pinocchio auf bösartige Straßenräuber, flüchtet vor der Polizei, wird von der guten Fee vor dem Kältetod gerettet, landet im Schlaraffenland und wie Jona in den Bauch eines riesigen Fisches: ein phantastischer Trip eines Kindes und insgesamt ein dralles Road-Movie nicht nur für Kinder… Doch die Eltern seien gewarnt: Wie alle Väter der Welt kann der alte, machtlose Geppetto seinem Kind trotz großer Sorge allein mit Liebe und Geduld begegnen.

 

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Die Handlung

Die Arbeit als Nachtpförtner an der Bayerischen Staatsoper ist zwar verantwortungsvoll, aber nicht immer ausfüllend. Carlo Collodi ist einer der Pförtner. Eigentlich sieht er sich als Dichter und: Bei seinem Dienst kommt ihm der Gedanke, eine Geschichte für Kinder zu schreiben, die Geschichte über eine Puppe, die zum Leben erwacht: Pinocchio. Und so wandelt er in der Nacht durch die unendlichen Gänge der Staatsoper, kommt vorbei in der Schreinerei, in der Kantine, auf der Bühne, kommt sogar aufs Dach des Probengebäudes – bei jedem Wind und Wetter. In seinem Notizbuch hält er alle seine Ideen fest. Und manchmal scheinen sich selbst für ihn als Dichter die Figuren zu verselbständigen. Hier seine Geschichte:

1. Akt

Der alte Tischler Geppetto schnitzt mit viel Liebe und Mühe aus einem Stück Brennholz eine Holzpuppe und nennt sie Pinocchio. Nachdenklich betrachtet er sein Werk und malt sich voll Sehnsucht aus, wie schön es wäre, anstelle der Puppe einen richtigen eigenen Sohn aus Fleisch und Blut zu haben. In diesem Moment geschieht das Wunder: Die Puppe erwacht zum Leben, springt und rennt durch die Werkstatt, schreit nach Essen und hält den verdutzten Geppetto sogleich auf Trab. Vom Vorschlag des Vaters in die Schule zu gehen, ist Pinocchio wenig begeistert, obwohl Geppetto seinen Mantel verpfändet hat, um Pinocchio Schulsachen zu kaufen.

Auf dem Weg zur Schule tauscht Pinocchio die Schulbücher gegen ein paar Groschen ein, schleicht sich heimlich ins Marionettentheater und damit mitten ins erste große Abenteuer. Dem finsteren Theaterdirektor Mangiafuoco mangelt es an neuen Geschichten für sein Theater. In seiner schlechten Laune droht er erst den vorwitzigen Harlekin und dann den noch frecheren Pinocchio ins Feuer zu werfen. Pinocchio rettet sein Leben, in dem er anbietet, für Mangiafuoco durch die Welt zu reisen, Abenteuer zu erleben und so den Spielplan des Marionettentheaters mit neuen Stücken zu füllen. Mangiafuoco willigt ein und gibt Pinocchio sogar ein stattliches Reisegeld von fünfzehn Dukaten.

Eigentlich will Pinocchio seinem Vater noch einen neuen Mantel kaufen, aber kaum auf der Straße verwickeln ihn Kater und Fuchs sogleich in ein Gespräch über gewinnbringende Geldgeschäfte, lotsen ihn ins nächste Wirtshaus und hauen ihn dort nach allen Regeln der Kunst übers Ohr. Pinocchio verliert all sein Geld, kann den Wirt nicht bezahlen, wird verhaftet und wandert ins Gefängnis.

Eine Taube hilft Pinocchio bei der Flucht aus dem Gefängnis und entschwebt mit ihm in die Freiheit. Pinocchio erinnert sich an seinen Vater und erkennt, welche Sorgen er ihm bereitet haben muss. Reumütig beschließt Pinocchio seinen Vater zu suchen.

2. Akt

Erschöpft und vor Kälte zitternd klopft Pinocchio an die Tür eines Hauses. Die Hausherrin, eine Schnecke, verspricht so schnell sie kann, die Türe zu öffnen. Pinocchio muss frieren, muss warten und erstarrt zu Eis.

Die Fee mit den blauen Haaren nimmt sich Pinocchios an. Doch weder die wärmende Decke, noch die liebevolle Pflege der Fee können Pinocchio helfen. Während Doktor Rabe und Doktor Eule über seine minimalen Überlebenschancen streiten und ihn schon für tot erklären wollen, beginnt Pinocchio plötzlich zu Weinen und zeigt schwache Lebenszeichen. Die Fee bietet ihm heilende Tropfen an und verspricht ihm schnelle Genesung. Pinocchio weigert sich, die bittere Medizin zu trinken und sträubt sich gegen die Überzeugungsversuche der Fee. Schließlich lügt er sie an und behauptet, er habe die Tropfen geschluckt. In diesem Moment beginnt seine Nase zu wachsen und entlarvt seine Lügen. Pinocchio beharrt auf seiner Lüge und die Nase wächst und wächst. Pinocchio bleibt stur und will die Medizin nicht trinken. Erst als vier Hasen seinen Sarg ins Zimmer tragen, um ihn darin abzutransportieren, kommt er zur Vernunft, trinkt die Tropfen, verspürt sogleich, wie es ihm besser geht und gelobt, nun endlich ein braver Junge und Schüler zu werden.

Pinocchios Vorsatz, für die Schule zu lernen währt nur kurz. Sein Freund Lucignolo überzeugt ihn stattdessen, mit ihm ins Schlaraffenland zu fahren, wo keine mühseligen Pflichten sondern nur Vergnügungen im Überfluss auf die beiden Jungen warten. Allen Warnungen der Fee zu Trotz ziehen die beiden in das Land der ewigen Freude und Spiele.

Das Schlaraffenland entpuppt sich als Flopp. Kaum dort angekommen wachsen Pinocchio und Lucignolo Eselsohren. Beide werden als Zirkusesel verkauft und müssen unter der Peitsche des Zirkusdirektors durch die Manege galoppieren. Pinocchio sieht in seiner Verzweiflung nur einen letzten Ausweg und stürzt sich ins Meer um zu sterben.

Ein Thunfisch findet Pinocchio im Wasser und versucht zu trösten. Pinocchio hat alle Hoffnung verloren. Ein Schar Fische schwimmt herbei und knabbert das Eselsfell und die Eselsohren von Pinocchio ab. Wieder in seiner Holzpuppengestalt fragt Pinocchio den Thunfisch nach dem Schicksal seines Vaters Geppetto. Der Thunfisch will antworten, doch in diesem Augenblick naht ein riesiger Hai. Die Fische fliehen in Panik, Pinocchio bleibt zurück und verschwindet im gefräßigen Haifischmaul. Im Bauch des Fisches trifft Pinocchio endlich seinen Vater Geppetto wieder, und überglücklich fallen sich die beiden in die Arme. Ein Licht in der Ferne gibt Hoffnung auf Rettung, aber Geppetto ist zu schwach um zu gehen. Pinocchio trägt den kranken Vater auf seinem Rücken und rettet beide zurück ins Leben. Sein tapferes Handeln, sein gutes Herz und sein selbstloser Einsatz für den Vater haben endlich das langersehnte Wunder für Pinocchio bewirkt. Aus der Holzpuppe ist ein echter Junge aus Fleisch und Blut geworden. Vater und Sohn blicken froh in eine gemeinsame Zukunft.

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Biografien

Stellario Fagone, geboren in Turin, studierte in seiner Heimatstadt und war zwischen 1998 und 2000 als Pianist und musikalischer Assistent des RAI-Symphonieorchesters in Turin tätig. Mit Donizettis Il Campanello debütierte er als Dirigent am Teatro Mancinelli in Orvieto. Von 2003 bis 2006 war er als Korrepetitor an der Bayerischen Staatsoper engagiert, seit 2006 ist er stellvertretender Chordirektor. Zudem ist er Leiter des Kinderchors. Beim Chor des Bayerischen Rundfunks übernahm er die Einstudierungen von Braunfels’ Mysterienspiel Verkündigung, von Tschaikowskys Iolante und der Notte italiana. Als Dirigent leitete er u. a. Aufführungen von La bohème, Così fan tutte, Hänsel und Gretel, Ariadne auf Naxos und Der Rosenkavalier; in der Spielzeit 2014/15 hatte er die musikalische Leitung von Pinocchio inne. (Stand: 2017)

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