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Unitxt / In A Landscape / Metric Dozen

Choreographie Richard Siegal

Samstag, 18. April 2015
19.00 Uhr – 21.30 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 30 Minuten · Unitxt (ca. 19.00 - 19.30 Uhr) · Pause (ca. 19.30 - 20.00 Uhr) · In A Landscape (ca. 20.00 - 20.35 Uhr) · Pause (ca. 20.35 - 20.55 Uhr) · Metric Dozen (ca. 20.55 - 21.25 Uhr)

BallettFestwoche 2015

Preise H , € 88 /77 /63 /50 /35 /23 /11 /8

Premiere am 18. April 2015

Uraufführung am 18. April 2015

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Besetzung

Choreographie
Richard Siegal

Unitxt

Choreographie
Richard Siegal
Musik
Carsten Nicolai
Objekte
Konstantin Grcic
Licht/Projektion
Richard Siegal

In A Landscape

Choreographie
Richard Siegal
Licht/Bühne/Video
Richard Siegal
Kostüme
Alexandra Bertaut
Musik
Carsten Nicolai, Ryūichi Sakamoto

Metric Dozen

Choreographie
Richard Siegal
Musik
Lorenzo Bianchi Hoesch
Kostüme
Alexandra Bertaut
Licht
Gilles Gentner

  • Ensemble des Bayerischen Staatsballetts

Musik vom Tonträger

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Medien

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Blitzschnelle Pirouetten, jazzige Moves, Spitzentechnik vom Feinsten, groovende Gruppen, durch den Raum gleitend oder mit messerscharfer Präzision Richtungen wechselnd – Richard Siegals Choreographien entwickeln von der ersten Sekunde an Sogwirkung. Er bringt Extreme von Licht und Schatten, Geräusch und Stille, bewegte Objekte und Tanz, der das Ballettsystem auf ganz besondere Weise entgrenzt und vorantreibt.

Das Bayerische Staatsballett widmet dem amerikanischen Choreographen einen ganzen Abend. Als Portrait Richard Siegal formieren sich drei Stücke zu einer temporeich-virtuosen Werkschau. Das rasante Metric Dozen kreierte Siegal für das Ballet de Marseille. Nun wurde diese vertrackte Rechnerei, bei dem die Zwölf in einem nicht dezimalen System der Zehn entspricht, ins Münchner Repertoire übernommen. Es gibt ein Wiedersehen mit Unitxt, seinem ersten Stück für ein Ballettensemble, für das der Industriedesigner Konstantin Grcic den Tänzerinnen Halteschlaufen an die Korsagen heftete, auf dass sie mit Lust noch extremer aus der Achse kippen. Als Höhepunkt eine Kreation für das Staatsballett: In A Landscape zu Musik von Oscar-Preisträger Ryuichi Sakamoto.

 

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Der Amerikaner Richard Siegal hat sich in den vergangenen fünf Jahren zu einem der aufregendsten zeitgenössischen Choreographen entwickelt. Eine residence in der Muffathalle und die große Eröffnungspremiere zu DANCE 2008 CoPirates waren sein Einstieg in München.

Dann folgten Gastspiele mit unterschiedlichen Stücken, Black Swan, If/Then For Strings und Metric Dozen. Siegal, das kann und will er nicht verleugnen, kommt aus der künstlerischen Kaderschmiede von William Forsythe, ist also ein mutiger, unerschrockener und provokanter Denker und Künstler. Auf den großen Bühnen und mit den Spitzentänzern und -tänzerinnen des Staatsballetts arbeitete er mit dem Material der 80er Jahre und entwickelt es weiter: Virtuosität, Geschwindigkeit und Risiko.

In seinem Aufsatz zu Unitxt beschreibt Arnd Weseamm im Rahmen von 'Tanzland Deutschland': "Wenn Siegal seine kraftgeladenen Tänzer buchstäblich von der Leine lässt, damit sie auf der Piste auf Kollisionskurs gehen, wenn es in seinen Worten darum geht, die eigene Freiheit und Autonomie im Respekt zur Masse zu suchen, dann kommt einem das sehr vertraut vor. Es geht doch wie immer darum, sich vor dem Trott, dem Stumpfsinn, dem Gleichtakt zu retten. Es sind bei aller Selbstdisziplin ungeheuer freie, sich aus dem Ballett evaporierende Bewegungen, […]. Sie erscheinen frei und frisch, weil sie das Risiko suchen, indem etwa klassische Duos dazu dienen, weniger die Harmonie als das Aberwitzige der dabei gefundenen Konstellationen zu genießen. Das anzuschauen fühlt sich auch insgesamt eher an wie ein Ritt auf dem Snowboard, angefeuert noch von Beat Machines solcher Größen der Elektromusik wie alva noto/Carsten Nicolai oder Lorenzo Bianchi Hoesch. Man mag ja denken, das sei nur modern. Aber choreographisch geht bei Siegal auch etwas sehr Zwangsläufiges mit der Geschwindigkeit einher: eine wie bei Hochwasser stetig anschwellende Komplexität, mit der das Wasser dem Druck zu entweichen sucht. Einer macht dies, der andere reagiert. Wie wiederum der erste reagieren wird oder auch andere sich verhalten werden, "das beruht natürlich nicht auf Regeln", sagt Siegal, "sonst wäre Kunst vorhersehbar. Kunst braucht aber gewisse Druckverhältnisse", einen Behälter wie eine Bühne, sogar gewisse Konventionen, in denen die Kunst existiert, "denn das Ziel der Kunst ist es ja, den Raum zu öffnen, um dem Publikum eine größere Autonomie zu schenken".

Wenn-Dann: Wenn keine Freiheit, dann auch keine Bewegung in den Köpfen der Zuschauer.





 

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Biografien

Der Tänzer und Choreograph Richard Siegal sucht, in Zusammenarbeit mit Künstlern unterschiedlichster Disziplinen, dem zeitgenössischen Tanz ein neues Gesicht zu geben.

Im Jahr 2005 gründete er The Bakery, eine Plattform mit Sitz in Berlin und Paris, die es Tänzern, Musikern, bildenden Künstlern, Architekten und Softwareentwicklern ermöglicht, in einen kreativen Austausch zu treten und gemeinsam Projekte zu realisieren. Wichtiges Element dieser Projekte ist die von Siegal entwickelte 'If-then-Methode', die Choreographien auf logische Gleichungen aus Naturwissenschaft und Technik zurückführt.

Richard Siegal stellte seine innovativen Projekte auf Festivals in der ganzen Welt vor und wurde hierfür mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem New York Dance and Performance Bessie Award, dem S.A.C.D. Prize, dem Deutschen Theaterpreis Der Faust und dem Münchner Tanzpreis 2013.

Er arbeitete als Choreograph für das Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, das Bennington College (Vermont, USA) und das Baryshnikov Arts Center (New York City, USA). Als Fakultätsmitglied des American Dance Festival kuratiert er das jährlich stattfindende Forsythe Festival, nicht zuletzt weil er zwischen 1997 und 2004 selbst im Ensemble des Ballett Frankfurt tanzte.

Für die Junior Company des Bayerischen Staatsballetts hat er The New 45 einstudiert und in der Spielzeit 2012/2013 mit der Highspeed-Choreographie Unitxt einen Blockbuster für das Staatsballett geschaffen. Im April 2015 eröffnete das Portrait Richard Siegal mit Unitxt, In A Landscape und Metric Dozen die BallettFestwoche, im August 2015 seine Kreation Model die Ruhrtriennale.

 

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