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Choreographie Marius Petipa / Ray Barra · Komponist Alexander Glasunow

Dienstag, 23. Februar 2010
19.30 Uhr – 22.05 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 35 Minuten · 1. Akt (ca. 19.30 - 20.30 Uhr) · Pause (ca. 20.30 - 21.00 Uhr) · 2. Akt (ca. 21.00 - 22.05 Uhr)

Preise G

#BSBRaymonda

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Besetzung

Musikalische Leitung
Myron Romanul
Choreographie
Marius Petipa
Neueinstudierung
Ray Barra
Bühne und Kostüme
Klaus Hellenstein
Licht
Christian Kass
Musikalische Einrichtung
Maria Babanina

Raymonda
Daria Sukhorukova
Graf Jean de Brienne
Marlon Dino
Abderakhman
Cyril Pierre
Die Weisse Dame
Natalia Kalinitchenko
Clémence, 3 Akt Grand Pas
Ilana Werner
Henriette, 3. Akt Grand Pas
Stephanie Hancox
Bernard de Ventadour, 3. Akt Grand Pas
Grégory Mislin
Béranger, 3. Akt Grand Pas
Nour El Desouki
  • Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
  • Bayerisches Staatsorchester
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Raymonda: Ksenia Ryzhkova (Raymonda) (Foto: © Wilfried Hösl)...
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Raymonda, uraufgeführt 1898 im Kaiserlichen Marientheater zu St. Petersburg, ist das letzte große Werk des Choreographen Marius Petipa, des Schöpfers von Dornröschen, Nussknacker und Don Quijote. Zur Musik von Alexander Glasunow steht dieses Ballett gleichrangig neben den großen Tschaikowsky-Werken. War Petipa bei der Kreation von Raymonda ein weltberühmter Künstler in seiner letzten Schaffensphase, so hatte sich der 32-jährige Alexander Glasunow gerade einen Namen als junges Nachwuchstalent gemacht. Zusammen schufen sie den späten Höhepunkt der zaristischen Ballettära St. Petersburgs, der unseren Begriff von Ballettklassik bis heute prägt.

Bei der ersten Ballettgala unter Igor Zelensky mit Stars des Staatsballetts präsentierten sich im Januar 2017 bereits die Erste Solistin Ksenia Ryzhkova und Halbsolist Alexander Omelchenko im Grand Pas Hongrois, einem der choreographischen Höhepunkte von Raymonda. Im Mai 2018 kehrt das vollständige Werk nach achtjähriger Pause auf die Bühne des Nationaltheaters zurück. Der Choreograph Ray Barra, der in München bereits Schwanensee und Don Quijote bearbeitete, zeichnet auch für die Raymonda-Adaption beim Bayerischen Staatsballett verantwortlich. Er hat die choreographische Überlieferung von Marius Petipa bewahrt, dabei aber das Drama um die Titelheldin intensiver herausgearbeitet. Raymonda steht zwischen zwei Männern: dem ihr seit früher Jugend verlobten Kreuzritter Jean de Brienne und dem sarazenischen Kalifen von Córdoba, Abderakhman, der sie umwirbt und zu entführen versucht. Zwar wird Abderakhman von Jean im Kampf getötet, so dass ein prunkvolles Hochzeitsfest zum Höhepunkt des Balletts werden kann. Aber Raymonda wird die Begegnung mit Abderakhmans verstörender erotischer Urkraft und den tiefen Konflikt, durch den sie gehen musste, nicht vergessen.

 

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Südfrankreich, das Schloss von Raymonda, Gräfin von Doris. Man feiert Raymondas Namenstag, gleichzeitig damit den Namenstag der Beschützerin des Hauses von Doris, die als Weiße Dame geisterhaft allgegenwärtig ist. Mit dabei sind Raymondas Freundinnen Clémence und Henriette, die am Hofe weilenden Troubadoure Bernard und Béranger sowie Gräfin Sybille, Raymondas Tante. Und nicht zuletzt Graf Jean de Brienne, dem Raymonda standesgemäß verlobt ist. Die Männer bereiten sich auf den nächsten Kreuzzug vor. Der König von Ungarn, Andreas II., ist im Lande, um zusammen mit Jean ein Kreuzfahrerheer zu rekrutieren.

 

ERSTER AKT

  1. Bild: Der Namenstag

Gartenterrasse im Schloss der Gräfin Doris

Alles wartet auf Raymonda. Auch Jean, der ihr als Abschiedsgeschenk vor dem nächsten Kreuzzug einen seidenen Schal überreichen wird. Als Jean ihr den Schal über die Schultern legt, glaubt sie die Symbolkraft dieses Liebesgeschenkes zu spüren. Aber sie spürt auch schmerzlich, dass Jean nicht wirklich tief für sie empfindet und sich leichthin von ihr in seine Männerwelt von Kampf, Turnieren und Kreuzzügen trennen wird. Die Festgesellschaft versucht Raymonda mit einem großen Walzer aufzuheitern, und Raymonda lässt sich sogar zu einem Solo überreden, mit dem sie ihre melancholische Stimmung zu überwinden sucht.

Unerwarteter Festbesuch bricht in Gestalt des Sarazenenfürsten Abderakhman ein. Er will Raymonda mit Geschenken überhäufen, die sie zunächst nicht annimmt. Sie akzeptiert schließlich doch – im tiefsten fasziniert von der sinnlichen Kraft des Fürsten – die Geste, mit der Abderakhman ihr einen Jasminzweig überreicht. Das Fest geht zu Ende, doch Raymonda ist wie gebannt, verwirrt durch den Einbruch einer erotischen Urgewalt in ihr scheinbar so sicheres Glück mit Jean. Clémence, Henriette und die beiden Troubadoure wollen sie aufheitern. Raymonda versucht, sich in einem Tanz mit Jeans Schleier ihrer Liebe wieder zu versichern.

Sie verabschiedet sich von den Gefährten und versinkt in Schlaf. Umnebelt vom Duft des Jasminzweigs, die Schultern eingehüllt in Jeans Seidentuch – ein Symbol der formvollendeten Welt des Hofes – beginnt sie zu träumen.

  1. Bild: Der Traum

Die Weiße Dame führt Raymonda in eine fremde Welt, jenseits allen gegenständlichen Seins. Ein Wirbel märchenhafter Mädchen zieht Raymonda in seinen tänzerischen Bann, an dessen Ende sie sich mit Jean zu einem gleichsam magischen Adagio zusammenfindet. Auf dem Höhepunkt des Traums, der sich in den Formen des klassischen Balletts bewegt, erblickt Raymonda an Stelle von Jean den Sarazenenfürsten Abderakhman, dessen Faszination, Verführungskraft und sexuell unverblümter Attacke sie zu erliegen droht. Nur das Dazwischentreten der Weißen Dame verhindert das Äußerste. Raymonda erwacht in höchster Verwirrung, Jasminzweig und Seidenschal in Händen.

 

ZWEITER AKT

  1. Bild: La Cour d’amour

Innenhof im Schloss der Gräfin von Doris

Man findet sich zusammen zur standesgemäßen Festlichkeit, zum „Minnehof“, bei dem sich eine formbewusste Gesellschaft schmeichelnder Troubadoure und eleganter Frauen selbst feiert. Auch Jean, in Atem gehalten durch die Rekrutierung des Kreuzzugheeres, wird erwartet, scheint sich aber zu verspäten. Stattdessen kommt Abderakhman, zum Entsetzen, aber auch zum Entzücken von Raymonda. Er passt sich im Tanz mit Raymonda mit vollendeter Höflichkeit den Formen der höfischen Festlichkeit an.
Die Entourage des Sarazenenfürsten unterhält die Gesellschaft mit exotischen Tänzen, die in ein Bacchanale münden, auf dessen Höhepunkt Abderakhman in entfesselter Liebeswut die Entführung von Raymonda befiehlt.

 In diesem Augenblick erscheinen Jean de Brienne und König Andreas II. Der König bewegt die beiden Rivalen, ihre Auseinandersetzung in der höfischen Form des Zweikampfes auszutragen, der unentschieden zu verlaufen scheint, bis die Weiße Dame erscheint und Jean die Kraft verleiht, Abderakhman eine tödliche Wunde zuzufügen. Der Sarazene stirbt zu Raymondas Füssen. Sie ist tief erschüttert und kann nicht anders, als in Jean seinen Mörder zu sehen.

Jean spürt Raymondas Konflikt, ihre Abwehr. Er wirbt aufs Neue und eigentlich zum ersten Mal wirklich um ihre Liebe. Es gelingt ihm, ihr Vertrauen zurückzugewinnen.

  1. Bild: Die Hochzeit von Raymonda und Jean de Brienne

Festsaal im Schloss der Gräfin von Doris

Das Hochzeitsfest besiegelt die Liebe zwischen Raymonda und Jean de Brienne. Die südfranzösische Gesellschaft gibt und kleidet sich zu Ehren des ungarischen Königs im ungarischen Stil. Man tanzt Czardas, und schließlich einen Pas classique hongrois. Raymondas Solo kündet von Größe und der heimlichen Melancholie überwundenen Schmerzes.

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Biografien

In Baltimore geboren, gab Myron Romanul bereits im Alter von elf Jahren sein Debüt als Solopianist mit dem Boston Symphony Orchestra.

Er studierte in Boston, wo er als Solist sowie als Mitglied des Boston Symphony Orchestra und des Boston Pops Orchestra mit Seiji Ozawa, Kurt Mazur, Arthur Fiedler, John Williams und anderen arbeitete. Im Jahr 1973 wurde Romanul mit dem New England Conservatory Ragtime Ensemble mit dem Grammy Award für "Best Classical Chamber Music" ausgezeichnet.

Nach Aufgaben als Assistant Music Director an der Boston Lyric Opera sowie als Erster Dirigent des Boston Ballet war er von 1985 bis 1990 Dirigent und Solopianist des Stuttgart Balletts. Danach arbeitete er als 2. Kapellmeister und Assistenz-Generalmusikdirektor am Badischen Staatstheater Karlsruhe (1990-1994), als 1. Kapellmeister und Stellvertretender Generalmusikdirektor am Stadttheater Mainz (1994-1997) sowie als 1. Kapellmeister am Aalto Theater Essen. Hinzu kamen Gastdirigate innerhalb Deutschlands und anderen Ländern. Zurzeit ist Myron Romanul Principal Conductor des Central Massachusetts Symphony Orchestra und Gastdirigent am Opéra national du Rhin und in Metz, beide in Frankreich und am His Majesty's Theater in Perth, Australien.

Seit 1987 leitet Myron Romanul Aufführungen der Bayerischen Staatsoper und des Balletts. Für das Bayerische Staatsballett dirigierte Romanul unter anderem Der Widerspenstigen ZähmungOneginDon Quijote, Balanchines Brahms-Schönberg Quartett, Jacopo Godanis After DarkDer NussknackerRomeo und Julia und La Bayadère. Er übernahm darüber hinaus die musikalische Leitung zahlreicher Premieren wie Die Silberne RoseBombana/Simon/Godani und Le Corsaire, Terence Kohlers Helden, Den Abend Der gelbe Klang und Le Sacre du printemps.

Mehr über Myron Romanul lesen Sie hier
(Stand: September 2019)

 

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