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Oper in drei Akten (vier Bildern)

Komponist Giuseppe Verdi · Libretto von Francesco Maria Piave nach Victor Hugos Schauspiel "Le Roi s'amuse"
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Mittwoch, 30. April 2014
19.00 Uhr – 21.40 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 40 Minuten · 1 Pause zwischen 1. Akt und 2. Akt (ca. 20.00 - 20.30 Uhr)

Freier Verkauf · Serie 32

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Besetzung

Musikalische Leitung
Marco Armiliato
Inszenierung
Árpád Schilling
Bühne und Kostüme
Márton Ágh
Licht
Christian Kass
Dramaturgie
Miron Hakenbeck
Chor
Stellario Fagone

Il Duca di Mantova
Piero Pretti
Rigoletto
Franco Vassallo
Gilda
Erin Morley
Sparafucile
Rafał Siwek
Maddalena + Giovanna
Oksana Volkova
Marullo
Thomas Florio
Borsa Matteo
Dean Power
Il Conte di Ceprano
Christian Rieger
La Contessa di Ceprano
Elsa Benoit
Usciere
Goran Jurić
Paggio della Duchessa
Julia Stein
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper

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Der Uraufführung der ersten Oper von Verdis legendärer „trilogia popolare“ an Venedigs Teatro La Fenice ging ein penibles Ringen mit der Zensur voraus. War doch Victor Hugos Vorlage über den zynischen Hedonismus eines Aristokraten seit 1832, als der Pariser Uraufführung prompt das Verbot folgte, europaweit ein heißes Eisen. Verdi interessierte weniger Herrschaftskritik, als vielmehr die Tragödie des mit seinem Dasein überworfenen Hofnarren. Der deformierte Entertainer einer Frauen konsumierenden Männerwelt zieht alle Register des Sarkasmus und glaubt doch, von seinem öffentlichen Tun unbeschadet zu bleiben, wenn er es nur säuberlich von seinem privaten Glück trennt. Als aber seine fern vom Leben in Schutzhaft gehaltene Tochter ihrer eigenen Sehnsucht folgt, wird sie zum Opfer seiner Doppelexistenz. Ein einsamer, bejammernswerter Clown?

„Ein unmoralischer Kleinbürger“, findet Regisseur Árpád Schilling, „der von Unschuld träumt. Ein Ehemann, der seine Gattin betrauert und von Rachgier erfüllt ist. Ein großer Schauspieler, dem der Erfolg wichtiger ist als die eigene Tochter. Der Narr eines edlen Herren, den sein Glück betrogen hat. Verdi kann, was Shakespeare kann: Er kann eine Geschichte so erzählen, dass es uns schauert.“

 

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Rigoletto ist am Hof des Herzogs von Mantua für die Unterhaltung zuständig. Seine Spezialität sind Scherze auf Kosten jener, die vom Herzog geschädigt wurden. Der Herzog gilt als unersättlicher Herzensbrecher, der unbekümmert die Töchter und Ehefrauen seiner Untergebenen verführt.

Rigoletto trennt den Dienst am Hof sorgfältig von seinem Privatleben. Niemand weiß von seiner erwachsenen Tochter, die er zu Hause von der Öffentlichkeit verborgen hält und durch Giovanna beaufsichtigen lässt. Gilda wiederum weiß nicht, was ihr Vater außerhalb der heimischen vier Wände tut. Rigolettos größte Sorge: Gilda, die er als sein einziges Glück ansieht, könnte ihm genommen werden.


Erster Akt

Der Herzog feiert ein Fest, das ganz seiner Lust dient. Er schwärmt von einem unbekannten Mädchen, dem er seit Monaten nachstellt und das er endlich erobern will. Vorerst hat es ihm jedoch die Gräfin Ceprano angetan. Vor den Augen ihres Ehemannes macht er sich an sie heran. Der eifersüchtige Graf Ceprano wird sogleich Zielscheibe von Rigolettos treffsicherem Spott. Eine Neuigkeit verbreitet sich: Rigoletto soll zu Hause eine junge Geliebte verstecken. Als Rigoletto dem Herzog den provokanten Ratschlag gibt, den lästigen Grafen Ceprano hinrichten zu lassen, um sich ungestört mit dessen Gattin amüsieren zu können, sorgt er nicht nur für Gelächter: Der Graf Ceprano gewinnt Anhänger für den Plan, sich an dem schamlosen Spötter zu rächen.

Das Fest wird durch einen ungebetenen Gast gestört: Graf Monterone klagt den Herzog der Vergewaltigung seiner Tochter an. Mitleidlos macht Rigoletto den betroffenen Vater zum Opfer seiner Scherze. Daraufhin verflucht dieser den Herzog und Rigoletto.

Rigolettos Gedanken kreisen um den Fluch. Auf dem nächtlichen Weg nach Haus begegnet er Sparafucile, einem Berufsmörder, der ihm seine Dienste anbietet. Rigoletto fühlt sich wesensverwandt mit dieser düsteren Bekanntschaft. Die Vorfreude auf seine Tochter vertreibt kurz seine Verbitterung.

Zu Hause versucht Gilda die Sorgen ihres Vaters zu ergründen, Rigoletto weicht jedoch den Fragen nach seinem Namen und ihrer Herkunft aus. Als sie etwas über ihre verstorbene Mutter wissen möchte, will Rigoletto seine Erinnerung nicht mit ihr teilen, zu sehr verursache sie ihm Schmerzen. Gilda muss ihren Vater trösten. Bevor er wieder fortgeht, schärft er ihr ein, das Haus nicht zu verlassen und weist Giovanna an, niemandem zu öffnen.

Gilda hat ein schlechtes Gewissen: Sie hat ihrem Vater verheimlicht, dass ein junger Mann ihr regelmäßig in die Kirche folgt. Giovanna hält Gildas Bedenken für unnötig. Als Gilda bekennt, sich nach dem jungen Unbekannten zu sehnen, lässt Giovanna ihn herein. Der Herzog bestürmt Gilda mit betörenden Liebesbekundungen. Auf ihre Frage nach seiner Identität, gibt er sich als armer Student aus. Das Glück der beiden wird durch Stimmen auf der Straße gestört: Die Meute um Ceprano versammelt sich, um Rigolettos vermeintliche Geliebte zu entführen. Gilda fürchtet die Rückkehr ihres Vaters und der Herzog flieht. Gilda bleibt mit einem fiktiven Namen zurück, der sie ganz mit Liebe erfüllt.

Überraschend kehrt Rigoletto heim. Die Männer vor seinem Haus geben vor, die Gräfin Ceprano entführen zu wollen. Rigoletto nimmt die Einladung an, bei dieser Unternehmung mitzuwirken und akzeptiert die geforderte Maskierung. Mit verbundenen Augen leistet er sodann Beihilfe zu Gildas Entführung. Als er allein zurückgelassen das leere Heim vorfindet, sieht er Monterones Fluch auf katastrophale Weise erfüllt.

Zweiter Akt

Der Herzog ist außer sich über den Raub Gildas. Er fühlt sich durch sie zur treuen Liebe bekehrt. Die Entführer berichten ihm stolz von ihrem Streich gegen Rigoletto. Der Herzog versteht, dass man ihm das Mädchen zum Greifen nah gebracht hat. Er stürmt Gilda entgegen, um ihr seine Liebe zu beweisen.

Rigoletto sucht im Palast nach Hinweisen über den Verbleib seiner Tochter. Nur schwer kann er seine Panik vor den Entführern verbergen. Als er ahnt, dass Gilda beim Herzog ist, schlägt Rigoletto fast die Tür zu dessen Zimmer ein.

Beschämt tritt Gilda ihrem Vater entgegen. Unter vier Augen will sie ihm anvertrauen, was geschehen ist. Für Rigoletto ist vollkommen klar, dass die Ehre seiner Tochter zerstört wurde. Er schwört, bittere Rache am Herzog zu nehmen, bestärkt durch Monterones Klage, zu ohnmächtig für die Bestrafung des Herzogs zu sein. Gilda fleht um Vergebung für den Herzog, doch ihr Vater hört sie nicht.

Dritter Akt

Gilda kann den Herzog nicht vergessen. Um sie endgültig von dessen Untreue zu überzeugen, macht Rigoletto seine Tochter zur heimlichen Zuschauerin einer Liebesszene: In einem zwielichtigen Lokal sucht der Herzog Vergnügen bei Maddalena, der Schwester Sparafuciles. Er hat für Maddalena die gleichen süßen Worte, die schon Gilda zu hören bekam.

Rigoletto schickt Gilda fort. Sie soll in Männerkleidung die Stadt verlassen. Er erteilt Sparafucile den Auftrag, Maddalenas Kunden zu ermorden und macht eine Anzahlung. Um Mitternacht will er den Leichnam persönlich in Empfang nehmen. Ein Gewitter zieht auf. Sparafucile bietet seinem Opfer ein Zimmer zur Nacht.
Entgegen den Anweisungen ihres Vaters kehrt Gilda zurück. Sie belauscht Sparafucile und Maddalena und erfährt so, dass der Geliebte ermordet werden soll.

Maddalena versucht, ihrem Bruder den Mord auszureden. Sparafucile will auf die Entlohnung nicht verzichten. Er erklärt sich zu einem Betrug bereit: Sollte bis Mitternacht ein Fremder auftauchen, wolle er diesen anstelle des Herzogs töten. Gilda beschließt, sich für den Herzog zu opfern.

Der Mörder übergibt Rigoletto den vermeintlichen Leichnam des Herzogs. Rigoletto triumphiert, bis er in der Ferne den Herzog sein Liedchen über die Untreue der Frauen singen hört. Entsetzt erkennt Rigoletto an dem leblosen Körper die Züge seiner Tochter. Noch einmal schlägt Gilda die Augen auf: Sie bittet den Vater um Vergebung für den Herzog und verspricht ihm, im Himmel an der Seite der Mutter für ihn zu beten. Gilda stirbt. Verzweifelt macht Rigoletto Monterones Fluch für ihren Tod verantwortlich.

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Premiere von Giuseppe Verdis "Rigoletto" am 15. Dezember 2012 im Nationaltheater

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Biografien

Marco Armiliato studierte Klavier am Paganini-Konservatorium seiner Heimatstadt Genua und begann seine Dirigententätigkeit 1989 mit L'elisir d'amore in Lima/Peru. 1995 debütierte er mit Il barbiere di Siviglia am Teatro La Fenice in Venedig, ein Jahr darauf an der Wiener Staatsoper mit Andrea Chénier und an der San Francisco Opera mit La bohème. Seitdem war er an zahlreichen renommierten Opernhäusern zu erleben, darunter die Metropolitan Opera in New York, die Opéra National de Paris, das Gran Teatre del Liceu in Barcelona, das Royal Opera House Covent Garden in London, das Opernhaus Zürich, die Deutsche Oper Berlin, die Hamburgische Staatsoper, das Teatro Real de Madrid, die Megaron Music Hall in Athen, das Teatro dell'Opera in Rom, die Arena di Verona und die Lyric Opera of Chicago. (Stand 2016)

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