Infos

Musik-Drama in einem Aufzug nach Oscar Wildes gleichnamiger Dichtung (1905)

Komponist Richard Strauss
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln | Neuproduktion

  • gefördert durch

zur Stücknavigation

Termine & Karten

zur Stücknavigation

Alle Besetzungen

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko
Inszenierung
Krzysztof Warlikowski
Persönliche Regieassistentin von Krzysztof Warlikowski
Marielle Kahn
Bühne und Kostüme
Małgorzata Szczęśniak
Licht
Felice Ross
Video
Kamil Polak
Choreographie
Claude Bardouil
Dramaturgie
Miron Hakenbeck, Malte Krasting

Herodes
Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
Herodias
Doris Soffel
Salome
Marlis Petersen
Jochanaan
Wolfgang Koch
Narraboth
Evan LeRoy Johnson
Ein Page der Herodias
Rachael Wilson
Erster Jude
Scott MacAllister
Zweiter Jude
Roman Payer
Dritter Jude
Kristofer Lundin
Vierter Jude
Paul Kaufmann
Fünfter Jude
Peter Lobert
Erster Nazarener
Callum Thorpe
Zweiter Nazarener
Ulrich Reß
Erster Soldat
Martin Snell
Zweiter Soldat
Alexander Milev
Ein Cappadocier
Milan Siljanov
Eine Sklavin
Mirjam Mesak
Frau des Cappadociers
Jutta Bayer
Der Tod
Peter Jolesch
  • Bayerisches Staatsorchester
Zur Stücknavigation

Medien

zur Stücknavigation

Mehr dazu

„Wie schön ist die Prinzessin Salome heute nacht!“ Oscar Wildes französisches Drama, vom Komponisten selbst als Operntext eingerichtet, war ein Geniestreich des Fin de siècle, ein Skandal zum einen und andererseits voll im Trend, ein künstlerischer und auch finanzieller Erfolg, von dem sich Richard Strauss seine Villa in Garmisch leisten konnte. Den Kopf des Propheten Jochanaan, der sie abgewiesen hat, wünscht sich Salome von ihrem lüsternen Stiefvater – und er kann ihr, da ihn sein Schwur bindet, den Wunsch nicht abschlagen. So stirbt der eifernde Mahner, und mit ihm geht auch die Prinzessin zugrunde – „Man töte dieses Weib!“ Krzysztof Warlikowski, ist überzeugt, dass Salome viel von den Widersprüchen der Entstehungszeit erzählt, dass in diesem Stück aber auch viel von dem aufgehoben ist, was damals noch Zukunft war: „Es ist nicht nur wichtig, was im Kunstwerk selbst steckt, sei es nun Oscar Wilde oder Richard Strauss, sondern auch der ganze Kontext, den das Christentum und die Geschichte des 20. Jahrhunderts diesem Werk hinzufügen.“

Salome hält es auf der Feier ihres Stiefvaters Herodes nicht mehr aus, doch gibt es kein Entkommen aus seinem Haus. In dieser Bedrängnis erscheint sie Narraboth besonders schön; er kann seine Augen kaum von ihr abwenden. Salomes Aufmerksamkeit wird dagegen ganz von der Stimme eines durch Herodes festgehaltenen Mannes gefesselt. Dieser Mann, Jochanaan, prophezeit den Untergang der bisherigen Welt und den Anbruch neuer Zeiten. Salome bringt Narraboth dazu, ihr entgegen Herodes’ Anordnung eine Begegnung mit Jochanaan zu ermöglichen. Dieser prangert die Verderbnis von Salomes Familie an, doch steigern seine moralisch rigorosen Ermahnungen noch ihr Interesse an ihm – bis hin zu körperlichem Verlangen, was Jochanaan heftig zurückweist. Narraboth, der Zeuge dieser Begegnung ist, nimmt sich das Leben. Jochanaan fordert Salome auf, Heil und Erlösung bei Christus zu suchen. Als sie stattdessen weiter nach einer sinnlichen Begegnung mit ihm verlangt, verflucht er sie mehrfach. Sie bleibt verstört zurück.

Herodes ist auf der Suche nach Salome und findet den toten Narraboth, was ihn mit Angst vor einem möglichen Unheil erfüllt. Vor den Augen seiner Frau Herodias umschmeichelt er unverhohlen deren Tochter. Die lautstarken Schmähungen der Herodias und ihres lasterhaften Lebenswandels durch Jochanaan entfachen unter den Anwesenden eine Diskussion über den vorgeblichen Propheten und die Frage, ob und wie Gott sich dem Menschen zeigt. Als Jochanaan dazu aufruft, Herodias für ihre Vergehen aufs Härteste zu bestrafen, gerät sie außer sich und fordert von Herodes, Jochanaan mundtot zu machen. Wie unberührt davon will Herodes Salome tanzen sehen und verspricht ihr dafür die Erfüllung jedes erdenklichen Wunsches. Gegen den Willen ihrer Mutter lässt sie sich darauf ein.

Salome tanzt, als ginge es um ihr Leben.

Anschließend verlangt sie zur Belohnung den Kopf des Jochanaan. Herodes hat Skrupel, diesen Mann, den er für einen Heiligen hält, umzubringen. Salome lehnt jedoch alle anderen Angebote ihres Stiefvaters ab und besteht darauf, dass er sein Wort hält. Herodes gibt nach. Er lässt Jochanaan töten und Salome den Kopf bringen.

Salome versucht, Liebe und Tod zu ergründen, und küsst den Mund Jochanaans. Für einen Augenblick glaubt sie, über ihn zu triumphieren, doch ahnt sie die Nähe ihres eigenen Todes.

zur Stücknavigation

Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem Omsker Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra national de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa. In Frankfurt interpretierte er Mussorgskys Chowanschtschina, Pfitzners Palestrina und Puccinis Tosca. Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.

Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehaben wird. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne SchattenLa clemenza di TitoDie Soldaten, Lucia di LammermoorLulu, Die Meistersinger von Nürnberg, Lady Macbeth von Mzensk, Tannhäuser, Il trittico, Parsifal und Otello geleitet und im Repertoire unter anderem Richard Wagners Der Ring des Nibelungen. Im Januar 2016 erarbeitete Kirill Petrenko die Uraufführung von Miroslav Srnkas South Pole.

Kirill Petrenko wurde im Juni 2015 zum zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt. In der Spielzeit 2019/20 leitet er an der Bayerischen Staatsoper die Neuinszenierungen von Die tote Stadt und Falstaff, außerdem dirigiert er die Wiederaufnahmen von Die Meistersinger von Nürnberg und Salome sowie zwei Akademiekonzerte des Bayerischen Staatsorchesters.

zur Stücknavigation