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Sinfonie in C / In the Night / Adam is - UA Barton (2015)

Choreographie George Balanchine / Jerome Robbins / Aszure Barton · Komponist Georges Bizet / Fréderic Chopin / Curtis Macdonald

Sonntag, 20. Dezember 2015
19.30 Uhr – 21.35 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 05 Minuten · Sinfonie in C (ca. 19.30 - 20.05 Uhr) · Pause (ca. 20.05 - 20.35 Uhr) · In the Night (ca. 20.35 - 21.00 Uhr) · Adam is (ca. 21.00 - 21.35 Uhr)

Preise H , € 88 /77 /- /50 /35 /23 /11 /8

Premiere am 20. Dezember 2015

Download Besetzungszettel (PDF) zur Stücknavigation

Besetzung

Sinfonie in C

Choreographie
George Balanchine
Musik
Georges Bizet
Einstudierung
Colleen Neary

Erster Satz, Solo Paar
Ekaterina Petina, Erik Murzagaliyev
Zweiter Satz, Solo Paar
Lucia Lacarra, Marlon Dino
Dritter Satz, Solo Paar
Ivy Amista, Maxim Chashchegorov
Vierter Satz, Solo Paar
Daria Sukhorukova, Adam Zvonař

In the Night

Choreographie
Jerome Robbins
Musik
Frédéric Chopin
Kostüme
Anthony Dowell
Licht
Jennifer Tipton
Einstudierung
Christine Redpath

I. Pas de deux
Ivy Amista, Javier Amo
II. Pas de deux
Ekaterina Petina, Tigran Mikayelyan
III. Pas de deux
Lucia Lacarra, Cyril Pierre

Adam is - UA Barton (2015)

Choreographie
Aszure Barton
Musik
Curtis Macdonald
Kostüme
Michelle Jank
Bühne/Licht
Burke Brown
Video
Tobin del Cuore

Tänzer
Javier Amo, Jonah Cook, Léonard Engel, Nicholas Losada, Erik Murzagaliyev, Ilia Sarkisov, Nicola Strada, Shawn Throop, Matej Urban
  • Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
  • Bayerisches Staatsorchester
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Medien

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Zwei Meisterwerken des klassischen Tanzes stellt dieser Abend eine Uraufführung gegenüber. In Sinfonie in C verbindet sich die jugendliche Genialität des sechzehnjährigen Georges Bizet mit der reifen Meisterschaft George Balanchines. Zu den vier Sätzen der Symphonie choreographiert Balanchine eine Hymne auf den klassischen Tanz.

Der ursprüngliche Titel – Le Palais de Cristal – drückt die Atmosphäre von Glanz, Heiterkeit und blitzender Virtuosität noch plastischer aus als der später festgelegte und bis heute geltende Titel, der die geistige Reinheit und Abstraktheit dieses Tanzfestes in der Sprache der danse d’école hervorhebt. Sinfonie in C wird seit 1975 auch in München getanzt und mit gutem Grund für immer neue Generationen von Tänzern und Publikum zur Premiere.

In the Night steht paradigmatisch für das Werk von Balanchines großem Komplementär, Jerome Robbins. Drei Tänzerpaare und vier Nocturnes von Chopin – das Ballett entführt uns in eine Welt der Empfindungen, führt uns choreographisch immer wieder an die Grenzen des klassischen Tanzes, ohne sie gewaltsam zu überschreiten. Robbins, der Meister des Broadway, ist auch ein Meister höchsten Kunstanspruchs – beides zu vereinen gelingt ihm wie keinem anderen Choreographen des 20. Jahrhunderts.

Aszure Barton kreierte 2014 ihr erstes Werk für das Bayerische Staatsballett (Konzert für Violine und Orchester), eine von der Musik inspirierte Hymne auf die tänzerische und emotionale Kraft des Münchner Ensembles.Im Rahmen dieser Premiere nun wird sie der weiblich dominierten Sinfonie in C ein reines Männerensemble gegenüberstellen, für das der in New York lebende Kanadier Curtis Macdonald die Musik komponiert. Barton gehört zu der jungen Generation von Choreographen, die keine Berührungsängste kennen, sei es gegenüber der klassischen Hochkunst, sei es gegenüber reinem Entertainment. So arbeitet sie für asketische Avantgarde-Unternehmen wie das Baryshnikow Art Center, für klassische und moderne Ensembles wie das American Ballet Theatre oder das Nederlands Dans Theater ebenso wie für den Broadway. Insofern steht sie ganz in der Tradition von Jerome Robbins.

 

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George Balanchine und Jerome Robbins in München

Eine Fotodokumentation

51 Jahre Aufführungsgeschichte der in der Bayerischen Metropole getanzten Werke von George Balanchine und Jerome Robbins entblättern sich in der angefügten Fotodokumentation. Siebzehn Ballette von George Balanchine und sechs von Jerome Robbins wurden im Lauf dieser Jahrzehnte in München getanzt.

Aus Anlass der jüngsten Premiere im Nationaltheater, die Balanchines Sinfonie in C und Robbins‘ In the Night präsentiert, haben wir in den Fotoarchiven des Balletts der Bayerischen Staatsoper und des daraus hervorgegangenen Bayerischen Staatsballetts gestöbert und Ihnen einen ausführlichen Rückblick zusammengestellt. Er wird dem regelmäßigen Münchner Ballettbesucher sicherlich viele Gesichter wieder vor die Seele rufen. Manche Namen werden felsenfest in Ihrem Gedächtnis eingebrannt sein; manche mögen durch die Jahrzehnte verblasst oder fast vergessen sein. Vielleicht erwachen sie durch die neuerliche Lektüre in der Erinnerung zu neuem Leben.

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Biografien

Choreograph

George Balanchine (eigentlich: Georgi Melitonovich Balanchivadze) wurde am 22. Januar 1904 in St. Petersburg geboren und studierte klassischen Tanz an der Kaiserlichen Ballettakademie sowie Musik am Konservatorium seiner Heimatstadt.

Noch als Ballettschüler schuf er mit dem Pas de deux La Nuit (Musik: Anton Rubinstein) seine erste Choreographie, nach seinem Abschlussexamen im Jahre 1921 wurde er dann in das Corps de ballet des Staatlichen Akademischen Theaters für Oper und Ballett verpflichtet. 1924 unternahm er mit einer Gruppe von drei Sängern und drei Tänzern eine Tournee durch Westeuropa und lernte in Paris Sergej Diaghilew kennen, der ihn sofort für seine legendären Ballets Russes engagierte. Bereits ein Jahr später wurde Balanchine zum Chefchoreographen der Compagnie ernannt und arbeitete für die Produktion Le Chant du Rossignol erstmals mit Igor Strawinsky zusammen, mit dem ihn Zeit seines Lebens eine tiefe Arbeits- und Herzensfreundschaft verbinden sollte. 1928 schuf er mit seiner neuen Choreographie zu Strawinskys Ballettmusik Apollon Musagète eine Ikone der tänzerisch-musikalischen Neoklassik, von den weiteren Schöpfungen für die Ballets Russes seien Barabau (1925) und Le Bal (1929) auf Musik von Vittorio Rieti sowie Le fils prodigue (1929) auf Musik von Sergej Prokofjew genannt. Nach Diaghilews Tod im Jahre 1929 choreographierte Balanchine für verschiedene europäische Compagnien, bis er im Jahre 1934 von dem reichen, ballettbegeisterten Amerikaner Lincoln Kirstein als Leiter der School of American Ballet verpflichtet wurde. Für seine erste amerikanische Compagnie, die von 1935-1938 an die New Yorker Metropolitan Opera angegliedert war, choreographierte er Serenade (1934), Le Baiser de la Fee (1937) und Jeux de cartes (1937), für eine Südamerika- Tournee der American Ballet Caravan schuf er außerdem Ballet Imperial und Concerto Barocco (1941). Zusammen mit Lincoln Kirstein gründete er 1946 eine neue Company, die Ballet Society, für die er neun Ballette kreierte, darunter The Four Temperaments (1946) und Orpheus (1948). Im Jahre 1947 choreographierte er für das Ballett der Pariser Opéra Le Palais de Cristal, das später in Sinfonie in C umbenannt wurde. 1948 gründete Balanchine schließlich das New York City Ballet, das er bis zu seinem Tod leitete. Für das New York City Ballet choreographierte er u. a. Firebird (1949), La Valse (1951), Scotch Symphony (1952), The Nutcracker (1954), Western Symphony (1954), Divertimento No. 15 (1956), Square Dance (1957), Agon (1957), Episodes (1959, in Zusammenarbeit mit Martha Graham), Monumentum pro Gesualdo (1960), Raymonda Variations (1961), A Midsummer Night’s Dream (1962), Movements for Piano and Orchestra (1963), Don Quixote (1965), Jewels (1967), La Source(1968), Who Cares? (1970), Symphony in Three Movements (1972), Strawinsky Violin Concerto (1972), Coppelia (1974 mit Alexandra Danilova), Le Tombeau de Couperin (1975), Chaconne (1976), Union Jack (1976), Vienna Waltzes (1977), Ballo della Regina (1978), Kammermusik No. 2 (1978), Ballade (1980), Robert Schumanns Davidsbündlertänze (1980), Mozartiana (1981) und Elegie (1982). Sein letztes Werk waren die Variations for Orchestra, geschaffen im Jahre 1982 für das zweite Strawinsky-Festival in New York, anlässlich des 100. Geburtstags des Komponisten. George Balanchine starb am 30. April 1983 in New York.

(Stand: September 2018)

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